Gesundheitsnewsletter vom 12.10.2014

von | 12. Oktober 2014

Gesundheitsnewsletter vom 12.10.2014

Die Themen:

  • Phytoöstrogene aus Soja, die Isoflavone Dadzein und Genistein, haben zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedliche Wirkung

  • Nervenschäden im Kopf-Halsbreich nach Spinalanästhesie – kann das sein?

  • Risiko von Gefäßverschlüssen bei erhöhten Lipoprotein-alpha-Werten

  • Erkältungs- und Grippezeit steht bevor

  • Multiple Sklerose und die Therapie schlägt nicht an, eine small fibre Neuropathie? – Dann sollte ein M. Fabry ausgeschlossen werden.

  • Gesunde Zähne – Marburg-Biedenkopf setzt hier Maßstäbe


Phytoöstrogene aus Soja, die Isoflavone Dadzein und Genistein, haben zu unterschiedlichen Zeiten auch unterschiedliche Wirkung

Es wurde von Moshe Shike et al. (JNCI 2014; online first) die Frage gestellt, ob die Isoflavone Daidzein und Genistein, gemessen am Plasmaspiegel im Blut von Frauen, Einfluss nehmen auf die Entstehung oder den Verlauf von Brustkrebserkrankungen. Die Untersuchung bezog sich dann auf die Genexpression im Tumorgewebe (Öffnung der Erbinformation und Präsentation von Genabschnitten, die festlegen, was die Zelle als nächstes tun soll). Im Ergebnis zeigte sich, dass die Wirkung sowohl den Zelltod einleiten (Apoptose), also auch zellteilungsfördernd (proliferativ) wirken kann. Als der sicherste Zeitpunkt für den Beginn der Einnahme solcher Substanzen gilt 10 Jahre nach der Menopause. Der normale Konsum von Sojaprodukten wurde auch getestet, er führte zu keinem bedeutenden Anstieg der Isoflavone im Plasma. Die untersuchte Gruppe war recht klein und der Untersuchungszeitraum recht kurz, aber die Studie hat bewiesen, dass diese Substanzen therapeutisch eingesetzt werden können. Der Mitautor V.Craig Jordan beschreibt in seinen Arbeiten die zwei Gesichter des Östradiols, dass bei anitöstrogenresistenter Therapie in Hochdosis gegeben, den Tumor in den Sellbstmord treibt.


Nervenschäden im Kopf-Halsbreich nach Spinalanästhesie – kann das sein?

Ja, das gibt es. Am häufigsten ist der N. abducens am Auge betroffen, so dass man Doppelbilder sieht. Es können aber auch Stimmbandlähmungen am M. thyroarytaenoideus und M. cricothyroideus auftreten, weil der N. Vagus in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als Ursache vermutet man, dass die Hirnflüssigkeit durch das Punktionsloch in einem solchen Ausmaß in die Umgebung hat abfließen können, dass die sonst durch die Hirnflüssigkeit recht stabil gelagerten Hirnnerven bei einer Bewegung zu viel Zug bekommen. Meistens erholen sich die Schäden innerhalb von Tagen bis Monaten. Sie sollten allerdings die vorgeschriebenen Ruhezeiten nach so einer Punktion einhalten.


Risiko von Gefäßverschlüssen bei erhöhten Lipoprotein-alpha-Werten

Das LPa ist neben dem LDL ein eigenständiger arterienverkalkender Faktor. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es auf der einen Seite wie das LDL aussieht und auf der anderen wie Plasminogen-Aktivator-Inhibitor (PAI). In meinem Studium lernten wir: "If PAI is high, you will die." Bis vor einigen Jahren konnte man diesen Wert durch den Einsatz von hochdosiertem Nicotinsäurederivaten senken, das Medikament wurde aber vom Markt genommen, da es auch das HDL senkte, dort aber nicht die gewünschten Erfolge zur Ereignisverhinderung zeigte und die Einnahme führte regelmäßig zu Flushsymptomen, die von vielen Patienten als zu unangenehm empfunden wurden. Nun soll man diesen Wert nicht bestimmen, wenn eine akute Entzündung vorliegt, da der Wert dann erhöht ist. Chronische Entzündungen kann man nicht abwarten, weil sie chronisch sind. Dennoch gibt das ja einen Hinweis auf die Einflussnahme auf diesesn Wert. Alle Maßnahmen zur Senkung einer chronischen Entzündungaktivität, am besten nicht durch Unterdrückung , sondern durch Förderung derer Überwindung, sollte hilfreich sein. (siehe dazu den Newsletter der letzten Woche mit dem Artikel zum HDL). Dieser Wert ist zu 70 -80 % genetisch veranlagt, aber wie wir ja oben bei den Isoflavonen geshen haben, kann sich die Expression des Gens verändern. Chronische Entzündungen tun das, eine Ausheilung dem zur Folge auch. Bei ganz starken Erhöhungen gibt es die Lipoprotein-Apharese, diese müsste dann aber wöchentlich erfolgen.


Erkältungs- und Grippezeit steht bevor

Herr Doktor, ich glaube ich habe mir einen aufgesackt. Neben einer UV-Eigenbluttherapie kann eine Verwendung des Eigenblutes mit Komplexhomöopathika und ein Boostern der Immunabwehr mit intravenös zu gebenden Substanzen dazu führen, dass man danach für Stunden ein leicht gippiges und fröstelndes Gefühl als Hinweis auf die verstärkte Immunreaktion hat. Kommt man bereits zu Beginn der Symptome für diese Therapieform, kann dass schon ausreichen, um den Infekt am nächsten Tag bereits abgeschüttelt zu haben. Vorbeugend können z.B. Tees und Cremes und Lutschtabletten mit Cistus incanus, der Zistrose, die Immunzellen der Schleimhaut vermehren und die Krankheitserreger mit ihren Polyphenolen so ummmanteln, das es ihnen schwer fällt an eine Wirtszelle anzudocken und den Menschen zu infizieren. Grippezeit ist auch immer wieder ein Grund, seinen Impfstatus zu checken. Neben der Grippe sollte nach Lungenentzündung, Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung und Keuchhusten geschaut werden. Kombiimpfungen reduzieren die Menge an Zusatzstoffen. Ältere Menschen haben meistens ein Defizit für Zink, Vitamin C, Selen, Lysin etc. Eine Optimierung dieser Grundsituation verbessert auch die Wirkug der Impfung.


Multiple Sklerose und die Therapie schlägt nicht an, eine small fibre Neuropathie? – Dann sollte ein M. Fabry ausgeschlossen werden.

Diese Erkrankung M. Fabry kommt häufiger vor, also sie diagnostiziert wird, weil sie nicht immer die volle Symprtompalette zeigt. Gerade bei Frauen sind die Symptome schwächer ausgeprägt und können der Encephalitis dissimenata, der MS, sehr ähnlich sein. Eine Kontrolle von, mit MS diagnostizierten, Frauen ergab in 5,9% der Fälle ein Fehldiagnose. Es war M. Fabry. Die Untersuchung des Blutes auf die Galaktosidase-alpha-Aktivität gibt hier schnell Aufschluss. Eine Ergänzung dieses Enzyms kann den Krankheitsverlauf deutlich beeinflussen. Interessant erscheint die Untersuchung auch bei einer sogenannten "Small fibre Neuropathie" zu sein, da die therapeutischen Möglichkeiten hier auch oft wenig erfolgreich sind.


Gesunde Zähne – Marburg-Biedenkopf setzt hier Maßstäbe

Aus meiner Erfahrung erlauben es Kinder etwa bis zum achten Lebensjahr, dass die Eltern zunächst putzen und dann nachputzen. Das allein sichert schon einen sehr guten Zustand der Milchzähne. Besonders zerklüftete Zähne, wie die Backenzähne, mit den wir kauen, sollte man besonders schützen. dafür bietet sich ein Lack an. Dieser sollte aber farblos und transparent sein, damit man mögliche Veränderungen darunter nicht überdeckt. In Marburg-Biedenkopf wird seit 1981 im jugendzahnärztlichen Dienst zweimal/Jahr, in sozialen Brennpunkten sogar 4 x /a ein 1969 von einem Marburger Arzt entwickelter Lack aufgetragen. Die Anzahl der Löcher in den Zähnen von Kindergartenkindern oder Gymnasiasten ist in dieser Region bundesweit am geringsten. Skandinavien, Kanada, England und die Schweiz machen es nach. Beim nächsten Zahnarztbesuch können Sie es auch nachmachen.


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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