Gesundheitsnewsletter vom 26.10.2019

von | 26. Oktober 2019

In  der Kurzvideoserie zum Thema der gesunden Verdauung geht es nun heute um die Frage des Fastens.


Susanne Schwarz wies mich letzte Woche auf die folgenden Filme hin, die ich Ihnen ebenfalls gerne empfehle, denn Sie decken wirklich auf und geben Hilfe zur Selbsthilfe. Sie untermauern auch meine Hinweise in dem heutigen Fastenvideo.

Der Sender Arte hat einen Film unter dem Titel "Unser Hirn ist, was es isst" online gestellt. Darin wird sehr gut dargestellt, wovon ich schon seit Jahren rede und schreibe. Würde man dieses Wissen umsetzen, könnte  man so viele Fehlfunktionen vermeiden.

In einem zweiten Film geht es um das Thema "Unser Bauch, die wunderbare Welt des Mikrobioms". Hier wird ebenfalls bestätigt, wovon ich immer rede und schreibe und es wird gezeigt, dass die Vielfalt des Mikrobioms immer geringer wird und dass das vermutlich an den Zusätzen in unserer Nahrung liegt, die niemals diesbzüglich getestet wurden.

Zuletzt möchte ich Sie noch auf einen meiner Artikel zur Fettleibigkeit hinweisen, in dem ebenfalls ein Film, dieses Mal aber auf 3Sat, aufklärend zur Seite steht.


Nächste Woche findet am 02.11.2019 der diesjährige Zertifizierungskurs für die intravenöse Sauerstofftherapie statt. Die Anmeldung für Kurs 51, auf S. 19 des verlinkten Programmmheftes, erfolgt über den Veranstalter der Medizinischen Woche in Baden-Baden. Ob noch Plätze frei sind, weiß ich nicht. Für mehr als 40 reicht die Bestuhlung im Palais Biron nicht aus.


Die Themen:

  • Biopterin – ein Messparameter für die Steuerung der Asthmatherapie, aber ggf. auch für den Tyrosin-Dopamin-Stoffwechsel.
  • Dopamin öffnet das Arbeitsgedächtnis, erhöht aber auch die Ablenkbarkeit.
  • Mikroangiopathie, die Probleme der kleinsten aller Blutgefäße
  • Niedrige natürliche Cholesterinspiegel bei älteren Menschen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko.
  • Besser zu viel als zu wenig Vitamin D – zu wenig verdreifacht das Sterberisiko, zu viel aber nicht!
  • Weichspüler erzeugen einen Film auf den Fasern, aber auch auf den Kontaktstellen der Waschmaschine, dort als Biofilm!
  • Mikroplastik löst sich aus Plastikteebeuteln – keine anderes Lebensmittel ist so belastet.

Biopterin – ein Messparameter für die Steuerung der Asthmatherapie, aber ggf. auch für den Tyrosin-Dopamin-Stoffwechsel.

Bei der Steuerung und Medikation der Asthma- und COPD-Therapie greife ich gerne zur exhalativen NO-Messung der FeNO. Leider tragen sich die apparativen Kosten nicht. Nun bin ich auf die Option gestossen, dieses mit Biopterin-Messungen zu kompensieren. Je geringer das Serumbiopterin zu messen ist, umso höher würde der FeNO-Wert liegen.
DOI: 10.1016/j.alit.2018.08.012
Biopterin ist aber genauso wichtig für die Bildung der Neurotransmitter und auch im Stoffwechsel aller aromatischen Ringe der Biochemie von Bedeutung.


Dopamin öffnet das Arbeitsgedächtnis, erhöht aber auch die Ablenkbarkeit.

Ein Dopaminmangel führt zu M. Parkinson. Ein Mangel an Dopamin und Noradrenalin vermindert die Aufmerksamkeitsspanne, man beobachtet das beim ADHS mit vermehrter Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität.
Ein "Zu Viel" an Dopamin läßt das Hirn alle möglichen Informationen aufnehmen, aber es kommt zu einer vermehrten Ablenkbarkeit, quasi zu springenden Gedanken und ineffektivem Lernen und Handeln.
Grundsätzlich sind Frauen hiervon eher betroffen als Männer. Sie haben generell höhere Dopaminspiegel und neigen daher dazu Handlungen aufzuschieben, weil sie sich durch Umwelteinflüsse von ihrer Entscheidung abbringen lassen.
https://doi.org/10.1093/scan/nsz049
Eine Überstimulation führt zu vermehrtem Calciumeinstrom in die Nervenzelle und kann diese beschädigen. Folgen auf Dopaminhochs dann Dopamintiefs, sind diese mit Lust- und Antriebslosigkeit verbunden. Sehr hohe Dopaminspiegel können auch schiziphrenieähnliche Symptome hervorrufen.


Mikroangiopathie, die Probleme der kleinsten aller Blutgefäße.

In den kleinsten Blutgefäßen müssen sich die roten Blutkörperchen hintereinander anstellen, um im Gänsemarsch durchzukommen. An den Nerven findet man am schnellsten Symptome, bei den Blutgefäßen der Blutgefäße entwickeln sich die Verkalkungen langsam. Besondere Organfunktionseinschränkungen finden sich an den Augen und den Nieren. Es mangelt in den Endstromgebieten an Sauerstoff und Nährstoffen bei gleichzeitiger Anhäufung von Stoffwechselprodukten. Bei der pAVK, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit findet sich die Maximalvariante der Gefäßverkalkung und im Nachgang ggf. die Amputation. Das möchte keiner, aber was kann man tun?
Man muss einiges ändern und das kann man mit einer Anamnese und Laboruntersuchungen herausfinden. Es macht Sinn, dass man nicht immer wartet, bis fast nichts mehr geht. Leider ist die Sichtweise der Krankenkassen bezüglich ursachenorientierter Maßnahmen sehr zurückhaltend. Dennoch, es geht um Ihre Gesundheit und deren Wertigkeit muss man dann ggf. aus eigener Tasche begleichen. Wichtige Kontrollparameter sind:
LDL-Subklassen, D-Dimere, Arginin, Cystein, essentielle FS, anitoxidative Kapazität, Magnesium, Kalium, Calcium, nierenfunktion, Blutdruck, Verzehrprotokoll….


Niedrige natürliche Cholesterinspiegel bei älteren Menschen erhöhen das kardiovaskuläre Risiko.

Hat der ältere Mensch ohne Cholesteinsenker natürlicherweise einen niedrigen Cholesterinspiegel, so erhöht sich die Rate für kardiovaskuläre Ereignisse. 1300 Männer, die anfänglich ein Durchschnittsalter von 77 Jahren hatten und bis dato hinsichtlich kardiovaskulärer Ereignisse unauffällig waren, wurden durchschnittlich 6,4 Jahre nachbeobachtet. Entsprechend der Chholesterinspiegel wurden die Teilnehmer in vier Gruppen eingeteilt. Die niedrigsten Spiegel waren die unter 156 mg/dl, dann bis 195 mg/dl, dann bis 234 mg/dl und zuletzt die mit noch höheren Cholesterinwerten.
Die mit den geringsten Werten waren eher schlanker, hatten etwas höhere Blutdruckwerte, hatten einen Diabetes entwickelt, hatten noch andere Erkrankungen, wie z.B. eine Blutarmut und waren gebrechlicher und hatten niedrigere HDL-Werte als die Teilnehmer mit den höchsten Werten.
44% der Männer mit den niedrigsten Werten gegenüber 34% der Männer mit den höchsten Werten erlitten in den beobachteten 6,4 Jahren eine ischämische (Sauerstoffmangel) Herzerkrankung oder verstarben sogar.
Nahm man nun die 731 Männer ohne Cholesterinsenkertherapie als Sondergruppe, dann trat diese Konstellation bei 64 % der Gruppe mit den niedrigsten und bei 33% der Gruppe mit den höchsten Werten auf.
https://doi.org/10.1093/gerona/glx199


Besser zu viel als zu wenig Vitamin D – zu wenig verdreifacht das Sterberisiko, zu viel aber nicht!

Vitamin-D-Spiegel unter 10 nmol/l erhöhen das Sterberisiko auf das Doppelte bis Dreifache. Spiegel > 90 nmol/l reduzieren das Sterberisiko um 30-40%. Davon profitieren die 45-60-Jährigen am meisten. Bei Diabetikern erhöht sich das Todesfallrisiko bei Vitamin-D-Spiegeln <50 nmol/l um den Faktor 4,4 und Werte über 100 nmol/l führen zu keinerlei Risikoerhöhung.
Das sind die Ergebnisse einer Östereichischen Studie an 78000 Patienten über einen Zeitraum von  10,5-20 Jahren
.
Marculescu R, et al. Abstract 325. Presented at: European Association for the Study of Diabetes Annual Meeting; Sept. 16-20, 2019; Barcelona, Spain.


Weichspüler erzeugen einen Film auf den Fasern, aber auch auf den Kontaktstellen der Waschmaschine, dort als Biofilm!

Filmbildungen in Waschmaschinen werden zu Biofilmen, wenn man unter 65°C wäscht. Gummidichtungen und Waschmittelfach sind die gefährlichsten Filmorte und die dort resistenten Keime tauschen ihre Resistenzgene bereitwillig untereinander aus. Das gelingt am besten, wenn sich die Waschmittelkonzentration durch das Nachspülen mit kühlem Wasser reduziert. In einem Krankenhaus musste man dieses leidlich erfahren, als sich die frisch gewaschenen Socken und Mützen der Säuglingsstation als Übertragungsquelle der Klebsiellen identifizieren ließen.
DOI: 10.1128/AEM.01435-19


Mikroplastik löst sich aus Plastikteebeuteln – keine anderes Lebensmittel ist so belastet.

3,1.000.000.000. Nanoplastikpartikel (1000 nm) und 11,6.000.000.000. Mikroplastikteilchen (100µm) lösen sich aus nur einem Plastikteebeutel, wenn man ihn mit 95°C heißem Wasser überbrüht. Kein anderes Lebensmittel ist so belastet. Die Belastung liegt mehrere tausend Male über den Höchstwerten der Mitbewerber. Wasserflöhe, die in dem abgehühlten Wasser des Plastikbeutels gezüchtet wurden, entwickelten Auffälligkeiten im Verhalten und wiesen auch anatomische Veränderungen auf.
DOI: 10.1021/acs.est.9b02540

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