Gesundheitsnewsletter vom 27.7.2014

von | 27. Juli 2014

Gesundheitsnewsletter vom 27.07.2014

Die Themen dieser Woche:

  • Wieder etwas zu Vitamin D

  • Zahl der stationären Darminfektionen in Deutschland hat sich in 11 Jahren mehr als verdoppelt.

  • Photodynamische Diagnostik bei Tumorbefall

  • Die vermehrte Einnahme von Ballaststoffen schützt sogar vor Hirntumoren

  • Osteoporose durch die Medikation und es ist nicht nur das allen bekannte Cortison….

  • Schlaganfall – trocken oder feucht – welche Ursachen ?


Wieder etwas zu Vitamin D

Vitamin D schützt den Körper vor Krankheiten wie Multipler Sklerose, Rachitis (bei Kindern), Tuberkulose, entzündlicher Darmerkrankung, Typ-1-Diabetes, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes und Sjögren-Syndrom. Eine schwedische Studie aus dem Jahr 2000 kam zu dem Schluss, die Melanom-Rate sei bei Menschen, die Sonnenschutzmittel auftrugen, höher als bei anderen, die keine solchen Mittel verwendeten. Der ganze Text!


Zahl der stationären Darminfektionen in Deutschland hat sich in 11 Jahren mehr als verdoppelt.

Im Jahr 2000 wurden 128.000 Menschen wegen Durchfallerkrankungen stationär aufgenommen und im Jahr 2011 waren es schon 282.000. Besonders auffällig war der Anstieg der Infektion mit Clostridium difficile, dass durch Antibiotikatherapie einen Wachstumsvorteil bekommt. Clostridien vermehren sich aber auch unter dem Einfluss von Herbiziden. Wie sagte Pasteur? Nicht die Mikrobe, sondern das Milieu ist das Problem. Wir sollten schauen, dass es unserer gesundheitstragenden Darmflora gut geht. Das beginnt bereits in der Zeit der Schwangerschaft.


Photodynamische Diagnostik bei Tumorbefall

Die Photodynamische Diagnostik nutzt die von den gesunden Zellen veränderten Stoffwechseleigenschaften der Tumorzelle, um zu erreichen, dass ein Wirkstoff, der sich in diesen Tumorzellen anreichert, per Licht so aktiviert werden kann, dass man auch bisher nicht sichtbare Tumorzellen erkennt. Dadurch werden die operativen oder radiofrequenterapeutischen Maßnahmen effektiver. Da Krebs keine Notfallerkrankung ist, kann man sich vor so einer Maßnahme durchaus kundig machen, wo diese Methoden eingesetzt werden. Darüberhinaus gibt es Stoffe, die dann unter Lichteinfluss so aktiviert werden können, dass sie einen starken oxidativen Stress erzeugen, der ja nur in den Krebszellen auftritt und diese zerstören kann.


Die vermehrte Einnahme von Ballaststoffen schützt sogar vor Hirntumoren

Selbst das hochaggressive Glioblastom soll auf eine erhöhte Zufuhr von Ballaststoffen reagieren. Wie ist das zu erklären ? Neben sekundären Pflanzenstoffen haben Ballstsstoffe die Fähigkeit des Quellverhaltens. Sie können also neben Wasser auch Gifte, Fette aber auch gesunde Stoffe binden und ausleiten. Da man als Ursache für Tumore ja immer nur Warnmeldungen liest, aber leider im Falle einer Erkrankung dann dieser Tumor doch nicht auf die Einlagerung von bestimmten Giften als Ursachennachweis untersucht wird, bleibt nur die Spekulation. Nein, nicht ganz, denn für Schwer- und Übergangsmetalle führe ich ja bereits regelmäßig den Nachweis des Zusammenhangs an, für andere Gifte müsste ich es mal tun. Faserstoffe sind also die Kehrbesen in unserem Darm. Sie helfen der gesunden Darmflora durch Halbzellulosen und Pektine zu wachsen und sie binden Gift, entziehen die dem enterohepatischen Kreislauf und führen sie der Ausscheidung zu. Es ist als eine Form der Entgiftung.


Osteoporose durch die Medikation und es ist nicht nur das allen bekannte Cortison….

Mir werden immer wieder Formulare vorgelegt, mit denen ich begründen soll, warum die Krankenkasse eine Ergänzung wie Vitamin D. Calcium etc. übernehmen soll.  Da ist es neben der Vorlage des Laborbefundes, der die Versicherungen meistens gar nicht interessiert, schwierig eine leitliniengerechte Begründung zu finden. Nun kann ich aus einem Artikel die Zusammenfasssung der Interaktion anderer Medikamente, die Einfluss auf die Osteoporose haben, erstellen.
Bei Cortison ging man bisher nur bei oraler Einnahme von einer bedeutsamen wirkung aus, mittlerweile zeigen sich auch osteoporotische Nebenwirkungen bei hochdosierter inhalativer Cortisoneinnahme, wenn es ein Dauermedikament ist. Auch TSH scheint den Knochenaufbau zu fördern und wird durch eine Medikation mit Schildddrüsenhormonen unterdrückt. Das bei Frauen nach der Menopause die Osteoporoserate zunimmt, ist bekannt. Demnach muss auch bei der Einnahme von Antihormonmedikamente  wie Aromatasehemmern oder bei Männern von Antiandrogenen an Osteoporose gedacht werden. Eine Dauerhepariniserung ist selten, kann aber bei Tumorpatienten mal der Fall sein, auch hier wird vermeht Calcium ausgeschieden. Protonenpumpenhemmer senken den pH-Wert der Magensäure, vermndern also deren Bildung. Dadurch wird das Pepsin, dass die Nahrung aufspalten soll weniger effektiv. Es entsteht eine Fehlverdauung, eine Dysbiose, die Rate der Nahrungsmittelunverträglichkeiten ud Allergien nimmt zu und es werden weniger Metalle resobiert, also auch weniger Calcium. Zusatzlich entstehen eine iatrogen vorübergehende exokrine Pancreasschwäche und ein sekundärer Hyperparathyreoidismus. (Eine kleine Studie (26 Teilnehmer) mit radioaktiv markiertem Calcium zeigte allerdings, dass die Resoptionsrate aus dem Darm nicht durch die PPI-Einnahme nicht vermindert war.) Zusätzlich scheint der PPI die Protonenpumpe der Osteoklasten zu hemmen, eine sogenannte Carboanhydrase. Dadurch bekommen die Osteoklasten einen höheren intrazellulären pH-Wert und das für deren Aktivität notwendige pH-Optimum verschiebt sich. Die Aktivität der Osteoklasten (Knochenabbau) könnte dadurch im Sinne des Osteoporoseschutzes gehemmt sein. Ähnliches gilt für H-2-Antagonisten und Magensäurebinder, wobei letztere ja nur lokal und akut wirken. Hier sollten metallfreie Präparate gewählt werden. Die Einnahme von Protonenpumpenhemmern im Jahr vor einem Knochenbruch zeigte gegenüber Nichteinnahme eines solchen Meikamentes eine Zunahme der Knochenbruchrate von 18 % im Allgemeinen und von 45%  für den oberen Oberschenkel und 60% für die Wirbelsäule. Bei H2-Antagonisten waren 12 % der Knochbruchzunahme im Allgemeinen und 31 % der oberen Oberschenkelknochen. Eine Studie von Targownik et al. zeigt bei einer PPI-Einnahme über sieben Jahre nahezu eine Verfünffachung (4,55) des Frakturriskos des oberen Oberschenkelknochens. In einer kanadischen Studie fand man für die PPI weder eine Verminderung der Knochendichte, noch eine Zunahme der Frakturrate. Da freut sich die Versicherung und wird sich wohl wieder darauf beziehen.
Glitazone sind Diabetes mellitus-Medikamente, die ebenfalls die Knochenbruchrate erhöhen. Hintergrund ist wohl dass unter deren Einfluss die mesenchymalen Stammzellen eher zu Fettzellen, denn zu Knochenzellen werden. Diese Effekte lassen sich bereits nach 14 Wochen Therapie bei gesunden postmenopausalen  Frauen nachweisen, wie eine neuseeländische Studiezeigen konnte. So einen schnellen Effekt zeigen sonst nur die Cortisonpräparate. Die Medikamente sind in Deutschland schon nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verfügbar, da sich darunter auch die Rate der Herz-Kreislaufereignisse verschlechtert hatte.
Entwässerungsmedikamente, Diuretika, beeinflussen den Elektolythaushalt, zu dem auch das Calcium gehört. Die Schleifendiuretika, die an der Henlschen Schleife des Nierenapparates angreifen, steigern die Calciumausscheidung und bewirken für den Körper eine negative Calciumbilanz. Da auch das Natrium ausgeschieden wird und das oft mit Schwindel einhergeht, sind die unter dieser Therapie gehäuften Knochenbrüche auch dem erhöhten Sturzrisiko geschuldet. Thiaziddiuretika, (HCT) wirken am distalen Tubulus des Nierenapparates und hemmen den Natrium-Chlorid-Symporter. Es kommte also auch zu einem Natriumverlust. Dieser Effekt aktiviert aber den 3-Natrium/1-Calcium-Antiportcarrier, wodurch vermehrt Calcium zurückgehalten wird und sich die Calciumbilanz verbessert. (zusammengefasst aus Pharmakogene Osteoporose jenseits von Kortison – SpringerMedizin)


Schlaganfall – trocken oder feucht – welche Ursachen ?

Bei einem Hirninfarkt spricht man von einem Schlaganfall. Dieser kann ischämisch und trocken, also durch einen Gefäßverschluss entstehen oder es platzt ein Blutgefäß und das ausströmende Blut (feucht) erhöht den Hirndruck, so dass dieser die Blutversorgung der Umgebung behindert und zur Sauerstoffarmut führt. Ursachen für solche Blutgefäßveränderungen können Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung, vermehrter Alkoholkonsum usw, aber auch ein Vitamin-C-Mangel sein. Dieser tritt häufiger auf, als ich vermutet habe. Ich habe bei meinen Patienten in der letzten Zeit mehrfach dieses Wert im Labor bestimmen lassen und trotz sehr gesunder und obst- und gemüsereicher Ernährung, Defizite feststellen müssen. Entweder ist der Gehalt in der Nahrung zu gering (Hybridzüchtungen der Kulturpflanzen) oder der Verbrauch ist aufgrund der Lebensumstände und der Grunderkrankung erhöht. Ein Mangel an Vitamin C schwächt das Bindegewebe, somit erhöht sich die Rissigkeit der Haut, der Sehen und Bänder, des Zahnfleisches, der Blutgefäßwände, es entstehen Aneurysma (Blutgefäßaussackungen) und  möglicherweise auch Gefäßrisse, die zu einem feuchten Schlaganfall führen. Es lohnt sich also der Check dieses Wertes. Mehr zu diesem Thema…


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


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Internet: www.dr-wiechert.com


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