Gesundheitsnewsletter vom 16.12.2018

von | 16. Dezember 2018

Gesundheitsnewsletter vom 3. Adventssonntag 2018

Die Weihnachtspost ist raus und wird Sie in den nächsten Tagen erreichen. Sascha Rodenbusch hat uns die Karte und den Umschlagaufdruck entwickelt. Das Foto mit dem Praxisteam wurde von Katja Thiele Photography geschossen.
Mein Team und ich wünschen Ihnen einen schönen 4. Advent, eine gesegnete Weihnachtszeit, die frei von familiärem Stress ablaufen möge und einen Jahreswechsel ganz nach Ihren Wünschen. Ob ich in diesem Jahr noch einen weiteren Gesundheitsnewsletter versenden werde, weiß ich noch nicht, denn ich stelle mir die Praxisferien auch bisschen wie Urlaub vor.
Die Praxis schließt am Freitagnachmittag den 21.12.2018 und öffnet wieder am 07.01.2019.
Wer also noch dringend ein Rezept benötigt, sollte es frühzeitig bestellen, denn ohne meine Unterschrift hilft es auch nichts, wenn Sie einen meiner Mitarbeiter erreichen. Die erste Januarwoche wird mit Backofficearbeiten starten, dann wäre vielleicht auch ein Rezept möglich.


Die Themen:

  • NAD ist mit neurologischen Problematiken, aber auch Herzkreislauferkrankungen untrennbar verbunden.

  • Wo hilft Vitamin C im Gehirn?

  • Die Hirnzellen können zählen.

  • Der Hirnbotenstoff GABA kann die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse steigern.

  • Kreisrunder Haarausfall kann genetisch bedingt sein.

  • Entzieht man dem Bier den Alkohol, wird es gesund.

  • Was passiert in den ersten Lebensjahren mit dem Mikrobiom?

  • Schlechter Atem könnte durch Steigerung der Sulfhydriloxidase-Aktivität  besser werden.

  • Herzzellen können mit Licht gesteuert werden.


NAD ist mit neurologischen Problematiken, aber auch Herzkreislauferkrankungen untrennbar verbunden.

NAD, Nicotinamid, Nikotinsäure oder Vitamin B3 sind die gängigen Bezeichnungen. Da es aus der essentiellen Aminosäure Tryptophan gebildet werden kann, geht man allgemein davon aus, dass es nicht im Mangel sein kann. Forschungen der letzten Jahre zur IDO- und KMO-Aktivität setzen dieses Vitamin aber in ein moderneres Licht. Bei der Chorea Huntington hat man nachgewiesen, dass Substanzen, die die Aktivität dieser beiden Enzyme hemmen, auch das Überleben der Versuchsmäuse verlängern. Messungen in meinem Patientenklientel zeigen, insbesondere im Zusammenhang mit der IDO- und KMO-Aktivität, dem Aminosäure- und Neurotransmitterstatus, dass dieses Vitamin oft in der unteren Normgrenze und mitunter weit darunter zu messen ist. Dieses ist insbesondere daher von besonderer Bedeutung, weil diese Patienten das Vitamin B3 oftmals schon mit 50 mg/d und teilweise dieses auch sechsmal/d ergänzen. Während es in dem Plasma nur eine HWZ von einer Stunde haben soll, ist es in Form seiner Coenzyme in der Leber, den roten Blutkörperchen und anderen Geweben für etwas drei Wochen speicherbar. Daher ist bei einer konsequenten Ergänzung davon auszugehen, dass sich ein gewisser Speicher aufbaut.
Im Aminosäurestatus sehe ich regelmäßig einen Mangel an der Asparaginsäure. Die kann über Zwischenschritte ebenfalls zur Nicotinsäure abgebaut werden.
Moderne Studien zeigen nun den direkten Schutz auf die Schäden durch excytotoxische Einflüsse auf die Nerven durch NMDA.
ASEB Journal 31(12):fj.201700221RR · August 2017; DOI: 10.1096/fj.201700221RR
Die Auswirkung des NAD auf cardiovasculäre Ereignisse ist neben Conzym Q10 und Carnitin auch gut erforscht, wird aber in der Kardiologie nicht als Kontrollparameter aufgerufen. 2018 Mar 29;9(1):1286. doi: 10.1038/s41467-018-03421-7.
Überdosierungen jenseits von 2,5 g können das Diabetesrisiko erhöhen, eine nenneswerte Reduktion der Todesfälle bei Herzkreislauferkrankungen konnte ncht nachgewiesen werden. Produkte wie Niaspan und Laropripant wurden daher wieder vom Markt genommen.


Wo hilft Vitamin C im Gehirn?

Das Gehirn ist voll mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Neurotransmittern. Die Hirnfunktion hat den größten Zuckerverbracuh un dbei der Hirnarbeit entstehen besonders viele reaktive Sauerstoffspezies, die auch wieder neutralisiert werden müssen. Dafür stehen antioxidative Enzymsysteme und das Team der antioxidativen Kapazität zur Verfügung. Ohne Vitamin C oder auch ohne NAD sind die Neurotransmitter nicht zu bilden. (Dietary Reference Intakes for Vitamin C, Vitamin E, Selenium, and Carotenoids. Institute of Medicine (US) Panel on Dietary Antioxidants and Related Compounds.)
Washington (DC): National Academies Press (US); 2000. Die Hirnanhangdrüse hat die höchsten Vitamin-C-Konzentrationen aller Körpergewebe. Der Körper kann das Vitamin C für bis zu 2 Monate speichern, nach 87 Tagen findet man nichts mehr. Symptome wie Scorbut treten dennoch erst 1-2 Monate später auf. Vorher treten aber Symptome wie Neurotransmittermangel, Burnout, Depression, Erschöpfung, erhöhter oxidativer Stress auf. Durchschnittlich werden 2g Vitamin C/d in oraler Form und über den Tag verteilt gut aufgenommen und zeigen die höchsten Spiegel in den Immunzellen. Prooxidative, aber auch entzündungshemmende Effekte kann man mit höheren intravenösen Vitamin-C-Gaben erzielen. Dieses ist z.B. bei Rheuma oder unspezifisch erhöhtem CRP eine Therapieoption.


Die Hirnzellen können zählen.

Wie können wir erkennen, wie viele Gegenstände wir vor uns haben oder warum erkennen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht? In der Klinik für Epileptologie, also der Untersuchung von Hirnkrampfleiden, schiebt man Elektroden ins Hirn. Im Nebeneffekt hat man gemessen, was die Nervenzellen machen, wenn es um das Zählen geht. So wird jeder Zahl und Menge ein anderer Speicherort zugeordnet, was man daran erkennt, dass bei Präsentation dieser Menge diese Neuronen vermehrt ATP bilden. So kann man dem Gehirn beim Denken zuschauen.


Der Hirnbotenstoff GABA kann die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse steigern.

Effektive physiologische Konzentrationen für den Botenstoff GABA in den insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse liegen bei 100-1000 nmol. Leider gibt die Studie nicht an pro was, also ml, Gramm Gewebe oder so. Die Betazellen reagieren bei Typ2-Diabetes besser als bei Typ1. Man vermutet, dass GABA auch ein Trigger für die Neubildung der Beta-Zellen ist. GABA bremst die Aktivierung von Entzündungskaskaden. EBioMedicine. 2018 Apr;30:273-282. doi: 10.1016/j.ebiom.2018.03.014. Epub 2018 Mar 22.


Kreisrunder Haarausfall kann genetisch bedingt sein.

Es geht dabei um die Produktion von Lanosterol, für welches das Gen LSS kodiert und das eigentlich für den Cholesterinhaushalt verantwortlich ist. Dieses ist aber bei den Haarausfallpatienten gar nicht auffällig, denn es beschreitet einen alternativen Stoffwechselweg. Der Fehler liegt im endoplasmatischen Retikulum der Haarfollikel.
2018 Nov 1;103(5):777-785. doi: 10.1016/j.ajhg.2018.09.011. Epub 2018 Oct 25.


Entzieht man dem Bier den Alkohol, wird es gesund.

Bier enthält Xanthohumol und Iso-Alphasäuren. Xanthohumol hemmt die Bildung des Übergewichts und die Leberverfettung, die bei zu viel schnell verfügbaren Kohlenhydrtaten droht. Iso-Alphasäuren hemmen ebenfalls Leberschäden und haben einen korrigierenden Einfluss auf den Fett- und Zuckerhaushalt. Das schaffen Sie durch das Hemmen von Entzündungsprozessen, so dass die Leber- und Blutzellen weniger dieser Entzündungszellen prdouzieren. So könnte man mit alkoholfreiem Bier gesünder älter werden.


Was passiert in den ersten Lebensjahren mit dem Mikrobiom?

Man hat Mäuse bemüht, um zu sehen, wie sich die residente, also heimische Darmflora ansiedelt und wie stabil dieses Muster ist. Es zeigte sich, dass in einer bestimmten Lebensphase, von der Umstellung von der Milch- auf Festnahrung bis wohl zum Ende des zweiten Lebensjahres, wenn man es auf den Menschen bezieht, bestimmte Bakterien, die flagellentragend sind vorhanden sein müssen Die Toll-like-Rezeptoren der Gruppe 5 erkennen dieses Flagellin und bauen damit ein kompetentes Immunsystem auf. So kann dieses individuelle Stammmikrobiom auch nach Magen-Darm-Infektionen oder Antibiotikatherapien wieder eigenständig hergestellt werden. Dann sollte man aber auch in diesem besonderen Zeitfenster solche Antibiotika besonders zurückhaltend einsetzen.
2018 Aug;560(7719):489-493. doi: 10.1038/s41586-018-0395-5. Epub 2018 Aug 8


Schlechter Atem könnte durch Steigerung der Sulfhydriloxidase-Aktivität  besser werden.

Aber wie macht man das?
6-Gingerol kommt in Ingwer vor und kann die Aktivität der Sulfhydriloxidase um das 16-fache steigern. Der Nachgeschmack vieler Lebensmittel, wie Kaffee oder schwefelhaltiger Aminosäuremischungen, könnte damit deutlich schneller verschwinden. Agric. Food Chem., 2018, 66 (29), pp 7740–7749 DOI: 10.1021/acs.jafc.8b02772


Herzzellen können mit Licht gesteuert werden.

Mit Hilfe eines photoaktivierten Enzyms und eines bakteriellen Kaliumkanals kann man die kaliumionenvermittelten Ströme ins Zellinnere beeinflussen und somit das Membranpotential in Richtung des stabilen Ruhepotentials verschieben. Die Aktivierung erfolgt über einen Blaulichtblitz und bewirkt diese Membranpotentialveränderung, die für Sekunden anhält. So kann man sich die fehlgeleiteten elektrischen Impulse bei Herzrhythmusstörunge besser verdeutlichen. Nature Communicationsvolume 9, Article number: 4611 (2018)

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