Gesundheitsnewsletter vom 5.2.2017

von | 5. Februar 2017

Gesundheitsnewsletter vom 05.02.2017

Die Themen:

  • Voller HIV und dennoch ein intaktes Immunsystem, also kein Aids.

  • Strahlentherapie führt zu sekundärem Krebs – eigentlich nicht neu, aber jetzt wird darüber berichtet.

  • Paracetamol zerstört die Tight junctions der Leber, quasi ein Leaky-Liver Syndrom

  • Wie funktioniert die DNA-Reparatur? Neue Forschungsergebnisse erfordern Anpassung der Lehrmeinung.

  • Macht Testosteron wirklich aggressiv? Bei Frauen offensichtlich nicht.

  • Zoeliakie durch Virunsinfektionen?

  • Impfungen sollten besser am Nachmittag erfolgen

  • Resistente Stärke ist gut für den Dickdarm und die gesunde Darmflora

  • Was ist eigentlich mit Natrium, Kalium und Chlorid?

  • Glucosinolate gelten als krebshemmend

  • Hämoglobin-Stuhltest in Kombination mit einem negativen fäkalen Calprotectin

  • Neue Erkenntnisse bei der Blutdruckregulation


Voller HIV und dennoch ein intaktes Immunsystem, also kein Aids.

Genau das haben Forscher des Max von Pettenkofer-Institut der Universität München und der University of Oxford an 170 HIV-positiven Kindern aus Südafrika festgestellt. Diese Kinder können Anitkörper bilden, die es Ihnen ermöglichen mit dieser Krankheit unbeschadet zu leben. Allerdings werden sie wohl trotzdem als Überträger des Virus für Ihre Partner gefährlich sein. Nun geht es darum, heraus zu finden, warum das Immunsystem dieser Kinder Antikörper gegen HIV bilden kann. Die Werbung in dem Link ist so störend, dass man den Text kopieren und dann im Editor lesen muss.


Strahlentherapie führt zu sekundärem Krebs – eigentlich nicht neu, aber jetzt wird darüber berichtet.

Wasch mich, aber mach mich nicht nass! Das wäre schön. Wenn man krebskrank ist, muss man handeln, um die Situation zu verändern. Da Krebs aber eine chronische Krankheit und nicht etwa ein Notfall ist, muss man sich überlegen, wie man das macht, denn sonst erkauft man sich den schnellen Erfolg mit Folgeerkrankungen. Strahlentherapie, Radiochirurgie, sind gute Methoden, um mit geringem Kollateralschaden eine gute Wirkung zu erzielen. Ein gute Präanalytik, in diesem Fall geht es ja um Prostatakrebs, ist notwendig, z.B.: Ga-68-PSMA PET/CT bindet das prostataspezifische Membran-Antigen (PSMA) das dadurch im Körper des Patienten sichtbar gemacht wird.  Bei PSMA handelt es sich um ein Eiweiß, das auf der Zelloberfläche von Prostatakrebszellen vermehrt vorhanden ist. Diese Methode wird auch in Bremen angewendet. Bevor ich mich zu einer Probebiopsie entschlösse, würde ich diese Voruntersuchung wählen. Die Wirkung bei metastasiertem Prostatakrebs ist nicht 100 %.
 Eine  weitere Möglichkeit der Darstellung von Prostatazellen im PET-MRT ist die Erkenntnis, dass diese Duftrezeptoren für Maiglöckchen haben. Mit Gd- und Fluoreszenz-Kontrastmitteln, welche Liganden des Maiglöckchenduftrezeptors enthielten, konnten so Prostatakarzinomzellen dargestellt werden. Prostatazellen haben auch den Cholecystokinin-A-Rezeptor stark ausgeprägt, so dass man auch mit Kopplungen des Kontrastmittels an solche Rezeptoren die Krebszellen gut darstellen kann.
Weitere Neuerungen!


Paracetamol zerstört die Tight junctions der Leber, quasi ein Leaky-Liver Syndrom

Warum man sich immer überlegen sollte, wann man seinem Körper was zumutet – zur Beantwortung dieser Frage könnte dieser Beitrag über Paracetamol und die Zerstörung der Zellverbindungen der Leberzellen beitragen.


Wie funktioniert die DNA-Reparatur? Neue Forschungsergebnisse erfordern Anpassung der Lehrmeinung.

Bei der schnellen DNA-Verdopplung entstehen Fehler, die zum Zelltod, zu Informationsverlust oder zu Krebs führen können. Aus Tochterzellen können später Matritzen der richtigen DNA-Sequenz kopiert und für die Reparatur genutzt werden. Bei nicht teilungsfähigen Zellen geht das aber auch, nur wo liegt bei denen die Sicherungskopie. Daran wird noch geforscht, aber vorerst reicht doch das Wissen, dass in jeder Zelle die Information für den Normalbetrieb vorhanden ist, sie muss nur aktiviert werden. Aber wie? Bis wir mehr wissen, würde ich immer so vorgehen, dass ich nach Therapieerfolgshindernissen suche, die ich dann zu beseitigen versuchte.


Macht Testosteron wirklich aggressiv? Bei Frauen offensichtlich nicht.

Testosteron mindert den Stress in den Mandelkernen. Weniger Unsicherheit, weniger Stress, weniger Angst, weniger unnötige Aggressivität – würde ich es einmal zusammenfassen.


Zoeliakie durch Virunsinfektionen?

Dieser Frage gingen Gastroenterologen aus Österreich in Chicago nach und fanden den Zusammenhang zu Infektionen mit Noro-, Rota- und Reoviren. Bei einer Erkrankung reagiert der Körper mit Appetitlosigkeit, weil dann die Reparaturenzyme aktiviert werden. Akzeptiert man das nicht und ißt trotzdem, dann kann es bei dem infektiösen Leaky-Gut Syndrom zu einer Sensibiliserung auf die Nahrung kommen, in diesem Fall auf Gluten und Gliadin. Ich behaupte, dass das bei anderen Ursachen eines Leaky-Gut Syndroms, z.B. dem Leistungssport mit Umverteilung der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung auf die Muskeln zu Lasten des Magen-Darm-Traktes genauso ist. Daher rühren meines Erachtens nicht wenige Unverträglichkeiten und Leistungseinbrüche der Sportler. Andere Substanzen, wie Emulgatoren á la Polysobat 80 oder Carboxymethylcellulose, aber auch Gifte wie Alkohol, sind da aus meiner Sicht nicht minder verdächtig.


Impfungen sollten besser am Nachmittag erfolgen

Denn in der Nacht werden die meisten Zytokine gebildet und der Reiz am Nachmittag führt zu besseren Impferfolgen. Ist die circadiane Rhythmik aus der Spur, wie z.B. bei der Schichtarbeit, sieht das dann wohl schon wieder anders aus.
In dem Artikel wird auch auf die Bedeutung dieser Erkenntnis bei Autoimmunerkrankungen hingewiesen.
Therapien von Rheuma oder MS oder anderen Autoimmunerkrankungen am Nachmittag müssten dann auch zu weniger Beschwerden am Morgen führen.


Resistente Stärke ist gut für den Dickdarm und die gesunde Darmflora

Eine nicht neue Erkenntnis, die Mustermischung Dr. Wiechert ist längst von Folgeprodukten ersetzt worden, aber als sie erstellt wurde, gab es keine Alternative. Nun wird über die resistente Stärke berichtet und es werden auch natürliche Quellen in der Nahrung beschrieben. Doch lesen Sie selbst.


Was ist eigentlich mit Natrium, Kalium und Chlorid?

Die DGE hat neue Empfehlungen herausgegeben, die sich nun an Alter und Geschlecht und Begleiterkrankungen orientieren. Im Lancet wurden dazu vier Studien gesichtet. Um hier individualmedizinisch zu einem Ergebnis zu kommen, müsste man die NaCl-Ausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin ermitteln.


Glucosinolate gelten als krebshemmend

Brokkoli gilt als ein starker Vertreter der glucosinolathaltigen Gemüse, aber der Grünkohl kann ihn dabei noch übertreffen. Allerdings schwanken die Mengen der einzelnen Sorten extrem und leider wird der Gehalt auch nicht ausgewiesen. Immerhin bemüht man sich, die Gene der guten Sorten zu erhalten und zu züchten, denn sie schützen vor den gefräßigen Raupen. Der Mensch macht aus den Glucosinolaten Senföle, die nicht nur vor Krebs, sondern auch vor bakteriellen und Virunsinfekten schützen. Früher nannte man die Glucosinolate auch Vitamin U. Patienten mit Gicht und Schilddrüsenunterfunktion müssen diese Werte bei Kohlkonsum besonders genau kontrollieren.
Zerkleinern der Gemüse aktiviert das Enzym ß-Thioglucosidase wodurch weitere Produkte entstehen, die für den Menschen nützlich sind. Kohl roh zu essen, also zerkleinert, mit Salz, Pfeffer, Öl und Essig angemacht ist sehr gesund. Das Erhitzen der Gemüse vermindert diesen Gesundheitsaspekt. Der Grünkohl der Grünkohlwanderung ist gut für die Psyche und für die Geselligkeit, aber weniger für die Versorgung mit Glucosinolaten geeignet.


Hämoglobin-Stuhltest in Kombination mit einem negativen fäkalen Calprotectin

Die Kombination aus einem negativen quantitativen Hämoglobin-Stuhltest in Kombination mit einem negativen fäkalen Calprotectin schließt eine relevante Erkrankung des Dickdarms zu 100 % aus, sagt Prof. Dr. med. Hermann Sebastian Füeßl. Man könne sich die Koloskopie zur Krebsvorsorge dann eigentlich sparen, ist seine Schlußfolgerung. Er bezieht sich dabei auf diese Studie. Meine Patienten können sich seit mindestens 10 Jahren darauf verlassen, dass sie genau diese Kombination plus M2PK im Stuhl auch bekommen haben.


Neue Erkenntnisse bei der Blutdruckregulation

Das ACE, Angiotensin-Converting-Enzyme, wandelt das Angiotensin 1 in Angiotensin 2 und erhöht damit den Blutdruck. Eine Studie hat nun sogar mit einem Zwillingsanteil von 46 Paaren, gezeigt, dass eine fettreiche Ernährung über sechs Wochen zu einem vermehrten Anstieg des ACE führt. Ob auch die Ausgangssubstanz des Angiotensin 1, das Angiotensinogen und das Renin ansteigen, wird nicht berichtet, wohl aber, dass der systolische Blutdruck um 9 mmHg ansteigt. Träger eines besonderen ACEGens sind besonders, nämlich doppelt so stark, gefährdet. Es wird hier für den Gennachweis eine ähnliche Bedeutung wie bei dem LDL-Cholesterin gesehen. Somit wird eine zunehmend personalisierte Medizin empfohlen, was mich ausgesprochen freut und von mir voll und ganz unterstützt wird.
Weitere interessante Fragen wären die nach den D-Dimeren, dem Hämatokrit, der Trinkmenge, der Menge des gegessenen Kaliums oder auch Magnesiums, des Vitamin D und der Zusammensetzung der Fette und deren Gewürzmischungen. Individualmedizinisch dann auch noch nach Arginin und ADMA, Castein, Carnitin, Vitamin C, E und B, CoQ10, antioxidativer Kapazität und oxidativer Belastung, Homocystein etc. geschaut werden.
Was machen wir nun mit dieser Erkenntnis?
Menschen mit zu niedrigem Blutdruck
sollten ein bisschen mehr Fett essen und die mit einem zu hohen Blutdruck sollten weniger Fett, beide dafür aber die essentiellen Fettsäuren essen, denn von denen sind viele gesunde Aspekte auf das Herzkreislaufsystem bekannt und in Studien belegt. Außerdem sollte ein möglicherweise vorliegendes Übergewicht korrigiert werden.

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