Wichtige Informationen zu Vitamin D durch Studien belegt. Warum ist die tägliche Vitamin-D-Einnahme so wichtig?

von | 10. Juni 2018 | Publikationen

Immer wieder wird behauptet, dass wir in Deutschland oder Westeuropa eine ausreichende oder sogar gute Versorgung mit Vitalstoffen haben. 89,2% der deutschen Bevölkerung hatte 1998 einen Vitamin-D-Mangel. Dieses Problem nahm bis zur nächsten Kontolle in 2008 deutlich zu. Anerkannte Institute, wie das Robert-Koch-Institut, haben solche Ergebnisse ermittelt und international, aber leider nicht in der hiesigen jedem zugänglichen Presse, veröffentlicht. Lesen Sie weiter unten, welche interessante Ergebnisse es gibt!
Wie sieht die Versorgungslage in Deutschland im Jahr 1998 zu unterschiedlichen Jahreszeiten aus? In dieser Studie des RKI mit Teilnehmern ab 18 Jahren waren 6% der Frauen und 1% der Männer mit Vitamin-D ergänzt.
Im Winter sind nach deren Aussage mehr als 50% eindeutig im Mangel.  Schaut man aber auf die verwendeten Einheiten, nämlich nmol/l, dann muss man mindestens 75 nmol/l haben, um die 30 ng/ml als unterste Stufe der Optimalversorgung zu erreichen. Interpretiert man die Ergebnisse anhand dieses Wertes, befinden sich über das Jahr 1998 hinweg 89,2% der deutschen Bevölkerung im Vitamin-D-Mangel. Da darf man sich bei der hiesigen Depressions- oder Prädepressionsrate doch nur an den Kopf fassen. Warum wird das nicht konsequent untersucht und therapiert? Egal – ich mache das bereits seit Jahren.
Naja, immerhin wurde erneut kontrolliert und 2008 hatte der Mangel gegenüber 1998 bei den Frauen um 25% und bei den Männern um 30 % zugenommen.
Es ist aber eigentlich ein europäisches Problem!

Wie sieht die Versorgung der Schulkinder aus?
Die AKH, also Uni Wien, hat die Wiener Schulkinder im Alter von 11-14 Jahren im September/Oktober 2013 auf die Vitamin-D-Werte > 30 ng/ml untersucht. Natürlicherweise sollten zu dieser Jahreszeit die Jahreshöchstwerte gemessen werden. Einen Wert von > 30 ng/ml erreichten nur 9,4% der Schulkinder. Dann dürfen die Eltern bei schlechten Noten auch nicht meckern, zumal denen sicherlich auch noch die essentiellen Fettsäuren mangelten. Die Studie wies auch Vitamin-B12-Mängel in 17,98% der Fälle und Eisenmangel in 40% der Fälle auf. Ohne Vitamin B12 gibt es keine vernünftige Zellteilung und Hirnfunktion oder normale Homocysteinwerte. Ohne Eisen gibt es auch Veränderungen bei Zink, Enzymfunktionen, Sauerstoffaufnahmekapazität der Mitochondrien etc. Den Kindern wird die Chance auf eine normale Entwicklung verwehrt.

Melanome sind Hautkrebs.
Sonneneinstrahlung gilt als Ursache. Eine 20-jährige Verlaufsstudie aus Schweden zeigt, dass die Todesrate in der Gruppe der Sonnenvermeider doppelt so groß ist, wie bei den Sonnenanbetern. Diese Todesfallrate entspricht der Häufigkeit der Todesfolge durch das Rauchen. Dennoch sollten man sich nicht den Pelz verbrennen und die Sonne dosieren. Mutwillige Hautschäden sind zu unterlassen.

Die tägliche Ergänzung des Vitamin D führt zu besseren Ergebnissen, als die intervallmässige Gabe, also 1x/Woche oder seltener, weil die Leber sich innerhalb von 24 Stunden den größten Teil davon wegschnappt und andere Zellen dadurch leer ausgehen.

Vitamin-D und die Knochenmetastasierung bei Brustkrebs sowie die Überlebensrate, doppelblind, randomisiert ermittelt.
Nur wenn die Reparatursysteme auch gut mit den notwendigen Kofaktoren bestückt werden, können sie auch verlässlich arbeiten. Studien zeigen eine 70-prozentige Senkung der Brustkrebswahrscheinlichkeit. Eine Studie über 10 Jahre nach Brustkrebs zeigt, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel das Risiko einer Metastasierung gegenüber einer Optimalversorgung mit Vitamin D um 94% und die Todesfallrate um 78% erhöht. Vitamin D wirkt also auch auf Metastasen. In der Azur-Studie, die von der Pharmaindustrie durchgeführt wurde, konnte man zeigen, dass Zoledronsäure, ein Bisphosphonat, dass den Knochenstoffwechsel einfriert und somit das Wachstum von Knochenmetastasen unterdrücken soll, dieses nur tut, wenn auch Vitamin D optimiert wird. Es wurde nämlich in einer Subgruppe Vitamin D mitbestimmt und die Frauen mit den niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln waren nach fünf Jahren verstorben und die mit den optimierten Spiegeln konnten an der Nachsorgeuntersuchung nach 5 Jahren noch teilnehmen. Somit auch hier ein Hinweis, dass Vitamin D die Metastasierung hemmt. Von gesunden Spiegeln waren leider nur 10 % der Frauen betroffen. Warum wird das heute noch immer nicht umgesetzt?

Die Nebenwirkungen von Aromatasehemmern in Bezug auf den Knochenverlust nach nur einem Jahr wurde hinsichtlich der Vitamin-D-Spiegel von <30 ng/ml gegenüber 40 ng/ml bestimmt. Der Verlust der Knochenmasse betrug bei dem höheren Vitamin-D-Spiegel nur ein Drittel gegenüber einem Vitamin-D-Wert von <30 ng/ml.

PDF-Vortrag von Prof. Dr. Spitz.

Verwandte Themen

Die Wechselwirkung zwischen Antibiotika und der mitochondrialen Funktion – Minocyclin und Gyrasehemmer.

Mitochondriale Dysfunktionen werden zunehmend erforscht. Bis Sie in den Leitlinien ankommen, wird es noch Jahre dauern. Dennoch lassen sich diese Erkenntnisse schon jetzt für die personalisierte Individualmedizin nutzen, um vorausschauend Schäden zu vermeiden oder zu versuchen die Schäden zu korrigieren.Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf dem Antibiotikum Minocyclin und der Gruppe der Gyrasehemmer und Fluorchinolone, also den Antibiotika wie Ciprofloxacin, Moxifloxacin, Levofloxacin, Oxacillin, Norfloxacin, Enoxacin.Untersuchungen zur mitochondrialen Funktionalität können am Institut MMD, das der Otto von Guericke-Universität angeliedert ist, durchgeführt werden. Wissenschaftlich verantwortlich für diese Untersuchungen ist Frau Prof. Dr. B. König.

mehr lesen

Der Rantes-Wert CLL-5 und die Effektivität von CD-8-T-Lymphozyten auf Tumorzellen hängen eng miteinander zusammen.

Rantes-Wert, Regulated and normal T-Zell expressed and secreted CCL-5. Unter diesen Begriffen kann man zu dieser Thematik recherchieren. Kritiker führen an, dass Prof. Lechner und Dr. von Baehr die nahezu einzigen Autoren seien, die zum Rantes-Wert publizieren und dieses Wissen daher als nicht relevant einstufen. Diesen Kritikern muss man dann aber vorwerfen, dass Sie wohl nicht unter den Synonymen recherchiert haben und sich daher etwas zu weit aus dem Fenster hängen.RANTES = Regulated and normal T-Zell expressed and secreted CCL-5; ein Zytokin.Dieser Artikel erfordert etwas Konzentration, aber die Essentials sind sehr gut aufgearbeitet und jeder sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen, denn fast jeder ist auch davon betroffen! Eine Auflistung einer Literaturrecherche zu Rantes und anderen Erkrankungen finden Sie in dem verlinkten Artikel von Dres. Lechner und v. Baehr. Die Allergie zeigte in 2017 9500 Veröffentlichungen, die Beziehung zu Krebs-Reviews 9410 und zu Rheuma und Gelenkentzündung 7310 Veröffentlichungen. Also kein unwichtiges Thema!

mehr lesen

Antientzündliche Mittel sollten mit Antdepressiva kombiniert werden – Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien.

Die konventionellen Antidepressiva nehmen sich die Neurotransmitter als Angriffspunkt vor und wollen erreichen, dass diese länger an der Nervenverbindung, der Synpse, verbleiben und wirken. Eine anhaltende Remission der schweren Depression wird keineswegs regelmäßig erreicht. In China ging man der Frage sinnvoller Therapieansätze mit einer Metaanalyse randomiserter kontrollierter Studien nach.

mehr lesen