Schwermetallausleitung –
Chelattherapie

Wann ist eine Chelattherapie sinnvoll?

Wie toxische Metalle den Körper beeinträchtigen

Menschen sind täglich einer Vielzahl von Schadstoffen ausgesetzt, darunter toxische Metalle wie Aluminium, Quecksilber, Blei und Kadmium. Diese Metalle gelangen über verschiedene Wege in unseren Körper: durch die Luft, die wir atmen (z. B. Feinstaub), das Essen, das wir zu uns nehmen (z. B. kontaminierte Lebensmittel), das Wasser, das wir trinken (z. B. durch Bleirohre), und die Produkte, die wir verwenden (z. B. Materialien, Zahnamalgam). Um die Belastung durch diese Metalle zu untersuchen, kann eine Vollblutmineralanalyse durchgeführt werden. Diese zeigt, welche toxischen Metalle sich aktuell im Blut und in den Geweben befinden und wie sie den Körper beeinflussen könnten.

Toxische Metalle können im Körper erhebliche Probleme verursachen. Sie konkurrieren mit wichtigen Mineralien um Plätze an Enzymen – das sind Proteine, die chemische Reaktionen im Körper steuern. Wenn toxische Metalle wie Blei oder Quecksilber diese Plätze besetzen, können die Enzyme nicht mehr richtig arbeiten, was zu Störungen im Stoffwechsel führt. Außerdem verursachen diese Metalle oxidativen Stress. Das bedeutet, dass sie schädliche Moleküle, sogenannte freie Radikale, erzeugen, die Zellen und Gewebe beschädigen können. Studien zeigen diese Effekte deutlich:

    • Blei beeinträchtigt die kognitive Entwicklung bei Kindern, wie Lanphear et al. (2005) in einer umfassenden Untersuchung nachweisen konnten. Kommt aus alten Farben, Bleirohren und kontaminiertem Boden (Lanphear et al., 2005).
    • Quecksilber kann neurologische Schäden verursachen, wie das historische Beispiel der Minamata-Krankheit in Japan zeigt, untersucht von Harada (1995). Stammt vor allem aus Zahnfüllungen (Amalgam) und Fischkonsum (Bernhoft, 2012).
    • Aluminium steht im Verdacht, mit neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer in Verbindung zu stehen, obwohl dies umstritten ist (Mirza et al., 2017). Findet sich in Lebensmittelzusätzen, Kochgeschirr und anderen Produkten (Mirza et al., 2017).

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Gefahren auch bei „normalen“ Werten

Selbst wenn die Metallwerte im Blut innerhalb des „normalen“ Bereichs liegen, sind sie nicht automatisch sicher. Der „normale“ Bereich basiert oft auf Durchschnittswerten der Bevölkerung und nicht darauf, was für die Gesundheit optimal ist. Zudem können die negativen Effekte mehrerer toxischer Metalle zusammen schlimmer sein als erwartet. Dies wird als synergistischer Effekt bezeichnet: Die kombinierte Wirkung von Metallen wie Blei und Kadmium kann die Toxizität verstärken, wie Chen et al. (2020) in ihrer Studie zeigen.

„Umweltgifte werden innerhalb bestimmter Grenzwerte als risikolos oder auch als risikobehaftet eingestuft. Dabei ist das Messkriterium die Akutgefährdung mit akuter oder innerhalb weniger Jahre reproduzierbarer Erkrankung, die dieser Substanz zugeordnet werden kann.“

Dr. med Dirk Wiechert, Newsletter vom 21.12.2013

Unterschiedliche Reaktionen des Körpers

Nicht jeder Mensch reagiert gleich auf diese Schadstoffe. Manche zeigen keine Symptome, während andere schwer erkranken. Diese Unterschiede hängen von Faktoren wie Genetik, allgemeinem Gesundheitszustand und der Fähigkeit des Körpers ab, die Metalle auszuscheiden. Martinez et al. (2019) fanden heraus, dass genetische Unterschiede beeinflussen, wie gut der Körper mit der Entgiftung toxischer Metalle zurechtkommt.

Die wichtige Frage ist, wie der Körper mit diesen Belastungen umgeht. Manche Menschen zeigen keine Symptome, während andere stark beeinträchtigt werden oder sogar schwer erkranken:

  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Neurologische Störungen
  • Anämie
  • Gicht
  • Hautstörungen
  • Allergien und Autoimmunerkrankungen
  • Störungen der Darmflora
  • Chronische Erschöpfung
  • Immunschwäche, Infektanfälligkeit
  • Unfruchtbarkeit

Patientenfälle zur Chelattherapie

Sehen Sie sich die folgenden Videos an, um aufschlussreiche Patientenbeispiele zu entdecken, die mit einer Schwermetallbelastung zu kämpfen hatten und durch die Chelattherapie erfolgreich unterstützt werden konnten.

Essentielle und toxische Metalle

Physiologische Bedeutung essentieller Metalle

Für eine optimale Stoffwechselfunktion sind essentielle Metalle unerlässlich. Dazu zählen Zink, Kupfer, Eisen, Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium, Mangan, Selen, Bor, Molybdän und Chrom. Diese Elemente sind in präzise abgestimmten Mengen für zahlreiche biochemische Prozesse notwendig. Eisen etwa ist essenziell für die Hämoglobinproduktion und den Sauerstofftransport, doch eine Überladung kann oxidativen Stress auslösen, Entzündungen fördern und Schmerzsyndrome verursachen, wie Studien zeigen (Forschung zu Eisenüberladung und Entzündung). Die Toxizität hängt stets von der Dosis ab – ein Ungleichgewicht kann die physiologische Funktion erheblich beeinträchtigen.

Toxizität toxischer Metalle

Im Gegensatz dazu gelten Metalle wie Cadmium, Aluminium, Blei, Palladium, Quecksilber und Arsen als in jeder Dosis potenziell schädlich. Ihre Toxizität entsteht durch die Verdrängung essentieller Metalle in Stoffwechselprozessen. Bildlich gesprochen wird ein stabiles „Haus aus Stein“ (z. B. mit Zink oder Eisen) durch ein fragiles „Haus aus Sand“ ersetzt, was die metabolische Integrität untergräbt. Darüber hinaus fördern toxische Metalle die Bildung freier Sauerstoffradikale, die Alterungsprozesse beschleunigen und Gewebe schädigen (Studie zu oxidativem Stress durch Schwermetalle). Dies führt zu verminderter Leistungsfähigkeit und erhöhter Belastung des Organismus.

Individuelle Anfälligkeit

Ob toxische Metalle zu Erkrankungen führen, hängt von der individuellen Entgiftungskapazität und Stoffwechselstabilität ab. Durch Laboranalysen lassen sich Entgiftungsleistung und Stoffwechselblockaden präzise bestimmen, um ein maßgeschneidertes Therapiekonzept zu entwickeln. Studien belegen den Zusammenhang zwischen gestörter Entgiftung und Schwermetallbelastung (Untersuchung zu Entgiftungsmechanismen).

 

Erklärvideos zu Quecksilber

Entdecken Sie unsere Videoreihe rund um das Thema Quecksilber – von den Quellen der Belastung bis hin zu den gesundheitlichen Folgen.

Erfahren Sie, wie Quecksilber den Körper beeinflussen kann, welche Rolle Amalgamfüllungen spielen und warum Sauerstoffradikale eine zentrale Rolle bei der Toxizität haben. Zudem beleuchten wir die Risiken einer Quecksilberbelastung in der Schwangerschaft und zeigen mögliche Wege zur Entgiftung auf.

„Bei der Fragestellung der Belastung mit Toxischen Metallen sehe ich in der Vollblutmineralanalyse den sogenannten tagesaktuellen Sand im Getriebe, aber die eigentliche Belastung liegt im zellulären Depot, das man mit der Chelattherapie angehen kann.“

Dr. med Dirk Wiechert, Newsletter vom 10.12.2022

Die Ursachen für eine eingeschränkte Entgiftung

Entgiftungsprozesse und Belastungsquellen

Bei erhöhter Schwermetallbelastung müssen zwei Fragen geklärt werden: Warum entgiftet der Körper diese nicht selbst, und wie gelangen sie in solch hohen Mengen in den Organismus?

Die erste Frage zielt auf die Stoffwechselfunktion und natürlichen Entgiftungsprozesse ab. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Bewegung bilden die Basis für eine effektive Entgiftung. Bei anhaltender Belastung sind jedoch gezielte Laboruntersuchungen erforderlich, um Entgiftungsdefizite und Nährstoffmängel zu identifizieren. Quecksilber etwa bindet Selen, ein essenzielles Mineral, und beeinträchtigt so die Glutathionbildung – ein zentraler Mechanismus der Zellentgiftung. Dies kann Knorpelabbau, Herzrhythmusstörungen, prooxidative Prozesse und Mitochondriendysfunktion fördern (Studie zu Quecksilber und Selen).

Blei findet sich in Trinkwasserleitungen, Waldpilzen, Innereien, Muscheln, Wild, Munition, Staub, Zigarettenrauch, Batterien, Keramikgeschirr und Mineraldüngern. Es stört die Hämoglobinsynthese, hemmt die Entgiftung, verdrängt Kalzium und lagert sich in Knochen und Zähnen ab. Zudem beeinträchtigt es die Eisen- und Zinkverwertung, kann Allergien auslösen und den Antioxidantienspiegel senken (Studie zu Bleiexposition).

Analyse der Belastungsquellen

Eine detaillierte Untersuchung der Lebensgewohnheiten ist essenziell, um Belastungsquellen wie alte Wasserleitungen zu identifizieren, die langfristig Osteoporose, Depressionen oder neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer begünstigen können (Studie zu Blei und neurodegenerativen Erkrankungen). In Zusammenarbeit mit dem Labor Micro Trace Minerals analysiere ich Urin und Stuhl unter Berücksichtigung von Ernährung, Lebensbedingungen und Metallausleitungsverfahren, um toxische Belastungen exakt zu quantifizieren.

 

„Metalle wie Arsen, Chrom, Cobalt Blei und Cadmium sowie ein Zu Viel an Eisen erhöhen die Bildung freier Radikale und damit auch den oxidativen Stress. Daher messe ich die Antioxidative Kapazität und die Zellwand- (Lipidperoxidation) und Zellkernschäden (8-OH-Desoxyguanosin.“

Dr. med Dirk Wiechert, Newsletter vom 25.05.2019

Therapie mit Chelatbildnern

Zur Behandlung einer Schwermetallbelastung wird ein Therapieplan basierend auf Laborbefunden erstellt. Dieser umfasst:

    • Ausgleich von Nährstoffmängeln: Essenziell für die Metallausleitung, z. B. Zink oder Selen.
    • Säure-Basen-Regulation: Fördert die Ausscheidung über die Nieren.
    • Einsatz von Chelatmitteln: Mögliche Substanzen sind DMPS, DMSA, Ca-Na-EDTA, Na-EDTA, Zn-DTPA und Natriumthiosulfat. Die Wahl richtet sich nach Belastungsart, Elektrolythaushalt und Patientenzustand (Studie zur Chelattherapie).

Unterstützende Maßnahmen

Infusionen mit Natriumhydrogencarbonat verbessern durch ihren basischen Effekt die renale Ausscheidung. Ein saurer Urin-pH kann die Chelatbindung lösen und die Nieren schädigen. Zur Steigerung der Wirksamkeit und Reduktion von Nebenwirkungen bei DMPS- und DMSA-Therapien setze ich α-Liponsäure ein, die Schwermetalle bindet und antioxidativ wirkt. Acetylcystein-Injektionen ergänzen die Therapie, da Cystein als Glutathionbaustein schnell verbraucht wird. Eine fraktionierte Gabe der Chelatmittel minimiert Nebenwirkungen im Vergleich zu kurzen Injektionen (Studie zu α-Liponsäure und Schwermetallen).

    Mikrostromtherapie

    Praxisinterne Beobachtungen zeigen, dass Mikrostrom die Metallausleitung um einen Faktor von 0,7 bis 7 steigert. Diese Methode wird mittels eines speziellen Medizinproduktgeräts standardmäßig eingesetzt, obwohl weitere Studien zur Validierung ausstehen.

    Erklärvideo zur Chelattherapie

    Sehen Sie sich dieses Video an, um mehr über die Chelattherapie zu erfahren – verständlich erklärt von Dr. med. Dirk Wiechert, von der Wirkweise bis hin zum genauen Ablauf der Behandlung.

    Kontraindikationen

    Absolute Kontraindikationen

      • Tubuläre Nierenschäden
      • Hämorrhagische Diathesen
      • Kalziummangel (Hypoparathyreoidismus)
      • Schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z. B. Herzinfarkt < 3 Monate)
      • Allergien gegen Chelatmittel

    Relative Kontraindikationen

    Hier ist eine Einzelfallentscheidung basierend auf Untersuchungsergebnissen erforderlich.

    „Zusammenfassend erkennen wir also, dass die potentiell toxischen Metalle  insbesondere auch in der chronischen Akkumulation an einer Vielzahl unserer Erkrankungen beteiligt sind und potenzierend wirken können.
    Wir können ihnen nicht völlig entkommen, aber man kann sie mit der Metallausleitung aus den Depots reduzieren, sofern denn die essentiellen Mineralstoffe und Spurenelemente auch ausgeglichen werden und das Ausleitungsverfahren entsprechend vorsichtig erfolgt, damit es einem hinterher nicht schlechter geht als vor der Ausleitung.“

    Dr. med Dirk Wiechert, Newsletter vom 08.10.2023

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