Gesundheitsnewsletter vom 7.9.2014

von | 7. September 2014

Gesundheitsnewsletter in den Sommerferien, nächste Woche sind sie zu Ende!

In den letzten Wochen habe ich eine Reihe positiver Therapieerfahrungen in der Kombination der Sanakin- Oxyvenierungs- und Lasertherapie bei Schmerzsyndromen lokaler und generalisierter Art gemacht. Bei den generalisierten Fällen gehört dann auch die Chelattherapie und der Ausgleich von laborermittelten Mängeln dazu.

Titan kommt nicht nur in der Zahnmedizin, sondern auch in orthopädischen Implantaten zur Versteifung von Wirbelkörpern oder in Prothesen vor. Ob sich hierauf eine immunologische Reaktion zeigt, lässt sich mit dem LTT Stimulationstest auf Titan ermitteln. Dieser erfasst die Zytokinreaktion der Gewebemakrophagen nach Kontakt mit Titanoxid. Gemessen werden TNFa und IL1beta. Gegen IL1 kann man sehr gut mit der Il-1-Rezeptoranatgonisten-Therapie, der Sanakintherapie, vorgehen! Schaltet man dieser Therapie die Oxyvenierung mit 10 Sitzungen voraus, so zeigen meine Laborkontrollen einen deutlichen Anstieg der T-Regulatorzellen und einen Abfall von Neopterin (Abbauprodukt von Interferon y = Leitzytokin der TH-1-Antwort) und des ECP (eosinophiles kationisches Protein, ein Messparameter für die Zellschädigung durch eosinophile Granulozyten, eher TH2-Antwort). Der Blutlaser lässt sich auch interstitiell, also im Gewebe und auch intrartikulär, also im Gelenk, zur Anwendung bringen und kann über seine Lichtinformation , die sich in dem in das Gewebe eingebrachten körpereigenen IL-1-Rezeptorantagonisten-Medium bricht, die Wirkung auf die Mitochondrien im Umgebungsgewebe verstärken. Die Wirkung des blauen Lichtes bei 400 nm hat seine Wirkung speziell auf den NADH-Dehydrogenasekomplex am Schritt 1 der Atmungskette in den Mitochondrien, aber es hat auch keimabtötende und schmerzlindernde Wirkung, das rote und infrarote Licht zwischen 630 und 900 nm wirkt auf die Cytochrom-C-Oxydasekomplexe zwischen Schritt 3 und 4 der Atmungskette sowie die ATP-Produktion über Schritt IV der Atmungskette, es steigert die Fibroblastenaktivität und die Wundheilung und es soll die IL-1-Wirkung reduzieren, während der grüne Laser mit 532 nm die Verfügbarkeit des Sauerstoffs durch ein Lösen des an Zellwänden klebenden Hämoglobins, durch Steigerung der Na-K-ATPase der roten Blutkörperchen und durch Stimulation der Cytochrome-C-Reduktase am Schritt 3 der Atmungskette wirkt.


Die Themen:

  • Omega-3-Fettsäuren schützen vor Makuladegeneration

  • Schon bei prädiabetischer Stoffwechsellage und Insulinresistenz leiden Blutgefäße und Nerven

  • Grippeimpfung

  • Kaliummangel und wie sieht es mit dem Magnesium aus?

  • Neuer Test aus dem Urin zur Abklärung ob ein Thrombose vorliegt

  • Leaky Gut Syndrom und seine Folgen durch Alkoholexcess?


Omega-3-Fettsäuren schützen vor Makuladegeneration

Die Medical Tribune (49. Jahrg., Nr. 35, 29.August 2014) berichtet aus einer Pressemitteilung der Harvard Medical School über die Versuche einer Augenforschergruppe um Dr. Kip Connor in Boston, die Mäuse mit drei verschiedenen Diäten fütterten  und schon nach zwei Wochen mittels Laserbehandlung eine Blutgefäßneubildung im Auge in Gang setzten. Mit dieser Gefäßneubildung gehen auch Leckagen der Blutgefäße einher, die aber in der Gruppe, der mit reichlich Omega-3-Fettsäure gefütterten Mäuse, deutlich geringer ausfiel. Die Fettsäureanalyse zeigte dann einen besonders hohen Anteil an EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docohexaensäure). Da die Gefäßneubildung hier mit einem nahezu nebenwirkungsfreien Nahrungsmittel so deutlich zu beeinflussen ist, sehen die Forscher ein großes therapeutisches Potential für diese Fettsäuren.
Diese Fettsäuren mussten die Tiere aus der Alpha-Linolensäure selbst aufbauen. Der Mensch kann dieses zu maximal 10 % und müsste daher diese tierische Form der Omega-3-Fettsäure ergänzen. Die Eicosanoide sind die Grundlage für die Bildung körpereigener Prostaglandine, die für ganz viele Stoffwechselprozesse notwendig sind. Die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger, die Oxyvenierung, begründet einen Großteil ihrer Wirkung auf ihren Einfluss auf die Prostaglandinbildung. Daher untersuche ich regelmäßig den Fettsäurestatus der Patienten, so dass im Allgemeinen sowieso, aber für die Makuladegeneration im Besonderen, die Optimalwirkung erzielt werden soll. Bei der Makuladegeneration handelt es sich um eine häufigste Ursache der Erblindung im Alter in den Industriestaaten. Öffnet externen Link in neuem FensterErklärungen zur Ursache liefert der Link.


Schon bei prädiabetischer Stoffwechsellage und Insulinresistenz leiden Blutgefäße und Nerven

Eine Neuropathie findet sich nicht nur an den peripheren Nerven, so dass man Gefühlsstörungen, eingeschränktes Kälte-Wärmeempfinden, weniger Sensitivät erfährt oder sogar brennnende Füße und trockene Haut bekommen kann, sondern erhöhte Zuckerwerte belasten auch die Augen, das Gehirn und eigentlich alle Organe. Eine besondere Schädigung zeigt sich bei dem autonomen vegatativen Nervensystem, das mit der Herzratenvarianzanalyse zu erfassen ist. Man spricht dann von der kardialen autonomen diabetischen Neuropathie KADN. Die KORA-Studie wies über ein Zeitfenster von neun Jahren nach, dass das Risiko an dieser Beeinträchtigung der Herzregulation zu sterben, sich um 58 Prozent erhöhte. Somit sollte im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung nicht nur nach dem Blutzucker und Langzeitblutzucker, sondern auch nach der Insulinrezeptorresistenz geschaut werden. Beeinträchtigungen lassen sich durch Ernährungumstellung, Gewichtsreduktion, Steigerung der Alltagsaktivität, D-Galaktose, Curcumin, Ingwer, Resveratrol und Medikamente erzielen. Eine weitere Reduktion der stillen Entzündung, der silent inflammation, kann zusätzlich  mit den polyphenolstabilisierten Omega-3-Fettsäuren und der Oxyvenierung erreicht werden. Die Bildung von freien Radikalen, den Advanced Glycation Endproducts, läßt sich mit dem Provitamin B1, dem Benfothiamin, vermindern.Die Untersuchung einer Beeinträchtigung des autonomen vegetativen Nervensystems kann unkompliziert anhand der Herzratenvarianzermittlung mit der VNS-Analyse erfolgen. Liegt eine Unbeeinflussbarkeit durch die Atemübungen vor, so ist von einer anderen Ursache als der Psyche, für diese eingeschränkte Modulationsbreite, auszugehen. Die erhöhten Blutzuckerwerte sind dafür eine mögliche Ursache. Sofern die Herzratenvarianz beeinflussbar ist, liegt die Ursache oft im chronischen Stresslevel, den man beeinflussen kann. Wie gefährlich so ein Stress ist, lässt sich schon allein an der Zunahme der Notarzteinsätze für Herzkreislaufereignisse bei der emotionalen Stresssituation der Fußballweltmeisterschaft ablesen, bei der der Zuschauer selbst ja vom Erfolg oder Mißerfolg der Mannschaft nicht direkt betroffen ist.


Grippeimpfung

Die Grippesaison steht bevor und gibt Anlass mal in den Impfpass zu schauen, was denn so alles aufgefrischt werden sollte. Bei der Entscheidung für eine Grippeimpfung plädiere ich für die Auswahl eines tetravalenten Impfstoffs, da hier alle verdächtigen Virenstämme (A/California/7/2009H1N1; A/Texas/50/2012H3N2; B/Massachusetts/2/2012 aus der Yamagata-Linie ; B/Brisbane/60/2008 der Viktoria-Linie') zum Einsatz kommen. Gemäß einer Pressemitteilung sind diese Impfstoffe jetzt in den Apotheken erhältlich.


Kaliummangel und wie sieht es mit dem Magnesium aus?

Ein zu niedriger Kaliumspiegel liegt bei ca. jedem sechsten Patienten vor, der akut in eine Klinik eingeliefert wird, wie Ärzte der Uniklinik Odense (Am J Med 2014; online, 5. August 2014) herausgefunden haben. Als Ursache werden Entwässerungstabletten, Alkoholkonsum, höheres Alter, weibliches Geschlecht, Krebserkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen benannt. 3,1 Prozent der unterversorgten gegenüber 2,1 Prozent der ausreichend mit Kalium versorgten Akutpatienten verstarben innerhalb der nächsten 7 Tage. Dieser Trend hielt bis zum 30. Tag mit 4,3 % gegenüber 2,6% an. Bei zunehmendem Alter war es unerheblich, ob eine Therapie mit Betablockern oder Entwässerungstabletten bestand. Ein niedriger Kaliumspiegel kann am Herzen die Bereitschaft für Reentry-Rhythmusstörungen erhöhen.  Dazu passt auch, dass ein erhöhter Stresslevel, also die Sympathikusaktivität, ebenfalls zu einer vermehrten Kaliumausscheidung führt. Dieses unterstützt auch die Auswertung der MAGICA- und CAST-Studien, bei denen schon durch einen dreiwöchige Ergänzung mit Kalium und Magnesium eine deutliche Verminderung von Rhythmusstörungen, wie Herzbrennen, Herzrasen Herzstolpern und auftraten.


Neuer Test aus dem Urin zur Abklärung ob ein Thrombose vorliegt

Fibrinopeptid B (FPB) wird bei einer Thrombose freigestzt und findet sich im Urin wieder. Anders als D-Dimere, die erst beim Zerfall eines Blutgerinnsels auffällig werden, wird der Urin bereits bei der Bildung positiv. Der Test ist genauso sensitiv wie die D-Dimerbestimmung, aber deutlich spezifischer für die Fragestellung thromboembolischer Ereignisse. In Deutschland ist er aber wohl noch nicht verfügbar.


Leaky Gut Syndrom und seine Folgen durch Alkoholexcess?

Bei einem Alkoholrausch durch schnelle Alkoholanflutung mit einem Alkoholpegel von mehr als 0,8 Promille innerhalb einer Stunde werden im Blut mehr Bakteriengifte gefunden als bei moderatem Alkoholgenuss. Dadurch kam es zu einem schnellen Anstieg von Entzündungsmarkern wie TNFa und IL-6 und MCP-1 im Blut. Somit zeigt sich hier neben Sport im aneroben Bereich (z.B. 400 m Sprint) eine weitere Ursache für ein Durchlässigkeitssyndrom des Darms, das Auftreten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Entzündungen. Leihimmunitäten, wie sie durch Colostrum gegeben werden, können ein Leaky Gut Syndrom abmildern.


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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