Spezifische Tumortherapie mit autologen Tumorvakzinen und dendritischen Zellen

von | 22. April 2010 | Publikationen

Tumore können sich der Immunabwehr entziehen (Escape-Phänomen). Tumorabwehr ist eine TH1-Anwort, die bei diesen Patienten oft zu schwach ausgeprägt ist. Mitunter stimmt die Software (Botenstoffzusammensetzung, Interleukine), aber die Hardware (die Immunzellen, TH1-Zellen) ist aufgrund von Substratmangel ( Arginin, Cystin, Gluthation, Zink, Selen, 25-OH-D3 etc.) und Mitochondriopathie nicht in der Lage, den Softwarebefehl auszuführen. Die Behandlung mit Tumorvakzinen ermöglicht, dass das Escapephänomen des Tumors durchbrochen werden kann, dass die starke TH2-Antwort zum Zuge kommt, dass diese Immunzellen auch Tumorzellen entdecken, die sich unserer Bildgebung noch entziehen und dass diese Therapie sich spezifisch nur gegen die kranken Zellen richtet.
Die Spezifische Immuntherapie mit autologen Tumorvakzinen und dendritischen Zellen ist so aufgebaut, dass nach dem Prinzip der Cellsymbiosistherapie die Zellfehlfunktion soweit als möglich korrigiert wird und dass der Patient in einer kooperierenden Universitätsklinik in Deutschland sich operieren lässt. Das kann eine Operation im Sinne eines kleinen Eingriffs sein, um nur ein wenig Tumorgewebe zu gewinnen, wie es bei metastasierten fortgeschrittenen Tumorpatienten üblich ist oder auch eine große Operation, bei der der Tumor komplett entfernt wird. Der Vorteil dieses Einstiegs in die Therapie ist, dass man den Tumor zum einen dem Pathologen zur Verfügung stellt, auf der anderen Seite einen Teil davon sofort nativ einfriert. Dadurch hat man die Möglichkeit, einen Impfstoff zu erstellen, der den Antigeneigenschaften dieses speziellen Tumors entspricht. An den Antigeneigenschaften wird die Zelle vom Immunsystem erkannt. Wenn dieses bisher nicht möglich war, liegt ein Escape-Phänomen vor, was somit ausgehebelt werden kann. Damit das auch funktioniert, müssen zusätzlich dendritische, antigenpräsentierende Zellen aus dem Blut gewonnen, konzentriert und der Impfung beigegeben werden. Die Wirkung dieser Zellen ist direkt abhängig von ihrem Gehalt an reduziertem Glutathion. Dieses ist bei Krebserkrankungen im Allgemeinen defizitär, kann aber mit der Cellsymbiosistherapie deutlich verbessert werden. In einem Institut, das diese Impfstoffe herstellt, erfolgt dann vierwöchentlich die intrakutane Impfung. Oft tritt schon wenige Stunden nach der Impfung Fieber als eine gute Impfreaktion auf. Da Tumoren sich verändern und auch die Metastasen nicht hundert Prozent dem Ursprungstumor gleichen, kann so ein kleiner chirurgischer Eingriff auch mehrmals wiederholt und der Impfstoff somit der Tumorentwicklung angepasst werden. Die Kostenfrage wird durch Anträge an die Krankenkasse von Seiten des Operateurs und des Zelltherapeuten gestellt.

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