Diabetes mellitus Typ 1 tritt bei Kaiserschnitt doppelt so häufig auf, wie bei vaginaler Geburt. Dr. Wiechert, Facharzt für Allgemeinmedizin in Bremen und Ritterhude verweist auf die Bedeutung der Darmflora

von | 15. März 2012 | Publikationen

Wir haben als Erwachsener mehr Darmsymbionten als körpereigene Zellen. Ein Baby kommt mit einem sterilen Darm auf die Welt. Die Erstbesiedlung erfolgt mit Ecoli, die den Dickdarm sauerstofffrei machen und die Ansiedlung anderer wichtiger Keime ermöglichen, die wir für die Immunität, die Mikronährstoffaufschlüssung und Reaktivierung von Vitaminen aber auch als Kolonisationsresistenz gegenüber krankmachenden Keimen benötigen. Ganz neue Daten vermuten hinter Diabetes Typ 1 eine Infektionserkrankung, die sich nur ausbreiten kann, weil diese Resistenzkeime nicht in Schach gehalten werden können. Dr. Wiechert, Arzt für Allgemeinmedizin in Bremen und Ritterhude listet im Folgenden entsprechende Informationsquellen auf.
In der Vortragszusammenfassung des Patientenvortrages vom 28.10.11 in der Praxis für Allgemeinmedizin in Bremen zum Thema "Der Darm, die Wurzel der Pflanze Mensch" hat Dr. Wiechert bereits diese Zusammenhänge dargestellt.  Neu ist nun der Zusammenhang zum Auftreten des Diabetes Typ 1 bei Kindern. Hier wurde bis zum 12. Lebensjahr nachbeobachtet und mit der Art der Geburt verglichen, wonach die natürliche Geburt mit dem 2%-Risiko behaftet ist.  Das haben wir auch in der Vortragszusammenfassung vom 24.017.11 dargestellt, die Geburt per Kaiserschnitt hat allerdings ein 4%-Risiko, was einer Verdoppelung entspricht. Eine weitere neue Erkenntnis, veröffentlicht in Springer-Medizin, Update diabetes vom 15.03.12 (s. Link), sieht hier noch einen Leitet Herunterladen der Datei eingenaueren Zusammenhang zu bestimmten Keimen, die möglicherweise durch eine zu schwache gesunde Darmflora ein bessere Kolonisationsfähigkeit haben.
Ganz neu ist eine Fernsehveröffentlichung "Sendung Odysso zum Thema der Ursache Gluten- und Gliadinunverträglichkeit bei Nichterkrankung an einer Zöliakie". So findet man in IgG-Untersuchungen eine Sensibiliserung, nicht aber in der Kontrolle nach humanen Transglutaminase-AK oder humanen Anti-Gliadin-AK oder Endomysium-AK.
Die neue Erkenntnis des Prof. Dr. Detlef Schuppen, Gastroenterologe an der Uniklinik Mainz ist, dass es sich dabei möglicherweise um eine Sensibilisierung auf die ATI, Adenosintriphosphatamylase handelt, die in Hochleistungsgetreidesorten als Hybridzüchtung vermehrt wurde, um diese gegen Insekten widerstandsfähiger zu machen.
Da fallen mir doch ein paar kritische Fragen ein:
Ist das besonders häufig in Biogetreide, um mit wenig Insektizid auszukommen ?
Ist das bereits ein Beispiel für genmanipuliertes Getreide ?
Da wir ja nun mehr Bakterien als körpereigene Zellen haben; was macht das mit unseren Symbionten ?
Entsteht dadurch vielleicht eine Entzündung mit einem Leaky gut syndrom und nachfolgend einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und einer Histaminintoleranz ?
Da die Mitochondrien sich aus den Proteobakterien entwickelt haben und sich wie Bakterien verhalten, könnten doch auch die gefährdet sein, zumal doch gerade erst ein Preis dafür vergeben wurde, dass erkannt wurde, das ein Mitochondriendysfunktion die Ursache der Insulinresistenz ist.
 Ich bleibe dran und vielen Dank für Ihr Interesse, Dr. Dirk Wiechert, Facharzt für Allgemeinmedizin in Bremen und in Ritterhude,

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