Gesundheitsnewsletter vom 25.07.2020

von | 25. Juli 2020

Fettäuren und Pro Resolving Mediators – Fettsäure tötet Krebszellen ab – Cholesterin natürlich senken, Entzündung durch Bakterien im Fettgewebe – Coronatestung, ist mein Immmunsystem coronakompetent? – Die Praxis zieht am 01.08.2020 um!
Dr. Wiecherts Gesundheitsnewsletter vom 25.07.2020
In dem heutigen Kurzvideo berichte ich über die Fettsäuren.

Was hat es mit den gesättigen, ungesättigten sowie essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf sich?

Was sind PRMs, also Pro Resolving Mediators?

Was kann man bei aller guten Absicht ganz schnell so falsch machen, dass die gesunden Ölen sogar schädigen?

Fettsäuren sind wichtigbei deren Nutzung werden aber sehr oft gravierende Fehler begangen, die die gute Absicht ins Gegenteil verkehren.
Neben dieses wichtigen Tipps für die Praxis
erfahren Sie auch ein wenig von der wissenschaftlichen Bedeutung, für die Sie nachfolgend die wichtigsten Links aufbereitet finden.

Pro Resolving Mediators nutzt der Körper, um chronische Entzündungen zur Ausheilung zu bringen.doi: 10.1097/MCO.0000000000000353

Sie werden aus essenziellen Fettsäuren, der EPA und DHA gebildet. Allein deren vermehrte Gabe führt zu einer vermehrten Umwandlung der proentzündlichen M1-Makrophagen in die antientzündlichen M2-Makrophagen. doi.org/10.1038/s41467-017-02538-5

Diese Pro Resolving Mediators gehören zu den Gruppen der Protectine, Maresine und Resolvine. Deren besondere Schutzfunktion bei jeglicher Lungenerkrankung ist gut belegt. DOI: 10.1055/s-0030-1255913
Dieses wird für Lungenfibrose, COPD und Asthma anhand der Aktivitätsverminderung der proentzündlichen TAK-1-Aktivität durch die Pro Resolving Mediators wissenschaftlich abgehandelt. hdl.handle.net/1802/29355
Im Einsatz gegen dramatische Verläufe der Covid-19-Infektionen hat sich das Protectin D1 neben antioxidativ wirkenden Mikronährstoffen wie Vitamin A, C, E, D, B-Vitaminen, Se, Zn, Fe als besonders hilfreich erwiesen. DOI: 10.1002/jmv.25707

Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind aber alle oxidativ gefährdet und daher ist es unabdingbar, dass diese gesunden Ölen auch antioxidativ begleitet werden. Dazu stehen die fettlöslichen Vitamine EDKA und Vitamin C, aber auch die Kofaktoren antioxidativer Enzyme zur Verfügung, die man labordokumentiert in der individuell notwendigen Menge regelmäßig anbieten muss.

Das ist dann der Preis dafür, dass man NSAR wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Ketoprofen etc. und steroidale antientzündliche Substanzen wie Corticoide reduzieren kann, um auch deren Nebenwirkungen zu reduzieren.

Auf der Seite der Internationalen Gesellschaft für Oxyvenierungstherapie e.V. finden Sie eine sehr verständliche Aufarbeitung dieser Pro-Resolving Mediator-Thematik im Zusammenhang mit der intravenösen Sauerstofftherapie auf deutsch erklärt. Dr. Kreutzer hat hier im Wesentlichen die Arbeit geleistet.

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Die Themen:
 
Eine Studie findet heraus, dass eine Fettsäure Krebszellen und neurodegenerative Zellen in aufräumender Art abtötet.

Di-homogamma-Linolensäure, DGLA, wird aus der y-Linolensäure gebildet, die in Borretschöl ihre höchste Konzentration hat und die kann menschliche Krebszellen und neurodegenerative Zellen abtöten, weil es die Ferroptose einleiten kann. Dieses geschieht im günstigsten Fall regelmäßig und wahrscheinlich am effektivsten in der Phase des Intervallfasten, wenn die Zellen aufräumen und für die irrläufigen Zellen die Apoptose (den natürlichen Zelltod) und die Autophagie (recycelndes Aufessen der toten Zelle) einleiten.

Zu diesem Aufräumprozess gehört die Ferroptose.

Dabei handelt es sich um eine eisenabhängige Lipidperoxidation. Diese ist abhängig von dem Enzym ACSL4, Acyl-CoA synthetase long-chain family member 4. Um diesen Zelltod einleiten zu können, müssen in der Zelle ausreichende Mengen oxidierter Fettmolekülen in der Zellmembran vorliegen. ACSL4 erzeugt diese Ausgangsstoffe für das tödliche Fettsäuresignal, wenn auch genügend Ausgangsfettsäure, also Di-homo-gammam-Linolensäure, vorhanden ist und unterstützt die Einlagerung in Form der langen ungesättigten Fettsäuren in die Zellmembranen.

Diese neue Erkenntnis ist daher so beeindruckend, weil hohe ACSL4-Enzymwerte bisher bei sogenannten therapieresistenten Brustkrebszellen, Leber- und Dickdarmkrebs oder auch beim Alport-Syndrom und neurodegenerativen Erkrankungen auftraten, wofür nun Hoffnung auf Linderung besteht.
doi: 10.1038/nchembio.2239
doi: 10.1038/nchembio.2238

Bisher hatte man für die Ferroptose nur die Glutathionperoxidase und zwar die GPX4,  auf dem Schirm, die ich auch regelmäßig in der Aktivität kontrolliere. Diese ist oftmals erhöht, kann aber nur gut arbeiten, wenn auch genügend Glutathion vorhanden ist. Meistens fehlt dafür der Baustein Cystein im Aminosäurestatus, während Selen, Glycin und Glutamin ausreichend vorhanden sind. Cystein verbraucht sich stark bei einer Belastung mit toxischen Metallen.
Dieses insuffiziente Arbeiten der GPX4 ermöglicht allerdings diesen Ferroptose-Weg.

Lipoxygenasen fördern die Bildung der zelltodeinleitenden Signale, während Tocopherole und Tocotrienole diesen Weg hemmen. Es bedarf also des Einsatzes zur rechten Zeit. In der Phase des Intervallfastens fallen die Dosierungen dieser Ergänzungen ab, insbesondere dann, wenn man die Tocotrienole mit der kurzen Halbwertszeit und nicht die langwirksamen Tocopherole auswählt.

Di-Homo-gamma-Linolensäure – was ist das?
Bevor aus ihr die proentzündliche Arachidonsäure gebaut wird, gehört sie noch zu der antientzündlichen Eicosanoidgruppe 1. In den Fettsäureanalysen wird auch immer die Eicosanoidbalance ausgewiesen. Die Umwandlung in die Arachidonsäure lässt sich mit A-Linolensäure, Curcumin und Sesamin bremsen. Eine Ernährung die wenig Insulin erfordert, hält diese Umwandlung ebenfalls in Grenzen.

 
Cholesterin – wie kann man es natürlich senken?

Schnellverfügbare Kohlenhydrate und Transfettsäuren erhöhen das Risiko für einen Anstieg des Cholesterins und zwar insbesondere des LDL-Cholesterins und dort der LDL-Subklassen mit den größeren Zahlen, nämlich 3-7. Je höher die Zahl, umso kleiner das Molekül und umso höher die Gefahr, dass sich das Cholesterin unter der innersten Schicht des Blutgefäßes ansammelt und dort zu einem Flußhindernis wird – dieses insbesondere in den kleinsten aller Gefäße, den Haargefäßen oder Kapillaren. Das kann dann zu Problemen in den Privatgefäßen der Blutgefäße oder auch z.B. der Nerven führen. Fettoxidationen (Lipidperoxidation) fördern ebendalls die LDL-Cholestrinbildung.

Transfettsäuren entstehen z.B., wenn man mit den ungesättigte Fettsäuren über den Rauchpunkt erhitzt und das kann bei dem einen Öl schon bei 130°C und bei anderen bei 230°C sein. In beiden Fällen ist es aber schnell überschritten, weshalb ich dazu rate, mit gesättigten Fetten zu braten. Dennoch sollten Sie das Öl auch hier nicht zum Brennen bringen.

Propionsäure finden wir in Lebensmitteln und sie wird auch von der Darmflora produziert, wenn wir uns um deren Wohlergehen mit ausreichend Faserstoffen kümmern. Sie wirkt zusätzlich überall im Körper antientzündlich und wird sogar bei Mulitipler Sklerose und M.Crohn gezielt eingesetzt.

Kaffee ist gut für die Leber. Filterkaffee erhöht den Cholestrinspiegel nicht – ungefilterter aber doch. Kaffee senkt die Wahrschenlichkeit der Entwicklung eines Diabetes mellitus.

Welche Lebensmittel senken den Cholesterinspiegel noch?
Apfelpektin – Birnen – Heidelbeeren, Avocado, Olivenöl – Leinöl, Grüntee, Walnüsse, Tomaten, Knoblauch, Zartbitterschokolade, Ingwer, Kichererbsen und Fisch mit wenig toxischen Metallen oder Weichmachern, aber hohem Omega-3-Fettsäuregehalt.

Hier noch der Link zum E-Book von Dr. Andrea Flemmer „Cholesterin natürlich senken“,

 
Bei Nachweis bakterieller DNA im Fettgewebe steigt die Entzündung.

Dr. Rima Chakaroun von der Klinik und Poliklinik für Endokrinologie, Nephrologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) hat bei 75 Patienten unter sterilen Kautelen operativ Fettzellen entnommen und hat diese auf das Vorhandensein von Bakterien untersucht. Je mehr Bakterien im Fettgewebe gefunden wurden, umso höher waren die Entzündungswerte im Blut und die Risken der Herzkreislauferkrankung.

Aber wo kommen die Bakterien her?
Es wird diskutiert, dass bei Übergewicht ein Leaky-Gut-Syndrom, also ein Durchlässigkeitssyndrom des Darms besteht, wodurch die Bakterien in das Fettgewebe auswandern können.
DOI:https://doi.org/10.1103/PhysRevLett.125.023002.

Der Bacteroides2 (Bact2) Enterotyp ist mit systemischer Entzündung assoziiert. Dieser Enterotyp hat besonders wenig Faecalibakterien und viele Bacteroides species. Es fiel auf, dass eine Statintherapie die Dysbiose im Darm zu reduzieren scheint und diese Therapie  auch mit etwas weniger Gewicht einherzugehen.
doi.org/10.1038/s41586-020-2269-x

Daher sollte eine Gewichtskorrektur, eine Behandlung oder ein Ausschluss eines Leaky-Gut-Syndrom bei chronischen Entzündungen Teil des Therapiekonzeptes sein.
Dazu gehören die Auswertung eines Verzehrprotokolls, eine Impedanzmessung, eine ausreichende körperliche Aktivität zum Schutz vor Muskelverlust und Einschränkung des Grundumsatzes sowie eine angepasste Versorgung mit Proteinen und dieses am besten individuell nach Laborergebnis zusammengestellt.

 
Corona-Test nach dem Urlaub? – Ist ihr Immunsystem für eine Auseinandersetzung mit dem SARS-COV-2-Virus kompetent genug?

Nahezu alle Länder der EU und die Schweiz gehören nicht zu den Risikoländern.
Wer aus Risikoländern kommt, muss sich freiwillig in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.
Dennoch soll es ja jetzt an den Flughäfen kostenlose Tests geben, dafür müssen aber mediziinische Abstrichteams vor Ort sein, da es nicht von den Angestellten des Flughafens geleistet wird. Das Ergebnis soll dann zeitnah, ein bis zwei Tage, geliefert werden.

Jeder andere darf sich auch kostenlos testen lassen, dafür gibt es offizielle Stellen und man hat ggf. eine 72-stündige Wartezeit für den Abstrichtermin. In Bremen ist diese Stelle am Kongresszentrum.

Wem das alles zu lange dauert, der kann anhand des FebriDx-Tests doi: 10.3402/ecrj.v2.28245 aus dem Blut binnen 10 Minuten erfahren, ob ein Virus-Infekt vorliegt. Zwei Stunden nach Beginn der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem Virus wird dieser Test positiv. Er reagiert unter der Stimulation des Interferon alpha und beta mit der körpereigenen Bildung des Myxovirus-Resistenz-Proteins A (MxA).
Wer eine gute MXA-Antwort zeigt, hat ein kompetentes Immunsystem und wird das Virus schnell besiegen. DOI: 10.1084/jem.20161033.
Das heißt im Umkehrschluss, dass bei einer viralen Krankheitssymptomatik ein schwaches oder fehlendes Ergebnis eine kritische Situation und erhöhten Handungsbedarf zur Verhinderung des drohendes Zytokinsturms anzeigt.

Dieser Test eignet sich also nur bei einer Symptomatik zur Entscheidungsfindung. Ob er bei den 80% primär symptomlosen Patienten, die dann später dennoch ggf. mit Erschöpfungs- oder Hirnfunktionsstörung oder unerwartetem Abfall der Nierenfunktion auffällig werden, anschlägt, ist bisher nicht erforscht.

Bei der Rückführung von 783 griechischen Staatsbürgern wurden bei der Landung am Flughafen fünf Prozent positiv auf Covid-19 getestet, wobei zum Zeitpunkt des Virusnachweises 98 Prozent der Infizierten asymptomatisch waren, also zu dem frühen Zeitpunkt der Infektion, an dem die Viruslast bei vielen Patienten am höchsten ist. Bei einem Follow-up-Test, der zwei Wochen später erfolgte, waren immer noch 88 Prozent der positiv Getesteten symptomlos. Weitere Beispiele dazu sind vielfach dokumentiert. doi.org/10.7326/M20-3012
Demnach ist das mehrmalige Gewinnen der Abstriche oder des tief hochgehusteten Sputums oder von Stuhlproben, die ja am längsten auffällig bleiben, für einen PCR-Nachweis die zur Zeit sicherste Nachweismethode einer Infektion.

Solche Proben kann ich in das kooperierende Labor einschicken und das Ergebnis ist mitunter schon am Abend da, da die Tests wohl dreimal täglich angesetzt werden. Dieses Labor stellt allerdings eine Rechnung.

Ob Sie kompetent für
eine Auseinandersetzung mit dem SARS-COV-2-Virus sind,
kann man mit dem Funktional sensitivity-Test erfassen
.

Die entsprechenden Testsets halte ich in der Praxis vor.

 
Die Praxis Dr. Wiechert zieht am 01.08.2020 um
und
bereitet sich für die Neueröffnung an der neuen Adresse für den 10.08.2020 vor.

Parkallee 301 – 4. OG – 28213 Bremen

Wir freuen uns darauf, Sie in den neuen Praxisräumen begrüßen zu dürfen.

Die Internetadresse – Emailadresse – Telefonnummer bleiben erhalten.

Wichtige Rezepte bitte ich bis zum 30.07.2020 in Auftrag zu geben.

Die Ritterhuder Praxis, als Keimzelle der Allgemeinmedizin Dr. Wiechert, bleibt bestehen und kümmert sich weiterhin um die hausärztlichen Patienten der ersten Stunden, die in das Jahr 1998 zurückreichen.

Nächste Woche wird der Newsletter wohl ausfallen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin
Praxis Ritterhude

Lesumstoteler Str. 65 • 27721 Ritterhude • Tel. 04292 – 2921 • Anfahrt

Praxis Bremen

Juiststr. 12 • 28217 Bremen • Tel. 0421 – 395015 • Anfahrt

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