Gesundheitsnewsletter vom 23.6.2013

von | 23. Juni 2013

Gesundheitsnewsletter 23.06.13

Wir nähern uns den Sommerferien und in dieser Zeit wird der Newsletter nur unregelmäßig erscheinen, da auch ich mich ein wenig von Verpflichtungen befreien möchte.

Für das Zeitfenster vom 08.07.2013 bis zum 20.07.2013, meiner sprechstundenfreien Zeit, biete ich ein Sommerspecial für die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger an. Wiederholungspatienten können die Termine frei vereinbaren, Neupatienten müssen noch in der Woche davor in die Sprechstunde und mindestens zwei Anwendungen in meiner Gegenwart erhalten haben. Die Preise für das 2-Wochenfenster werden nach GOÄ A272, einfacher Satz, also 10,49 € plus Material, abgerechnet.

Am 14.08.2013 um 18:30 werde ich wieder einen Patientenvortrag zum Thema Bluthochdruck  halten. Er findet in dem CURANUM Seniorenstift Findorff, Walsroder Straße 1, in 28215 Bremen statt. Der Vortrag ist kostenlos. Ich bringe Ihnen die Entstehung des Blutdrucks, dessen Bedeutung und dessen Beinflussbarkeit näher.

Was gibt es diese Woche zu berichten?

  • Neue Blutdruckgrenzwerte

  • Mitochondrien reden miteinander, Erkenntnisse für die Entstehung und Heilung von Krankheiten

  • Gewichtsreduktion, aber auch Veränderung eines Suchtverhaltens, beginnen im Kopf

  • Wie bestimme ich den Energiebedarf?

  • Nichtraucher durch eine Impfung?

  • Nanopartikel, die Zeit berichtet darüber.

  • Welches Nahrungsmittel beinhaltet was?

  • Neues zum Genmais und zum Gensoja als Beobachtungsstudie bei Schweinen

 

Neue Blutdruckgrenzwerte

Die europäische Fachgesellschaft für Hypertonie und Kardiologie, also Bluthochdruck und Herzerkrankungen, hat über 700 Studien gesichtet und vereinfacht jetzt aufgrund dieser Datenlage die Richtlinien für die Grenzwerte des Blutdrucks. Demnach sollte der erste Wert, also der systolische und höhere Wert unter 140 mmHg liegen und der zweite Werte, also der, bevor das Herz erneut schlägt,  soll bei unter 90 mmHg liegen. Für Diabetiker wird dieser zwischen 80 und 85 mmHg angesiedelt. Der Leitsatz „je tiefer, umso besser“ muss verlassen werden, weil dann das Risiko der nicht ausreichenden Organdurchblutung steigt, was am Ende zu einem schlechteren Ergebnis führt. Für eine gute Blutdruckmodulation sei hier auf die Fähigkeit der intravenösen Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger ve
rwiesen. Über die erfolgreichsten Indikationen referiere ich auf kommenden Wochenende auf der ISLA, dem internatonalen Kongress der Internationale Society for medical Laser applications.

 

Mitochondrien reden miteinander, Erkenntnisse für die Entstehung und Heilung von Krankheiten

A.uf meiner Homepage habe ich einen Artikel veröffentlicht, den Sie sich wirklich einmal erarbeiten sollten. Hier wird anhand von Krebszellen und gesunden Zellen in einer Studie der Grundlagenforschung  die Bedeutung der Mitochondrien erklärt. In den Lehrbüchern ist noch immer nur die Rede von den Kraftwerken der Zelle, die aus unserer Nahrung im Rahmen einer Elektronentransportkette, die eine Knallgasreaktion verhindert, ATP gebildet wird, welches rein energ
etisch für die Zellfunktion notwendig ist. Diese Studie spricht aber von einem Crosstalk, also einer Kommunikation der Erbinformation der Mitochondrien untereinander. Man weiß sogar, dass die Mitochondrien, wie die Bakterien auch,  über Mikrotubuli Erbinformation austauschen können. Die Mitochondrien sind somit die Intelligenz der Zelle, die darüber entscheidet, welcher Genabschnitt in der Bibliothek des Zellkerns abgelesen wird. Sie legen also fest, wie die Zell tickt, das nennt man dann differenzierte Zellleistung. Die Krebszelle ist aber die Spitze dieser Fehlentwicklung, dass nennt man dann Entdifferenzierung. Chronische Erkrankungen gehen aber auch mit einer Mitochondriendysfunktion einher und daher eröffnet sich mit der Erkenntnis dieser Studie hier ein wissenschaftlich begründeter Therapieansatz zur Regeneration der Mitochondrienfunktion mit damit einhergehender Redifferenzierung der Mitochondrien-/Zellfunktion. Pionier der Erkenntnis dieser Zusammenhänge ist Dr. Heinrich Kremer.

Coenzym Q10 ist Katalysator und Elektronentransporter im ersten und dritten Schritt der Atmungskette. Sein Isoprenoidschwanz, den er mit den fettlöslichen Vitaminen und den Polyphenolen und dem Cytochrom A im vierten Schritt der Atmungskette gemein hat, lässt vermuten, dass es am mitochondrialen Crosstalk, der auch lichtquantenmoduliert (Lichtabsoprtionsspektren von Polyphenolen versus Enzymen) sein dürfte, an entscheidender Position beteiligt ist, wie Dr. Heinrich Kremer bereits postuliert hat.

Zu der Bedeutung bei der Herzschwäche, zu der eine Änderung der Leitlinie erwartet wird schreibt Springer online:

„Heart Failure 2013 Coenzym Q10 – neuer Lebensretter bei Herzinsuffizienz?

Eine als Abstract beim Kongress „Heart Failure 2013“ präsentierte Studie lässt aufhorchen: Danach konnte die Mortalitätsrate bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz durch Gabe von Coenzym Q 10 als Nahrungsergänzungsmittel halbiert werden. Zu schön, um wahr zu sein?

Coenzym Q 10, auch als Ubichinon oder schlicht „Q 10“ bekannt, hat als körpereigene und somit nicht patentierbare Substanz den Status eines Nahrungsergänzungsmittels. Die Anwendungsmöglichkeiten sind scheinbar unbegrenzt.

Vielen wird „Q10“ unter anderem aus der Werbung für Antifaltencremes („Anti Aging-Cremes“), Seifen und Körperlotionen bekannt sein, in denen es als Zusatzstoff angeblich freie Radikale ausschaltet und so die Hautzellen schützt.

"Kraftstoff für die Zellen"?

Auf einschlägigen Web-Seiten wird Q 10 begeistert als „Lebenselexir“ zur „Ganzkörper-Restauration“ und „Kraftstoff für die Zellen“ angepriesen, der Schutz vor allen möglichen Erkrankungen biete. Als wissenschaftlicher Kronzeuge wird gerne Vitaminforscher und Nobelpreisträger Linus Pauling mit den Worten zitiert: „Q10 gibt dem Herzen seine natürliche Vitalität zurück. Ich nehme es täglich“. Bekanntheit unter Mediziner erlangte Coenzym Q 10 auch im Zusammenhang mit der Statin-Behandlung. Statine hemmen über ihre Wirkung auf das Enzym HMG-CoA-Reduktase außer der Cholesterinsynthese auch die Biosynthese von Coenzym Q 10.

Eine Q 10-Depletion durch Statine ist deshalb als mögliche Ursache von myopathischen Beschwerden unter diesen Lipidsenkern ins Spiel gebracht worden. Bislang ist allerdings weder eine klinische Relevanz der durch Statine veränderten Q 10-Konzentration im Serum oder Skelettmuskel noch ein Nutzen der Q 10-Supplementierung bei Statin-assoziierten Mypathien überzeugend belegt worden. (ich messe daher in Zweifelsfällen das lipidkorrigierte CoQ10)

Funktion für Energiebereitstellung

Das 1957 von Frederick Crane entdeckte Q 10 ist als Redoxsystem und Elektronenüberträger ein funktioneller Bestandteil der Atmungskette, der wesentlich zur mitochondrialen und extra-mitochondrialen Energiebereitstellung durch ATP-Bildung beiträgt. Dementsprechend ist die Q 10-Konzentration in Organen mit hohem Energiebedarf wie Herzmuskel am höchsten.

Gemeinsam mit Karl Folkers, der erstmals die chemische Struktur von Q 10 beschrieb, wies der dänische Forscher Svend A. Mortensen aus Kopenhagen schon vor Jahrzehnten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Q 10 und Herzinsuffizienz hin.

Anhand von Myokardbiopsien konnten beide Forscher zeigen, dass die myokardiale Q 10-Konzentration mit zunehmendem Schweregrad der Herzinsuffizienz abnahm (Proc. Natl. Acad. Sci. 1985; 82: 901-904).

Erklärt wurde dies mit einem „steal effect“: Als Folge von oxidativem Stress (siehe dazu meine Artikel zu HDL und Paraoxonase im Zusammenhang mit der intravenösen Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger, die ich auch bei extremer Herzschwäche und hohem Lebensalter einsetze), der bei Herzinsuffizienz verstärkt ist, werde Q 10 vom Körper vermehrt in seiner Funktion als Antioxidans genutzt – auf Kosten seiner Funktion als Energielieferant in der Atmungskette.

Nach dieser Hypothese könnte eine Supplementierung von Q 10 bei Herzinsuffizienz die defizitäre Energieversorgung im Myokardgewebe tendenziell ausgleichen und so die funktionelle Leistungskraft des geschwächten Herzens verbessern. (eigene Erfahrungen mit 4-6 CoQ10-Gaben pro Tag bestätigen das)

Metaanalyse ergibt moderate funktionelle Verbesserung

Die bisherigen Studien, in denen diese Hypothese geprüft wurde, waren zumeist klein und von kurzer Dauer. Eine 2013 publizierte Metaanalyse (Am J Clin Nutr 2013; 97: 268) von 13 placebokontrollierten Phase-II-Studien kommt zu dem Ergebnis, dass die linksventrikuläre Auswurffraktion durch Q 10-Behandlung moderat, aber signifikant um 3,7 Prozentpunkte verbessert wurde.

Bei der NYHA-Klasse zeigte sich nur ein nicht signifikanter Trend in Richtung Verbesserung.

Eine internationale Arbeitsgruppe um Mortensen hatte allerdings noch Größeres vor. Sie hat schon vor rund zehn Jahren unter dem Akronym Q-SYMBIO eine randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie aufgelegt, auf deren Ergebnisse die Fachwelt schon seit langem wartet,

Für die Studie sind an 17 Zentren in neun Ländern insgesamt 420 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III oder IV) rekrutiert worden. Per Randomisierung wurden sie zwei Gruppen zugeteilt und in der Folge entweder mit Q 10 (100 mg dreimal täglich) oder Placebo zusätzlich zur Herzinsuffizienz-Standardtherapie behandelt.

Ergebnisse hat Mortensen jetzt beim Kongress „Heart Failure 2013“ der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Lissabon als Abstract vorgestellt.

Mortalitätsrate nach zwei Jahren halbiert. Danach konnte durch die Q 10 Behandlung innerhalb von zwei Jahren die Rate schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse signifikant reduziert werden, und zwar von 25 Prozent (55 betroffene Patienten) unter Placebo auf 14 Prozent (29 Patienten). Die Zahl der Todesfälle wurde von 36 in der Placebo-Gruppe (17 Prozent) auf 18 in der Verum-Gruppe (9 Prozent) verringert – ein wiederum signifikanter Unterschied. Auch die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle und Klinikeinweisungen wegen Herzinsuffizienz wurde jeweils signifikant reduziert. Die ESC würdigte diese Studienergebnisse nicht ohne Stolz in einer Pressemitteilung, in deren Headline Q 10 als „Erste Substanz, die seit über einem Jahrzehnt wieder die Mortalität bei Herzinsuffizienz verbessert“ gefeiert wird. Angespielt wird dabei auf die
schon länger zurückliegenden Erfolge mit Betablockern und ACE-Hemmern in Studien bei Herzinsuffizienz. Unterschlagen wird allerdings, dass erst 2011 mit EMPHASIS-HF eine Studie publiziert wurde, in der Eplerenon bei „milder“ Herzinsuffizienz die Mortalität signifikant reduzierte. Ein Grund, die Leitlinien zu ändern? Mortensen selbst bewertet die Resultate als solche, die die Leitlinien verändern werden. Die meisten Experten werden dieser Einschätzung zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aber wohl nicht folgen. Bisher liegt die Studie nur als Abstract vor. Eine abschließende Beurteilung wird erst nach Publikation in einem Fachtitel mit vorangegangener Begutachtung durch unabhängige Experten (Peer Review) möglich sein. Dabei dürften noch viele Fragen zu klären sein – nicht zuletzt die nach den Mechanismen, die der Mortalitätsreduktion zugrunde liegen. Bislang ist nur zu erfahren, dass nach drei Monaten als „Trend“ eine Abnahme der NT-pro-BNP-Spiegel zu beobachten war. Voraussetzung dafür, dass Q 10 Eingang in die Standardtherapie bei Herzinsuffizienz finden kann, wird für viele Experten eine Bestätigung der Ergebnisse in noch größeren klinischen Studien sein. Diese Forderung zu erfüllen könnte aber schwierig werden – ist Q 10 doch eine patentfreie Substanz, die einem Studiensponsor keine exklusive Vermarktung garantiert.“ publiziert am: 28.5.2013 16:00  Autor: Peter Overbeck  Quelle: springermedizin.de basierend auf: S.A. Mortensen et al: The effect of coenzyme Q 10 on morbidity and mortality in chronic heart failure. Results from the Q-SYMBIO-study; European Journal of Heart Failure 2013; 15: 20, präsentiert beim Kongress "Heart Failure 2013, 25. – 28. Mai, Lissabon

 

Gewichtsreduktion, aber auch Veränderung eines Suchtverhaltens, beginnen im Kopf

 

Wie bestimme ich den Energiebedarf ?

Dazu biete ich die Auswertung eines Ernährungsprotokolls mit der Software der DGE an, sodass Sie Ihr individuelles Ergebnis neben Ihrem Wiegeprotokoll erkennen können.

 

Nichtraucher durch eine Impfung?

„Inzwischen sind bereits vier aktive Impfstoffe gegen Nikotin in der klinischen Entwicklung, für zwei wurden bereits Phase-I- und -II-Studien publiziert — mit enttäuschenden Ergebnissen, wie Raupach berichtete. Die Vakzinen erwiesen sich zwar als sicher und führten auch nicht dazu, dass die Probanden, weil das Rauchen nicht den gewohnten Genuss bereitete, kompensatorisch die Dosis erhöhten — aber sie hörten eben auch nicht häufiger mit dem Rauchen auf als Probanden mit einer Placeboimpfung.“ Aus publiziert am: 30.5.2013 7:00  Autor: Dr. Beate Schumacher  Quelle: MMW – Fortschritte der Medizin 2013; 155 (5): 23-24 basierend auf: Vortrag von PD Dr. T. Raupach, Göttingen, 2nd International Conference on Controversies in Vaccination in Adults (CoVac), München, 16. Februar 2013

 

Nanopartikel, die Zeit berichtet darüber.

 

Welches Nahrungsmittel beinhaltet was, ein interaktives Portal.

 

Neues zum Genmais und zum Gensoja als Beobachtungsstudie bei Schweinen

Genveränderte Mais- und Sojaprodukte zeichnen sich ähnlich wie moderne Getreideprodukte durch eine besonderer Widerstandsfähigkeit gegenüber Herbiziden (Unkrautvernichter) und Insektiziden (Insektenvernichtungsmittel) aus. Das ermöglicht den sorgloseren Umgang mit diesen Mitteln bei Erhaltung der Wirtspflanze und damit der Wirtschaftlichkeit. Diese Studie an Schweinen, deren Darm dem des Menschen sehr ähnlich ist, aber auch die Studie an Rindern und Menschen in Bezug auf die Verträglichkeit dieses „Mehr an Giften“ und diese veränderten Weizeneiweiße, die womöglich auch widerstandsfähiger gegen unsere Verdauungsenzyme und Darmbakterien sind.


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


Praxis Ritterhude:

Lesumstoteler Str. 65 • 27721 Ritterhude • Tel. 04292 – 2921 • Anfahrt
Praxis Bremen:

Juiststr. 12 • 28217 Bremen • Tel. 0421 – 395015 • Anfahrt

Verwandte Themen