Gesundheitsnewsletter vom 8.4.2018

von | 8. April 2018

Gesundheitsnewsletter vom 08.04.2018

Nachdem das lange Osterwochenende nun vorbei ist, wurde es ja langsam auch wieder wärmer und ich hatte auch schon die ersten frischen Zeckenpatienten in der Praxis. Heute ist der Frühling ja schon fast mit sommerlichen Temperaturen da und manch einer holt noch schnell die trockenen Blätter aus den Beeten. Die Zecken sind hellwach! Mit dem Schnelltest an der Zecke kann man sehen, ob eine aktuelle Infektion mit Borrelien möglich ist. Ich habe mich mit dem Test bevorratet, so dass Sie in der Praxis quasi auf das Ergebnis warten können! Nur in 50 % der Fälle kommt es nämlich zu einer Wanderröte. Eine frühe Antibiose kann dazu führen, dass eine sogenannte Serokoversion, also die Entwicklung von Antikörpern gegen Borrelien, ausbleibt. Forschungen an Mäusen und Rhesusaffen zeigen, dass dafür, also die fehlende Serokonversion, gar nicht unbedingt eine Antibiose notwendig ist. Bei den Affen bleiben die Antikörper trotz des Nachweises vermehrungsfähiger Borrelien in 20 % der Fälle aus, bei der chronischen Neuroborreliose, dem Bannwarth-Syndrom, sind es beim Menschen etwa 9%. Abweichend von der Lehrmeinung, dass nach einer drei-vierwöchigen Antibiose keine vermehrungsfähigen Borrelien mehr zu finden sein dürften, findet man dies vermehrungsfähigen Borrelien bei den Mäusen sogar noch nach einem Jahr der Dauerantibiose und bei den Rhesusaffen sowohl in der Gruppe mit als auch ohne Antibiose sowie in der Gruppe mit und ohne Antikörperbildung. Bei den Affen in Herz, Harnblase, zentralem und peripherem Nervensystem, den Sehnen, Gelenken und Muskeln!

Mit den Zecken und Borrelien ist also nicht zu spaßen. Nehmen Sie die Sache ernst, entfernen Sie die Zecle unmittelbar und zerdrücken Sie die Zecke mit z.B. einem Glasrand in einem Papier und testen Sie die Zecke auf eine Infektion. Mit unserem vorrätigen Schnelltest können wir das in der Praxis für Sie machen.


Die Themen:

  • Der Zwischenzellraum, das Interstitium, lange beschrieben und therapeutisch-funktionell belächelt, jetzt sichtbar in vivo und damit belegt und von höchstem Interesse!

  • Einflüsse auf die MS-Erkrankung durch den Lifestyle – indoor oder outdoor – bedeckte oder freie Haut!

  • Beeinflussbare Ursachen von Herzrhythmusstörungen

  • Ungewollt kinderlos wegen der Luftverschmutzung?


Der Zwischenzellraum, das Interstitium, lange beschrieben und therapeutisch-funktionell belächelt, jetzt sichtbar in vivo und damit belegt und von höchstem Interesse!

Der Zellzwischenraum, das Interstitium,  ist der Raum, in dem alle Blutgefäße arteriell blind enden und von wo aus die Lymphe und der venöse Blutstrom wie ein Abflussrohr den Weitertransport der Stoffe, der Lymphe, der Blutkörperchen bewerkstelligen. Jahrhundertealte Schriften reden über dieses Thema mit dem Fluss der Säfte. Die Beschreibung der Funktion des Interstitium ist nicht neu, der Flüssigkeitsaustritt in diesen Raum bei allergischen oder Unverträglichkeitsreaktionen und deren biochemischen Hintergründe sind gut beschrieben. Weitrergehende Bedeutungen des Pischingerraums als Informationsnetzwerk werden noch nicht allgemein anerkannt, wenngleich bekannt ist, dass die Informationsverschaltung hier direkter und schneller erfolgt, als über einen Nerven. Die Wirkung der Akupunktur wird nicht grundsätzlich bestritten, die Abhängigkeit von vorgegebenen Punkten wird aber in einigen Studien widerlegt. Vielleicht zeigen die Studien aber auch, dass für bestimmt Symptome auch weitere Punkte oder Felder oder Zonen wirksam sind und dass der Impuls über das Instertitium vermittelt wird. Die moderne Faszientherapie, die Lymphdrainage, Sauna, Basenwickel, naturheilkundliche Kurverfahren etc. setzen an diesem Zwischenzellgewebe an. In histologischen Schnitten hat man diesn mikroskopisch bisher nicht sehen können, weil die darin enthaltene Flüssigkeit bein Anschnitt ausläuft bzw. bei der Fixierung entzogen wird und die Zellwände sich an einanderlegen, der Zwischenzellraum also quasi kollabiert. Da man nun diesen Raum mit der konfokalen Laserendoskopie, ich schrieb bereits 2013 über die endoskopische Anwendung der Laserendoskopie, die in Deutschland nur zweimal und mittlerweile wohl nur noch bei Prof. Fritscher-Ravens durchgeführt wird, in vivo darstellen und die Verbindung der verschiedenen Hohlräume miteinander anatomisch beschreiben kann, kann man ihn gezielt punktieren und inhaltlich auf Botenstoffe, Elektrolyte, Fette etc. untersuchen und es können auch die Wege der Ausbreitung von Metastasen dargestellt werden.
Das schon jetzt bekannte Wissen hinsichtlich des dort so wichtigen Kollagen- und Elastingewebes sollte Anlass genug, um sich bei der Analyse von Mikronährstoffen, wie dem Aminosäurestatus, den Elektrolyten, den Vitaminen  den Ausgangssubstanzen dieser Gewebestruktur mit besonderer Aufmerksamkeit zu zuwenden.
Das Interstitium ist somit das anatomisch nun neu entdeckte Organ und gleichzeitig wohl auch das größte Organ aller Lebewesen.


Einflüsse auf die MS-Erkrankung durch den Lifestyle – indoor oder outdoor – bedeckte oder freie Haut!

 Eine Studie zeigt, dass es einen lebenslangen Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und reduziertem MS-Risiko gibt und somit abweichend von anderen Studien zeigt, dass nicht nur das Kindes- und Jugendalter für diese Beziehung von  Bedeutung ist. Zusammenhänge sind bis kurz vor der Krankheitsmanifestation zu sehen, die allerdings oftmals im frühen Erwachsenenalter liegt.

Wenn Mutti sagte, dass man zum Spielen rausgehen sollte, dann hatte das insbesonders in Gebieten mit hohem UV-Index einen starken gesundheitsfördernden Zusammenhang hinsichtlich der Summe der draußen verbrachten Zeit und zur direkten Hautexposition zur Sonne für die Vitamin-D-Produktion und möglichen unbekannten Kofaktoren, die man als Puzzleteil noch nicht kennt. Das Risiko an MS zu erkranken läßt sich allein mit dieser einen Maßnahme um 55 % senken!

Schaut man sich spezielle Altersgruppen genauer an, dann verändert sich dieser 55%-Durchschnittswert auf 51% bei den 5-15-jährigen und 65% bei den 31-40-jährigen Teilnehmer der Nurse-Health-Study, wie Dr. Helen Tremlett analysiert hat.

Darüberhinaus erkennt man einen schnelleren Krankheitsfortschritt, wenn Erkrankte ihren Aufenthalt im Freien und ihre Sonnenexpositoíon einschränken.

Die Zahl der MS-Erkrankten hat sich in Deutschland innerhalb von 40 Jahren verdoppelt. Zur Zeit werden in Deutschland etwa 240.000 MS-Erkrankte behandelt. In den letzten sechs Jahren ist die Erkrankungsrate um 29 Prozent gestiegen. In Westdeutschland erkranken 19 und in Ostdeutschland 15 Menschen /100.000 Einwohner an MS. In Italien nach Region unterschiedlich zwischen 230 und 300 Personen /100.000 EW und in  Norwegen sind es 210/100.000 EW. Den Italienern ist es wohl zu warm oder zu genant und den Norwegern wohl zu kalt. Der Konsum an Fisch ist ja mittlerweile hinsichtlich der Schwermetalle, des Plastikanteils und der Insektizide auch eine größere Giftquelle als Fleisch. Wegen der essentiellen Fettsäuren eignen sich daher die aufgereinigten naturbelassenen Fischöle.

Eine finnische Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit an MS zu erkranken, umso höher ist, je geringer der Vitamin-D-Spiegel der Mutter während der Schwangerschaft war. Für jede Erhöhung des Serumspiegels an 25-OH-D3 um 50 nmol/l, das sind 20 ng/ml  bzw 20 µg/l der schwangeren Frau reduziert sich die MS-Gefahr des Kindes um 39%.

Frauen, die selbst unter 30 nmol/l 25-OH-D3 im Serum haben, erkranken zu 43% häufiger an MS, als wenn der Wert auf schlappe 50 nmol/l erhöht wäre!!! Frauen mit einem Serumspiegel von 27 nmol/l erkranken zu 60% häufiger an MS.

Bei Rauchern ist die Schubrate um 20 % gegenüber Nichtrauchern erhöht. Die Interferon-Therapie wirkt unter optrimierten Vitamin-D-Spiegeln besser.

Ich berate Sie gerne hinsichtlich der individuellen Vitamin-D-Substitution mit Hilfe einer Laborkontrollserie hinsichtlich der Menge, die eine Erhöhiung um 1ng/ml bringt und wie hoch die individuelle Abbaurate ist. Ein Gleichgewicht zwischen 1,25-OH-D3 und 25-OH-D3 sollte angestrebt werden. Bor ist hier ein wesentlicher Kofaktor und sollte ebenfalls kontrolliert und optimiert werden, denn erhöhte Werte des aktiven Vitamin D3 stehen auch mit Erkrankungen in Verbindung.


Beeinflussbare Ursachen von Herzrhythmusstörungen

Auf den möglichen Einfluss der Borrelien habe ich ja schon oben verwiesen. An dieser Stelle geht es noch einmal um den Einsatz von NSAR, also Schmerzmitteln wie Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen etc. Forscher in Taiwan haben nun einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Vorhofflimmern in der mittleren Altersgruppe und dem Konsum von NSAR gefunden, Coxibe war hinsichtlich des VHFl davon ausgenommen. Ich schreibe im Rahmen der Kontraindikation der NSAR für die Wirkung der intravenösen Sauerstofftherapie ja wiederholt darüber, dass die Hemmung der Cyclooxygenase durch höher dosierte Acetylsalicylsäure oder normal dosierte NSAR dazu führt, dass die gefäßerweiternden Prostaglandine nicht mehr gebildet werden können und es daher zu Mikrodurchbltungsstörungen kommt, die sich an Herz, Hirn und Niere am auffälligsten auswirken.


Ungewollt kinderlos wegen der Luftverschmutzung?

Es gibt Menschen mit ungünstigen Entgiftungskonstellationen. Der Körper kann meistens relativ lange Zeit mit Reparaturmechanismen und dem Abbau der genetischen Schutzkappen, den Telomeren, überleben und Symptome oder Erkrankungen hinauszögern. Eine Schwangerschaft ist eine besondere Belastung für den Körper und evolutionstechnisch ist es sinnvoll, dass die werdende Mutter über eine ausreichende gesundheitliche Kapazität verfügt, um die Kinder bis in das Alter der Eigenverantwortung begleiten zu können. Gleicht man nur wenige Stellgrößen aus, um die Schwangerschaft künstlich zu erstellen und zu erhalten, bekommt man auch einigermaßen viele Geburten hin. Themen wie Maternity Blues, also verlängerte Schwangerschaftsdepression oder Zwillingsgeburten, Frühgeburten, Erschöpfungssymptome der Mutter oder Erkrankungen und Funktionseinschränkungen der Kinder (z.B. MS-Artikel weiter oben) werden dabei nicht kommuniziert. Normale Umwelteinflüsse, wie die tägliche Luftverschmutzung mit Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Ozon, Feinstaub führten in einer Studie an 343 schwangeren Frauen bei einer Belastung  die unabhängig von dem Erfassen der individuellen Entgiftungskapazität, bei einer erhöhten Exposition mit Schwefeldioxid, Feinstaub und Ozon  über einen längeren Zeitraum als zwei Wochen bestand, in 28% der Fälle zu einer Fehlgeburt. Feinstaub kommt auch aus dem Toner von Druckern, Kopierer, beim Staubsaugen ohne HEPA-Filter etc in Kontakt mit uns.
Zum Thema der potentiellen Schwangerschaft habe ich schon wiederholt geschrieben, ich berate Sie gerne. Männer sind hinsichtlich der Spermienqualität ebenfalls betroffen.

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