Gesundheitsnewsletter vom 1.3.2015

von | 1. März 2015

Gesundheitsnewsletter vom 01.03.2015

Die Themen:

  • Asthma mit eosinophilen Infiltraten, da wird zur diagnostischen Lavage geraten. Als einfacher Einstieg empfiehlt sich die exhalative NO-Gas-Messung

  • Zirkulierende Tumorzellen können beim Prostatakarzinom, dem Brustkrebs, dem Eierstockkrebs und dem Dickdarmkrebs zur Therapieplanung genutzt werden! Der ADNA-Test ist hier ein zuverlässiges Instrument!

  • Raucherentwöhnung, der eine schafft es und der andere nicht – warum ?

  • Warzenbehandlung

  • Ohne Hände keine Kekse hieß es sarkastisch in meiner Schulzeit. Jetzt gibt es eine bionische Hand als Lösung des Problems.

  • Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit wird zu oft und zu früh amputiert

  • Ein neuer Beweis dafür, dass die silent inflammation die Mitochondrienaktivität hemmt und das diese Entzündung dann zu Übergewicht führen kann.


Asthma mit eosinophilen Infiltraten, da wird zur diagnostischen Lavage geraten. Als einfacher Einstieg empfiehlt sich die exhalative NO-Gas-Messung

Bei Rauchern ist die exhalative NO-Gas-Messung meistens unauffällig. Ist der Wert dennoch in der oberen Norm oder darüber, dann besteht ein dringender Verdacht auf eine eosinophil vermittelte Entzündung der Lunge. Dabei können die Lungenfunktionswerte noch völlig in Ordnung sein oder durch die inhalative Medikation in Ordnung gebracht worden sein. Der erhöhte NO-Wert zeigt aber an, dass die Entzündung fortbesteht und die Therapie optimiert werden sollte. Die Entzündung führt nämlich auch zu Reparaturvorgängen, die dann bindegewebig sind und somit die Gasaustauschfläche der Lunge reduzieren.
Krankheiten, die zu so einer vermehrten Eosinophilie in der Lunge führen, sind:
allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA)
chronisch eosinophile Pneumonie
eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (Churg-Strauss-Vaskulitis)
tropische pulmonale Eosinophilie
Löffler-Syndrom
medikamentös ausgelöste Pneumopathien
Allergien

Zunächst geht es immer um die Diagnose und die Möglichkeit den Krankheitsauslöser zu meiden. Wenn das nicht geht, werden Cortisonpräparate und andere Immunsuppressiva eingesetzt. Da diese Medikamente auch eine Nebenwirkungsliste haben, ist manch einer bemüht, die Dosis dieser Substanzen so niedrig wie möglich zu halten. Als sinnvolle Unterstützung hat sich hier die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger erwiesen, weil sie das Auswandern der eosinophilen Granulozyten ins Gewebe reduziert und dort somit auch die Entzündung reduziert. Durch die Bildung von durchblutungsfördernden  Prostaglandinen verbessern sich auch Ver- und Entsorgung des Gewebes in der Endstromstrecke. Da auch diese Krankheiten mitochondrial gesteuert werden, lohnt sich ein Blick auf deren Fehlfunktion und der Überprüfung dessen, was sie an der Normalfunktion hindert.


Zirkulierende Tumorzellen können beim Prostatakarzinom, dem Brustkrebs, dem Eierstockkrebs und dem Dickdarmkrebs zur Therapieplanung genutzt werden! Der ADNA-Test  ist hier ein zuverlässiges Instrument!

In der Medical Tribune vom 20.02.2015, 50. Jahrgang, Nr. 8, S. 24,  wird Prof. Dr. Klaus Pantel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zitiert. Je mehr Zellen in 7,5 ml Blut gefunden werden, umso ungünstiger ist die Prognose. Er beschreibt, dass dieser Test viel füher als ein fPSA/PSA eine prognostische Aussage erlaubt. Dieser Test ist ein Bluttest, es wird also noch nicht in die Prostata gestanzt. Anhand der Zellen kann dann gesschaut werden, ob eine und wenn dann welche Chemotherapie wirken würde. Somit ist das Blut im Reagenzglas und nicht der Patient das Versuchskaninchen. Bei einem Rezidiv werden sich die Zellen verändert haben. Dann ist eine Wiederholung des Test gerechtfertigt. Er eignet sich aber auch zur Therapiekontrolle.
Liegt eine Stanze vor, empfehle ich auch immer die DNA-Zytometrie, auch bei einem Rezidiv!
Ich schrieb bereits am 14.12.2014 darüber und hatte auch in den Newslettern darüber berichtet. Mo-Mi kann dieser Test in meinen Praxen abgenommen werden! Ich nehme 3 x 7,5 ml Blut im Abstand von 30 Minuten ab, da die Genauigkeit des Nachweises dann bei einer Zelle liegt!


Raucherentwöhnung, der eine schafft es und der andere nicht – warum ?

Das Nikotin ist das Gift, dass die Sucht auslöst. Demnach sind alle Nikotinersatzstoffe eine andere Form der Fortführung der Sucht. Bei der Raucherentwöhnung ist die Grundvoraussetzung der feste Entschluss es zu tun. Man könnte ja jeder Zeit, man will aber nicht. Morgens beim Erwachen hat man schon die längste Rauchpause hinter sich. In der Leber wird das Nikotin in Cotinin abgebaut. Mit dem Cotinintest kann man auch bei Passivrauchern die Belastung aus dem Urin erfassen. Das zeigt sich eindrucksvoll bei Kindern aus Raucherfamilien, selbst dann, wenn nur draussen geraucht wird. Wer eine genetische Leberentgiftungsstörung hat, wo also das CYP2A6 sehr langsam arbeitet und der Nikotinumbau langsam erfolgt, hat es bei der Raucherentwöhnung einfacher und medikamentöse Nikotinagonisten führen eher zu unangenehmen Nebenwirkungen. Raucher mit einer normal ausgeprägten Enzymaktivität können von den Nikotinagonisten eher profitieren, als von einer Fortführung der Nikotingabe, die dann ausgeschlichen werden muss. Raucher mit einer gesteigerten Aktivität des Enzyms haben es am schwersten, weil das Nikotin ruckzuck abgebaut wird und der Nikotinrezeptor alpha 4 im Gehirn nach der nächsten Zigarette schreit. Näheres siehe in dieser Originalveröffentlichung. Die genetische Untersuchung ist mit einer Blutprobe möglich. Die Kosten liegen bei ca. 120,- €. Interessant ist natürlich die Möglichkeit, dass man dieses Enzym auch hemmen kann! Wie funktioniert das mit dem Nikotin überhaupt, ich habe hier eine sehr gute Abhandlung dazu gefunden!


Warzenbehandlung

Warzen entstehen durch Viren an einer Stelle mit eingeschränkter TH-1-Immunantwort, das haben die Warzen mit Tumoren gemeinsam. An Therapien gibt es ganz viel, angefangen vom Besprechen, was ja zu einer Veränderung des Immunsystems führen kann, über  Propolis, dem antibiotischen und antientzündlichen Kittharz der Bienenvölker, über den Einsatz von off label-Immunstimulatoren wie Imiquimod, über den Einsatz von Eistherapie, hin zu hornhautauflösenden Substanzen und lokalen Chemotherapeutika wie 5-FU, dem Wegbrennen oder Wegschneiden, der Lasertherapie bis zum Bekleben mit handelsüblichem durchsichtigem Klebeband. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass dieses Klebeband der Eisbehandlung überlegen war. die Erfolgsrate lag nach 2 Monaten bei 60% in der Kryotherapie und bei 85% bei der Klebebandtherapie.


Ohne Hände keine Kekse hieß es sarkastisch in meiner Schulzeit. Jetzt gibt es eine bionische Hand als Lösung des Problems.

In Östereich wurde drei Männern eine bionische Rekonstruktion ihrer Hand implantiert. Sie können die nun mit ihren Gedanken steuern.


Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit wird zu oft und zu früh amputiert

Bei der Therapie der schweren pAVK wird immer noch zu oft amputiert. Eine Studie zeigt, dass je fortgeschrittener die Erkrankung, in der behandelnden Klinik umso seltener eine revaskulisierende Gefäßdarstellung gemacht wird und stattdessen gleich amputiert wurde. Dabei handelt es sich um die beachtliche Zahl von 44%. Bezog man alle Untersuchungen der letzen zwei Jahre vor der Operation mit in die Beurteilung mit ein, waren es immer noch 37 %. Bedenken Sie, der besser informierte Patient wird auch besser behandelt. Das man mit einer Änderung des Lebensstils, der Optimierung der Schmerztherapie, des Ausgleichs von Mängeln und der Optimierung körpereigener Fähigkeiten Umgehungskreisläufe zu bilden so eine Amputation auch vermeiden kann, sollte Ihnen bewusst sein. Dafür sind allerdings Behandlungszeiträume von 6-12 Monaten notwendig, die finanziell und auch vom Zeitmanagement und von der Motivation des Erkrankten getragen sein müssen.


Ein neuer Beweis dafür, dass die silent inflammation die Mitochondrienaktivität hemmt und das diese Entzündung dann zu Übergewicht führen kann.

Die Wissenschaftler der Tokyo Medical University untersuchten an Mäusen mit Rheuma, wie sich die Hemmng eines Gens, nämlich des Synoviolin, das die Entzündung fördert, auf die Erkrankung auswirkt. Der Erfolg war gut. Dann wollten Sie wissen, ob diese Form der Entzündungshemmung auch Auswirkungen auf den Energiehaushalt hat. Sie stellten fest, dass die Mäuse schlanker wurden und weniger weißes Fettgewebe entwickelten. Nun wollten Sie wissen, wie das denn sein kann und stellten konkret fest, dass das von Synovelin kodierte Protein SYNV1 ein Hemmstoff für die Mitochondrienaktivität ist.
Als nun das Protein durch den Hemmstoff nicht mehr verfügbar war, konnte sich die Mitochondrienaktivität erhöhen und die endogenen zellulären Anreger der Hormonrezeptoren PPAR (peroxisome proliferator-activated receptors) konnten wieder stabil präsentiert werden. Die Aufgabe dieser PPARs ist es, den Fettstoffwechsel in den Mitochondrien zu regeln und über die Präsentation von PGC1ß, ich lasse in dem Mitochondrienprofil 4 des MMD ja immer PGC1a bestimmen, die Mitochondrienneubildung ankurbeln.
Da dieser Hemmstoff aber auch viele Nebenwirkungen hat, kommen wir wieder dahin zurück, dass wir nach vermeidbaren entzündlichen Faktoren suchen müssen, um  diese dann zu vermeiden, wenn man sie vermeiden kann. Das begründet dann die Laborkosten.
Bei adipösen Menschen mit muskulären Einschränkungen ist möglicherweise aufgrund einer Beschädigung des PGC1ß-, PGC1a- und PPAR-Regualtion eine verminderte Mitochondrienzahl vorhanden, die als Hemmschuh der Verbrennung gilt. Hier bieten sich das Mitochondrienprofil und die Suche nach Ursachen für diese Regalationshemmung als Lösungsansatz an.
Eine mögliche Ursache ist der vermehrte Genuss von Fruchtzucker! Fatal ist doch, dass dieser Fruchtzucker bis vor kurzem den Diabetikern als Diabetikersüße ärztlich empfohlen wurde. Wer war denn hier die treibende Kraft bei der Erstellung der Leitlinien?


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin


Email:
Internet: www.dr-wiechert.com


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