Gesundheitsnewsletter vom 18.8.2019

von | 18. August 2019

Heute startet die Videoserie zum Thema der Ernährung und Verdauungsstörung mit inhaltlichen Sequenzen. Ich habe mir gedacht, dass es am besten ist, wenn wir am Anfang der Verdauung beginnen, also am Kopf. Der Appetit kommt beim Essen hat etwas damit zu tun, dass wir riechen, schmecken und gucken können, denn auch das Auge ist mit. Diese Informationen werden in unserem Gehirn verarbeitet und bereiten das Verdauungssystem darauf vor, dass es gleich arbeiten muss. Das kann bei Sympathie zu einem echten Genuss werden oder bei Ekel zu einer Abwehrreaktion führen. Zusätzlich gibt es ideelle Überzeugungen die Einfluss nehmen können und es gibt Unverträglichkeiten die auftreten können, obwohl es so lecker schmeckt und alle anderen es gut vertragen. Die Zähne, die Speichelproduktion und die Beschaffenheit der Schleimhäute tragen zur Verdauung bei, denn bekannterweise ist gut gekaut, ja halb verdaut.

Ein paar Fachbegriffe zu dem Thema der Geruchsstörung:
Hyposmie = verminderte Geruchswahrnehmung,
Anosmie = vollständiger Verlust der Geruchswahrnehmung,
Hyperosmie = gesteigerte Geruchswahrnehmung.
Die Ursachen für diese über die Nase und die Riechrezeptoren vermittelten Störungen sind vielfältig und werden in dem Video angerissen. Seit geraumer Zeit ist allerdings auch bekannt, dass nahezu jedes Gewebe Geruchsrezeptoren besitzt, die man auch bereits für diagnostische und therapeutische Zwecke einsetzt. Beispiel: Veilchenduft stoppt Prostatakrebs.
doi: 10.1074/jbc.M109.012096

Ageusie= Geschmacksstörung
Der Geschmack wird im Wesentlichen über die Zunge und ihre Geschmacksknopsen vermittelt. Es gibt süß, sauer, salzig, bitter und herzhaft, auch als Umami bezeichnet. Das entspricht dem Geschmack des Mononatriumglutamat. Die Ursachen werden ebenfalls in dem Video angerissen.

Eine kurze Zusammenfassung mit schematischer Darstellung der Regelkreisläufe verdeutlicht die verlinkte Seite.
Kennt man die Ursachen solcher Störungen, kann man diese vermeiden oder die Störung im günstigsten Fall rückgängig machen oder eine damit verknüpfte Erkrankung, wie z.B. M. Parkinson, frühzeitig behandeln.

Eine weitere Seite erweitert das Thema noch weiter für Köche, Parfümöre, Medikamenteneinfluss und bestimmte Geschmacks- und Geruchstörungen.

Verdauung und Zink. Was hat uns die Agrarindustrie mit der Schweinemastforschung voraus?

10 Tipps, die den Geruchssinn zu verbessern helfen.


Die Themen:

  • Autoimmunerkrankungen und unerklärlich daueraktive Entzündungen finden einen möglichen neuen Erklärungsansatz, das Protein FHR1.

  • Wie wachsen und regenerieren Nerven?

  • Was bringt die Markersuche in und auf Tumorzellen? 5-10% der betroffenen Krebspatienten können, anhand der Ergebnisse gegenüber der Standardtherapie ohne vorherige Markersuche, davon profitieren.


Autoimmunerkrankungen und unerklärlich daueraktive Entzündungen finden einen möglichen neuen Erklärungsansatz, das Protein FHR1.

Das Protein FHR1 bindet an absterbende Zellen und induziert darüber eine chronische Entzündung. Besonders häufig findet man das bei Erkrankungen der Blutgefäße, den sogenannten ANCA-assoziierten Vaskulitiden. Da diese Blutgefäße von innen mit Belägen behaftet sind, welche die Mikrozirkulation behindern und weil Blutgefäße in allen Organen, abgesehen von Knorpel und der Augenlinse und dem Glaskörper, vorkommen, kann es sich überall auswirken; führend sind aber Erkrankungen der Nieren.
„Die Bindung von FHR1 an die Zelloberfläche löst die Aktivierung des Immunproteins NLRP 3 (das Inflammasom) im Körper aus, wodurch schließlich eine ganze Entzündungskette in Gang gesetzt wird, die in einer Autoinflammation mündet“ beschreibt die Studienleiterin Prof. Christine Skerka. Eine entsprechende Antikörpertherapie befindet sich in der Entwicklung. Die kommerzielle Bestimmung dieses Proteins habe ich noch nicht im Netz finden können, ich bin aber dran.
Diese Entzündung induziert das LPS-bindendes Protein, welches zur Freisetzung von IL-1ß führt.
DOI: 10.1038/s41467-019-10766-0
Diese beiden Parameter bestimme ich bereits individuell indiziert.
Mit der praxisinternen Studie zur Oxyvenierung konnte ich nachweisen, dass die Bildugn der IL-1ß-Menge sinkt und der Gegenspieler der IL-1ß-Rezeptorantgonist ansteigt. Allerdings war das FHR1 nicht Teil der Untersuchung und das Meßergebnis ist also nur ein indirekter Hinweis auf die Wirksamkeit dieser Therapieoption.


Wie wachsen und regenerieren Nerven?

Das wird nun keine Abhandlung, sondern eine ganz kurze Beschreibung des Bekannten und ein Update zum bekannten Wissens. Nerven unterteilen sich in zentrale und periphere Anteile. Im peripheren Anteil liegt das Axon. Ist dieses beschädigt und finden seine Enden irgendwie zusammen, kann es sich regenerieren. Ist der zentrale Anteil ebenfalls beschädigt, kann auch dieser sich regenerieren. Ist aber nur der zentrale Anteil beschädigt, erfolgt keine Regeneration. An der Schnittstelle zwischen zentralem und perpherem Nervensystem, also an der Hinterhornwurzel des Rückenmarks, gibt es dann auch ein peripheres und ein zentrales Nervenaxon. Wer das begriffen hat, geht her und schädigt den peripheren Anteil gezielt und subtotal, dann kann es auch zentral zu einer Regeneration kommen. Dazu gibt es allerdings noch kein anerkanntes Therapiekonzept. An diesem Regenerationsprozess sind, nach neueren Erkenntnissen, insbesondere die Aktin-Filamente beteiligt, die ich gedanklich bisher bei den Muskeln erinnert habe. Proteine der „Cofilin/ADF“-Familie können diese Aktinfilamente, die das Korsett der Nervenfasern sind, bearbeiten und reparieren. Ein Medikament, dass diesen Prozess induziert, ist noch nicht in Sicht.


Was bringt die Markersuche in und auf Tumorzellen? 5-10% der betroffenen Krebspatienten können, anhand der Ergebnisse gegenüber der Standardtherapie ohne vorherige Markersuche, davon profitieren.

Es gibt leider keine Marker zur Tumorsuche, wohl aber zur Beurteilung der zu wählenden Therapie und zur möglichen Prognose. Um welche es sich dabei handelt und welche Erkenntniss man daraus gewinnen kann, verdeutlicht der verlinkte Artikel inklusive der in der Überschrift getätigten Aussage zum Vorteil von 5-10% der Patienten. Demnach geht es 10 von 100 Patienten dadurch besser.  Das sind aus meiner Sicht stichhaltige Gründe für so eine Untersuchung. Die in dem Artikel geäusserte Aussage zur Bedeutung der zirkulierenden Tumorzellen epithelialen Charakters, kann ich nur stützen, wenn auch wirklich eine klare Unterscheidung zwischen zirkulierenden epithelialen Zellen gesunden Ausgangsgewebes und einer eindeutigen Tumorzelle getroffen wird. Noch wichtiger ist die Frage, ob man auch zirkulierende Tumorzellen mesenchymalen Charakters findet, denn dann ist von einer Chemotherapie abzuraten. Findet man zirkulierende Stammzellen, sollte man auch eher auf eine Strahlentherapie verzichten, denn im Zielgebiet mag man Erfolge erzielen, die zirkulierendne Zellen werden aber nur potenziert.

Dazu ein Auszug eines bereits vor Jahren publizierten Artikels auf meiner HP.
Epitheliale Tumorzellen sind einer Chemotherapie zugänglich, mesenchymale Zellen bilden aber vermehrt den Öffnet externen Link in neuem Fenster(ABC)-G2-Transporter, der zytotoxische Mittel einfach wieder aus der Zelle pumpt, vermehrt aus und somit wird nicht die Tumorzelle, sondern die Umgebung, also der Rest des Körpers, geschädigt. Ausserdem sind mesenchymale Zellen oft inaktiver und schlafen, wenn das Gift kommt.
Die Wirkung der Chemotherapie ist aber abhängig von hoch aktiven Zellen, also Zellen mit einer hohen Zellteilungsrate. Dieser Test kann also schon vorher sagen, ob man von einer Chemotherapie profitieren würde oder nicht. Bei den Nebenwirkungen, für die man da unterschreibt, vielleicht nicht ganz unwichtig.
Öffnet externen Link in neuem FensterDer Nachweis der zirkulierenden Tumorstammzellen, die eigentlichen Übeltäter des Fortbestandes der Krebserkrankung, haben unter der Chemo bisher eher ihre Pluripotenz dazu genutzt, noch aggressiver zu  werden. Außerdem Öffnet externen Link in neuem Fensterzeigen Forschungen, dass die Tumorstammzellen strahlenresistenter sind als andere Zellen.

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