Gesundheitsnewsletter vom 9.10.2015

von | 9. Oktober 2015

Gesundheitsnewsletter vom 09.10.15

Heute schon vor dem Wochenende. Was liegt an?

Die Colitis-ulcerosa-Studie sucht weiterhin Probanden. Diese Woche habe ich mit zwei Anwendungen der MitoEnergy-Systemtherapie und Aminosäureinfusionen einen akuten Schub eines Colitis ulcerosa-Patientern subjektiv (Bauchkrämpfe und im Verlauf Blutbeimengungen) und laborchemisch (BSG, Diff-BB) in den Normbereich gebracht. Vorsichtig formuliert, empfehle ich so einen therapeutischen Schritt, bevor man wieder zu Cortison oder stärkeren Immunsuppressiva greifen muss.


Die feuchte Makuladegeneration wurde unter dem Aspekt der intravenösen Sauerstofftherapie neu bewertet.


Die Themen:

  • PPI – Protonenpumpeninhibitoren werden bei Magenentzündung und Sodbrennen verordnet – das Herzinfarktrisiko erhöht sich dabei bei gesunden Menschen um 16-21%

  • ADMA – asymmetrisches Dimethylarginin – ein Risikofaktor für Arterienverkalkung, LDL-Erhöhung, Diabetes melltus, Hyperhomocysteinämie.

  • N2O ist Lachgas, auch hierbei handelt es sich um ein NO-Gas, das das Vitamin B12, den NO-Scavanger, verbraucht.

  • Funktionsverlust der Nieren bei der Verordnung bestimmter Medikamente vorhersehbar

  • Ein intaktes Immunsystem gilt als die Grundlage einer erfolgreichen Krebstherapie

  • Gehirnchip ermöglicht bessere Nutzung der Festplatte Gehirn bei Gedächtnisfragen

  • Warum ist eigentlich das Taurin im Energydrink?

  • Omega-3-Fettsäure fürs Herz, ein aufschlussreicher Artikel

  • Ernährung in der Pubertät beeinflusst in der Langzeitbeobachtung das Krebsrisiko


PPI – Protonenpumpeninhibitoren werden bei Magenentzündung und Sodbrennen verordnet – das Herzinfarktrisiko erhöht sich dabei bei gesunden Menschen um 16-21%

Das Protonenpumpenhemmer die Magensäureproduktion hemmen, ist ihr Zweck bei Magenentzündung und Sodbrennen. Das es bei Langzeitanwendung zu vermehrten Nahrungsmittelunverträglichkeiten, einem Mangel an Mikronährstoffen, Osteoporose, Anämie, Vitamin-D- und B-Mangelerkrankungen, Dysbiose, Leaky Gut Syndrom, der Bildung von biogenen Aminen kommt, wird nicht bestritten. Nun wurde bereits 2013 der Verdacht geäussert, dass die PPI eine chemische Kaskade in Gang setzen, die zum Verbrauch von No-Gas und damit auch der Ausgangssubstanz Arginin führen. Die endotheliale NO-Synthase in den Zellen der Blutbahnen soll dieses NO-Gas bilden, damit die Blutgefäße sich entspannen können. Damit sind auch gesunde Menschen unter der Einnahme dieser Medikamente durchblutungsgefährdet. Untersucht wurde das Herzinfarktrisiko, das sich bei gesunden Menschen zwischen 16 und 21 Prozent erhöhte. Würde man nach weiteren durchblutungsabhängigen Erkrankungen schauen, wie die Multinfarktdemenz, die Makuladegeneration, die Nierenschwäche oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit, dann würde man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ähnliche Ergebnisse finden, insbesondere, wenn noch Cyclooxygenasehemmer wie ASS> 100 mg oder NSAR sowie Entwässerungstabletten und Blutdrucksenker parallel eingenommen werden. In einer 1500 Personen umfassenden Studie, zu deren Einschlusskriterien Kurzatmigkeit, von der Norm abweichende Herzstresstests und Angina pectoris gehörten, verdoppelte sich sogar das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzkreislauftod. Dieses gilt übrigens für die vor der PPI-Ära gegebenen H2-Antihistaminika wie Ranitidin oder Famotidin oder Cimetidin nicht.


ADMA – asymmetrisches Dimethylarginin – ein Risikofaktor für Arterienverkalkung, LDL-Erhöhung, Diabetes melltus, Hyperhomocysteinämie.

Asymmetrisches Dimethylarginin, kurz ADMA, hemmt auch die endotheliale NO-Synthetase. Es entsteht eine endotheliale Dysfunktion, die bei lokalen Gefäßverengungen zu einer Verschlechterung der Blutgefäßsituation führt. Es entsteht bei erhöhten ADMA-Werten ein relativer Argininmangel. Diesen darf man aber nicht einfach ausgleichen, sondern man muss zunächst die antioxidativen Komponenten optimieren. Nach einer gründlichen Laboruntersuchung sind davon Zink, Selen, Kupfer, Mangan, Eisen, die Vitamine E, D, C, das Cystein und die a-Liponsäure sowie die B-Vitamine betroffen. Das Cyclooxygenasehemmer, Entwässerungstabletten, Blutdrucksenker aus der Gruppe der ACE-Hemmer und AT-1-Antagonisten und PPI einer besonderen Beobachtung bedürfen, zeigt bereits der vorangehende Artikel. Auf jeden Fall sollte auch der AA/EPA-Quotient optimal eingestellt werden. Dann kann Arginin gegeben werden und es sollten sich LDL-Werte, Blutdruckwerte, Nierenwerte, Hezrbelastungswerte, Leberwerte, kalte Hände, Füße, Po oder Erektionsstörungen verbessern. Die TH1-Abwehr bekommt wieder Munition, nämlich das induzierbare NO. Das man bei der Durchblutungsstörung quasi reflektorisch an die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger denkt, ist meinen regelmäßigen Lesern bereits klar.
Die Plasmaspiegel von L-Arginin, ADMA und symmetrischem Dimethylarginin (SDMA) sind aber funktionell erblich bedingt. L-Arginin gehört zu MED23 und Argl, ADMA, DDAH1 und SDMA gehören zu AGXT2. Man forscht nun, ob man an dem Enzym Dimethylarginin-Dimethylaminohydrolase-1 (DDAH), das maßgeblich das ADMA abbaut und bei hohen ADMA-Werte gestört sein muss, einen Einfluss nehmen kann. DDAH überführt ADMA in L-Citrullin. SMDA hat keine direkte Beziehung zu NO-Synthase und wird über Alanin-GlyoxylatAminotransferase-2 in die Dimethylguanidinovaleriansäure überführt, hemmt aber auch die Aufnahme von L-Arginin in die Zelle.


N2O ist Lachgas, auch hierbei handelt es sich um ein NO-Gas, das das Vitamin B12, den NO-Scavanger, verbraucht.

Ein Vitamin-B12-Mangel bei normaler Ernährung, normalem Fleischkonsum und normalerweise 6-jährigem Depot, wie man von den früheren Magenteilresektionen weiß, wie kann das sein? Erkrankungen, die mit einem Vitamin-B12-Mangel einhergehen, sind vielfältig. Liegt die Ursache in einem erhöhten nitrosativem Stress, dann sollte die Methylmalonsäure im 2. Morgenurin auffällig sein und bei fehlender Vitamin-B12-Ergänzung in therapeutischer Dosis, sollte das aktive Vitamin B12, das Holotranscobalamin, deutlich erniedrigt sein. Distickmonoxid, das Lachgas wird immer wieder bei Parties genutzt, ich kann nur nachhaltig davon abraten. Auch der Straßenverkehr kann mit seinen Stickoxiden zur Belastung beitragen. Vergleichen wir das mit China, so ist unser Straßenverkehr dann eher das Zünglich an der Waage.


Funktionsverlust der Nieren bei der Verordnung bestimmter Medikamente vorhersehbar

In diesem verlinkten Artikel der Pharmazeutischen Zeitung können Sie mal ihre Medikamenteliste dahingehend abgleichen, ob Sie für eine Nierenschwäche gefährdet sind. Es ist erstaunlich, wer alles trotz Nierenschwäche Furosemid oder Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine oder Fibrate erhält. Es sollte wegen der hyperchlorämischen Azidose darauf geachtet werden, dass man mit NaCl und anderen Chloridspendern haushaltet. Wikipedia listet in diesem Link ziemlich weit unten solche Verbindungen auf.


Ein intaktes Immunsystem gilt als die Grundlage einer erfolgreichen Krebstherapie

So sieht es die moderne Tumorforschung. Dazu will sie aber Zellen gewinnen und verändern und dann zurückgeben. Warum auch nicht, denn wenn man chemoresistente zirkulierende Tumorstammzellen hat, dann weist die bisherige Leitlinie dazu keine Antwort auf. Leider ist das noch Forschung. Bis dahin sollte man sich den Interleukinstatus und die natürliche Killerzellaktivität als Stellgröße anschauen und diese optimieren.


Gehirnchip ermöglicht bessere Nutzung der Festplatte Gehirn bei Gedächtnisfragen

Das man die Gedanken mittlerweile lesen kann, habe ich ja schon einmal berichtet. Das man mit Chips die Fehlfunktionen bei Parkinson oder bei Depressionen beeinflussen kann, ist auch nicht neu, aber keineswegs Standard. Im Rahmen der Forschung um künstliche Intelligenz, würde ich mal sagen, hat man nun einen Chip entwickelt, der bei Demenz die Gedächtnisleistung verbessern kann. Demnächst wird es dann chic sein, seine Gehirnleistung nicht mehr nur medikamentös, sondern auch noch per Chiptuning zu verbessern. Dann wird am aber wahrscheinlich auch hackbar sein und kann noch weniger selbst darüber entscheiden wer und wie viele man ist.


Warum ist eigentlich das Taurin im Energydrink?

Herr Strunz beschreibt, dass Taurin den Einfluss des Katecholaminoids Coffein auf die Herzfrequenz abbremsen kann. Das ist an sich nciht neu, denn der antiarrhythmische und herzkraftstärkende Effekt ist bekannt und wird komplementärmedizinisch auch genutzt. Der Körper kann Taurin aus Cystin herstellen, dennoch messe ich oft einen Mangel oder einen Wert im unteren Normbereich. Darüberhinaus schützt es vor Niereninsuffizienz, entgiftet die Leber, unterstützt die Gallensäurebildung, es wirkt antioxidativ, ist an der Signalübertragung im zentralen Nervensystem beteiligt und ist essenentiele für die Funktion des Immunsystems. Eine Ergänzung in den mindestens mittleren Normbereich erscheint mir sinnvoll. Er hat dann auch noch einen neuen Fachartikel darüber gefunden, der bei Ratten nachweist, das Taurin die Fettverbrennung fördert und vor der nicht alkoholischen Fettleber schützt.


Omega-3-Fettsäure fürs Herz, ein aufschlussreicher Artikel

Über die Bedeutung der Omega-3-Fettsäure und der Notwendigkeit der entsprechenden Menge von 2-4g/Tag habe ich schon öfter berichtet, so manch einer zweifelt aber noch an der Korrektheit der Dosierung. Das wird aber in diesem Artikel hinsichtlich des Schutzes vor einem Herzinfarktes sehr anschaulich beschrieben.


Ernährung in der Pubertät beeinflusst in der Langzeitbeobachtung das Krebsrisiko

Erhöhte Werte für hochsensitives CRP sind bereits ein etablierter Faktor für eine erhöhtes Herzkreislaufrisiko. Nun wird es auch im Zusammenhang mit der Brustkrebsentstehung gesehen und aus der Mitochondrienmedizin ist bekannt, dass chronische Entzündungen an allen degenerativen und entartenden Erkrankungen beteiligt sind. Nun wird auch der Interleukin1ß-Spiegel zu Rate gezogen. Ist dieser erhöht, dann ist das ebenfalls ein Risikofaktor. Il-ß ist aber selbst bei rheumatischen Anfällen kaum erhöht, kann aber durch Unverträglichkeiten stark stimuliert werden. Bekannt ist dafür der Titanstimulationsindex, bei dem dieses Interleukin ebenfalls bestimmt wird. Das ist in sofern von Bedeutung, da man den Verursacher der Erhöhung entdecken sollte. Die Ernährungsstudie hat die westliche Diät mit schnell verfügbaren Kohlenhydraten, die einen hohen  Insulinspiegel und damit auch viel IGF, insulin growth factor, freisetzen als Verursacher ausgemacht. Damit geht eine erhöhte Insulinresistenz und eine langfristige Erhöhung des brustkrebsfördernden Bindeprotein IGFBP-3 einher, was das Brustkrebsrisiko fördert, wenn man in der Pubertät besonders viel schnellverfügbare Kohlenhydrate, rotes Fleisch und Milchprodukte gegessen hat. Die Donald-Studie fand in Dortmund statt.


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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