Gesundheitsnewsletter vom 7.12.2015

von | 7. Dezember 2015

Gesundheitsnewsletter vom  07.12.2015

Ich hoffe, dass Sie einen schönen 2. Adventssonntag und Nikolaustag verlebt haben. Nun will ich mal wieder über ein paar Neuigkeiten berichten.

Die Themen:

  • EPA senkt den Homocysteinspiegel, Vitamin B12 tut es auch, zusammen sind sie stärker.

  • Übersehene Polypen bei der Magen-Darmspiegelung

  • Knie-Arthrose – Enzympräparat ähnlich wirksam wie Diclofenac

  • COPD – die Eosinophilie und das exhalative NO testen

  • Augendruck senken und Sehkraft erhalten – das Glaukom

  • Augendruck senken und Sehkraft erhalten – das Glaukom

  • Das Glückshormon Dopamin


EPA senkt den Homocysteinspiegel, Vitamin B12 tut es auch, zusammen sind sie stärker.

Der Homocysteinspiegel kann durch hohen Kaffeegenuss, übermäßigen Alkoholkonsum, Nikotin, Bewegungsarmut und Körperübergewicht, aber auch durch einen Mangel an den Vitaminen B6, B9 und B12 erhöht werden. Nicht selten liegt auch eine genetische Veranlagung durch ein Mutation des MTHFR-Gens vor. Homcystein ist über seine SH-Gruppe stark reaktionsfreudig und bildet -S-S-Homodimere (Homocystin) oder Heterodimere mit Cystein. Dabei entstehen Sauerstoffradikale, die das umgebende Gewebe schädigen. Im Blut sind das zunächst die Blutgefäßwände, wodurch sich das arteriosklerotische und thrombogene Risiko erhöhen.  Es werden aber auch Zusammenhänge zur Depression und zur Makuladegeneration beschrieben. Klassischerweise behandelt man die erhöhten Werte mit der Korrektur der Ursachen und bei der genetischen Veranlagung werden auch höhere Dosierungen der B-Vitamine gegeben. Neu ist die Erkenntnis, dass auch die Eicosapentaensäure eine Senkung des Homocysteinspiegels bewirkt. Interessant ist, dass auch der HDL-Cholesterinspiegel in den Fischölgruppen anstieg, während die Triglyceride, das CRP, die Glukose und das Ferritin als Entzündungsmarker, abfielen. In der Konsequenz kann ich nur jedem empfehlen, dass er seine Fettwerte aus der Erythrozytenmembran messen lässt, um sie dann anschließend zu optimieren.


Übersehene Polypen bei der Magen-Darmspiegelung

So etwas kommt immer mal wieder in der Darmkrebsvorsorge vor und dann ist man erstaunt, dass ein Jahr später so ein unerwartetes Krebsgeschehen auftritt. Das Problem ist in der Ärzteschaft bekannt und keiner möchte, dass ihm das passiert. Nun hat man eine Neuerung erfunden, die man über den Endoskopkopf schieben kann und die die Darmfalten auseinanderhält, damit man besser gucken kann. Man nennt sie Endocuff Vision.  Hier geht es zu einem Video, das den Wirkmechanismus verdeutlicht. Für die Privatpatienten gibt es einen Bogen, den man der Abrechnung beilegen sollte. Fragen Sie beim nächsten Aufklärungsgespräch nach dieser Variante, sicher ist sicher!


Knie-Arthrose – Enzympräparat ähnlich wirksam wie Diclofenac

So titelt die Ärztezeitung und verweist auf ein Kombipräparat mit Trypsin, Bromelain und Rutosid, das gegen die Tageshöchstdosis von 150 mg Diclofenac den Vergleich antritt. Die Quelle, Arthritis 2015, online, Article ID 25152, kann ich allerdings nicht finden, dafür aber zwei andere interessante. Hier das Pro für die Enzyme von Professor Dr. H. Rainer Maurer, Abteilung für Pharmazeutische Biochemie, Molekularbiologie und Biotechnologie, Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin und hier die Kontra-Position ohne Autorenquelle.


COPD – die Eosinophilie und das exhalative NO testen

Die COPD, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, neigt zu bedrohlichen Anfällen der Luftnot. Es besteht Einigkeit, dass man möglichst kein Kortison einsetzen will, man kommt aber nicht immer darum herum. Die eosinophilen Granulozyten zeigen an, dass vermehrt ECP im Spiel ist. Dieses hat zytotoxische und neurotoxische Wirkung. Dadurch schädigt es das Gewebe, in diesem Fall das Lungengewebe. Als erfahrener Therapeut mit der intravenösen Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger und jemand, der auch stets ein Differentialblut abnimmt, um einen Blick auf die eosinophilen Granulozyten zu haben sowie bei Vorsorgeuntersuchungen und Patienten mit Lungenerkrankungen auch den exhalativen NO-Test anordnet, sehe ich eben noch einen anderen therapeutischen Weg, als die Cortisongabe. Der Kollege Dr. Heiserer hat zu diesem Thema bereits auf springermed at. einen Artikel zur COPD und der Wirkung der Oxyvenierung veröffentlicht. Mit der Oxyvenierungstherapie vermehren sich eosinophile Granulozyten und das ECP zunächst im Blut, zeitgleich vermindert es sich aber im Gewebe. Dadurch sinkt der exhalative NO-Wert. Nach Abschluss der Oxyvenierungstherapieserie normalisieren sich die erhöhten ECP- und Eosinophilenwerte wieder. Bei chronischen Erkrankungen bedarf es natürlich der Wiederholung der Therapie in gewissen Abständen, dann aber auch mit weniger Anwendungen, da der Körper über sein Erinnerungsvermögen, dann schneller darauf reagiert. Diese Reiztherapie zieht viele andere positive entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Efffekte nach sich, insbesondere, wenn auch eine gute Versorgung mit EPA (s.o.) gegeben ist. So etwas wirkt auch bei Allergien, wie der allergischen Rhinitis. Hierzu läuft gerade eine Studie mit sehr positiven Zwischenergebnissen.


Augendruck senken und Sehkraft erhalten – das Glaukom

Bei einem Glaukom gibt es Fälle mit zu niedrigem und am häufigsten mit zu hohem Augendruck. Die häufigste Form ist das primäre Offenwinkelglaukom. Als Folge dieser Erkrankung kommt es zur schleichenden Erblindung, wie man es ja auch von der Makuladegeneration kennt. Beim Glaukom gibt es Probleme mit dem Abfluss des Augenkammerwassers über den Schlemmschen Kanal. Als Medikamente kommen Pilocarpin, lokal applizierbare Betablockeraugentropfen, selektive Alpha-2-Agonisten in zu schluckender Form, wie Clonidin, Brimonidin und Aproclonidin, die lokalen Carboanhydrasehemmer Brinzolamind und Dorzolamid oder der orale Acetolamid zum Einsatz. Letztendlich eignen sich dann aber auch Prostaglandinanloga wie Lansoprost, Tafluprost und Travoprost. Wer den Links folgt, sieht, dass die Wirkung auch stets eine Nebenwirkungsliste hat. In niedriger Dosierung, also einem vorsichtigen hormesischem Reiz, sehe ich bei meinem Glaukompatienten, kontrolliert durch den Augenarzt, dass die intravenöse Sauerstofftherapie hier ebenfalls eine Normalisierung des Drucks erreicht. Dieses nicht immer in Monotherapie, sondern auch synergistisch zur klassischen Therapie. So werden bisherige Therapieversager auf oben angeführte Medikamente dann zu Respondern.


Das Glückshormon Dopamin

Viele denken bei Glückshormon an Endorphine, die beim Sport freigesetzt werden oder Serotonin, weil man bei Depressionen gerne Medikamente gibt, die am Serotoninrezeptor ansetzen, aber heute geht es um Dopamin, das viele zunächst mit dem M. Parkinson und der Blutdruckregulation in Verbindung bringen. Im mesocortolimbischen System des Gehirns erfüllt Dopamin die Motivations- und Belohnungsfunktion.Es fördert die Wachheit, das Selbstwertgefühl und die Euphorie. Nun hat man an Ratten überprüft, inwieweit der sich Leitspruch "Essen macht satt und zufrieden" an Insulin- und Dopaminwerten ablesen lässt.  Der Anstieg des Insulins geht mit einer vermehrten Dopaminproduktion im Nucleus accumens, der im Striatum liegt, einher. Insulin löst Dopaminproduktion aus, daher macht Zucker glücklich. Leider gibt es hier einen Gewöhnungseffekt. Mussten die Tiere fasten und bekamen dann etwas Süßes, war die Dopaminausschüttung höher, als wenn man ihnen regelmäßig kohlenhydratreiche Kost gab. Eine Insulinresistenz führt zu höheren Insulinspiegeln aber leider auch zu einer Resistenz im Striatum und daher ist die notwendige Zuckermenge für das Glücksgefühl dann immmer größer. Leider steigt dann meistens auch das Körpergewicht mit anderen metabolischen Begleiterscheinungen.
Das Multitalent Acetylcholin steht im Zusammenhang mit Alzheimer und Riechstörungen aber es hat auch Verbindungen zu sensorichen Reizweiterleitungen zum Gehirn und hängt mit der Plastizität des Lernens zusammen. Als Cholincitrat setze ich es in der Praxis ein. Es fördert die Entspannung, also den Parasympathikus und lindert darüberhinaus unspezifische Schmerzen. Die Patienten nehmen dieses therapeutische Instrument gerne an.


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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