Gesundheitsnewsletter vom 28.7.2019

von | 28. Juli 2019

In der Interviewreihe mit Prof. Dr. Brigitte König zum Thema Mitochondrien in der Alltagsfunktion und beim Leistungssport, sehen Sie heute, was die Mitochondrien mit der Gewichtskorrektur zu tun haben. Neben mitochondrialen Kofaktoren, die für die Funktionalität der mitochondrialen Energieumwandlung essentiell sind, geht es aber auch um den Einfluß von Neurotransmittern und körperlichen Stressabbau.


Wegen der heißen Temperaturen hier noch eine Wiederholung zu den Verhaltensweisen bei tropischen Nächten.


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Die Themen:

  • Was wir bei der Mondfahrt vor 50 Jahren schon über Ernährung wussten.

  • Zöliakie light

  • Die ältesten Zellen findet man nicht nur in den Neuronen und den Herzzellen, sondern…

  • Habe ich einen Helicobacter pylori oder nicht? Muss ich dafür zur Magenspiegelung?

  • Die COPD, also chronisch-obstruktive Lungenkrankheit, schränkt die körperliche Belastbarkeit deutlich ein.


Was wir bei der Mondfahrt vor 50 Jahren schon über Ernährung wussten.

Als ich letzten Sonntag den ZDF-Fernsehgarten im richtigen Moment ab der 34. Minute, anschaute, wurde demonstriert, dass es vor 50 Jahren für die einzelnen Astronauten auch individuelle Nahrungspakete gab. Dabei hatte man Geschmacksvorlieben, aber auch individuelle Stoffwechseleigenschaften, die man laborchemisch erfasst hatte und auch jegliche Form von Unverträglichkeit, die man ermittelt hatte, berücksichtigt.
Bis heute wird die Wissenschaftlichkeit solcher individueller Besonderheiten ja geleugnet und in den Ernährungsberatungen und Allergie- bzw. gastroenterologischen Sprechstunden werden all die Ergebnisse jenseits der IgE-Typ-1-Allergie als eingebildet oder unwissenschaftlich abgetan.
Sie, liebe Leser, wissen es besser und ich auch, daher haben wir uns gefunden. Weiter so, helfen Sie auch anderen bei der Suche.


Zöliakie light

Es geht einen Schritt in die richtige Richtung. Die nicht-zöliakische Glutensensitivität wird an Bluttests zu Anti-Gliadin- und Anti- Transglutaminase-AK festgemacht. Der Stuhltest auf diese AK wurden bisher als nicht ausreichend valide betrachtet und wurde auch für die Score-Berechnung in der aktuellen Studie als unbedeutend bewertet. Bei einer endoskopischen Untersuchung kann man Gewebeproben nehmen. In diesen erwartet man bei Patienten, die auf Gluten oder Gliadin reagieren, eine vermehrte Ansammlung an intraepithelialen Lymphozyten und eben diese, zu dem sIgA gehörende, anti-Transglutaminase-Ak, ohne, dass es dazu die im Blut zirkulierenden Korrespondenz-Ak gibt. Eigentlich erwartet man in diesen Epithelzellen auch eine vermehrte Expression der CD3+T-Zell Rezeptor y. Darüber hinaus findet man oft die gleichen HLA-Risikoallele wie bei der echten Zöliakie.
Nun hat man über sechs Jahre 104 Patienten beobachtet, die vor der glutenfreien Diät eine Biopsie aus dem Zwölffingerdarm erlitten und auch ansonsten gründlich untersucht wurden. 62 Patienten waren durch die glutenfreie Diät symptomfrei und in den oben angeführten Laborwerten sah man dennoch die Zöliakie light, also eine niedriggradige zoeliakische Enteropathie.
doi: 10.3390/nu11051050

Wenn wir aber schon über diese Gliadinanteile nachdenken, dann gibt es noch die atypische Weizenallergie, wie Sie Frau Prof. Fritscher Ravens mit der konfokalen Laserendoskopie mit 1000-facher Vergrößerung nachweist und in einem Report-München-Beitrag vorstellte.
Hierzu ein älterer Beitrag aus 2012.

Die sogenannte ATI-Sensitivität beschäftigt sich mit der Amylase-Trypsin-Inhibitor-Sensitivität. Dabei handelt es sich um Nicht-Gluten-Weizenproteine, die die Reifung des Korn regulieren. Diese lassen sich von dem Verdauuungsenzyme nur sehr schwer auflösen, zerfallen auch nicht durch Hitze und aktivieren den LPS-Rezeptor (Lipopolysaccharidrezeptor) der Entzündungszellen der Darmwand, die sogenannten TLR4, also Toll like-Rezeptoren-4. Diese Zellen wechseln dann von der Darmwand über die Lymphe auf die Blutbahn und lösen eine systemische Entzündung aus.
Beispiele dafür sind die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die rheumatoide Arthritis, der Diabetes mellitus Typ2, die Multiple Sklerose, der systemische Lupus erythematodes, die Fettleberentzündung, aber auch inhalative Pollen- und Nahrungsmittlelallergien. Von diesem Problem sind etwa 15 % der deutschen Bevölkerung betroffen. Therapeutisch gilt es dann den Weizen zu meiden. (Forum Sanitas-Das informative Medizinmagazin, 3. Ausgabe 2019 S. 38.

Hierzu ein älterer Artikel aus 2013.


Die ältesten Zellen findet man nicht nur in den Neuronen und den Herzzellen, sondern…

mittels Isotopenmarkierung auch im Pancreas, der Leber und der Gefäßauskleidung. Wir verfügen also über ein Gewusst-Wie, um Körperzellen ein besonders langes Leben zu ermöglichen. Allerdngs wissen wir noch nicht so genau, wo es steht und was da als Lösung steht. Vielleicht gehen diese Zellen aus eigenem Antrieb in ein verlangsamtes Stoffwechselmuster und betreiben ein Intervallfasten. doi.org/10.1016/j.cmet.2019.05.010


Habe ich einen Helicobacter pylori oder nicht? Muss ich dafür zur Magenspiegelung?

Dieses Frage nach dem Magenkeim wird mir häufig gestellt. Für 14,57 € im Selbstzahlerbreich und für 16,76€ bei Privatpatienten kann man den Keim als Antigen im Stuhl nachweisen. Die Zuverlässigkeit liegt bei 92%. Eine Alternative ist der Harnstoff-Test. Dazu schluckt der Patient radioaktiv markierten 14C oder 13C markierten Harnstoff. Die Urease des Magenkeims Helicobacter pylori spaltet den Harnstoff mit seiner Urease und setzt den radioaktiv markierten Kohlenstoff frei, den man dann mißt.
https://www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMcp1710945; zitiert aus PraxisDepesche 7/2019, 33. Jahrgang, 18.Juli 2019S. 30.

Die mich aufsuchenden Patienten behaupten wiederholt, dass ihre Hausärzte sagen, dass man den Keim nicht aus dem Stuhl bestimmen könne und das man dafür eine Überweisung zum Gastroenterologen bräuchte, der bei einer Magenspiegelung diesen Harnstofftest durchführe.

Mal abgesehen von dem Aufwand, der Radioaktivität, möglicher Nebenwirkungen der endoskopischen Maßnahmen, der Wartezeit auf den Termin beim Gastroenterologen, dem Ausfall auf der Arbeitsstelle und den generellen Kosten, die da auch von der Solidargemeinschaft und den Arbeitgebern sowie der Sprit- und Park- bzw. Taxikosten, wegen der möglichen Sedierung für die Untersuchung zu stemmen sind, frage ich mich, warum die Patienten solche ablehnenden Antworten erhalten? Am Laborbudget kann es bei so einem Preis ja nun auch nicht liegen.

Ein Befall mit dem Helicobacter kann bedeutsam sein, wenn er über Pathogenitätsfaktoren verfügt. Diese Pathogenitätsfaktoren kann man im Blut messen und wenn die weg sind, dann war die Therapie erfolgreich oder der Helicobacter ist nicht gefährlich. Seine Gefährlichkeit beruht auf der durch ihn erhöhten Teilungsaktivität in der Magenschleimhaut mit einem erhöhten Fehlerpotential für die Krebsentstehung.


Die COPD, also chronisch-obstruktive Lungenkrankheit, schränkt die körperliche Belastbarkeit deutlich ein.

Mitunter haben die COPDler auch eine Emphysemlunge. Dadurch wird die Fläche, über die der Gasaustausch erfolgen kann noch zusätzlich vermindert. Als die gebräuchlichste Untersuchung der körperlichen Leistungsfähigkeit hat sich der Aufsteh-Hinsetzen-Test bewährt. Dieser wird über eine Minute durchgeführt und an den vollständigen Sitz- und Steh-Ergebnissen bewertet. Die Messung der Lungenfunktion und die Erfassung der Diffusionskapazität des Lungengewebes lassen das Ausmaß des Emphysems erfassen. Laborchemisch kann man den Verlauf einer Therapie sehr gut an den Leukozyten im Diff-BB, am Fibrinogen, an dem IL-6, dem CRP und dem Gesamt-Bilirubin monitorieren.
In den Momenten der Krankheitsverschlimmerung erzeugt der Körper selbst Wasserstoffperoxid und 8-Isoprostan, benötigt also therapeutisch erheblich mehr Antioxidantien.
doi.org/10.1016/j.pulmoe.2018.02.005

 

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