Hat die Psyche Einfluss auf den Krebs?

von | 28. Dezember 2012 | Publikationen

Die Psycho-Neuro-Endokrinologie beschäftigt sich mit dem Einfluss der Psyche auf das Nervensystem und deren Kommunikationsmechanismen, insbesondere den Hormonen. Auch meine Dissertation kommt aus diesem Forschungsbereich. So konnte ich zeigen, dass die Anfänger im Fallschirmsprung sich zwar in den psychometrischen Tests von den erfahrenen Fallschirmspringern unterscheiden, nicht aber in den hormonellen Messparametern und der Herzfrequenz. Da die Erfahrung von mehreren tausend Sprüngen hier also keinen einfluss zeigt, muss die Situationsvariabel des Fallschirmsprungs ein ausreichend großer Stressor sein, um zu so einer Aktivität des neuro (Herzfrequenz)-endokrinen (Hormone) Systems führt. Wenn wir uns negative Einflüsse auf uns vorstellen, sogenannte begrenzende Glaubenssätze, Negativerfahrungen, eingeschränktes Selbstwertgefühl etc., dann wrden wir auch immer wieder solche Botenstoffstürme erleben, die sich auch in Erschöpfungen der Grundbausteine und daraus zu bildenender Botenstoffe, der Leistungsfähigkeit, des Immunsystems etc. führen. Hier sehe ich auch ein besonderes Einsatzgebiet für die Mikroimmuntherapie.
Unter Überschrift "über die Psyche gegen den Krebs" fragt Dr. med. Peter Stiefelhagen in der MMW-Fortschr.Med. Nr. 22/2012 (154.Jg), S. 22
nach neuen Therapieoptionen für Tumorpatienten.
Er greift dabei den Begriff des "tumor microenvirement" auf und erklärt ihn als die Kompartimente, Zellen, Kommunikations- und Versorgungsstrukturen
des Tumors und seiner Umgebung, ohne die das Wachstum und die Ausbreitung bösartiger Zellen nicht möglich wäre. Er beschreibt, dass psychoneuroendokrinologische Studien sich mit den psychischen Einflüssen auf die Tumorumgebung beschäftigen. Dabei werden im Wesentlichen die Stresshormone protokolliert. Bei Brustkrebs hat man festgestellt, dass die Immunreaktionen der T-Lymphozyten und der natürlichen Killerzellen vermindert sind, denn an der Oberfläche dieser Zellen befinden sich Rezeptoren für Stresshormone, deren Ausprägung von dem Ausmaß der Stressbelastung abhängig ist. So spielen Katecholamine bei der Gefäßneubildung, der Metastasierung und den Entzündungsreizen in der Tumorumgebung eine wichtige Rolle.
Man spricht heute von Schaltern der Gefäßneubildung oder der Metastasierung, die durch Katecholamine umgelegt werden können. Negative Emotionen können auch Entzündungsprozesse verstärken. So hat man bei negativ gestressten Probanden erhöhte Interleukin-6-Werte gemessen,
die zur Aktivierung intrazellulärer Signalwege führen. Diesem Botenstoff werden ungünstige Wirkungen innerhalb des Tumorgeschehens nachgesagt. Erhöhte Werte beim Eierstockkrebs korrelieren mit dem Krankheitsfortschritt und der Resistenz gegenüber Chemotherapeutika. Betablocker haben die Gefäßneubildung von Tumoren etwas begrenzen können,
auch beim Brustkrebs gibt es positive Verlaufshinweise.
Weitere  Hinweise findenSie unter folgenden Links:
Kann die Psyche Krebs auslösen ?

Krankheitsverarbeitung, Psyche und Krebsrisiko

Krebs und Psyche in der Allgemeinmedizin
Das Umschalten dieses immunologisch gesteuerten Schalters kann durch regulierende Zytokininformationen der Mikroimmuntherapie zielgerichtet beeinflusst werden. Es entbindet aber nicht von der Korrektur aller anderen Fehlstellungen, sondern hilft die fixierte Umschaltung zurück zu schalten.

Die Untersuchung der Interleukine, der Tumorkillingaktivität der natürlichen Killerzellen und deren Stimulierbarkeit, der Suche eines Mangels an Grundbausteine wie z. B. der Vollblutmineralanalyse, der Lymphozytenstatus, der Möglichkeit einer Schwer- oder Übergangsmetallbelastung gehören bei mir immer in die Grunduntersuchung eines Krebspatienten, der sich an mich wendet. Diese Unteruchung allein setzt Laborkosten von über 1000,- € frei und muss in Teilen auch wiederholt werden.
Die privaten Krankenversicherungen zahlen diese Kosten. Die gesetzlichen Krankenkassen eigentlich auch, aber trotzdem kann mir kaum ein Patient solche Labordaten, erhoben von seinem Arzt auf Kassenkosten, vorlegen.
Wenn man aber nicht nach der Ursache der Krebsentstehung fragt und nur das Symptom behandelt, wird der Patient nicht gesund.
Wer bei einem Herzinfarkt einen Stent oder Bypass bekommt und seine Risikofaktoren nicht managt, wird in absehbarer Zeit erneut eine bedrohliche Blutgefäßverengung am Herzen haben.
Warum wird das bei Krebs ausgeblendet ?
Bei Diabetes gibt es Schulungen.
Bei Bluthochdruck soll man sich bewegen und das Gewicht reduzieren und sich anders ernähren.
Bei Harnsäureerhöhung soll man sich anders ernähren.
Die Psychoonkologie soll jedem Patienten angeboten werden und mach einer nimmt sie auch in Anspruch. Die Rückmeldungen sind unterschiedlich, da ja auch nicht immer die Chemie zwischen Therapeut und Patient stimmt. Was wird da thematisiert ? Oft traut sich der Patient auch nicht an seine wirklich heißen Themen heran oder bewertet sie als unwichtig, so dass er sie nicht erwähnt. Hier könne psychokinesiologische Therapien, in den auch vieles gedacht und nicht erzählt werden muss, hilfreich sein. Zumindest weiß der Therapeut, ob der Patient noch mitarbeitet oder ob er sich wegen widersprüchlicher Signale ausklinkt. So kann er dann sofort gezielt nachfragen, ob der Patient wirklich an seinem Thema weiterarbeiten will. So geht dann auch nicht unnötig Lebenszeit für Therapien drauf, hinter denen der Patient nicht steht.
Niemand kann gesund machen oder heilen, dass kann nur der Patient allein. Ich kann ihn dabei unterstützen. Wenn der Patient mir aber nicht vertraut und seine Zweifel mit mir nicht gemeinsam ausräumt, dann kann es nicht glücken.
Selbst in der Bibel steht nicht "ich mache Dich gesund oder ich heile dich" oder so etwas, sondern immer nur " Dir geschehe nach Deinem Glauben oder Dein Glaube hat dir geholfen".
Da stellt sich auch noch die Frage: "Was ist Krebs ?"

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