Gesundheitsnewsletter vom 10.2.2017

von | 10. Februar 2017

Gesundheitsnewsletter vom 10.12.2017

Heute kommt der Newsletter schon vor dem Wochenende, da ich es ansonsten möglicherweise vergesse. Am Anfang möchte ich Sie auf eine neue Filmsequenz meiner Vorträge hinweisen, denn die klärt Sie über die Reaktionsmöglichkeiten bei einem aufkeimendem Infekt und die Bedeutung des Zinks auf.

Die Themen:

  • C-Peptid ist ein Teil des Insulins. Mit hormonähnlicher Funktion schützt es die Niere.

  • Vorhofflimmern und Amiodaron

  • Soja enthält Phytoöstrogene – wann schützt es vor Krebs?

  • Sensorineuronaler Hörverlust

  • Gliadin-AK und Transglutaminase-AK positiv oder bei sIgA-Mangel trotz Glutensensitivät negativ, wie geht es weiter?

  • TNFa und der Darm

  • Alkohol ist ab einer bestimmten Menge schädlich

  • Patienten mit einer Metformin-Medikation haben weniger Citrullin im Blut


C-Peptid ist ein Teil des Insulins. Mit hormonähnlicher Funktion schützt es die Niere.

Ich bestimme das C-Peptid nüchtern zusammen mit dem Nüchterblutzucker und ggf. dem Langszeitzuckerwert, dem HBA1c. Ein hoher C-Peptidwert sagt aus, dass für diese Zuckermenge im Blut besonders viel Insulin benötigt wurde. Man kann also eine Aussage zur Insulinresistenz machen. Neu ist nun, dass man erkannt hat, dass das C-Peptid eine hormonähnlich Funktion hat. Es bewirkt innerhalb gewisser Grenzen, dass sich die glatte Gefäßmuskulatur entspannt und damit nicht nur in den Nieren eine verbesserte Mikrodurchblutung ermöglicht wird. Darüber hinaus werden über G-Protein-gekoppelte Rezeptoren Signalwege gesteuert, die zu einer Verminderung der Hyperperfusion der Niere und damit auch deren Verlust an Albumin reduzieren. So sollte die GFR, also die glomeruläre Filterleistung der Niere auch nicht zu hoch sein, denn sonst ist es eine Hyperperfusion. Isoliert infundiertes C-Peptid schützt also die Niere, hat aber keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Eine Dreimonatsstudie mit diesen Infusionen zeigte, dass der Albuminverlust sich von 58 auf 34 µg/min reduzieren ließ. Der Typ-1-Diabetiker hat somit zwei Erkrankungen, ihm fehlen Insulin und C-Peptid. Noch gibt es diese Therapie nicht, aber Betroffene sollten dahingehend Augen und Ohren offen halten.


Vorhofflimmern und Amiodaron

Das Medikament Amiodaron ermöglicht häufig eine Rhythmisierung des Vorhofflimmerns und den Erhalt des Sinusrhythmus. Der Preis dafür sind toxische Effekte auf die Schilddrüse, die Nerven, die Leber, die Lunge und die Streifen auf der Augenhornhaut bis hin zu Blindheit. Diesen Preis kann man aber reduzieren, wenn man die geringst wirksame Dosis wählt. So kann die Standarddosis von 200 mg oftmals halbiert werden, wie Dr. Barbara Kreutzkamp in der Medical Tribune 52. Jahrgang, Nr. 5, 3. Februar 2017 auf S. 8 beschreibt. Dazu empfehle ich aber zunächst eine Spiegelbestimmung im Plasma oder Serum. Darüber hinaus muss bedacht werden, dass das Medikament eine HWZ von bis zu 100 Tagen haben kann.
Eine Studie, die sich über 37 Monate mit dem Outcome einer Rhythmuskontrolle mit Antarrhythmika gegenüber einer reinen Frequenzkontrolle beschäftigte, sieht keine signifikanten Unterschiede im Ergebnis für Todeshäufigkeit, Herzschwächenzunahme, Schlaganfall. Es ist daher um so mehr abzuwägen, welche Therapie als die richtige anzusehen ist, es geht also um personalisierte Individualmedizin.


Soja enthält Phytoöstrogene – wann schützt es vor Krebs?

Das Isoflavon Genistein in Soja hat eine östrogenähnliche Struktur. Bei einer langfristigen Einnahme, also am besten ab dem zweiten Lebensjahr kann es unter Umständen die Immunität gegenüber Krebszellen generell verbessern, indem dadurch der Mechanismus der Autophagie gehemmt würde. Dieser Mechanismus würde den Krebszellen ansonsten das Überleben garantieren. Beginnt man erst bei einer Krebserkrankung oder nachfolgender Therapie mit Tamoxifen mit dem Sojakonsum, so kann sich das Ergebnis durch eine Aktivierung der Zellproliferation sogar verschlechtern. (Ärztezeitung Freitag/Samstag, 3./4. Februar 2017, Nr. 12-23D, S. 8)


Sensorineuronaler Hörverlust

Es gibt verschiedene Gründe, die dieser Link genauer erklärt. Eine allgemeine Form, nämlich die Altersschwerhörigkeit bekommen wir wohl alle. Neu ist nun, dass man bei einer Schwerhörigkeit unbekannter Ursache seit 2014 eine Verbindung zu einer Eisenmangelanämie hergestellt hat. Dieses hat man nun 2016 im Sinne einer Assoziation von Schallempfindungsschwerhörigkeit und Eisenmangelanämie erneut bestätigt. Ein Eisenmangel wurde im Mittel bei einem Ferritinwert von12 ng/ml gesehen. Als eigentliche Ursache sieht man die Sauerstoffminderversorgung der Cochlea. Dieses Mal nicht durch einen eingeschränkten Blutfluß, sondern durch zu wenig Sauerstoffträger. Das was hier beschrieben ist, gilt vermutlich auch für andere Gewebestrukturen, die keine Umgehungskreisläufe haben und sollte aufgeklärt werden. Die momentan moderne vegane Ernährungsweise erhöht die Gefahr solcher Schäden.


Gliadin-AK und Transglutaminase-AK positiv oder bei sIgA-Mangel trotz Glutensensitivät negativ, wie geht es weiter?

Ich finde bei meinen Patienten öfter, dass Gliadin-AK und Transglutaminase-AK positiv oder bei sIgA-Mangel trotz Glutensensitivät negativ sind. Somit verweisen diese positiven AK-Befunde auf eine Glutensenitivät oder Glutenunverträglichkeit. Bei einer Zöliakie sind diese AK in 100 % der Fälle positiv, dieses aber keineswegs im ungekehrten Fall. Zunächst ist die richtige Entscheidung, dass man bei so einem Befund auf Gluten verzichtet, um weiteren Schaden durch die Aktivität der Antikörper zu vermeiden. Wenn man wissen will, ob man sogar eine Zoeliakie hat, muss man eine endoskopische Untersuchung mit einer Biopsie auf Endomysium-AK über sich ergehen lassen. Ein positiver Befund bekräfigt die Notwendigkeit der Glutenkarenz, ein negatives Ergebnis lockert die Empfehlung vielleicht ein wenig. Glutentoleranzen schwanken zwischen 10 und 50 g/Tag.


TNFa und der Darm

Anders als alle andeen Gewebe scheint der Darm auf TNFa wirklich mit dem Zelltod zu reagieren. TNFa wird von den Makrophagen freigesetzt. Sie gehören zur vorderen Verteidigungslinie des Immunsystems. Es gibt zwei TNFa-Rezeptoren, den Typ 1 fürdie meisten Körpergewebe und den Typ 2 für die Immun-, Endothel- und Nervenzellen und hat etwas mit der Proliferatiosrate, der Gewebehomöstase und der Geweberegeneration zu tun. Therapeutisch werden TNFa-Hemmer eingesetzt. Im Darm gibt es Moleküle, die an die Rezeptoren für TNFa herangelockt werden und dort die Atwort wie mit einem Schalter in die eine oder die andere Richtung bewegen können. Die Moleküle, die den Zelltod verhindern könnten, nämlich CIAP1, cIAP2 (Inhibitor of Apoptosis Protein)und XIAP (X-chromosome-linked Inhibitpor of Apoptosis Protein) sind im Darmepithel besonders schwach vertreten. Der entzündete Darm versucht sich mit downstream TNF receptor effectors zu retten. Bevor wir also Medikamente für diese Situation haben, ist es doch am sinnvollsten zu fragen, wogegen sich denn die Makrophagen an dieser vorderen Verteidigungslinie wenden. Wer oder was ist der Feind? Im Normalfall solltes es Bakterien und deren Lipopolysacharide (LPS) der Zellwand sein. Was aber, wenn die Darmflora eine gute Diversität und keine pathogenen Keime aufweist? Ist es die Ernährung? Ist es ein Mehrbedarf an Vitalstoffen? Sind es Medikamente oder welche Substanz auch immer, dann kann man die Frage mit dem TNFa-Hemmtest beantworten.
Makrophagen und neutrophile Granulozyten arbeiten eng zusammen. Sie phagozytieren den Feind und setzen Botenstoffe frei,die weitere Abwehrzellen anlocken. Im ALCAT-Test wird die Reaktion der neutrophilen Granulozyten auf die Nahrung und Nahrungsbestandteile oder-zusätze getestet. Es wäre spannend, wenn auch die Freisetzung der Interleukine gemessen werden könnte.


Alkohol ist ab einer bestimmten Menge schädlich

Alkohol kommt auch in Fruchtsaft vor 200 ml Apfelsaft beinhalten etwa 1 g Alkohol. Es wurde untersucht, in welcher Form ab welcher Menge die kardiovaskuläre und die Gesamtmortalität ansteigen. Bei einem täglichen Konsum von 12 – 24 g Alkohol und das möglichst zum Essen, somot mit niedrigen Blutalkoholspeigeln, hat die geringste Mortalitätsrate. Bei 40g/Tag errreicht die aufsteigende Kurve wieder die Risikomarker abstinent lebender Frauen.
Hat die Art des Getränks Einfluss auf das Diabetesrisiko?
Dabei wurde Alkohol in Wein mit Alkohol in Bier verglichen. Das Diabetesrisiko liegt in beiden Gruppen bei 20 – 30 gAlkohol/d am niedrigsten, steigt bei Bier dann aber steiler an, insbesondere im Bereich der oberen Standardabweichung. Das könnten dann aber auch andere Lebensstileinflüsse sein. Hochprozentiger Alkohol ist mit geringeren Mengen schädlich.


Patienten mit einer Metformin-Medikation haben weniger Citrullin im Blut

Patienten mit einer Metformin-Medikation haben weniger Citrullin im Blut. Citrullin ist ein Produkt in Stickstoffstoffwechsel beim Abbau von Arginin. Man vermutet, dass Citrullin einen positiven Effekt auf das Herzkreislaufsystem hat. Die Begrtündung liegt darin, dass der Körper aus Citrullin Arginin bauen kann.

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