Gesundheitsnewsletter vom 24.12.2019

von | 24. Dezember 2019

Es geschah im Jahr 2019, als sich auf einem Klassentreffen zwei ehemalige Schulkameradinnen über Ihre Ehemänner unterhielten. Die eine hat einen Ehemann, der wegen Lungenfibrose schon an der Medizinischen Hochschule Hannover einen Termin zur Indikationsüberprüfung der Lungentransplantation hatte und der nun als Solist im Bariton singt und 600 Höhenmeter zu Fuß und mit Gepäck überwinden kann. Er nimmt kein Kortison und erfreut sich nun der Pension, in der er voller Aktivitäten ist.

Die andere hat einen Ehemann mit COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) in der schwersten Ausprägung mit Pflegestufe und der kann das Haus nicht mehr zu so etwas wie einem Spaziergang verlassen. Er bekommt die neuesten und besten Medikamente der Regelmedizin der Vertragsärzte und die Ärzte können nichts Weiteres mehr für ihn tun, er gilt als austherapiert.

Als sie nun die Leidensgeschichte Ihres Ehemannes erzählt hatte, erreichte sie die Kunde, dass es auch Ärzte gibt, die sich ihre Neugier bewahrt haben, individuelle Lösungen suchen und die ihr im Studium erworbenes Wissen dazu nutzen, auch Fragen zu stellen, die ausserhalb des klassischen diagnostischen Musters liegen. Sie bekam den Rat doch einmal mit ihrem Ehemann einen solchen Arzt aufzusuchen. Der, zu dem der Ehemann mit der Lungenfibrose gegangen ist, praktiziere nur ca. 60 km entfernt.

Die Frau mit dem Ehemann, der die COPD hat, nahm diesen Rat ernst und vereinbarte einen Termin. Nach einer ausführlichen Anamnese und Sichtung der Vorbefunde wurden andere Fragen gestellt und laborchemische Antworten eingeholt. So erkannte man einen gravierenden Eisenmangel, einen Diabetes mellitus, eine Glutensensitivität, einen Mangel an Biotin und aktivem B12 – also Holotranscobalamin, essentiellen Fettsäuren mit ungünstigen Indices bzw. Quotienten und demzufolge wohl auch eine ausreichende Produktion des Protectin D1, Magnesium, Kalium, CoQ10 und sehr schwache Mitochondrien mit einer sehr schwachen antioxidativen Kapazität, so dass die Energiegewinnung in absoluter Ruhe identisch war mit der, die unter maximaler Energieanforderung möglich war. Die Energiegewinnung aus Fetten und der Aminosäure Glutamin waren darüberhinaus noch zusätzlich eingeschränkt. Als Nebenbefunde waren die stark eingeschränkte Lungenfunktion bekannt und wir fanden noch den Hinweis auf  blutende Polypen, die man auch endoskopisch entfernte sowie das Vorhandenseins von freien Kappa-Lambda-Ketten, weswegen er nun unter hämatologischer Überwachung steht.

Die Therapie sollte nun also die Mängel ausgleichen, die antioxidative Kapazität verbessern, kranke Mitochondrien ausmausern, gesunde Mitochondrien vermehren, die Energiegewinnungsfähigkeit verbessern. Der Diabetes sollte durch Umstellung der Ernährung mit Gewichtsreduktion, Wiedererlangen der Bewegungsfähigkeit und Vermeidung von Gluten erreicht werden.

Dazu kam der Patient drei Wochen am Stück von Montag bis Freitag täglich in die Praxis und erhielt neben der intravenösen Sauerstofftherapie auch Kalium und Magnesium sowie Phospholipide, 1-2x/Woche Eiseninfusionen und am Freitag jeweils eine Aufbauinfusion und einen B-Vitamin-Komplex intravenös. Sobald die Laborbefunde eingingen, wurden orale Ergänzungen in die Therapie integriert.

Der Patient sollte mit der COPD nun alle vier Wochen für 5 aufeinanderfolgende intravenöse Sauerstofftherapien zur Auffrischung der antientzündlichen Wirkung und somit Reduktion der Exacerbationswahrscheinlichkeit der COPD in die Praxis kommen, was er auch macht.

Die bisherigen Ärzte haben es immer noch nicht für nötig erachtet, den Eisenmangel intravenös auf Kassenkosten auszugleichen. Daher verbinden wir diese Termine auch jeweils mit Eiseninfusionen. Alles andere kann mittlerweile oral sichergestellt werden.

Was dieser Patient nun kann und welche Lebensqualität er wiedergewonnen hat, erzählt er in diesem Video selbst und ich bedanke mich hier ganz herzlich für diese Bereitschaft, denn Krankheit ist doch etwas sehr Persönliches. Diese Erzählungen sind von meinen Kommentaren und ausgewählten Befunden begleitet. Sie werden erkennen, was mit einer etwas anderen Sichtweise und des Einsatzes bewährten und modernen schulmedizischen Grundlagenwissen möglich ist.

Sie denken doch jetzt sicherlich auch, dass die gesetzliche Kasse in Anbetracht der Befunde und des Genesungsverlaufs die verauslagten Kosten erstattet hat oder?

Dann wissen Sie auch, warum ich mir meine Therapiefreiheit nicht durch Verträge einengen lassen will.

Frohe Weihnachten, Ihr Dr. Wiechert

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