Gesundheitsnewsletter vom 6.9.2019

von | 6. September 2019

In unserer Videoserie zur gesunden Ernährung sind wir nun heute im Magen angekommen. Dabei geht es um die Magensäure, den Magenkeim, die Magenmotorik etc. Schauen Sie rein und stellen Sie Ihrer Fragen!
Es geht auch um Vitamin B12, zu dem ich bereits einen Vortrag gehalten habe.


Die Themen:

  • Aluminium in Matchatee überschreitet bei normalem Konsum die tolerierbaren Grenzwerte

  • Erzeugt das Putzen Osteoporose? Ist Triclosan schuld daran?

  • Strophantin – immer wieder werde ich danach gefragt.

  • Blasenkrebs mit Erkältungsviren killen.

  • Eine Blasenentzündung kann man häufig mit Isothiocyanaten behandeln.


Aluminium in Matchatee überschreitet bei normalem Konsum die tolerierbaren Grenzwerte

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit setzt die lebenslange tolerierbare Aluminiummenge auf 1 mg/kg KG fest. Das BfR (Bundesamt für Risikobewertung) sieht die größte Gefahr für das Nervensystem, die Fortpflanzungsfähigkeit und die Entwicklung der Knochen. Aluminium kommt aber nicht nur in Matcha-Tee vor, sondern auch natürlich in Spinat, Kakao und demnach Schokolade, in  Miesmuscheln in Rettich, in Laugengebäck, das auf Aluminiumblechen gebacken wird und es ist auch ein Lebensmittelzusatz im Sinne der Streuhilfe. In der Wasseraufbereitung wird es als Fällunghilfe zugesetzt.

Einzelfälle der Auswertung histologischer Proben von Magenpolypen zeigen unterschiedlich hohe, aber eben doch sehr hohe Aluminiumbelastungen. Oftmals haben diese Patienten auch lange Zeit aluminiumhaltige Magensäurebinder eingenommen. Es gibt sie immer noch, aber mittlerweile gibt es auch metallfreie Produkte. Darauf sollten Sie Wert legen!

Frühere Veröffentlichungen zu diesem Thema:
Kadmium erhöht die Zellalterung Aluminium wird bei Brustkrebs und Alzheimer gefunden.
Aluminium Fragebogen zur Ermittlung des persönlichen Belastungsrisikos für Aluminium.
Schwermetallbelastung – Wo kommt die her und was bedeuted sie ?


Erzeugt das Putzen Osteoporose? Ist Triclosan schuld daran?

Die körperliche Aktivität des Putzens macht es mit Sicherheit nicht. Aber womit putzen wir denn? Welche Zusatzstoffe haben wir?
Triclosan kommt in vielen Produkten vor und wirkt als Konservierungs- und Desinfektionsmittel. In Hautcremes oder Zahnpasta würde man es nicht unbedingt vermuten, aber weit gefehlt. Triclosan bioakkumuliert auch in Bewohner der Gewässer und damit in unserer Nahrungskette, wirkt wie die Weichmacher als Hormondisruptor, erhöht das aktive Schilddrüsenhormon, den oxidativen Stress, das Risiko für Unfruchbarkeit und Fehlgeburten, Allergie und Asthma und fördert Entzündungen und Tumore der Leber. Als Desinfektionsmittel fördert es die Resistenzentwicklung von Mikroorganismen. Unter Sonneneinstrahlung können sich aus Triclosan polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane bilden. Messungen aus Nabelschnurblut haben bedenkliche Werte. doi.org/10.1016/j.fertnstert.2015.01.005

Nach neuesten Erkenntnisse fördert Triclosan nun auch noch die Osteoporose. doi.org/10.1210/jc.2019-00576

Sie sollten also wieder einmal das Kleingedruckte lesen. Es gibt auch Reinigungsmittel ohne diesen Zusatz, selbst bei Zahnpasta, hier ein Beispiel für mit TCS und denken Sie auch an Titandioxid.
Synonyme:
Triclosanum, TCS, Irgasan, 5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)-phenol.


Strophantin – immer wieder werde ich danach gefragt.

Dr. K. Sroka hat eine sehr gute Aufarbeitung des Themas Strophantin erstellt und beschreibt inklusive der Studien, aus denen er sein Wissen bezieht, die Wirkung des Strophantins in niedriger und in hoher Dosierung. (Strophantus ist eine Liane.) Auf seiner Homepage hat er noch zwei informative Videos, zur Herzkathetheruntersuchung und ein NDR-Film über die herzkranke Gesellschaft. Er stellt auch den Vergleich zu Glykosiden her, die sich im Wesentlichen über deren Halbwertszeit von Strophantin unterscheiden und somit akkumulieren und hohe Dosierungen erreichen können. Er beschreibt die Wirkung des Strophantins in intravenöser, aber auch oraler Verabreichung in der niedrigen Dosierung als äusserst wirksam für die vagotone Reaktion des vegetativen Nervensystems mit gelockerter Stimmngslage verbesserter Herzkraft und verminderter Angina pectoris oder Herzrhythmusstörung. Die Begründung für diese verbesserte Leistung ist die Steigerung der NO-Produktion am Endothel der Blutgefäße und somit in der verbesserten Durchblutung, aber bei den Thrombozyten auch zu einer verminderten Aggregationsbereitschaft. Ausserdem beeinflusst es zelluläre Signalkaskaden, die eine intrazellulären Kalziumüberladung entgegen wirken und damit Ischämie und Gewebsazidose entgegenwirken. In hoher Dosierung hemmen Strophantin wie auch die Glykoside die NA/K-ATPase der Zellmembran, also die Natriumpumpe. In niedriger Dosierung fördert Strophantin die Aktivität dieser Natriumpumpe.  Diese niedrige Dosierung entspricht einem Plasmaspiegel von 0,2-0,3 nf/ml bei oraler Gabe und 0,5 ng/ml bei intravenöser Gabe. Die HWZ beträgt 12 Stunden. Von einer hohen Dosis spricht man bei Werten von 10 ng/ml.
Das endogene Quabain wurde lange Zeit dem Strophantin als analog gesehen, hat aber nicht die identische Struktur. Erhöhte Werte stehen in Verbindung mit Bluthochdruck. Einen  entsprechenderpharmazeutischer Antagonist blieb im Tierversuch wirksam, beim Menschen aber als wirkungslos. Hohe Strophantindosierungen erhöhen den Blutdruck ebenfalls.
Dr. Sroka betont noch enmal die Erkenntnis, dass der Herzmuskel auch im Kammergewebe parasympathisch innerviert ist und dass das Sprophantin auch dort zu einer vermehrten Freisetzug von Acetylcholoin führt. Somit betreffen die vagalen Reflexe das ganze Herz im Sinne der negativen Chronotropie am Sinusknoten als auch die negativ dromotropen (Geschwindigkeit der Erregungsüberleitung) und negativ bathmotropen (Reizschwelle) Effekte am Reizleitungssystem.
NADP(H) ist als Coenzym ein wesentlicher Faktor der Energiegewinnung an Komplex 1 und 3 der Atmungskette sowie dem Citratzyklus. Es transportiert 2 Elektronen und ein Proton. Unter Strophantineinfluss sinkt dessen oxidierte Form, es besteht im Herzmuskel weniger oxidativer Stress, allerdings müsste dann auch weniger ATP zur Verfügung stehen. Dem angepasst schlägt es dann langsamer, aber möglicherweise effektiver.
Im Gegensatz zu den Glykosiden der Digitalis tritt die Wirkung des Strophantin schnell ein. Studien an NYHA-III und IV-Patienten zeigen einen Anstieg der Herzkontraktilität bei Digitalispräparaten und bei Strophantin, aber nur bei Strophantin sei auch die Herzleistung bei Energieanforderung gestiegen.


Blasenkrebs mit Erkältungsviren killen.

Coxsackie-CVA21-Viren haben eine onkolytische Wirkung. Gibt man zusätzlich das Zytostatikum Mitomycin, so erhöht man die Expression der ICAM-1-Moleküle auf den Krebszellen, die das Eindringen der Viren verbessern. Sowhl mit, als aich ohne Mitomycin sah man ein Absterben der nichtmuskelinvasiven Blasenkrebszellen, nachdem man die Viren per Harnblasenkatheter in die Blase gebracht hatte. Die gesunden Zellen wurden nicht beeinträchtigt.  doi: 10.1158/1078-0432.CCR-18-4022


Eine Blasenentzündung kann man häufig mit Isothiocyanaten behandeln

Es gibt AITC = Allyl-Isothiocyanat aus Merrettich, BITC  = Benzyl-Isothiocyanat aus Kapuzinerkresse und PEITC = Phenylethyl-Isothiocyanat ebenfalls aus Kapuzinerkresse. Diese verhindern den Austausch der Resistenzgene bei Ecoli. Sie hemmen die Konjugation.  Sie behindern das Anheften und das Eindringen der Bakterien in die Wirtszelle. Dabei beeinträchtigen sie die Bildung sogenannter bakterieller Biofilme, die zu einer Unwirksamkeit von Antibiotika führen können. Es gibt hier aber auch eine Dosis-Wirk-Kurve und man sollte mit der Einnahme nicht zu sparsam sein.

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