Gesundheitsnewsletter vom 16.6.2013

von | 16. Juni 2013

Gesundheitsnewsletter 16.06.13

 

In dieser Woche gab es wieder interessante Veröffentlichungen, die ich für Sie zusammengetragen habe.

 

  • Worauf sollten Sie bei der Darmspiegelung achten ?

  • D-Mannose schützt vor Harnwegsinfekten

  • HDL-Cholesterin

  • Prostatakrebs, was bringt die Zweitbiopsie?

 

Worauf sollten Sie bei der Darmspiegelung achten ?

In früheren Newslettern verwies ich schon darauf, dass als Gas zur Aufdehnung des Darms bei der Endoskopie auf CO2 anstelle von Luft geachtet werden sollte, denn dieses wird ähnlich wie der Sauerstoff bei der intravenösen Sauerstofftherapie, vom Gewebe resorbiert und dann abgeatmet, so dass dieses Gefühl des Aufgeblähtseins nach kurzer Zeit verschwunden ist. Auch falsche Freunde bei der Flatulenz sind dann seltener. Nun möchte ich auf eine Veröffentlichung auf Springermedizin online vom 09.06.2013 hinweisen, wonach „nicht alle kleinen Dickdarm-Polypen, die man beim Vorschub des Endoskops entdeckt, beim Rückzug wieder gefunden werden. Es empfiehlt sich daher, Polypen von ≤ 10 mm Größe sofort abzutragen.“ Da ein sofortiges Abtragen den Zeitaufwand der Koloskopie erhöhen und somit die Wirtschaftlichkeit aus Sicht des Endoskopeurs beeinträchtigt, muss man dieses vielleicht gesondert vereinbaren, denn die
meisten Patienten sind ja während der Untersuchung durch Medikament halb schlafend gestellt. Da aber nicht wiedergefundene Polypen über die Zeit auch entarten können, sind Sie als Patient am Ende der, der die Zeche zahlen muss.

 

D-Mannose schützt vor Harnwegsinfekten

Eine kontrollierte Studie bestätigt: D-Mannose eignet sich ebenso gut wie das Antibiotikum Nitrofurantoin zur Prophylaxe von Harnwegsinfekten bei Frauen, hat aber weniger Nebenwirkungen. Eine kontrollierte Studie bestätigt: D-Mannose eignet sich ebenso gut wie das Antibiotikum Nitrofurantoin zur Prophylaxe von Harnwegsinfekten bei Frauen, hat aber weniger Nebenwirkungen, wie Springermedizin online am 22.05.13 veröffentlicht und sich dabei auf diese Quelle beruft. Das Ergebnis war relativ sogar noch besser. In der Prophylaxegruppe mit Mannose erlitten 15 % der Frauen und in der Nitrofurantoingruppe 20% der Frauen einen erneuten Harnwegsinfekt. Wenn man das statistisch merkantil weiterverfolgt, wären das ja quasi 25 % weniger in der Mannose- versus der Antibiot
ikaprophylaxe.

 

HDL-Cholesterin

„Das HDL-Cholesterin ist offenbar doch nicht so "gut" wie allseits vermutet. Hohe HDL-Spiegel zeigten sich in einer neuen Studie bei Patienten mit KHK alles andere als vorbeugend. Bis vor Kurzem schien für die Lipidtherapie die einfache Formel zu gelten: Das "böse" LDL-Cholesterin muss runter, das "gute" HDL-Cholesterin muss rauf. …Mehr denn je ist aber fraglich, ob der zweite Teil der Formel überhaupt Gültigkeit hat. Denn die pauschal als "gut" apostrophierten High-Density-Lipoproteine sind in jüngster Zeit ihrem Ruf nicht immer gerecht geworden….Direkte Effekte auf das Endothel konnten in experimentellen Studien gezeigt werden, so dass HDL vasoprotektive (blutgefäßschützend) Eigenschaften besitzen und atherosklerotischen Ablagerungen in Gefäßen entgegenwirken. Als mögliche Mechanismen wurden unter anderem direkte Effekte der HDL auf das Gefäßendot
hel (dem Blut zugewandte Schicht der Blutgefäße) ausgemacht. Danach stimulieren diese Lipoproteine die Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) in Endothelzellen, was wiederum zur Verbesserung der vasomotorischen Funktion (Blutgefäßentspannung und -verengung) beiträgt. Auch regenerative Prozesse (Reparatur) im Endothel werden günstig beeinflusst. HDL besitzen zudem antiinflammatorische (entzündungshemmend) Eigenschaften. Von dieser positiven Seite zeigen sich die HDL aber anscheinend nur bei gesunden Menschen. Bei Patienten mit Diabetes oder Koronarerkrankung zeichnet die neueste Forschung dagegen ein ganz anderes Bild von der HDL-Funktionalität…. Eine mögliche Ursache sehen die Forscher in der verminderten Aktivität des Enzyms Paroxonase-1, das HDL-Cholesterin vor der Lipidoxidation schützt. Infolge der dadurch verstärkten Oxidation von HDL, so die Hypothese, verändern sich deren funktionelle Eigenschaften. Nach dieser Hypothese wäre eine nur quantitative Anhebung der HDL-Cholesterins, bei der die gestörte Funktionalität außer Acht bleibt, als Strategie in der Sekundärprävention (Maßnahme nach einem bereits eingetretenem Schaden) möglicherweise wirkungslos oder sogar kontraproduktiv.… Quelle Die Daten für diese retrospektive Studie stammen von 1548 konsekutiven  KHK-Patienten, die zwischen 2004 und 2009 einer elektiven koronaren Bypass-Operation (zu einem frei gewählten Zeitpunkt durchgeführte Operation der Herzkranzgefäße) unterzogen worden sind. Auf Basis der präoperativen HDL-Werte wurden sie zwei Gruppen mit hohen HDL-Werten (Gruppe A) oder niedrigen HDL-Werten (Gruppe B) zugeteilt… Signifikant unterschiedlich war einzig die Höhe der HDL- Spiegel. (52,6 mg/dl in Gruppe A versus 34,6 mg/dl in Gruppe B) und damit verbunden auch die der Triglyzerid-Spiegel (132 mg/dl versus 188 mg/dl). Mehr Ereignisse bei hohen HDL! Nachbeobachtet wurde im Schnitt über 32 Monate. Höhere HDL-Spiegel erwiesen sich in dieser Zeit nicht als protektiv. In Gruppe A waren am Ende 44 Todesfälle (8,8 Prozent) zu verzeichnen, im Vergleich zu 36 Todesfällen (7,2 Prozent) in Gruppe B – numerisch ein Vorteil zugunsten der Gruppe mit niedrigen HDL-Spiegeln… Fazit der Autoren: Höhere HDL-Spiegel waren bei KHK-Patienten nach Bypass-Operation mit keiner Reduktion des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert. Eine mögliche Erklärung könne sein, dass die normale Funktion des HDL-Cholesterin in dieser klinischen Situation eingeschränkt ist.“ Quelle Ärztezeitung 13.06.2013 l von Peter Overbeck. Nun möchte ich dazu ergänzen, dass die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger in einer Pilotstudie von Pilotstudie von Frau Dr. Kopprasch der Uni Dresden an 45 Patienten gezeigt hat, dass der durchschnittliche Ausgangswert der PON-1 (Paraoxonase-1-Aktivität) gleich 100 Prozent gesetzt, sich nach 9 Anwendungen auf durchschnittlich 140% erhöhte und bei Fortführung der Therapie als Serie, sich die Werte sich um 120% einpendelten. Daraus ließe sich ableiten, dass eine Anfangskur von 9 Sitzungen als Serie in möglichst täglicher Anwendung dann mit einer Anwendung/Woche im Sinne der Aufrechterhaltung dieser Paraoxonase-Aktivität erfolgversprechender als eine Fortführung der Behandlungsserie wäre. Ergänzend sei darauf verwiesen, dass es sich lohnen könnte, bei diesen Patienten die Fettsäureanalyse aus der Wand der roten Blutkörperchen zu bestimmen. Das Ergebnis mit 26 Fettsäuren spiegelt einen Langzeitwert der letzten 60 bis 90 Tage wider. Neben einem Missverhältnis von Arachidonsäure: Eicosapentaensäure, welches es zu korrigieren gilt, offenbart sich oft auch anhand der erhöhten Palmitoleinsäure ein Mangel an Antioxidantien, also indirekt eine vermehrte Oxidation der HDL- und LDL-Werte sowie einen Mangel an Paraoxonase. Dr. Jacobs beschreibt dazu in seinem Buch die Notwendigkeit der Einbindung ungesättigter Fettsäuren in ein Orchester von Antioxidantien.

 

Prostatakrebs, was bringt die Zweitbiopsie?

„Zwar senkt eine negative erste Follow-up-Biopsie während der aktiven Überwachung das Risiko von Patienten mit Low-Risk-Prostatakarzinomen, dass ein späteres Biopsat einen progressiven Befund ergibt, um etwa die Hälfte. Doch gilt dies offenbar nur für die Volumenzunahme, nicht aber in puncto Verschlechterung des histologischen Grades gegenüber der Diagnosebiopsie. 52% der Zweitbiopsien sind negativ Herausgefunden hat das ein Team von Urologen, Onkologen und Pathologen um Lih-Ming Wong vom Princess Margaret Cancer Centre in Toronto. Die Forscher hatten retrospektiv die Daten von 286 Patienten mit Prostatakrebs analysiert, die auch nach der zweiten Biopsie weiter aktiv überwacht wurden. Ihr PSA-Wert lag nicht über 10 ng/ml, das klinische Tumorstadium 2a wurde nicht überschritten, höchstens drei Stanzen waren positiv, keine Stanze enthielt mehr als 50% Tumorgewebe und der maximale Gleason-Score betrug 6 (3 + 3). Die Zweitb
iopsie, die in neun von zehn Fällen innerhalb der ersten beiden Jahre nach der diagnostischen Erstbiopsie erfolgte, ergab bei 52% der Männer einen negativen, bei 48% einen positiven Befund. Anschließend wurden die Patienten weiter überwacht. Erneute Biopsien erfolgten im Median nach 19,4 (Biopsie 3), 39,4 (Biopsie 4) bzw. 58,3 Monaten (Biopsie 5). 23% der Männer mit negativer Zweitbiopsie und 40% der Patienten mit positivem Befund in Biopsie 2 zeigten in Folgebiopsien progrediente Tumoren. Hinsichtlich einer Volumenzunahme (mehr positive Stanzen, mehr Tumoranteil in der Stanze) gab es dabei klare Unterschiede zwischen negativen und positiven zweiten Biopsien, mit 12% vs. 29,2% betroffenen Männern. Was die Häufigkeit einer Steigerung des Tumorgrades (meist handelte es sich dann um einen Gleason-Score von 3 + 4) betraf, ergab sich mit 17,5% vs. 23,4% aber keine signifikante Differenz. Höheres Lebensalter war hier der einzige prognostische Faktor.“ publiziert am: 6.6.2013 8:00 Autor: Dr.Robert Bublak Quelle: springermedizin.de  Ich empfehle daher jedem, der sich hat biopsieren lassen, auch die DNA-Zytometrie der gefundenen Karzinome. Dazu müsste der Pathologe aufgefordert werden, die Proben an ein Labor zu schicken, das diese Untersuchung macht. Ich arbeite diesbezüglich mit dem Labor zusammen. Weitere Informationen zu DNA-Zytometrie Ärzteblatt, Wikipedia, weitere


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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