Fibromyalgie, was gibt es Neues, was kann man tun?

von | 4. November 2012 | Publikationen

Das Fibromyalgiesyndrom ist in seiner Bewertung und Therapie einem ständigen Wandel unterworfen. So ist man mittlerweile mit antientzündlichen Schmerzmedikamenten und die Psyche therapierenden Medikationen eher vorsichtig und zurückhaltend geworden, propagiert aber weiterhin die dosierte körperliche Belastung und eine Unterstützung in der Schmerz- und Stressbewältigung. Dieses geschieht am besten in einer Kurmaßnahme oder in Wochenendkursen.
Wie äussert sich dieses Fibromyalgiesyndrom ? Neben den klassischen Trigger-Points, Punkte des Körpers, an denen es schmerzen soll, wo man aber anatomisch oder histologisch bisher keine übereinstimmenden Veränderungen gefunden hat, kann es aber auch sein, dass die Schmerzen sich nur auf eine Körperhälfte, also links oder rechts, aber auch oben oder unten bzw. sich auch nur auf Regionen wie HWS, BWS oder LWS (Halswirbelsäule, Brust-, Lenden-) beziehen. Als weitere Kernsymptome durch den Schmerz wechselnder Lokalisation verursacht, finden sich dann Schlafstörungen mit nicht erholsamem Schlaf und nachfolgend metabolischen Veränderungen wie Fettsstoffwechel- oder Zuckerstoffwechselstörung und vermehrter Gefäßverkalkungsgefahr und Bluthochdruck, Tagesmüdigkeit und Erschöpfungsneigung, Zerschlagenheit am Morgen, Konzentrationsschwäche, Antriebsschwäche, geringe Leistungsfähigkeit und Vergesslichkeit. Denken muss man natürlich auch an entzündliche Myopathien (Muskelleiden), die durch folgende Medikamente ausgelöst sein können: Cimetidin, D-Penicillamin, Kokain, Penicillin, Procainamid, Sulfonamide. Zu denken ist auch an die Kombination von Neuropathie und Myopathie (Nerven.- und Muskelleiden) ausgelöst durch Medikamente wie Amiodaron, Colchizin, Heroin, Interferon, L-Tryptophan, Vincristin oder andere Myopathien ausgelöst durch ACTH, Carbimazol, Clofibrat, Cromoglicinsäure, Cyclosporin, Enalapril, Ezetimib, HMG-CoA-Reduktasehemmer, Metoprolol, Minoxidil, Protonenpumpeninhibitoren. Das neue mitochondriale Systemprofil (MSP) untersucht das Blut auf seine Bestandteile und beachtet dabei auch die Glykoproteine, das sind Zuckereiweiße, die die Identität der im Blut gefundenen Bestandteile ausweisen. So weiß man, aus welchem Gewebe die kommen. Die Mengenverhältnisse zeigen an, ob bestimmte Gewebe mehr betroffen sind. Bei Schmerzpatienten hat man gegenüber Nichtschmerzpatienten, von denen man aber aufgrund der Untersuchungsbefunde von starken Schmerzen hätte ausgehen dürfen, gesehen, dass sich zum Beispiel das Magnesium um die Entzündungszellen versammelt und den Schmerz lindert, während das Magnesium bei Schmerzpatienten diffus verteilt im Blut herumschwirrt, wie Prof. Luis Gomez der Uni Leipzig auf einem Vortrag berichtete. Das könnte bei Fibromyalgie auch der Fall sein. Oft sind die Gewebe der Schmerzpatienten auch übersäuert. Wenn die Patienten sich mehrere Wochen so ernähren, dass die Tagesbilanz basisch ausfällt, dann sollten sich die Beschwerden lindern. Da dieser Selbstversuch kostenlos ist, sei er jedem empfohlen. Therapeutisch kann man dass mit basischen Präparaten, die erst im Dünndarm aufgehen und Procain-Basen-Infusionen, Lymphdrainagen , der Stromtherapie und der intravenösen Sauerstofftherapie unterstützen. Mitunter liegen auch Histaminunverträglichkeiten oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Darmfehlbesiedlungen und Fehlverdauungen mit einer Schwäche der Bauchspeicheldüse vor.

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