Gesundheitsnewsletter vom 27.1.2019

von | 27. Januar 2019

Gesundheitsnewsletter vom 27.01.2019


Ein nasser trüber Tag, an dem man zwar gut eingepackt Spazierengehen und oder aber auch gemütlich am Feuer mit Schietwettertee sitzen kann. Genau dafür kommt nun der aktuelle Newsletter. Da ich nächste Woche anderweitig gefordert bin, könnte es sein, dass es nächste Woche keinen Newsletter gibt. Sie müssen sich also keine Sorgen machen.


Die Themen:

  • Neurofilamente im Blut sind bei M. Alzheimer, aber auch bei MS und anderen neurodegenerativen Erkrankungen von Interesse.

  • 4-Hydroxybenzoesäure  und Benzoesäure kommen natürlich und zugesetzt vor – die Dosis macht das Gift.

  • Ein Muskelprotein kann die Nervenzellregeneration induzieren

  • Wird einem Nahrungsergänzungsmittel eine konkrete Wirkung zugeschrieben, redet das Finanzamt mit.

  • Wertvolle Tipps aus einem Arte-Beitrag zu Hormondisruptoren und Möglichkeiten zur Selbsthilfe


Neurofilamente im Blut sind bei M. Alzheimer, aber auch bei MS und anderen neurodegenerativen Erkrankungen von Interesse.

Neurofilamente im Serum zeigen das Ausmaß eines Zelluntergangs der Nerven an und sind nicht spezifisch für eine spezielle Erkrankung. Es ist also ein Testparameter für die Aktivität neurodegenerativer Erkrankungen und kann genutzt werden, um den Erfolg therapeutischer Maßnahmen z. B. bei M. Alzheimer, zu dokumentieren. Bei der MS hat es einen prognostischen Wert. Ist die Menge der Neurofilamente beim ersten Schub gering, so ist der Verlauf blander. Als gering gilt ein Wert von <10pg/ml und hoch ist bereits ein Wert von >30 pg/ml. Ich unterstütze Sie gerne bei solchen Untersuchungen und biete auch ursachenorientierte und nebenwirkungsarme Therapieoptionen an.
Quellen:
https://www.nature.com/articles/s41591-018-0304-3


4-Hydroxybenzoesäure  und Benzoesäure kommen natürlich und zugesetzt vor – die Dosis macht das Gift.

4-Hydroxybenzoesäure wird im Körper bei bakterieller Fehlbesiedlung mit Anaerobiern vermehrt aus den Aminosäuren Tyrosin und Phenylanin gebildet. Das führt zu deren Mangel und nachfolgend zum Mangel derer Folgeprodukte, also z. B. den Schilddrüsenhormonen, dem Hautfarbstoff Melanin oder den Neurotransmittern Dopamin-Noradrenalin-Adrenalin. Das Sicherheitsdatenblatt zur 4-Hydoxybenzoesäure weist die Substanz als ätzend für die Haut und Schleimhaut aus. Darüber lassen sich also entsprechende Wirkungen auf die Darmschleimhaut oder die Körperzellen generell erklären, wenn man die Messung aus dem Urin bestimmt, denn da muss der Messparameter als phenolische organische Säure ja erst einmal über die Entgiftungswege und die Blutbahn hingekommen sein. In einer Endoskopie, der eine ausgiebige Magen-Darmreinigung vorausgeht, findet man dann wegen der recht schnellen Regenerationsfähigkeit dann meistens keine pathologischen Befunde. Ein weiterer Weg für die Aufnahme dieser nicht unschädlichen Substanz sind gesunde dunkle Früchte, Zwiebeln und schwarzer Rettich.
Die Benzoesäure selbst befindet sich in Weihrauch und dunklen Beeren, Milchprodukten und Honig. Benzoesäureester  (E211, E212, E213) werden als Duftstoffe, Weichmacher, Konservierungsstoffe eingesetzt. Das Bundesamt für Risikobewertung weist darauf hin, dass Benzoesäure in Verbindung mit Vitamin C zu giftigem Benzol umgewandelt werden kann. Das Sicherheitsdatenblatt zu Benzoesäure setzt den verträglichen Wert auf 5mg/kgKG/d fest.
Benzoesäuren erzeugen über Methylierungen epigenetische Phänomene, behindern also das ungehinderte Ablesen der Erbinformation. Dieses passiert bei Natriumbenzoat bereits in den zulässigen Dosierungen und behindert die ovariellen Steroidhormone, also Sexualhormone, die Aktivität der Phospholipase D, die das Phosphoratom abspalten soll und die Bildung der Phosphoglyceride, die für die Struktur der Zellmembran und Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin notwendig sind.

Es lohnt sich also bei scheinbar unerklärlichen Symptomen zu schauen, was die Person ißt, wie die Darmflora aufgebaut ist, welche organischen Säuren sich im Urin wiederfinden und dann zu überlegen, was das geschilderte Symptom erklären könnte. Ein sehr komplexes Thema und ich lerne durch die Anfragen der Patienten in der Aufarbeitung ihrer Laborergebnisse täglich etwas dazu und erkenne immer wieder, wie wenig ich eigentlich weiß und wie arrogant es wäre, den Patienten mit seinen Symptomen nicht ernst zu nehmen.


Ein Muskelprotein kann die Nervenzellregeneration induzieren

Das Muscle-LIM-Protein wird auch von den Neuronen der Nerven produziert, wenn sie durch Beschädigungen ihrer abgehenden Nervenfasern dazu aniniert werden. Dieses geschieht aber oft in so geringer Menge, das die Regeneration des Axons eines Nervenstranges, also dessen zentraler Struktur, bei Schädigung im Sinne einer Querschnittslähmung oder eines verletzten Sehnerven, nicht gelingt. Das Muscle-LIM-Protein hat seine eigentliche Bedeutung bei der Herzinsuffizienz.
Die aktuelle Versuchsreihe mit Tierversuchen fußt auf einer genetischen Modulation, die für den Menschen im Moment noch nicht zur Verfügung steht.
Quellen:
urn:nbn:de:hbz:061-20171010-112851-6
DOI:https://doi.org/10.1016/j.celrep.2018.12.026


Wird einem Nahrungsergänzungsmittel eine konkrete Wirkung zugeschrieben, redet das Finanzamt mit.

In einem konkreten Fall wurde über die Substanzen, die das Auftreten oder das Voranschreiten einer altersbedingten Makuladegeneration begrenzen sollten, dahingehend entschieden, dasss der volle Umsatzsteuersatz von 19% zu leisten sei und nicht wie sonst üblich bei Lebensmitteln, von nur 7%. Ein Wirkungsnachweis war dafür nicht erforderlich. Der Fiskus liest bei der Produktbewerbung mit.


Wertvolle Tipps aus einem Arte-Beitrag zu Hormondisruptoren und Möglichkeiten zur Selbsthilfe

Dieser Film über ca. 6 Minuten zeigt ein wertvolles Interview mit der Forscherin Barbara Demeneix zu ihren wissenschaftlichen Erkenntnisen. Zum Ende des Films kommen die Ratschläge, wie man die schädlichen Einflüsse deutlich minimieren kann. Ich ergänze deren Aufzählung noch um den Einsatz der Umkehrosmose des Trinkwassers und den Einsatz von Feinstaubfiltern für den Wohnraum. Den Artikel habe ich auf der Seite für Gesundheitsnews des Portals Taramax gefunden.
In einem Vortrag eines Sanitärbetriebs beim letzten BNI-Unternehmertreffen wurde darüber berichtet, dass neue Wasserhähne zwar ein Bleifreilabel tragen, aber in einzelnen Bauteilen dennoch Blei enthalten. Die ersten  Portionen nach einer gewissen Standzeit des Wassers im Wasserhahn sind dann doch bleibelastet. In der Vollblutmineralanalyse sehe ich auch immer die Bleiwerte. Dieses liegen relativ häufig über der Norm.
Ein älterer Film von Sat3 aus 2014 beschreibt dieses Phänomen kleinster Mengen von Hormondisruptoren für das Problem Übergewicht noch ausführlicher. Im Verlauf geht es auch um den Unterschied von Toxikologie und Endokrinologie. Ganz geringe Mengen sind ggf. gefährlicher als eine höhere Dosis. Indirekt ein wissenschaftliches Credo für die Verdünnungsreihen der Homöopathie.
Weitere Infos zu dieser Thematik:
Bisphenol A, NDR-Film zur Wirkung von Umweltchemikalien bei eingeschränkter Fruchtbarkeit, Was ist in der Lebensmittelverpackung?; Was ist in unserer Kleidung ?; Zöliakie durch Umweltgifte ?

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