Gesundheitsnewsletter vom 10.11.2013

von | 10. November 2013

Gesundheitsnewsletter vom 10.11.2013

Die Vormittagssprechstunde wurde in der letzten Woche gut angenommen. Für diese Woche sind noch ein paar Termine frei. Bitte nutzen Sie ausserhalb der Sprechstunden den Anrufbeantworter. Ihre Nachricht wird weitergeleitet und sobald sich die Gelegenheit ergibt, wird sie auch bearbeitet.

Die Themen dieser Woche:

  • Omega-3-Fettsäure, wieviel benötige ich davon ?

  • Die Entwertung der Abi-Note

  • Kinder wieder schlechter mit Jod versorgt

  • Knackende Gelenke, was steckt dahinter?

  • Chronischer Beckenschmerz kann durch Zähneknirschen erzeugt werden.

  • In Syrien kommt es zu vermehrtem Auftreten von Kinderlähmung durch das Wildvirus

  • Herr Doktor, mal kann ich in der Nähe und dann wieder in der Ferne nicht scharf sehen, wie kommt das ?

  • Postoperativ kein Ibuprofen gegen die Schmerzen

 

 

Omega-3-Fettsäure, wieviel benötige ich davon ?

Am Wochenende hatte ich ein Seminar für Apotheker und Ärzte zum Thema der Omega-3-Fettsäure gegeben. Die Auswertung belastbarer Studien ergab, dass man zwischen 2 und 4 Gramm EPA (Eicosapentaensäure)/Tag benötigt, um eine Senkung der Todesrate durch Herzinfarkt um 90% gegenüber der Placebogruppe zu erzielen oder die nachhaltige Schmerzlinderung bei rheumatischen Beschwerden zu erreichen. Wichtig ist allerdings, dass man mit einer Laboruntersuchung den tatsächlichen Bedarf ermittelt, denn sowie ein "zu wenig" nicht die gewünschte Wirkung zeigt, so kann ein " zu viel" an Omega-Fettsäure auch problematisch werden. Um diese Frage beantworten zu können, gibt es einen Test, der den Gehalt von 26 Fettsäuren aus der
Wand der roten Blutkörperchen bestimmt. Somit hat man einen Langzeitwert der letzten 60 bis 90 Tage. Ich halte den Test in den Praxen vor, das Labor berechnet dafür 69,- €.  Private Kassen übernehmen normalerweise die Kosten.


Die Entwertung der Abi-Note

So wie Ausbildungsbetriebe nicht mehr den Zeugnissen vertrauen, sondern sich lieber ein eigenes Bild von den Fähigkeiten des sich Bewerbenden machen, scheint es nun wohl auch mit den Abiturnoten für das Studium so zu sein,

…"wenn sie sich die Abiturbestenquoten der letzten Jahre ansehen, nach denen immerhin 20 Prozent der Plätze vergeben werden. Zum Wintersemester 2013/14 lag die Abiturnote, die einen direkten Zugang zum Medizinstudium ermöglichte, für zwölf der 16 Bundesländer bei 1,0. Wer sich an die eigene Schulzeit zurückerinnert, weiß: Solche Noten waren – zumindest bis in die Neunzigerjahre hinein – eine Rarität. Woher kommen also diese ganzen Einserkandidaten? Sind die Lehrer heute großzügiger, weil sie ihren Schützlingen die Zukunft nicht verbauen wollen? Gibt es eine Noteninflation?" Der ganze Text. So hatte das Kultusministerium schon vor Jahren festgelegt, dass die Lehrer um ca. 5 % lockerer zu bewerten hatten. We
r sich nicht daran hält, wird disziplinar gemaßregelt. Beim Elternsprechtag auf die guten Noten unseres Sohnes, obwohl dort mehr roter als blauer Text stand, hieß es, dass man sich seinem Klientel anpasse um den Notenschnitt der Klasse aufrecht zu erhalten. Wenn man für wenig Leitung gute Noten bekommt, kann man das Kind zu Hause schwer motivieren, denn die erwartete Konsequenz bleibt ja aus.Andere austrebende Länder gehen da anders vor.


Kinder wieder schlechter mit Jod versorgt

Prof. Thomas Remer vom Institut für Kinderernährung in Dortmund hat anhand von 24-Stundensammelurinauswertungen festgestellt, wieviel Jod ausgeschieden wurde. Diese Untersuchung biete ich in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Labor auch in meinen Praxen an. Er stellte im Mittel 117 µg Jod pro Liter Urin fest, 40 Prozent der Kinder hatten aber unter 100 Mikrogramm. Somit läge ein Mangel vor. Das Labor, mit dem ich zusammenarbeiten, berechnet es auf den Krea-Wert, was genauer ist, denn jemand der viel trinkt, also verdünnt, gilt sonst als unterversorgt. Wer wenig trinkt, hätte dann genug oder zu viel Jod.  Richtig ist aber, das große Trinkmengen und auch Schweißverlust den Jodbedarf erhöhen. Grund für die verschlechterte Jodversorgung sei der Rückgang der Verwendung jodierten Salzes, weil bei internationalem Warenverkehr mit unterschiedlichen Richtlinien sicherheitshalber darauf
verzichtet wird. Dazu Spiegel online.


Knackende Gelenke, was steckt dahinter?

Ich bin im knackigen Alter, es knackt hier und es knackt da. Was hat es damit auf sich ?


Chronischer Beckenschmerz kann durch Zähneknirschen erzeugt werden.

Zähneknirschen und Pressen gilt neben Einrissen der Enddarmschleimhaut, Bandscheibenvorfällen, statomuskulären Dysfunktionen und chronischer Prostataentzündung als die häufigste Ursache für muskulären Beckenschmerz. (Dr. Anja Braunwarth auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten.)


Blut im Sperma als Hinweis auf eine drohende Entzündung des Nebenhodens

Ein solches Symptom sollte Sie bewegen, zum Arzt zu gehen, denn dahinter kann eine entstehende Entzündung des Nebenhodens stecken. Diese tritt dann meist in den nächsten 24 Stunden auf.


Diabetiker sind grundsätzlich stärker für Osteoporose gefährdet.

Dieses Risiko ist bei der Einahme bestimmter Wirstoffgruppen noch erhöht. Bei Insulinmedikation soll die Frakturrate um 1/3 erhöht sein. Aber auch zu schluckende Medikamente wie die Gruppe der Glitazone erhöhen das Risiko. In Deutschland sind Rosiglitazon und Pioglitazon bekannt.  Eines ist schon vom Markt genommen worden, weil das Herzinfarktrisiko darunter stieg.


In Syrien kommt es zu vermehrtem Auftreten von Kinderlähmung durch das Wildvirus

Nun läuft dort eine intensive Impfkampagne. Interessant ist die Beobachtung, dass eine Vernachlässigung der Impfung der nachwachsende Bevölkerung für nur wenige Jahre, so wie es in den Bürgerkriegswirren dieses Landes zuletzt der Fall war, ausreicht, um eine neues Aufkeimen einer als fast ausgestorbenen Erkrankung zu bewirken. Ich überprüfe bei Ihrem nächsten Praxistermin gerne Ihren Impfstatus.


Herr Doktor, mal kann ich in der Nähe und dann wieder in der Ferne nicht scharf sehen, wie kommt das ?

In so einem Fall ist zunächst an eine Insulinresistenz mit starken Blutzuckerschwankuingen zu denken. Der Diabetes mellitus muss hier noch gar nicht vorliegen. So lässt der hohe Zuckerwert die Linse anschwellen und es entsteht eine Myopie, also Kurzsichtigkeit. Sinkt der Zuckerspiegel stark, kommt es zu Hyperopie also Weitsichtigkeit. Besonders unangenehm ist es, wenn die Augen unterschiedlich stark auf die Veränderungen regieren. Also erst zum Hausarzt und dann zum Augenarzt.


Postoperativ kein Ibuprofen gegen die Schmerzen

"Unheil lauert zudem bei der postoperativen Schmerztherapie, wenn der Patient Medikamente mit Hemmwirkung auf die Thrombozytenfunktion erhält. Ibuprofen hemmt die Plättchen wie ASS. Eine Ibuprofendosis von 800 mg postoperativ kann schon eine relevate Blutungsgefahr heraufbeschwören" (Kardiologie specia, Medical Tribune, 40. Jahrgang, Nr. 44, 1. November 2013, S. 22) Das genaue Gegenteil besc Pharmazeutische Zeitung onlinehreibt die und hier scheint eher die Wahrheit zu liege. Demnach hebt Ibuprofen dei Thrombozytenaggregationshemmung von ASS auf. Betroffen von dieser Fehleinschaätzung sind hüfig Patienten mit eine Arteriosklerose und Gelenk- oder Muskelbeschwerden. Die Erklärung für die Wirkungsaufhebung lautet:

Konkurrenz um Bindungsstelle

ASS acetyliert die COX-1, wodurch das Enzym irreversibel gehemmt wird. Ibuprofen und andere NSAR hemmen dagegen die COX-1 nur reversibel. Die Bindungsstelle für ASS, Ibuprofen und die meisten anderen NSAR liegt innerhalb eines schmalen hydrophoben Kanals im Kern des COX-1-Enzyms. Durch die benachbarte Lage der Bindungsstellen kommt es zwischen Ibuprofen und ASS zu einer kompetitiven Wechselwirkung. Vor ASS eingenommenes Ibuprofen kann somit den Zugang von ASS in den Kanal blockieren und dadurch die irreversible Acetylierung der COX-1 verhindern. Die Folge davon ist eine unzureichende Thrombozytenaggregationshemmung. Die COX-1-Aktivität bleibt jedoch bei der Anwendung des COX-2-Inhibitors Rofecoxib unbeeinflusst." Diclofenac hebt die ASS-Wirkiung auch nicht auf. Dennoch beschreibt der Rote Hand Brief vom Juli 2013, dass bei Pateinten mit Erkrankungen der Blutgefä&szli
g;e nur nach sorfältigster Risikoabwägung  Diclofenac einnehmen sollten. Eine andere Therapie ohne diese Nebenwirkungen wäre die Interleukin-1-Rezeptorantagonisten-Therapie. In meiner Praxis wende ich diese nach dem Prinzip der Sanakin-Therapie an.

 


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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