Gesundheitsnewsletter vom 25.8.2019

von | 25. August 2019

Gesundheitsnewsletter vom 25.08.2019


Heute setze ich die Videoreihe zur gesunden Verdauung mit "Gut gekaut ist halb verdaut" weiter fort. Wir sind in der letzten Woche im Mund stecken geblieben und starten dort erneut, um uns dann in Richtung der Speiseröhre vorzuwagen. Wenn man einmal anfängt, sich Gedanken zu machen und über ein Thema zu sprechen, dann sind 10 Minuten unheimlich schnell vorbei und länger sollte so ein Video nicht dauern. Demnach geht es dann in der nächsten Woche auch in der Speiseröhre weiter.


Die Themen:

  • AGEs – Advanced Glycation Endproducts – je mehr wir davon haben, umso schneller altern wir!

  • Magensaftresistente Medikamente – was ist zu beachten?

  • Profitieren Hepatitiserkrankte von lipophilen Statinen?

  • Ein Film berichtet über die Wirkung der Pflanzenschutzmittel und Weichmachern auf das werdende Leben im Bereich der Tiere und der Menschen.

  • Hautkrebs wird immer häufiger diagnostiziert. Vitamin A kann das Risiko für das Plattenepithelkarzinom senken. Vitamin B 3 und Carotinoide sollte man aber ebenfalls betrachten!

  • Endotoxine, wie das Lipopolysaccharid, verursachen Krankheitsgefühle – man kann es messen.


AGEs – Advanced Glycation Endproducts – je mehr wir davon haben, umso schneller altern wir!

AGEs , also die Advanced Glycation Endproducts, sind Produkte des Kohlenhydratstoffwechsels, indem Zucker und Eiweiße eine Verbindung eingehen. Auf der kurzen Strecke von wenigen Tage spricht man von Early Glycation Products und wenn es dann innerhalb von Wochen auch zu Kreuzvernetzungen im Sinne von Strukturproteinen gekommen ist, spricht man von AGEs. Als bekannter Messparameter gilt der Langzeitzuckerwert, das HBA1C.
Die AGEs produzieren wir aber nicht nur selbst, sondern die können wir auch essen. Sie befinden sich in Käse, Wurst und Fleisch.
Entzündungszellen haben einen AGE-Rezeptor. Docken die AGEs an, werden diese aktiviert. Diese Makrophagen und Monozyten schütten dann proentzündliche Botenstoffe aus, nämlich IL 1, IL6, TNF-a, IGF-1 und die Zellen, die die Blutgefäße auskleiden, die Endothelzellen, fahren ihre Adhäsionsmoleküle VCAM-1 und ICAM-1 aus, so dass Entzündungszellen andocken und eine Entzündung in den Blutgefäßen auslösen. IL 1, IL6, TNF-a, IGF-1 erhöhen die Insulinresistenz, wodurch der Zucker länger und somit auch mit höheren Blutzuckerspitzen im Blutverbleibt, so dass vermehrt AGEs gebildet werden.
AGEs führen also zu Nerven-, Blutgefäß-, Gelenkschäden und verstärken die Ausprägung des Diabetes mellitus.
Diese AGEs kann man im Blut messen, wenn man für sich prüfen will, ob man hier deutlich über der Norm liegt.  Dann sollte man sein Essverhalten ändern, um das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Gelenkentzündung, Osteoporose, Degeneration des Nervensystems zu reduzieren. Studien zeigen auch auf, wie natürliche Substanzen regulierend unterstützen können.
https://doi.org/10.1016/S0006-291X(05)80875-7
DOI:https://doi.org/10.1530/JME-15-0031
DOI: 10.1016/j.bbadis.2005.08.004


Magensaftresistente Medikamente – was ist zu beachten?

Magensaftresistente Medikamente sind im Allgemeinen nur 1,5 Stunden stabil gegenüber der Magensäure und öffnen sich dann doch. Dennoch beschreibt die Pharmazeutische Zeitung, dass in dem angeführten Beispiel für Diclofenactabletten es passieren könnte, dass diese über viele Stunden ungeöffnet bleiben.
Warum schreibe ich das?
Wenn der Magen durch viele kleine Mahlzeiten immer wieder etwas zu tun bekommt, dann wird er mit der Nahrungsaufbereitung für den Transport in den Dünndarm nicht fertig. Somit behält er die Speisen und die geschluckten Medikamente im Magen zurück und verhindert deren Wirkung. Hält diese Phase über das Medikationszeitintervall hinaus an, dann befinden sich zwei oder mehr Tabletten im Magen, die dann verzögert und in doppelter Dosis zur Wirkung kommen, wenn der Magen sich dann endlich entleert.

Daher sollten Medikamente, die nüchtern mit schwallartig viel Wasser genommen werden, auch die Zeit bekommen, den Magen zu verlassen, bevor denn gegessen wird.


Profitieren Hepatitiserkrankte von lipophilen Statinen?

Wie eine Studie zeigt, gibt es wohl eine 44-prozentige Verminderung der Erkrankungswahrscheinlichkeit für ein hepatocelluläres Karzinom, wenn man eine Hepatitis mit dem C- oder B-Virus hat und ausreichend lange ein lipophiles Statin einnimmt.
DOI: 10.7326/M18-2753


Ein Film berichtet über die Wirkung der Pflanzenschutzmittel und Weichmachern auf das werdende Leben im Bereich der Tiere und der Menschen.

Der verlinkte Film zeigt einen TED-Vortrag von Prof. Dr. Tyrone Hayes und der Filmemacherin Penelope Jagessar Chaffer über das bekannte Wissen zu der Wirkung von Pestiziden und Weichmachern auf das werdende Leben und auch auf spätere Erkrankungen. Der Film ist auf englisch, aber gut zu verstehen und mit beeindruckenden wissenschaftlichen Darstellungen gespickt. Beate Wiemers hat mich darauf aufmerksam gemacht.


Hautkrebs wird immer häufiger diagnostiziert. Vitamin A kann das Risiko für das Plattenepithelkarzinom senken. Vitamin B 3 und Carotinoide sollte man aber ebenfalls betrachten!

Seit geraumer Zeit bestimme ich im Rahmen des Gesundheitschecks auch das Vitamin A. Es ist bei den Patienten, die zu mir kommen, recht häufig im Mangel oder in der unteren Norm. Eine Studie über 25 Jahre zeigt nun, dass das Rsisko für ein Plattenepithelkarzinom sich um bis zu 17% senken lässt, wenn man diejenigen mit besonders wenig Vitamin A in den Normbereich bringt.
Gegen den weissen Hautkrebs wirken am stärksten die Carotinoide Beta-Cryptoxanthin und Lycopin.
doi:10.1001/jamadermatol.2019.1937

Nicotinamid, also Vitamin B3, ist ebenfalls Teil meiner Vorsorgeuntersuchung. Auch dieses Vitamin befindet sich erstaunlich oft in der untersten Norm und darunter. Dieses ist umso interessanter, da es eigentlich gar kein echtes Vitamin ist, denn der Körper kann es sich aus der Aminosäure Tryptophan bauen, wenn der den Kynurenin-Stoffwechsel bemüht. Vitamin B3 schützt ebenfalls vor Hautkrebs!
DOI: https://doi.org/10.1038/jid.2011.459
DOI: 10.1056/NEJMoa1506197


Endotoxine, wie das Lipopolysaccharid, verursachen Krankheitsgefühle – man kann es messen.

Lipopolysaccharide (LPS) sind Bakterienbestandteile, die unser Immunsystem dazu veranlassen, proentzündliche Botenstoffe zu produzieren. Gemäß DocCheck Flexikon ist allerdings nur das Lipid A der verantwortliche Teil für diese Proentzündlichkeit.  Der TNF-a-Hemmtest beruht zum Beipiel auf diesem Prinzip. Diese Lipopolysaccharide müssen vom Körper mit den lipopolysaccharidbindenden Proteine neutralisiert werden. Der Spiegel im Blut ist ein Anhalt dafür, wie stark der Patient durch diese LPS belastet ist. Erstaunlicherweise spüren die Patienten Unterschiede, die weit im Normbereich liegen. Ein Wert <8µg7ml gilt als normal, Symptome werden aber bei Schwankungen von 2 auf 3µg/ml bereits geschildert.

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