Auf der Suche nach der Achillesferse der Tumoren

von | 14. September 2014 | Publikationen

So titielt das Deutsche Ärzteblatt und bechreibt warum jemand krank wird und warum einige Krebspatienten unter Chemotherapie früher sterben als andere. Ich möchte diesen guten Artikel zum Anlass nehmen, um aufzuzeigen, warum ich schon seit Jahren bestimmte Untersuchungen veranlasse und um Ihnen zu verdeutlichen, dass eine Rechtsschutzversicherung zur Erlangung einer Erstattungspflicht der Krankenkassen genauso wichtig sein kann, wie die Krankenversicherung an sich, wenn man die aufgezeigten Mängel und mitverursachenden Einflüsse beseitigen möchte.
Vorweg der Link zum Artikel, auf den ich mich wiederholt beziehen werde, vielleicht öffnen Sie den in einem zweiten Fenster. So könne Sie parallel lesen.
Bis 2030 wird ein Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen an Krebs um 42 % erwartet. (Bis 2030 werde sich der Anteil der Überlebenden mit Krebs vermutlich um weitere 45 Prozent (relativ) erhöhen und im selben Zeitraum eine Zunahme der Inzidenzum 42 Prozent erwartet.)
Es stellt sich dir Frage nach dem "Warum". Wie kann man das vermeiden ? Der Artikel sieht neben den klassischen Zellteilungsfehlern und Reparaturproblemen ein Hauptproblem darin, dass die sich entartenden Zellen nicht den natürlichen Zelltod (Apoptose) wählen und dass das Immunsystem nicht effektiv arbeitet. Schon Pasteur sagte: Nicht die Mikrobe ist das Problem, sondern das Milieu", also der  Patient und sein Immunsystem. Viele Tumore wachsen erst dann, wenn die Zellumgebung (mircroenvirement) es zulässt. Bis zum 90. Lebensjahr ist jeder dritte von einer Krebsdiagnose – Erkrankung betroffen!
Hier ein paar klärende Verweise:
Eingeschränkte Reparaturmechanismen treten auf, wenn der Körper sich in einem Improvisationsstoffwechsel befindet, also eine Reihe von Nährstoffen mangeln und der Körper in einem Notlaufprogramm arbeitet. So ein Notlaufprogramm kann z.B. dadurch gestartet werden, dass die Mitochondrien nicht genügend Glutathion bilden können, um die freien Sauerstoffradikale, die an Schritt IV der Atmungskette entstehen, zu neutralisieren. Dann wird zum Schutz der eigenen Zelle vor freien Radikalen teilweise eine sauerstoffunabhängige Energiegewinnung gewählt. Das führt dazu, dass bildlich gesprochen ein Bauabschnitt improvisiert durchgeführt wird und darauf keine Garantie gegeben werden kann.
Wie kommt man so einem Improvisationsstoffwechsel auf die Schliche ?
Cystin liefert die Disulfidbrücken für die Stellung der Enzyme im Raum und für die Zellstabilität. Cystin ist die Speicherform von Cystein. Dieses Cystein kann Schwermetalle unschädlich machen, verbraucht sich dabei aber und ist der limitierende Faktor für die Glutathionbildung. Ihm stehen Glycin und Glutaminsäure zur Seite.  Glutathion ist wichtig für den 2. Schritt der Leberentgiftung. Ist der behindert, stehen die giftigen Abbauzwischenprodukte länger zur Zellschädigung mit nachfolgender Reparaturnotwendigkeit zur Verfügung. Die Glutathionperoxidase ist selenabhängig. Von Selen weiß man, dass es den natürlichen Zelltod von sich entartenden Zellen fördert, antientzündlich wirkt, für die Schildrüsenhormonbildung notwendig ist etc. . Ein Kupfermangel als Zentralatom von Schritt IV der Atmungskette kann bei ausreichendem Glutathion ein Grund für einen Funktionsdefekt dieses Komplexes sein. Kupfer ist auch Zentralatom der Diaminooxidase und bei einem Mangel kann dann Histamin schlechter abgebaut werden. (Nur exemplarisch, es ist viel komplexer.)
An Laboruntersuchungen sind hier also eine Mineralstoffuntersuchung, die zeitgleich im Serum und im Volblut (Na, K, Mg, Ca, Cu, Zn, Se, Cr, Mn, Mb) erfolgen sollte, ein Aminosäurestatus nüchtern aus abzentrifugiertem EDTA-Plasma, ein lipidkorrigiertes Coenzym Q10 als Katalysator des 1. und 3. Schritts der Atmungskette, eine Fettsäureanalyse, eine Stuhluntersuchung zur Erfassung der Funktionen und Situationen des Organs mit der größten Kontaktfläche zur Aussenwelt, die Ermittlung von Ursachen einer silent inflammation wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schwermetallbelastungen sinnvoll. Liegt bereits eine Tumorprobe vor, kann man diese auf die Schwermetallbelastung testen. Bisher waren alle von zur Untersuchung veranlassten Proben belastet. Diese Mikromilieubedingungen sind verantwortlich für das Seßhaftwerden einer Metastase oder für die Entsteheung von Krebs. Bei einer Chelattherapie kommen am Anfang andere Metalle, als die, die in der Tumorprobe gemessen wurden. Das, womit der Körper nicht umgehen kann, versucht er in einer Ecke zu sammeln und unschädlich zu machen. Es liegt also keine Schwermetallvergiftung, sondern eine chronische Akkumulation vor. Die von mir getesteten Patienten kamen alle nicht aus Berufen  der Metallverarbeitung wie Schleifer, Schweißer, Lötzinnverarbeiter, Hochofenarbeiter, Zahnärzte oder Zahnarzthelferinnen oder Bus- bzw. Taxisfahrer, die oft im Stau stehen und die Abgase in die Innenluft bekommen, sondern überwiegend aus Büroberufen.
Die momentane Situation des Immunsystems kann man ganz gut mit Neopterin und ECP abgreifen, eine feinere Bestimmung ist die provozierte Interleukinbalance und ganz wichtig ist die Aktivität der natürlichen Killerzellfunktion und deren Stimulierbarkeit. Die Lymphozytendifferenzierung wird schon recht häufig gemacht. Liegen die Absolutzahlen in der Norm, reicht eine Immunmodulation unter Ausgleich von Therapieerfolgshindernissen.
Der Artikel spricht von tumorwachstumsfördernden Einflüssen, wie dem Übergewicht.
Proliferation ist ein anderes Wort für Wachstum oder Zellteilung. Proliferationsfördernde Einflüsse gilt es zu minimieren. Ein ganz wichtiger Einfluss geht von dem insulinlike growth factor aus, der neben anderen Adipokinen bei Übergewicht erhöht ist und den natürlichen Zelltod bremst. Dieser ist besonders hoch, wenn man mehr Insulin benötigt, um den Zucker in die Zelle zu bekommen. Neben einer Ernährung mit schnellverfügbaren Kohlenhydraten konkurrieren auch Entzündungsfaktoren wie TNFa mit dem Insulin um die Kontaktstelle am Insulinrezeptor. Daher suche ich auch schon in ganz normalen Vorsorgeuntersuchungen nach einer Insulinresistenz und nach Triggerfaktoren für eine Entzündung.
Um als Tumorzelle in die Autonomie entlassen zu werden, sind mindestens fünf Mutationen notwendig. Somit kann eine einzelne medikamentöse Antwort niemals zum Erfolg führen.
Bevor eine medikamentöse Therapie gewählt wird, sollte klar sein, dass es nicht zur Schwächung der Mikroumgebung führt. Ob eine Medikation wirkt, kann auch in vitro gestestet werden. Dafür muss der Patient nicht zum Versuchskaninchen mutieren. Eine Chemoresistenz kann also schon außerhalb des Körpers erfasst werden.
Resveratrol aktiviert trotz fortgeführter Ernährung die Reparaturenzyme (Sirtuine), Ingwer hilft bei Insulinresistenz, aber auch bei Prostata-CA, es gibt kaum einen Krebs, der nicht auch auf Curcumin reagiert.
Es erscheint mir wichtig, dass man nach Störungen des Microenvirementes sucht, damit diese behoben werden können und der Krebs wieder in den Schlaf findet.
Meine persönliche Einschätzung zielt darauf, den Krebs, wann immer es geht, in einem Überaschungsangriff zu attackieren. Das sind für mich die Chirurgie und die Radiochirurgie oder direkte Laser-Thermotherapie. Dadurch ist die Tumormasse reduziert und der metastierende Primärtumor ist entfernt. Fraktionierte Maßnahmen erlauben dem Krebs, wie den Bakterien auch, sich eine neue Strategie zu überlegen.
  

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