Diabetes mellitus mit metabolischen Risikofaktoren? Dann müssen Sie sich mehr bewegen und Gewicht reduzieren! Das stimmt aber nicht für jeden Patienten!

von | 4. Juli 2015 | Publikationen

Die Anzahl dieser Non-Responder bei der Sporttherapie liegt zwischen 10 und 40%. Hier tritt die Erwartung, das die Insulinresistenzminderung, die Senkung des Blutzuckers und die Verringerung des viszeralen Fettes durch Sport erreicht wird, nicht ein. Bisher hat man diese Non-Responder nicht ausreichend beachtet oder Ihnen unterstellt, dass Sie die Empfehlungen nicht umgesetzt hätten. Nun hat die Studie (Sekundäranalyse der PREPARE-Studie 2011) ergeben, dass etwa 10 % der Teilnehmer durch das Sportprogramm schlechtere Werte als vor der Studie hatten. Man vermutete als Ursache eine geringe Insulinsekretion, aber auch genetische Faktoren wie mitochondriale Dysfunktionen auf muskulärer Ebene, die die Wirkung des Insulins vermindern. Das ein Diabetes mellitus  und eine Insulinresistenz mitochondriale Dysfunktionen sind, ist ja schon länger bekannt. Ja, die pharmazeutische Zeitung schreibt dazu sogar bereits: "Vergessen Sie alles, was Sie in der Schule gelernt haben ! 
Diese mitochondrialen Dysfunktionen verstärken sich unter einer silent inflammation, wie sie bei Übergewicht und Diabetes mellitus mit erhöhten Insulin- und Blutzuckerwerten und nachfolgend erhöhten AGE's (advanced glycosylation endproducts) mit der Wirkung freier Radikale gegeben sind.  Was die Uni Frankfurt hier in Bezug auf die Mitochondrienfunktion für den natürlichen Zelltod, die Apoptose, schreibt, bestätigt die theoretische Grundlage der Cellsymbiosistherapie!

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