Gesundheitsnewsletter vom 15.02.2020

von | 15. Februar 2020

Dr. Wiechert Gesundheitsnewsletter vom 15.02.2020
In dem heutigen Kurzvideo erklärt Frau Prof. Dr. B. König Ihnen, die Bedeutung der Nutzung einzelner Brennstoffe. Sie erkennen, dass ein verminderter Sauerstoffverbrauch, trotz optimaler Sauerstoffsättigung des Blutes, die entscheidende Stellgröße für die Gesamtleistung der Mitochondrien ist und dass die Nutzung unterschiedlicher Brennstoffe nicht zwingend von der Genetik, sondern von der momentanen Situation externer und interner Umwelteinflüsse abhängt.
Fehlerhafte Verbrennung von Sauerstoff
 
 
Die Themen:
  • Woran könnte es liegen, dass chronische Infekte nicht überwunden werden, was passiert bei einem akuten Infekt?
  • Nitrosativer Stress bindet irreversibel an Aminosäuren, die dann nichht verwendet werden können, aber auch mit gleicher hemmender Wirkung an Enzyme und erfordert deren Neubildung. Vitamin D kann hier Erstaunliches bewirken!
  • Habe ich denn überhaupt einen chronischen Infekt mit…?
 
Woran könnte es liegen, dass chronische Infekte nicht überwunden werden, was passiert bei einem akuten Infekt?

Bakterien benötigen, genauso wie die Immunzellen, Eisen, aber auch Magnesium..

Wie reagiert der Körper bei einem Zellbefall mit Mikroorganismen?

Fieber ist der Freund des Arztes, denn ab 38,5°C kann der Körper die Vermehrung einiger Mikroorganismem und das vireninduzierte Zellteilungsprogramm deutlich bremsen. Quelle: Ärztezeitung 16.11.2011.

Eisen benötigt das Immunsystem genauso wie der Mikroorganismus. Woher ein Eisenmangel kommt, klärt die verlinkte pharmazeutische Zeitung auf. Ein Eisenmangel behindert daher die Immunabwehr und die Vermehrung der Mikroorganismen, sicherlich auch des gesunden Darmmikrobioms. Zu viel Eisen ist entzündungsfördernd und der Ausgleich eines Eisenmangels kann zum Aufflammen einer unterdrückten Revolution mit anschließendem Friedensvertrag führen. Manche Menschen fühlen sich nach der Eisengabe krank, weil dieser unterdrückte Immunprozess nun wieder möglich ist.
Ein Eisenmangel erhöht also auch die Infektanfälligkeit, schützt aber andererseits z.B vor Malaria und Tuberkulose.

Eisenmangel ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Mitochondrien nicht genügend ATP produzieren können, dass wir nicht genügend Neurotransmitter, Steroidhormone und Belohnungshormone produzieren können, selbst die Schilddrüse ist erfahrungsgemäß dadurch limitiert. Wenn man einen Eisenmangel mit oraler Medikation ausgleichen will, ist das ein Viele-Jahre-Plan! Daher empfehle ich die Infusionen, um schnell einen Wert im mittleren Normbereich zu haben und diesen dann ggf. mit gesunder Ernährung oder oraler Ergänzung zu erhalten.
Auf der Autobahn gibt es auch einen Beschleunigungsstreifen für Kickdownbeschleunigung, um am Ende des Streifens mit 120 bis 130 km/h einscheren zu können. Falsch ist es, wenn man mit 60km/h frühzeitig einfädelt und den nachfolgenden Verkehr zum Bremsen zwingt. Für dieses Manöver verbraucht man anfangs ein bisschen mehr Sprit, was sich beim Erreichen der Reisegeschwindigkeit aber wieder normalisiert. So ist das dann mit der Infusion und der Tablette auch zu sehen.

Auch Bakterien benötigen eisenhaltige Cytochromoxidasen, um damit Sauerstoff verwenden zu können.
Im vorherigen Abschnitt ging es auch um Mitochondrien und ATP-Gewinnung. Dieser verlinkte Artikel zeigt, dass Bakterien Eisen benötigen, dass sie für die Energiegewinnung Enzyme benötigen, die eisenabhängig sind und dass sie damit Sauerstoff verwenden können.  DOI: doi.org/10.1038/s41467-019-13122-4
Ein gezielter Angriffspunkt wären die Cytochrom-bd-Oxidasen der Baktrien. Die sind aber sogar sogeschickt, dass die ihre Positionen innerhalb eines Enzyms für die Energiegewinnung im Zusammenhang mit Sauerstoff verändern können. Diese Enzyme hat der Organismus und wohl auch das Mitochondrium, um die Cytochome-Oxidasen, also Komplex IV der mitochondrialen Atmungskette, vor oxidativem und nitrosativem Stress schützen können.
Weil die Bakterien aber andere Enzyme haben als der Mensch, könnte man Substanzen suchen oder entwickeln, die gezielt die Cytochrome der Mikroorganismen hemmen, die des Menschen aber nicht angreifen. Dann könnte man den Eisenmangel ausgleichen, ohne dass man ggf. eine Revolution zulassen muss.
Bisherige Antibiosen nutzen bereits den Angriff auf Cytochrom C, wie z.B. Ciprofloxacin. Dieses sollte aber wegen der vielen unerwünschten Nebenwirkungen ein absolutes Ausnahmeantibiotikum sein. Diese sogenannten Gyrasehemmer chelieren auch das Magnesium. Mehr Informationen zu den Fluorchinolonen finden Sie im Newsletter vom 01.02.2020.

Magnesiummangel, intrazellulär gemessen, hemmt die Vermehrung der Bakterien. Bei Salmonellen hat man dieses eindrücklich nachweisen können. Natural resistance-associated macrophage protein 1, kurz NRAMP1, entscheidet mit seiner Aktivität über den Export des Magnesium aus der Immunzelle, in diesem Fall des Makrophagen. Je weniger Magnesium in der Zelle ist, umso schlechter geht es einem sich einnistenden Mikroorganismus.  DOI:10.1046/j.1525-1381.1999.99236.x  
Schlussfolgerung?

Veränderungen in der Vollblutmineralanalyse sollten also bei einem intrazellulären Magnesiummangel den Gedanken aufkeimen lassen, ob es einen unterschwelligen Infekt gibt. Der Körper macht ja nichts ohne Grund.

Sind  Eiseninfusionen sinnvoll?
 
 
Nitrosativer Stress bindet irreversibel an Aminosäuren, die dann nicht verwendet werden können, aber auch mit gleicher hemmender Wirkung an Enzyme und erfordert deren Neubildung. Vitamin D kann hier Erstaunliches bewirken!

Nitrosativer Stress bindet irreversibel an Enzyme und erfordert deren Neubildung. Der Ausgangswert ist das NO, das die vier NO-Synthasen aus Arginin bauen. Ein Folgeprodukt kann das Citrullin sein. Die Verlinkung erklärt, warum man, trotz normalen Citrullins, dennoch nitrosativen Stress haben kann.

Meßparameter wären
Nitrotyrosin für die Aminosäure Tyrosin, aus welcher Melanin, Schilddrüsenhormon und Dopamin gebaut werden, für
Phenylalanin, die essentiell ist, die Nitrophenylessigsäure und für eine
B12-Resistenz bzw. als Marker für einen Mehrbedarf an Vitamin B12, die Metylmalonsäure.

Vitamin B12, als sogenannter NO-Scavanger, ist vielen Lesern geläufig.
DOI: 10.1517/13543784.8.8.1209  Es gibt aber auch noch weitere natürliche NO-Scavanger, die ein Elektron vom NO übernehmen
NO=Stickmonoxid kann also gut und im Übermaß, auch schlecht sein.

doi.org/10.1016/j.foodchem.2011.05.036

Vitamin D kann dieses aber ebenfalls auf erstaunliche Weise gut mindern. Daher sind tägliche Gaben so wichtig und in kritischen Fällen könnte man die Tagesdosis sogar auf drei Gaben aufteilen.
Speziell der Zusammenhang von Vitamin-D-Status und Schlaganfallrisiko wurde immer wieder bestätigt. 2018 wurde eine ausführliche Übersichtsarbeit zu diesem Thema veröffentlich. DOI:10.3390/nu10030277

Nun konnte diese Beobachtung auch genauer begründet werden. Im Stoffwechsel entsteht an verschiedenen Stellen Peroxinitrit, ein Radikal mit oxidativem bzw. nitrosativem Charakter, welches toxisch für die Zellen ist und Entzündungsreaktionen fördert. In diesem Zusammenhang fördert Peroxinitrit Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wird der Zelle mehr Vitamin D zugeführt und der Spiegel über längere Zeit gehalten, wird Peroxinitrit zunehmend in Stickstoffmonoxid umgebaut. Innerhalb von 4 Stunden nach der Behandlung mit Vitamin D verringert sich der Wert an Peroxinitrit um das Fünffache, während der Wert an Stickstoffmonoxid um das Fünffache zunahm.

Stickstoffmonoxid (NO) ist zellschützend und ist wichtig für die Regulation des Blutdrucks, die Immunabwehr, die Stimmung und die Nervenfunktion ist. Somit bestätigt sich hier der positive Einfluss von Vitamin D auf diese Bereiche.
doi: 10.2147/IJN.S152822

Zusammenfassend bewirkt nitrosativer Stress eine breite Funktionseinschränkung aller Zellfunktionen und kommt zunächst ganz unspezifisch daher. Bei einer Burnout-Symptomatik. Infektanfälligkeit, unspezifischen Schmerzen, Hormionstörungen etc. sollte diese  Frage nach dem nitrosativem Stress also geklärt werden.

 
Habe ich denn überhaupt einen chronischen Infekt mit…?

Gerade unter der Fragestellung des Therapieerfolgs wünscht man sich doch oftmals Sicherheit. Bisher heißt es bei einem guten Antikörpertiter, dass man eine gute Immunitätslage hat oder dass eine Impfung gut angeschlagen hat. Bei Infektionen, die man eigentlich überwunden haben sollte, wie Borrelien, EBV, Herpes etc. wird eine hoher Antikörpertiter auch als eine chronische Auseinandersetzung des Wirtes mit dem Erreger diskutiert und für die geschilderten Symptome als Erklärung herangezogen.
Hier bleibt bisher ein großes „?“  offen.

Habe ich Symptome, weil
– der Infekt noch fortbesteht,
– sind es Folgen einer mitochondrialen Schädigung durch die Therapie oder
– muss ich ganz neu denken und es liegt eine andere Ursache,
– wie z.B. ein Mikronährstoffmangel vor?

Aus der Transplantationsmedizin weiß man um ein Verfahren, mit dem man diese Frage klären kann. Es soll nämlich nicht passieren, dass bei der anschließende notwendigen Unterdrückung der Abstoßungsreaktion, ein vorher schlummernder Infekt wieder aufflammt.

Unter Nutzung dieses Wissens kann man aus einer Blutprobe oder einem Gelenkerguss und natürlich mit viel höheren Zellzahlen als üblich, wie man es auch der Tiefendiagnostik der HIV-Erkrankung ebenfalls kennt, diese Frage zuverlässig beantworten. Das gilt dann sowohl für Viren, wie EBV, Herpes, Herpeszoster, Parvo, CMV etc.  als auch für Bakterien, also intrazelluläre, wie Borrelien, Chlamydien, Ureaplasmen, Rickettsien, Mykobakterien etc.

Die Ergebnisse benötigen wegen der geforderten hohen Genauigkeit noch einige Wochen, aber es sollte mit der Zeit schneller bestimmbar sein. Die Probeneinschickung kann schon jetzt erfolgen!

 
 
 
Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin
 
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