Gesundheitsnewsletter vom 15.12.2019

von | 15. Dezember 2019

Die letzte Werkwoche der Praxis im Jahre 2019 beginnt. Wer bis zum 06.01.2020 mit seinen Medikamenten nicht ausreicht, sollte umgehend eine Email mit seinen Wünschen schreiben oder seine Wünsche auf dem AB der Praxis hinterlassen, damit diese Aufgaben bis Freitag abgearbeitet werden können. Wir sind erst ab dem 06.01.2020 wieder für Sie erreichbar.


Der heutige Film der Videoreihe der gesunden Verdauung widmet sich dem Leaky Gut Syndrom.

Bei einem Leaky (Leckage) Gut (Darm) Syndrom (Zusammenfassung verschiedener Symptome) sollte man an folgende Punkte denken. Einige Links in der Verlinkung wurden passiv gestellt, daher hier eine Aktualisierung zu Prof. Fritscher-Ravens.
Jede Entzündung der Darmwand kann eine Durchlässigkeit erzeugen, weil die Zellen und deren Verbindungen ödematös quellen und deren Dichtigkeit dann leidet. Die Messparameter sind das alpha-1-Antitrypsin und das Zonulin.
Bei dem alpha 1-Antitrypsin denkt man meistens zunächst an einen Mangel, der mit Lungenerkrankungen, wie der COPD und chronischen Lebererkrankungen in Verbindung steht. Bei dem Leaky Gut Syndrom misst man aber ein "Zu viel" im Stuhl und da gibt es im Rahmen der normalen Leckage auch einen oberen Normwert, aber eigentlich gehört es da nicht hin. Es findet seinen Weg aus dem Blut durch diese Leckagen in den Stuhl. Das ist allerdings keine Einbahnstraße und somit können auch Substanzen aus dem Stuhl das Blut erreichen. Zonulin kann man im Blut und im Stuhl bestimmen. Es ist bei Durchfallerkrankungen erhöht, steht im Zusammenhang mit Diabetes Typ 1 und wird durch Gliadin aus dem Klebereiweiß Gluten, vermehrt zur Expression gebracht, wodurch die Ausprägung der Durchlässigkeit der Darmwand erhöht wird.

Intensiver Sport führt zu einer Umverteilung der Blutversorgung in die Muskulatur. Das kann soweit gehen, dass man das Gefühl bekommt, gleich Durchfall zu haben. In so einem Fall leidet der Darm an einer Energiemangelversorgung, die ebenfalls zu einem vorübergehenden Leaky Gut führt. Ob sich neben diesem Gefühl, "Gleich habe ich Durchfall", nachfolgend ein Syndrom entwickelt, hängt davon ab, wie es weitergeht. Ißt oder trinkt man in dieser Situation Dinge, die, anders als Wasser, eine Antigenstruktur haben, können diese Stoffe ungewollt die Blutbahn erreichen. Das Immunsystem sagt dann zu Recht: " Ihr gehört hier nicht hin!". Es kommt zu einer immunologischen Abwehr. Die kann schnell über das angeborene Immunsystem, also die neutrophilen Granulozyten erfolgen, wie man es mit dem ALCAT-Test erfasst oder auch über antikörpervermittelte Raktionen, die man mit dem IgG1-3 oder IgG-4-Test erfassen kann und es gibt im Verlauf ggf. die klassische Typ1-Allergie mit spezifischen IgE-Antikörpern, die dann eine Sofortreaktion mit Histaminfreistzung vermitteln.
Die Neutrophilen können zerplatzen und Ihren Inhalt freigeben, wenn sie versuchen, das Antigen mit Ihrem NET festzuhalten. So entstehen übrigens Gallensteine. Die Freigabe des Inhaltes aktiviert das proentzündliche Immnsystem, wie IL1-ß und TNFa etc.
Bei der Aktivierung der IgG1-3-AK kommt es ebenfalls eher zu einer Steigerung der TH1-gewichteten Immunantwort, während IgG4 eher als der Verträglichkeitsvemittler gilt. So etwas wünscht man sich im Rahmen einer Hyposensibilisierung bei einer Typ-1-Allergie mit hohen IgE-Werten. Hohe Werte sprechen für eine starke regulierende Aktivität. Dennoch würde man einem Patienten bei einer so schönen Reaktion nie sagen, dass er sich nun bedenklos dem Allergen, also Nahrung oder Pollen oder Hausstaub oder Insektengift etc. aussetzen dürfe.

Was kann man also tun?
Eine  Nahrungspause ermöglicht eine Beruhigung der Darm-Blut-Schranke.
Die Versorgung mit den essentiellen Stoffen gibt dem Körper das Werkzeug zur Heilung.
Das Vermeiden von Giften wie Histamin, Alkohol, Konservierungsstoffen, Nirtritpökelsalz, Nahrungsmittelszusatzsstoffen, naturidentischen Stoffen, Nanopartikeln nimmt den gegenregulatotischen Druck weg.
Eine ausreichende Versorgung mit Faserstoffen und komplexen Kohlenhydraten fördert das Wachstum der gesunden Säuerungsflora, so dass genügend kurzkettige Fettsäuren zur Entzündungshemmung und Ernährung der Darmschleimhaut gebildet werden.


Die Themen:

  • Nierensteine, was wird oft vergessen oder falsch gesehen?

  • Gallensteine – wie entstehen sie, was kann man also nichtmedikamentös tun?

  • Klimawandel und die Bedeutung des Lachgases

  • Impfung gegen das humane Papillom-Virus bei Mädchen und Jungen – Cochrane-Analyse zur Wirksamkeit.

  • Gefahr der Neurodermitis bei positiver Familienanamnese – was sollte man raten?

  • Tattoo – wenn man es loswerden will, wird zu Laser und Ultraschall gegriffen – aber wohl bleiben die dabei freigesetzten toxischen Metalle?

  • Gelenkprothesen sind ebenfalls Quellen für die Freisetzung toxischer Metalle


Nierensteine, was wird oft vergessen oder falsch gesehen?

Nierensteine können durch einen Vitamin-A-Mangel gefördert werden! Wer von den Betroffenen kennt seinen Vitamin-A-Spiegel?
Allerdings muss die bisherige Lehrmeinung, dass eine erhöhte Vitamin-C- und Calcium-Aufnahme die Ursache für erhöhte Oxalsäurespiegel und Caliumoxalatbildung seien, neu bewertet werden. Bie Oxalsäure entstand nämlich iatrogen bei der Bearbeitung der Proben! Das ist übrigens schon seit 1998 bekann; DAZ 1998, Nr. 23, S. 8, 31.05.1998.

Neben der notwendigen Trinkmenge wäre dann also eher einmal nach einem Vitamin A-Mangel zu schauen. Generell ist eine oxalsäurearme Ernährung aber sinnvoll.


Gallensteine – wie entstehen sie, was kann man also nichtmedikamentös tun?

Wenig Gallensalze,als wenig Chenodesoxycholsäure,  wenig Lecithin oder aber sehr viel Cholesterol führen zu einer steinbildenden Galle.
Es bilden sich Cholesterinkristalle, die dann vom Immunsystem, den neutrophilen Granulozytem mit ihren Nets, attakiert werden, aber nicht besiegt werden können. Somit nehmen Sie an Größe zu.
Es gibt auch genetische Veranlagungen, die sich bei weißheutigen,übergewichtigen, über vierzigjährigen Müttern mehrerer Kinder vermehrt ausprägen. Das Estradiol vermindert die Gallensalztransporteraktivität. Eine hormonelle Kontrazeption oder postmenopausale Hormonersatztherapie sind bei Gallensteinen kritisch zu sehen..
Die Galle wird nur zu kleinen Teilen neu synthetisiert. Es ist also eine echtes Recyclingkonzept. Viel Fett oder Kaffee fördern die Gallesekretion aus der Gallenblase. Somit kommt die Galle in Bewegung, bevor die Kristalle zu groß sind. In den Darm sezernierte Kristalle haben sicherlich die Chance auf eine Nichtresorption, ansonsten emulgiert die Galle die Fettsäuren, damit wir diese aufnehmen können. Eine fettarme Ernährung oder eine diätetische Gewichtsreduktion sind unter diesem Aspekt also ein Problem. 15 g Fett sind die Minimaldosis, damit die Gallenblase anfängt, sich zu kontrahieren! Viele Faserstoffe erhöhen die Geschwindigkeit der Darmpassage und senken die Menge resorbierter Galle.
Die Gallensalztranporter sind ATP-getriebene Pumpen. Bei einer mitochondrialen Dysfunktion, also zum Beispiel Anstieg der GLDH im Blut oder bei Leberzirrhose, können diese Salze nicht ausreichend transportiert werden, es entstehen schleichende Gallesalzverluste und somit steinbildende Galle.
Genetische Veranlagungen können auch zu einer verminderten Ausprägung des Bile Salt Transportes führen. So liegt dieses Problem bei 70% der schon im Kindesalter betroffenen Gallensteinpatienten vor.
Die Cholesterin- oder Fettsenkung über Fibrate hemmt leider auch die Enzyme der Gallensalzproduktion. Es führt auch zu einem höheren Cholesterolanteil in der Galle.
Bei Übergewicht verdoppelt sich die Cholesterolmenge in der Galle. Erhöhte Zuckerzufuhr erhöht die Wahrscheinlichkeit der Fettbildung im Sinne der Leberverfettung. Ab 40g Zucker /d verdoppelt sich das Gallensteinrisiko.
Vitamin C stimuliert die Gallensalzproduktion über die Stimulation dessen Schlüsselenzyms. Mehrere kleine Vitamin-C-Portionen am Tag wären also eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende therapeutische Empfehlung.
Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-082007/ernaehrungstipps-gegen-gallensteine/


Klimawandel und die Bedeutung des Lachgases

Lachgas ist 300fach klimaschädlicher als Kohlendioxid und bleibt ca. 100 Jahre in der Atmosphäre, um dort zur Klimaerwärmng beizutragen. Es entsteht auf feuchtem Boden, der mit stickstoffhaltigem Dünger gedüngt wurde. Nach Regenfällen ist die Lachgasemission deutlich erhöht. Wir müssen unsere Massentierhaltung und Kunstdüngerverwendung überdenken und vielleicht doch wieder zur Drei-Felder-Wirtschaft unserer Vorfahren zurückkehren. Quelle: https://doi.org/10.5194/bg-16-3247-2019


Impfung gegen das humane Papillom-Virus bei Mädchen und Jungen – Cochrane-Analyse zur Wirksamkeit

Es gibt eine erfreulich entlastende Botschaft. Es reichen bei der HPV-Impfung nach einer Cochrane-Analyse zwei Impfungen aus, so dass die 3. eingespart werden kann. Impfen ist nicht risikolos, daher halte ich das für eine tolle Mitteilung.
Quelle: https://doi.org/10.1002/14651858.CD013479


Gefahr der Neurodermitis bei positiver Familienanamnese – was sollte man raten?

156 Neugeborene wurden bei familiärer Belastung für Neurodermitis neben der Muttermilch auch täglich mit einer Kuhmilch-Ersatztmilchvariante gefüttert. 151 Neugeborene wurden ausschließlich gestillt oder bekamen eine Ultrahydrolysatnahrung auf Aminosäurebasis, also kuhmilchfrei. Im Ergebnis entwickelten ein Drittel der Kuhmilchvariantengruppe, aber nur 17% der Ultrahydrolysat-Gruppe Anzeichen der Neurodermitis. Das ist eine, relativ gesehen, 48% geringere Sensibilisierung. Daher sollte nach Möglichkeit nur gestillt werden.
Quelle: https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2019.3544


Tattoo – wenn man es loswerden will, wird zu Laser und Ultraschall gegriffen – aber wohl bleiben die dabei freigesetzten toxischen Metalle?

Bis zu 15 Sitzungen sind notwendig, wenn man ein Tattoo wieder loswerden will. Die hohe Energie des Laserlichtes zerstört die Farbpigmente, die dann mit der Lymphe abtransportiert werden müssen. Diese hohe Energie beschädigt auch die Hautzellen und die Lymphbahnen, so dass die rückstandsfreie Beseitigung fraglich ist. Die Kombination mit dem Ultaschall soll dieser Erkenntnis Rechnung tragen, indem der Ultraschall das Gewebe über die Tiefenmassage auflockern und die Transportaktivität fördern soll.
Diese abtranportierten toxischen Metalle sammeln sich aber in den Lymphknoten. Diejenigen, die diese überwinden, lagern sich auch in andere Gewebe ein. Die HWZ liegt bei über 20 Jahren.

Meine Empfehlung ist es daher, dass man solche Aktionen mit einer Optimierung der essentiellen Mineralstoffe und Entgiftungskräfte des Körpers labordokumentiert vorbereitet und die Entfernungssitzungen mit einer intravenösen und oralen Chelattherapie begleitet.
Frühere Artikel zum Tattoo-Thema.


Gelenkprothesen sind ebenfalls Quellen für die Freisetzung toxischer Metalle

Das Gelenkprothesen auch einer Korrosion und dem Abrieb unterliegen ist unbestritten. Das läßt sich bei der Operation durchaus auch mit bloßem Auge erkennen. Reagiert das Immunsystem darauf, sieht man das als ein Fremdkörpergranulom. Mikroskopisch erkennt man in der Mehrzahl der Fälle, dass es sich bei dem Abrieb um Nickel und Cobalt handelt. Im ungünstigen Fall kommt es zu der ALVALL-Reaktion, DOI: 10.1055/s-0041-106205. Der Histologe sieht dann diffuse, die Blutgefäße umschließende, Infiltrationen mit Immunzellen, also Lymphzyten und Plasmazellen, die dann mit ihrem spezifischen Botenstoffmuster, das sie freisetzen, dazu führen, dass der Knochen sich auflöst oder gar abstirbt und sich darüberhinaus die Prothese lockert. Leider finden sich auch bei Keramikprothesen Fibrosierungen der Gelenkkapsel und periprothetischem (Umgebung der Prothese) Gewebe.
In einer Analyse an der Charité von 118 Patienten mit Knie- oder Hüftprothetik wiesen 68 Patienten systemisch, also im Blut, in mindestens einem verarbeiteten Metall auffällige Konzentrationen auf, häufig Chrom oder Nickel. Diese Metalle  sind potentiell neurotoxisch, können also periphere Nervenschäden, genauso wie zentrale Schäden mit Hörstörung, Sehstörung, Gedächtnisstörungen oder Dpressionen, auslösen. Selbst das Herz und die Schilddrüse können darunter leiden. Die Schilddrüse reagiert besonders auf Cobalt und Chrom.
Quelle: Medical Tribune, 54. Jahrgang, nr. 48, 29. November 2019

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