Die intravenöse Sauerstofftherapie und deren Auswirkung auf körpereigene Cannabinoide, Resolvine und Prostaglandine

von | 7. Dezember 2014 | Publikationen

Eine im Eigenversuch in meiner Praxis durchgeführte Pilotstudie hat gezeigt, wie das Zusammenspiel von intravenöser Sauerstofftherapie und optimaler Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren bei einem fast entzündungsneutralen AA/EPA-Quotienten zu Veränderungen der Plasmaspiegel der endogenen Cannabinoide 2-AG, Anandamid, dem Pro-Resolvin18-HEPE, dem Lipoxin 4A und dem 15d-PGJ2 geführt haben. Anhand dieser Messwerte lässt sich nun noch besser erklären, warum die Oxyvenierung so verschiedene Wirkungen hat und warum der Cofaktor der Omega-3-Fettsäuren diese Wirkung noch nachhaltig verbessern kann. Meine Erfahrungen mit der Sanakintherapie zeigen, dass diese nach einer vorweg durchgeführten intravenösen Sauerstofftherapie eine eindeutig verstärkte Wirkung hat. Nun lässt sich auch diese Beobachtung durch die Messwerte wissenschaftlich untermauern.
Fast jeder meiner Patienten, der sich im Sinne der Vorsorge oder des Gesamtchecks bei mir vorstellt, kennt anschließend neben seinem Vitamin-D-Spiegel auch seinen Fettsäurestatus. Die Bedeutung dieser Zusammensetzung der Fettsäuren ist in dieser deutschsprachigen Masterarbeit des Allgemeinmediziners Dr. Jochen Henn sehr gut dargestellt. Die Bedeutung der zur Ausheilung von Entzündungen notwendigen Resolvine und deren Abhängigkeit von ausreichend hohen EPA- und DHA-Spiegeln ist darin noch nicht beschrieben, kann aber in diesem Artikel, der den Zusammenhang der Resolvine mit der Perfusion beschreibt, erfasst werden. Die Bedeutung der Entzündungshemmung dieser Resolvine wird hier exemplarisch am Resolvin D2, das sich vom DHA ableitet, beschrieben.
Die Arachidonsäure (AA), die ja als entzündungsfördernd gilt, ist dennoch notwendig. Allerdings sollte sie im Verhältnis zur EPA gesehen werden.
AA:EPA <2,5 sollte hier wegen der dann zu erwartenden Entzündungsneutralität, angestrebt werden.
Aus AA kann der Körper seine eigenen Cannabinoide herstellen. 2-AG ist dafür ein Beispiel. Der Link zeigt auf, wie 2-AG wirkt und wie es vom Körper abgebaut wird. Eine praxiseigene Pilotstudie zur Abklärung der Wirkung von Fischöl und Oxyvenierung in Zusammenarbeit mit dem Labor Lipidomix hat gezeigt, dass die Oxyvenierung dieses körpereigene Cannabinoid 2 Stunden nach der intravenösen Sauerstofftherapie deutlich ansteigen lässt, um dann nach ca. 18 Stunden wieder das Ausgangsniveau zu erreichen und danach dann vorübergehend auch darunter abzufallen. Das antientzündliche Lipoxin A4 erreicht seinen Gipfel 4 Stunden nach der intravenösen Sauertofftherapie. Dieses Lipoxin arbeitet mit 2-AG und Anandamid zusammen und ist für die Therapie neurodegenerativer Erkrankungen von Bedeutung. Anandamid zeigt im Zusammenhang mit der Oxyvenierung zwei Gipfel, nämlich bei 6 und bei 10 Stunden nach der intravenösen Sauerstoffgabe. 15d-PGJ2 hat seinen Gipfel je nach Intensität und Dauer der Oxyvenierungsserie zwischen 2 und 4 Stunden nach der intravenösen Sauerstoffgabe. 15d-PGJ2 wird aus PGD2 gebildet und wirkt an Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren ( PPARgamma). Darüber werden Genaktivitäten gesteuert. Möglicherweise lassen sich damit epigenetische Phänomene beeinflussen. Das Labor MMD kann solche Genmethylierungen durch Histone messen, ich werde demnächst darüber berichten. Das Pro-Resolvin 18-HEPE hatte seinen Gipfel je nach Stadium der Oxyvenierungstherapie bei 2, 4 und 12 Stunden nach der intravenösen Sauerstofftherapie. Die Daten werden auf der nächsten Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Oxyvenierungstherapie e.V. in Kassel präsentiert werden.
Sie erkennen also die vielseitige Wirkung der von mir angebotenen intravenösen Sauerstofftherapie insbesondere unter Berücksichtigung der an dieser Wirkung beteiligten Cofaktoren. Außerdem kann somit auch  belegt werden, warum die Sanakintherapie nach einer vorgeschaltetenen Oxyvenierungsserie besser wirkt, als wenn man sie mit unvorbereitetem Eigenblut einsetzt. Dieses gilt um so mehr, je stärker bei dem Patienten eine chronisch entzündliche Grunderkrankung wie Schuppenpflechte, Polymyalgie, Rheuma etc. vorliegt. Mit diesen neuen Messwerten kann nun auch erklärt werden, warum die neurodegenerativen Erkrankungen schon nach wenigen Anwendungen als von den Patienten deutlich verändert beschrieben werden. Der Artikel zu den Anandamiden erklärt dann noch einmal auf eine andere Weise, wie es zu den Dr. Regelbergers Sauerstoffkindern bei vormals ungewollt kinderlosen Paaren gekommen ist. Außerdem ist daran auch das PGFA2 beteiligt, dass unter Oxyvenierung im Rahmen der Stimulation der Arachidonkaskade ebenfalls stimuliert wird.
 

Verwandte Themen

Die Wechselwirkung zwischen Antibiotika und der mitochondrialen Funktion – Minocyclin und Gyrasehemmer.

Mitochondriale Dysfunktionen werden zunehmend erforscht. Bis Sie in den Leitlinien ankommen, wird es noch Jahre dauern. Dennoch lassen sich diese Erkenntnisse schon jetzt für die personalisierte Individualmedizin nutzen, um vorausschauend Schäden zu vermeiden oder zu versuchen die Schäden zu korrigieren.Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf dem Antibiotikum Minocyclin und der Gruppe der Gyrasehemmer und Fluorchinolone, also den Antibiotika wie Ciprofloxacin, Moxifloxacin, Levofloxacin, Oxacillin, Norfloxacin, Enoxacin.Untersuchungen zur mitochondrialen Funktionalität können am Institut MMD, das der Otto von Guericke-Universität angeliedert ist, durchgeführt werden. Wissenschaftlich verantwortlich für diese Untersuchungen ist Frau Prof. Dr. B. König.

mehr lesen

Der Rantes-Wert CLL-5 und die Effektivität von CD-8-T-Lymphozyten auf Tumorzellen hängen eng miteinander zusammen.

Rantes-Wert, Regulated and normal T-Zell expressed and secreted CCL-5. Unter diesen Begriffen kann man zu dieser Thematik recherchieren. Kritiker führen an, dass Prof. Lechner und Dr. von Baehr die nahezu einzigen Autoren seien, die zum Rantes-Wert publizieren und dieses Wissen daher als nicht relevant einstufen. Diesen Kritikern muss man dann aber vorwerfen, dass Sie wohl nicht unter den Synonymen recherchiert haben und sich daher etwas zu weit aus dem Fenster hängen.RANTES = Regulated and normal T-Zell expressed and secreted CCL-5; ein Zytokin.Dieser Artikel erfordert etwas Konzentration, aber die Essentials sind sehr gut aufgearbeitet und jeder sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen, denn fast jeder ist auch davon betroffen! Eine Auflistung einer Literaturrecherche zu Rantes und anderen Erkrankungen finden Sie in dem verlinkten Artikel von Dres. Lechner und v. Baehr. Die Allergie zeigte in 2017 9500 Veröffentlichungen, die Beziehung zu Krebs-Reviews 9410 und zu Rheuma und Gelenkentzündung 7310 Veröffentlichungen. Also kein unwichtiges Thema!

mehr lesen

Antientzündliche Mittel sollten mit Antdepressiva kombiniert werden – Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien.

Die konventionellen Antidepressiva nehmen sich die Neurotransmitter als Angriffspunkt vor und wollen erreichen, dass diese länger an der Nervenverbindung, der Synpse, verbleiben und wirken. Eine anhaltende Remission der schweren Depression wird keineswegs regelmäßig erreicht. In China ging man der Frage sinnvoller Therapieansätze mit einer Metaanalyse randomiserter kontrollierter Studien nach.

mehr lesen