Gesundheitsnewsletter vom 15.9.2013

von | 15. September 2013

Gesundheitsnewsletter 15.09.2013

Diese Woche habe ich eher in den Printmedien gelesen und dann online nach den Bezügen gesucht. Die Texte sind in meinen Kommentaren sicherlich gut zu verstehen, die eigentlichen Fachartickel aber wie so oft nur für den, der sich hinein kniet. Dennoch sollte jeder in der Lage sein, die Kernbotschaft zu erfassen und daraus sein Schlüsse zu ziehen. Wenn nicht, bitte ich um gezielte Kritik, damit ich es korrigieren kann.

Themen diese Woche:

  • Jetzt gibt es eine  Knochenschraube auf Magnesiumbasis

  • Prostata-CA-Patienten, die Metformin nehmen, leben im Mittel um 24 % pro halbes Jahr nach Diagnosestellung länger.

  • Erhöhte Leberwerte wegen der Arthritis, titelt die Medical Tribune vom 06.09.2013

  • Cola kann zu Kaliummangel führen.

  • Neu ist, wenigstens zum Teil, dass die Haut verschiedene Hormone bilden kann. Was hat das mit Akne zu tun ?

  • Small fibre Neuropathie  als Ursache der Fibromyalgie?

  • Immer wieder Schwindel?

  • Entwöhnung von einer Sucht ? Was hat die mit ADHS gemein ?

  • Kohlendioxidgas zur arteriellen Gefäßdarstellung sollte die Angst vor der intravenösen Sauerstofftherapie nehmen


Jetzt gibt es eine  Knochenschraube auf Magnesiumbasis

Der große Vorteil dieser bereits zugelassenen Schraube ist, dass sie sich wieder auflöst. Somit die Risiken der zweiten Operation umgeht und es gibt keine Metallbelastungen oder immunologische Reaktionen auf das Material, wie es bei Titan und Stahl schon einmal vorkommt. Der Preis einer solche Schraube liegt nur 25 % über dem einer normalen Schraube in der Chirurgie.


Prostata-CA-Patienten, die Metformin nehmen, leben im Mittel um 24 %/halbes Jahr nach Diagnosestellung länger.

Das wurde am 5. August in dem JCO 2013; online  veröffentlicht. Forscher vom Dr. David Margel und  vom Princes Margaret Hospital in toronto haben diesen Zusammenhang  zwischen Sterberate und Metformingabe bei Prostata-Ca überprüft. Ausgewertet wurden 3800 Diabetiker im Alter zwischen 72 und 79 Jahren. MNachbeobachtet wurden 2,7 bis 7,1 Jahre. Die Therapiedauer vor der Diagnose lag im Mittel bei 19 Monaten (6,3-40 Monate ) und nach der Diagnose bei 8,9 Monaten, ( 6,3 bis 12). 53 % der Patienten nahmen Metformin durch, 47 % nur mit Unterbrechungen. Die krebsspezifische Todesfallrate reduzierte sich um 24 % pro jedes zusätzliche Jahr der Metformingabe. Die Gesamtsterblichkeit, also auch aus anderen Gründen, wurde nicht so deutlich beeinflusst.

Wie ist das zu begründen ?

Erstens ist Insulin ein proliferativer Faktor und je weniger ich davon gebrauche, umso weniger Wachstumsreiz gibt es.  Metformin verbessert die Insulinrezeptorresistenz.

Zweitens ist aus Mausmodellen bekannt, dass Metformin den ersten Schritt der Atmungskette in den Mitochondrien beeinträchtigt. Welche Medikamente generell Einfluss auf die Mitochondrien ausüben und somit Mitochondriopathien oder besser Dysfunktionen erzeugen, lesen Sie hier.  An dieser Stelle sei noch einmal an meinen Artikel mit dem Titel „Mitochondrien reden miteinander“ erinnert.    Wenn der erste Schritt der Atmungskette blockiert wird, ist das gesamte Zellwachstum  deutlich verzögert. Somit kodiert der Komplex I der Atmungskette die Information der Proliferation und Zellteilung , die das ATP später für die differenzierte Zellleistung in den Zellkern überträgt.

Passend dazu schreibt die Zeitung „Der Niedergelassene Arzt  7/2013“ als Zitat der wissenschaftlichen Abteilung der Französischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland:

„Krebszellen haben Identitätskrise! Welche Gene erwachen ? Die Spezialisierung der Zellen befähigt diese dazu, Gene zu aktivieren oder andere zu unterdrücken. In der Krebszelle sind die Mechanismen, durch die Gene entweder an oder abgeschaltet werden, defekt. Ein französisches Wissenschaftlerteam in Grenoble des Albert Bonniot-Instituts  hat nun herausgefunden, dass die Krebszellen bei allen Krebsarten eine Art „Identitätskrise“ haben: In den Organen oder Geweben , in denen sich ein Tumor bildet entwickeln sich die Gene, die für ein anderes Gewebe oder eine andere Entwicklungsstufe des Organismus typisch sind, anormal. Die Forscher wiesen nach, dass bei fast allen Krebsarten Gene, die spezifisch für Keimbahnen und Plazenta sind, anormal aktiviert werden. Dieses Ergebnis eröffnet nach Ansicht der Forscher neue Wege für potenzielle Biomarker zur Charakterisierung von Tumoren .“

Ich sehe darin eher den Hinweis, dass die Komplexe der Atmungskette sich soweit verändern, das Genabschnitte aus älteren Evolutionsschritten aktiviert werden und sich die differenzierte mitochondrial gesteuerte Zellfunktion zunehmend mehr entdifferenziert.


Erhöhte Leberwerte wegen der Arthritis, titelt die Medical Tribune vom 06.09.2013

Den Gelenkbeschwerden gehen Leberwerterhöhungen oftmals voraus. Dieses ist insbesondere bei der Hämochromatose von Bedeutung. Daher sollte die Bestimmung der Transferrinsättigung und der totalen Eisenbindungskapazität  unbedingt dazugehören.  Das war bei der Patientin, die ich hier beschreiben möchte, noch nicht einmal der Fall. Kürzlich konnte ich bei einer älteren Patientin die Erfahrung machen, dass eine Transferrinsättigung  von 48% (16-45) bei aber nur 1,44 g/dl Transferrin (2-3,6), einem Eisenwert von 17,2 µmol/l (6,6-29-8,3) trotz 60 mg Morphin am Tag zu schwersten Gelenkschmerzen führten und  die Patientin an den Gehstock zwangen. Bereits drei Chelattherapien führten dazu, dass die Morphindosis halbiert und der Gehstock bei Seite gelegt werden konnte.  Nach weiteren Chelierungsterminen wurde das Bewegungsm
uster immer flüssiger und die Beine konnten wieder angehoben werden, das Morphin wurde ausgeschlichen, die Chelierung geht noch weiter. Ich war selbst erstaunt und hätte das nicht erwartet.


Cola kann zu Kaliummangel führen.

Die Symptome sind Ohnmachtsanfälle, Herzrhythmusstörungen mit verlängerten Q-T-Zeiten, es kann sogar zu Muskelzerfall kommen. Das alles aber nur bei exzessivem Konsum über einen langen Zeitraum, wenn man quasi nichts anderes trinkt. Die Ursache für die Kaliumausscheidung soll der hohe Anteil an Fruktosesirup sein. Anders als bei Frucht-/Obst- oder Gemüsesaft, sind in Sirupgetränken keine natürlichen Kaliumvorkommen gegeben. Quelle: Medical Tribune 06.09.2013, S. 4.


Neu ist, wenigstens zum Teil, dass die Haut verschiedene Hormone bilden kann. Was hat das mit Akne zu tun ?

Dazu gehören laut Mediical Tribune 06.09.2013, S.9:

Corticotrpin –Releasing-Hormon CRH

Urocortin

a-Melanozyten-stimulierendes Hormon (a-MSH)

Betaendorphin

Prolactin  

Insulin-like Growth factor (IGF-1)

Katecholamine

Sexualhormone

Retinoide

Vitamin D

Bei Akne findet man einen erhöhten Androgenanteil in der Haut. Deshalb sprießen die Pickel auch immer kurz vor dem Date. Dieser erhöhte Androgenspiegel kann auch zu vermehrtem androgenem Haarausfall führen. Diesen kann man durch 5-a-Reduktasehemmer bremsen. Dazu gibt es Tabletten und auch Shampoos. Nun wäre es doch ein interessanter Versuch, sich auch das Gesicht oder den Rücken mit diesem Shampoo zu waschen und ein Weilchen einwirken zu lassen, wenn man denn mit Akne zu tun hat.


Small fibre Neuropathie  als Ursache der Fibromyalgie?

Das Deutsche Ärzteblatt äußert sich hierzu, die Uni Marburg und Giessen führt diese Untersuchung auch durch.

Das Deutsche Ärzteblatt zeigt auf, dass man diese small fibre Neuropathie auch in den Anfängern des Diabetes mellitus Typ II findet. Dem geht aber über Jahrzehnte eine Insulinrezeptorresistenz mit erhöhten Insulinwerten und intermittierend erhöhten Blutzuckerwerten bei verminderten intrazellulären Zuckerwerten, speziell in den zuckerernährten Nervenzellen voraus. Aus meiner Sicht wäre das ein ursächlicher Therapieansatz neben dem symptomatischen, bei dem man die sich verselbstständigenden Aktionspotentiale dieser geschädigten Nerven unterdrücken will. Das ist für den leidenden Patienten ja zunächst auch der wichtigste Schritt, die Ursache sollte aber nicht aus dem Auge verloren werden.. Was habe ich sonst schon dazu veröffentlicht ?


Immer wieder Schwindel?

Hier eine Anleitung zur Diagnostik.


Entwöhnung von einer Sucht ? Was hat die mit ADHS gemein ?

Neben rezeptpflichtigen Substanzen bewirkt wohl auch Acetylcystein, der klassische Schleimlöser, natürliche Metallchelator und limitierende Faktor in der körpereigenen Glutathionproduktion,  eine Senkung des Glutamatspiegels im Gehirn und damit reduzieren sich die Entzugssymptome. Hat das auch bei ADHS eine Wirkung ?

Deutsches Ärzteblatt: N-Acetylcystein lindert Trichotillomanie

Deutsches Ärzteblatt: ADHS: Genetischer Defekt in Glutamat-Signalweg

http://de.wikipedia.org/wiki/NMDA-Rezeptor

http://catbull.com/alamut/Lexikon/Indexe/NMDA%20Antagonisten.htm

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/news/111/glutamat-und-seine-wirkungen

http://www.medinfo.de/news-r-1583-block-1-thema-Glutamat.htm

 

Kohlendioxidgas zur arteriellen Gefäßdarstellung sollte die Angst vor der intravenösen Sauerstofftherapie nehmen


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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