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Dr. Wiechert Gesundheitsnewsletter vom 10.01.2026
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Praxis für individuelle Diagnostik und Therapie
In meiner Info-Videothek können Sie sich zu verschiedenen
Themen informieren, stöbern Sie ruhig weiter, denn
Sie wissen ja, dass die Quellen meines Wissens stets
benannt werden!
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| Ich wünsche Ihnen für das Neue Jahr nur das Allerbeste.
Nimmt man Bezug auf meinen letzten Newsletter, so ist es im Gaza, in Venezuela, in der Ukraine, hinsichtlich der Ansprüche auf Kanada, Grönland, mehrtägigem Stromausfall in Deutschland durch Brandanschlag auf Stromverteiler etc. in diesen wenigen Tagen nicht besser geworden. Russland hat die erste ballistische Rakete gestartet. Ich hatte allerdings schöne Weihnachtstage und einen optimalen Skiurlaub. Schnee – Wetter – Pistenauswahl – Unterkunft – leckeres Kochen im Appartement, die Rückfahrt am verschneiten 03.01.2026 habe ich unfallfrei überstanden – ich bin zufrieden.
Nun haben wir mal geschaut, was unser Fundbüro so zu bieten hat. Wer vermisst denn Brille, Mütze oder Jacke? |
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Freitag hatten wetterbedingt viele Patienten abgesagt, hier ein paar Impressionen der Bremer Praxis:
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„Einfluss auf die Genregulation 2020 zeigte eine Untersuchung an der Charité Berlin mit menschlichen Zellkulturen, dass Simvastatin und Rosuvastatin die Regulation von 1800 Genen und infolgedessen auch die Produktion von 900 Proteinen beeinflussen können. Die Gruppe um Dr. Anke Grunwald konnte zeigen, dass verschiedene Prozesse in den Muskelzellen gestört werden. Dazu zählen die Cholesterolbiosynthese, der Fettsäurestoffwechsel sowie Proliferation und Differenzierung menschlicher Muskelzellen. Da auch Muskelzellen eine vollständige enzymatische Ausstattung zur Cholesterolsynthese besitzen, greifen Statine auch dort hemmend ein.
Hinzu kommt eine Beeinträchtigung der Synthese von Eicosanoiden, die unter anderem an der Entwicklung differenzierter Muskelzellen aus Muskelvorläuferzellen, aber auch an der Schmerzentstehung beteiligt sind. Insbesondere wurde eine Herunterregulation der Cyclooxigenase-1 beobachtet, was mit einer verminderten Bildung von Prostaglandinen einhergeht.
Dabei zeigte Simvastatin einen deutlich stärkeren Effekt als Rosuvastatin.
Die Zugabe spezifischer Eicosanoide konnte die negativen Effekte teilweise umkehren. Daraus schlossen die Wissenschaftler, dass eine zur Statintherapie begleitende Gabe von Omega-Fettsäuren oder Eicosanoid-Analoga einen protektiven Effekt auf die Muskelzellen haben könnte.
Ungeachtet dieser und der neuen Erkenntnisse zum Skelettstoffwechsel sind Statine ein unverzichtbarer Bestandteil des Arzneimittelschatzes, zumal für Patienten mit »echter« Statin-Unverträglichkeit andere Arzneistoffklassen zur Verfügung stehen. Das Wissen um diese Mechanismen kann aber einerseits zur Therapiesicherheit beitragen, andererseits Wege für die Entwicklung modifizierter Arzneistoffe aufzeigen. DOI: 10.1038/s41467-025-66522-0 DOI: 10.1038/s41598-020-58668-2„ Quelle: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausloeser-fuer-muskelschmerzen-identifiziert-161767/?utm_source=E-Mail&utm_medium=Newsletter&utm_campaign=TDT-09-01-2026
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Ich habe ein wenig mit Chat GPT diskutiert: Cox-1 ist Teil der Arachidonkaskade, warum halfen dann Omega-3-Fettsäuren und ggf. deren Pro Resolving-Mediatoren als Folgeprodukte? Cox -1 wird auch zusammen mit der Cox 2 für die Schmerzentstehung bei der Arachidonkaskade gesehen. |
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In dem Charité/MDC-Paper (ist sogar explizit beschrieben, dass PTGS1 (COX-1) ein Schlüsselenzym sowohl der ω-6- und der ω-3-Oxylipin/Prostanoid-Bildung ist (AA und EPA als Substrate) und dass PTGS1 unter Statinen signifikant herunterreguliert wird, während PTGS2 nicht reduziert war. doi.org/10.1038/s41598-020-58668-2 (Das Gen für die Cyclooxygenase-1 heißt PTGS1 (für Prostaglandin G/H Synthase 1)
Warum kann dann Omega-3 (und ggf. Pro-Resolving Mediatoren) trotzdem helfen?
1) Omega-3 wirkt nicht nur „nach COX-1″, sondern verschiebt das Substratangebot upstream. Statinbehandelte Zellen zeigten zeitabhängig veränderte, teils erhöhte ω-6-Metabolite (z.B. PGD2/PGF2α/Isoprostan) und gleichzeitig waren EPA-abgeleitete PGE3-Signale unter Simvastatin komplett abwesend. Wenn du EPA/DHA zuführst, werden sie in Membranphospholipide eingebaut und verdrängen Arachidonsäure (AA) teilweise. Ergebnis (vereinfacht): weniger AA „im Pool“ → weniger pro-nozizeptive/pro-inflammatorische 2-Serien-Prostanoide/Isoprostane, selbst wenn COX-1 nicht optimal läuft.
2) SPMs (Resolvine/Protectine/Maresine) können über LOX/CYP450-Wege entstehen bzw. wirken – nicht COX-1-zentriert Pro-resolving Mediatoren sind nicht einfach „COX-1-Folgeprodukte“ der Arachidonkaskade, sondern entstehen (je nach SPM-Familie) über 15-LOX/5-LOX, CYP450 (stimuliert über die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger) und teils COX-2-(aspirin-getriggert) – und sie wirken dann über GPCRs (Rezeptorsignale), um Entzündungsauflösung und Analgesie/Anti-Hyperalgesie zu fördern. Heißt: Selbst bei niedriger COX-1-Expression kann (a) aus EPA/DHA über LOX/CYP450 weiterhin SPM-Biologie generiert werden und (b) exogen zugeführte SPMs brauchen COX-1 ohnehin nicht mehr.
3) Es geht wahrscheinlich um Dysregulation (Timing/Balance), nicht nur um „zu wenig Prostaglandine“ Im Paper passt das Zeitmuster dazu: Frühe Veränderungen/Anstiege bestimmter ω-6-Mediatoren, später Abfall parallel zur PTGS1-Runterregulation. Die „Rettung“ in vitro gelang zudem nicht mit Omega-3 direkt, sondern v.a. mit AL-8810 (PGF2α-Rezeptor-Ligand). Und AL-8810 ist pharmakologisch als FP-Rezeptor-Antagonist (mit schwacher Partialagonisten-Komponente) beschrieben. Das spricht dafür, dass zumindest ein Teil des Problems fehlgesteuerte Prostanoid-Signalgebung (z.B. PGF2α-Achse) ist – und Omega-3 kann hier indirekt helfen, indem es die AA-Last und damit pro-PG-Signalspitzen reduziert.
4) Warum erwähnen die Autoren trotzdem Omega-3 als Option? Sie verknüpfen ihre Zellbefunde mit klinischen Hinweisen, dass EPA/DHA muskuläre Beschwerden (Schmerz/Steifigkeit) unter Statintherapie reduzieren können, und leiten daraus die Plausibilität einer Add-on-Strategie ab. (Das ist eher „translationale Plausibilität“ als ein Beweis aus genau diesem Zellmodell.)
Kurz gesagt: Auch wenn COX-1 in der klassischen Arachidonkaskade steht, kann Omega-3 helfen, weil es (i) das AA/EPA/DHA-Substratverhältnis verschiebt, (ii) pro-resolving Signalwege über LOX/CYP/COX-2 ermöglicht und (iii) dadurch die Balance von pro-nozizeptiven vs. pro-resolving Lipidmediatoren normalisieren kann – und SPMs wirken ohnehin rezeptorvermittelt downstream. |
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Hier ist die „mechanistisch plausibelste“ SPM-Shortlist für Muskelregeneration und als Brücke zur Statin-Myalgie (Schmerz + Reparatur nach Mikro-Schädigung). Wichtig: Die beste Evidenzlage ist präklinisch (Maus/Zellkultur); für Statin-Myalgie speziell gibt es (noch) kaum direkte SPM-Interventionsdaten.
1) RvD1 (D-Serie, aus DHA) – Top-Kandidat für Regeneration + Entzündungsauflösung Warum plausibel (Muskel): In einem Maus-Muskelverletzungsmodell hat systemisches RvD1 die Dauer/Intensität der Entzündung reduziert, Regeneration (Myofiber-Wachstum) verbessert und Kraft-Erholung gesteigert. Mechanistisch: Weniger proinflammatorische Zytokine, bessere PMN-Clearance, pro-regenerative Makrophagen-Polarisation und Modulation der Muskel-Stammzellantwort.
Rezeptoren / Signalachsen: RvD1 wirkt v.a. über ALX/FPR2 (doi.org/10.1016/j.phrs.2023.106982) und beim Menschen zusätzlich über DRV1/GPR32. Downstream (vereinfacht): GPCR-Signale, die NF-κB-getriebene Entzündung dämpfen, Efferocytose fördern und den „Switch“ Richtung Reparatur erleichtern (Makrophagen-Programm). Warum plausibel (Statin-Myalgie): Wenn Statine in Muskelzellen Eicosanoid-/Prostanoid-Balance stören (z.B. COX-1-Achse), ist RvD1 interessant, weil es Resolution-Programme triggert, die nicht davon abhängen, dass die Zelle „perfekt“ Prostaglandine produziert.
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2) MaR1 (Maresin-1, aus DHA) – Top-Kandidat gegen Fibrose + für Funktionsgewinn Warum plausibel (Muskel): In einem schweren Verletzungsmodell (volumetric muscle loss) war ein Kennzeichen „nicht-heilender“ Muskeln: Mehr proinflammatorische Eicosanoide + Mangel an pro-resolving Mediatoren. MaR1-Gabe reduzierte Entzündung und Fibrose und verbesserte die Kraft-Erholung.
Rezeptoren / Signalachsen: Für MaR1 ist LGR6 als Rezeptor gut belegt (stereoselektive Bindung; in Phagozyten ↑Phagozytose/Efferocytose; Signal-Phosphorylierungen inkl. ERK und CREB).
Zusätzlich werden RORα/LGR6-Achsen in Reviews diskutiert. Darin wird auch die Wikrung bei Atemwegserkrankungen heausgestellt!
Warum plausibel (Statin-Myalgie): Klinisch wirkt Statin-Myalgie oft wie „Schmerz + schlechtere Anpassung/Regeneration“ (v.a. bei Belastung). Ein Mediator, der Fibrose bremst, Efferocytose und Reparatur-Makrophagen fördert, ist dafür mechanistisch sehr attraktiv.
3) RvD2 (D-Serie, aus DHA) – Direkter „pro-myogen“ Kandidat
Warum plausibel (Muskel): Für RvD2 gibt es Daten, dass es Myogenese/Regeneration fördert und Entzündung dämpft; in Dystrophie-Kontexten wird das explizit als pro-regeneratives Programm beschrieben. doi.org/10.1016/j.phrs.2022.106337
Rezeptor / Signalachse: Hauptrezeptor: DRV2/GPR18. Hier wird auch die Bedeutung für cardiovaskuläre Thematiken beschrieben. Wichtiges mechanistisches Argument: GPR18 wird (je nach Modell) auch auf Zellen im myogenen Kompartiment diskutiert – damit ist RvD2 nicht nur „immunmodulatorisch“, sondern potenziell direkt myogen. Warum plausibel (Statin-Myalgie): Wenn Beschwerden vor allem bei Belastung auftreten, könnte „bessere Regenerationsdynamik“ (plus weniger sterile Entzündung) genau die Lücke adressieren.
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4) Lipoxine (v.a. LXA4; AA-abgeleitet, aber pro-resolving) – Gute „Resolution-Schalter“, auch bei COX-Problemen Warum plausibel (Muskel): Lipoxine sind klassische Resolution-Mediator-Schalter und wirken stark über Immunzell-Programmierung (Neutrophilen-Stop, Efferocytose-Förderung, Anti-Fibrose-Tendenzen – je nach Setting). Für LXA4 ist z.B. gezeigt, dass es Makrophagen-Polarisation in Richtung weniger M1/mehr pro-auflösend beeinflussen kann, über FPR2-gekoppelte Signalwege. Rezeptor / Signalachse: Primär ALX/FPR2 (und je nach Kontext weitere Interaktionspartner). Gleicher Weg wir RvD1. Warum plausibel (Statin-Myalgie): Besonders spannend ist die Rezeptor-Überlappung (ALX/FPR2) mit RvD1: Du kannst damit konzeptionell „Resolution“ aktivieren, ohne dich darauf zu verlassen, dass die COX-1-Prostanoidroute sauber läuft.
5) RvE1 (E-Serie, aus EPA) – Eher „Schmerz/Neutrophilen-Bremse“ als reine Regeneration Warum plausibel (Myalgie/Schmerz): RvE1 bindet an ERV1/ChemR23 (Thema Arteriosklerose) doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.117.032801 und interagiert zusätzlich mit BLT1 (LTB4-Rezeptor) – Bedeutung bei Autoimmunprozessen als partial agonist → wirkt wie eine lokale „Dämpfung“ von LTB4-getriebenen Leukozytensignalen. ChemR23-Achsen sind zudem mit Resolution von inflammatorischem Schmerz verknüpft (über die endogene Liganden-/Rezeptorlogik der Achse).
Warum plausibel (Statin-Myalgie): Wenn dein Hauptproblem Schmerz ist (bei relativ „milden“ strukturellen Schäden), ist ein E-Serien-Mediator über ChemR23/BLT1-Gegenspiel mechanistisch sehr naheliegend.
Praktische „Ranking“-Heuristik (wenn man nur nach Mechanismus geht) Regeneration/Leistungsrückkehr im Vordergrund:
- RvD1 + MaR1 (beste direkte Regenerations-/Funktionsdaten).
- · Direkt myogen + entzündungsdämpfend: RvD2/GPR18.
Wenn du v.a. eine Resolution-Bremse für chronische sterile Entzündung willst:
- LXA4/ALX-FPR2 (oder RvD1 über denselben Rezeptor).
Wenn Schmerz dominiert:
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Welche Bedeutung kommt dem Geranylgeraniol im Rahmen der Statinproblematik zu und welche Dosierungen wäre für eine Wirkung notwendig? Warum ist Geranylgeraniol (GGOH/GG) bei Statin-Problemen überhaupt „im Spiel“?
Statine blockieren den Mevalonat-Weg. Dadurch sinkt nicht nur Cholesterin, sondern auch nicht-sterolische Isoprenoide – v. a. Geranylgeranyl-Pyrophosphat (GGPP). GGPP wird gebraucht, um viele Proteine zu geranylgeranylieren (Prenylierung), u. a. kleine GTPasen (Rho/Rab/Rap-Familie), die für Signalübertragung, Membran-Traffic, Muskelzell-Homöostase und Regeneration wichtig sind. Genau diese „Isoprenoid-Schiene“ gilt als eine plausible Wurzel mehrerer Statin-Nebenwirkungen (Muskelbeschwerden, teils auch metabolische Effekte). Geranylgeraniol (GGOH) ist ein Vorläufer, aus dem Zellen wieder GGPP herstellen können. In Modellen kann das helfen, die durch Statine ausgelösten Störungen downstream abzufangen – und damit mechanistisch etwas anderes als „nur CoQ10 geben“ (das in Studien zu SAMS oft inkonsistent war).
Welche „Wirk-Schienen“ sind mechanistisch am plausibelsten? Wiederherstellung der Prenylierung (GGPP-Repletion)
In Muskel-Modellen kann GGPP/GGOH statinbedingte Funktionsstörungen abpuffern, z. B. bei Signalwegen rund um Insulin-vermittelte Glukoseaufnahme / GLUT4-Traffic – passend zur Idee „zu wenig GGPP → Rab/Rho-Probleme“.
mTORC2/Akt-Achse & mitochondriale Belastung Für Simvastatin-Myotoxizität wird u. a. diskutiert, dass mTORC2 gehemmt wird – vermittelt durch gestörte Geranylgeranylation (z. B. Rap1) plus mitochondriale Dysfunktion. Das ist relevant, weil mTORC2/Akt in Muskelzellen stark mit Überleben/Regeneration gekoppelt ist.
Funktionelle Endpunkte in Tiermodellen In einem Rodent-Modell wurde berichtet, dass GGOH statin-induziertes Muskel-Fatigue verhindern kann, ohne ungünstige Effekte auf Herz/Gefäße zu zeigen (Tierdaten ≠ klinischer Beweis, aber mechanistisch beruhigend).
Und jetzt zur Kernfrage: Welche Dosierung „wäre nötig“, um eine Wirkung zu sehen? Ehrlich: Das ist beim Menschen für Statin-Myalgie (SAMS) noch nicht belastbar geklärt. Was man sagen kann, ist:
1) Welche Dosen werden in Humanstudien überhaupt getestet? Es läuft eine klinische Studie zu „Annatto-derived Geranylgeraniol“ bei Statin-Myopathie. Dort sind die Arme definiert als 150 mg/Tag (Low) bzw. 300 mg/Tag (High) über 3 Monate (Placebo: Olive-Oil-Kapseln). https://ichgcp.net/clinical-trials-registry/NCT05312424
2) Was weiß man zur Kurzzeit-Sicherheit beim Menschen? Eine 8-wöchige, randomisierte, placebo-kontrollierte Dosis-Eskalationsstudie in gesunden Erwachsenen nutzte 150 mg/Tag → 300 mg/Tag und fand dabei keine auffälligen Veränderungen in Standard-Blutchemie/Hämatologie als Gruppe. doi.org/10.3390/nutraceuticals3040043
3) Warum sind Tierdosen nicht direkt übertragbar? Tierstudien nutzen teils sehr hohe mg/kg-Dosen (je nach Modell/Fragestellung), die sich nicht 1:1 auf Menschen übertragen lassen. Beispielhaft (nicht Statin-SAMS, sondern Muskelatrophie-Modell): 300 mg/kg oral wurden experimentell eingesetzt. Das zeigt eher: biologisch machbar im Tier, aber nicht: das ist die richtige klinische Dosis. Praktische Einordnung (ohne „Therapieanweisung“)
Wenn Geranylgeraniol bei SAMS helfen sollte, dann am plausibelsten über GGPP/Prenylierung → Signalachsen/Regeneration (nicht primär über „COX/Schmerzmittel-Ersatz“).
Die realistisch evidenzbasierte Dosis-Spanne beim Menschen, über die man überhaupt sprechen kann, ist aktuell die, die in Studien verwendet wird: 150–300 mg/Tag.
Ob darüber hinaus (z. B. „viel mehr“) besser ist, ist nicht belegt; und theoretisch müsste man auch immer im Blick behalten, dass man mit „Mevalonat-Downstream-Bypass“ pleiotrope Statin-Effekte verändern könnte (das ist noch nicht sauber klinisch beantwortet). |
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Anonymisierter Patientenbericht mit schmerzhafter Endometriose und dreijähriger Einnahme von Ibuprofen 400 mg täglich sowie nun Monotherapie mit einem Präparat, dass in zwei Kapseln 1050 mg EPA und DHA mit natürlich belassenem Anteil sowie 1000 µg 18-HEPE, 14-HDHA und 17-HDHA enthält.
Wir waren mit 8 Kapseln gestartet und haben uns dann runterdosiert. 1) Dosis-Reality-Check Wenn 4 Kapseln = 2,1 g EPA+DHA sind, dann ist: 8 Kapseln = ~4,2 g EPA+DHA/Tag (und entsprechend ~2.000 µg 18-HEPE/14-HDHA/17-HDHA als PRM-Vorstufen) Damit liegt dein „Loading“ nicht im Bereich „6–7 g“, sondern praktisch genau im Bereich ~4 g/Tag.
2) Was heißt das für die Sicherheits-Aussage (Vorhofflimmern)? Meine Kernaussage bleibt, aber jetzt präziser: Die EMA weist bei Omega-3-Ethylestern als Arzneimittel auf ein dosisabhängig erhöhtes Vorhofflimmern-Risiko hin, am höchsten bei 4 g/Tag (v.a. bei Menschen mit kardiovaskulärer Erkrankung oder Risikofaktoren). Auch ein JAMA-Kommentar zu den großen Outcome-Trials beschreibt, dass bei 4 g/Tag das Risiko in den RCTs klar ansteigt (dosisbezogene Tendenz). Wichtig dabei: Diese Warnungen beziehen sich vor allem auf Dauertherapie in Studienpopulationen (oft mit CV-Risiko). Ein einmaliger Tag mit 4,2 g ist biologisch etwas anderes als „jeden Tag über Monate“, aber: Deine Loadingdose lag exakt im Dosisbereich, der in den Warnhinweisen als problematischster genannt wird, falls man das wiederholt oder wenn Risikofaktoren vorliegen.
3) Was heißt das für die „Wirkeintritt < 1 Tag“-Plausibilität? Hier wird es differenziert. (A) Reines EPA/DHA (2,1 g/Tag) erklärt „über Nacht schmerzfrei“ eher schlecht Der „große“ Omega-3-Effekt läuft typischerweise über Wochen (Membranumbau / längerfristige Mediatorverschiebung). 2,1 g sind dafür eine ordentliche Dosis – aber nicht typisch „same-day“.
(B) PRM-Vorstufen (18-HEPE/17-HDHA/14-HDHA) sind genau der Teil, der theoretisch schneller wirken kann Es gibt Human-Pharmakokinetik-Daten mit SPM-angereicherten Emulsionen, wo im Blut innerhalb von 3–6 Stunden deutliche Anstiege bestimmter ω-3-Metabolite/Precursor-Signale gemessen wurden (Messzeitpunkte 0/3/6/…/24 h). Aber: Diese Studien verwenden teilweise sehr hohe Mengen/andere Galenik (z.B. 100 mL Emulsion) – daraus kann man nicht sauber ableiten, dass 1.000 µg PRM-Vorstufen aus Kapseln immer einen starken, klinisch spürbaren Effekt binnen Stunden machen.
(C) Was erklärt dann die dramatische 24-h-Besserung am wahrscheinlichsten? Bei deinem Setting (jahrelang NSAR, dann Stopp) sind 3 Faktoren realistisch: Rest-/Carryover-Effekt von NSAR (je nach Substanz/Timing; Naproxen z.B. länger wirksam als Ibuprofen) + natürliche Schwankung Endometriose/Perimenstruelle Beschwerden schwanken stark (Zyklusfenster, Stress, Schlaf, Warm-up) Ein echter „pro-resolving“ Beitrag ist möglich – aber bei der genannten PRM-Menge ist die Wahrscheinlichkeit eher: kleiner bis moderater Beitrag statt „alleiniger Haupttreiber“.
4) Wie würde ich meine frühere Aussage jetzt formulieren? Ja, ein schneller Effekt ist bei SPM/PRM-nahen Präparaten mechanistisch plausibler als bei „nur Fischöl“, und Human-PK zeigt, dass bei SPM-enriched Produkten innerhalb von Stunden messbar etwas passiert. Nein, aus 2,1 g EPA+DHA + 1.000 µg PRM-Vorstufen würde ich nicht automatisch einen zuverlässig starken „binnen eines Tages sportfähig“-Effekt erwarten – das kann vorkommen, ist aber nicht gut genug belegt, um es als robusten Arznei-Effekt zu behandeln.
Sicherheitsseitig: Dein 8-Kapseln-Loading entspricht ~4,2 g/Tag und liegt damit genau im Dosisbereich, bei dem in RCT-Auswertungen/EMA-Hinweisen die AF-Signalstärke am höchsten war (bei Risiko-Populationen, v.a. bei längerer Einnahme).
Wenn du mir noch sagst, welches NSAR vorher (Ibuprofen? Naproxen? Diclofenac?) und wie nah am Stopp das Loading lag, kann ich die wahrscheinlichste Erklärung („Carryover vs. Zyklusfenster vs. echter PRM-Boost“) ziemlich treffsicher gewichten. Du: Ibuprofen 400 mg bis zum Tag vorher ChatGPT: Das ist ein wichtiger Zusatz – und ja: damit würde ich meine „Carryover“-Gewichtung deutlich nach unten korrigieren. 1) Wie viel „Ibuprofen-Wirkung“ ist am nächsten Tag überhaupt noch da? Bei Ibuprofen 400 mg gilt grob: Eliminations-Halbwertszeit ~2 Stunden. · Die analgetische Wirkung einer Einzeldosis hält typischerweise ca. 4–6 Stunden an (Peak nach 1–2 h). Heißt praktisch: Wenn die letzte 400-mg-Dosis „bis zum Tag vorher“ war, ist am Folgetag pharmakologisch meist nur noch wenig bis nichts übrig, außer die letzte Einnahme war spät am Abend und „überlappt“ die Nacht. Es gibt zwar Arbeiten, die zeigen, dass die Hemmung von Thrombozyten-COX/Plättchenfunktion unter Ibuprofen transient ist und innerhalb von ~24 h verschwindet (wichtig v.a. für die Interaktion mit ASS). Das ist aber nicht gleichbedeutend damit, dass die Schmerzhemmung klinisch 24 h anhält. ➡️ Konsequenz: Der Effekt „am nächsten Tag deutlich besser“ ist wahrscheinlicher durch das neue Setting (ohne NSAR + Resolvix/Timing) als durch Rest-Ibuprofen.
2) Was spricht dann biochemisch am ehesten für den schnellen Effekt nach 8 Kapseln dieses Präparates? Mit deinem Schema (8 Kapseln ≈ ~4,2 g EPA+DHA + ~2 mg 18-HEPE/17-HDHA/14-HDHA-Vorstufen) ist die plausibelste Kette:
A) Wieder „freie Bahn“ für COX → Substratverschiebung weg von AA Ohne Ibuprofen ist COX wieder aktiv. Dann kann EPA mit Arachidonsäure (AA) um COX konkurrieren → tendenziell weniger PGE₂-dominante Signale und mehr 3-Serien-Prostanoide (z.B. PGE₃), die oft als weniger pro-hyperalgetisch diskutiert werden. (Das ist keine Wunderwaffe, aber ein plausibler Hebel.)
B) Vorstufen (18-HEPE/17-HDHA/14-HDHA) → pro-resolving „Tonus“ schneller hoch Ibuprofen blockiert COX, aber deine Vorstufen zielen v.a. auf LOX/CYP-getriebene pro-resolving Pfade bzw. liefern „Bausteine“, die weniger vom ersten Umwandlungsschritt abhängen. Für „enriched“ marine oils ist gezeigt, dass sich pro-resolving Mediatorprofile innerhalb von Stunden messbar verschieben können. Das passt eher zu „schnellerer Schmerz-/Sensibilisierungsabfall“, ohne dass die Endometriose-Läsionen sich akut ändern.
C) Endometriose-Schmerz hat einen starken Sensibilisierungs-Anteil Endometriose-Schmerz ist stark prostaglandin- und neuroinflammationsgetrieben; dadurch kann eine Modulation des „Gain“ (peripher/zentral) relativ rasch spürbar werden – während strukturelle Heilung natürlich nicht binnen 24 h passiert.
3) Was bedeutet das für meine Einordnung (Nutzen/Risiko)? Nutzen-Seite: Mit deiner Info ist ein kurzfristiger Effekt biochemisch plausibel, aber bleibt individuell variabel (Zyklusfenster, Tagesform, Training/Warm-up).
Damit ich die wahrscheinlichste Erklärung zwischen „reiner PRM/Resolution-Effekt“ vs. „Zyklus-Timing“ besser treffe: War dieser „Sport geht schmerzfrei“-Tag perimenstruell (kurz vor/während Blutung) oder eher mitten im Zyklus? Wenn es perimenstruell war, ist eine schnelle Änderung über Prostaglandin/Sensibilisierung besonders plausibel; wenn es mitten im Zyklus war, spricht das eher für „Tonus/Sensibilisierung“ (oder Tagesform) als für klassische Dysmenorrhoe-Mechanik.
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Welche Bedeutung haben die Omega-3-Fettsäuren und die Pro Resolving Mediatoren beim perimenstruellen Syndrom und was sind weitere Ansatzpunkte? – Niederenergetisches pulsierendes Magnetfeldsystem
Perimenstruelles Syndrom (PMS/PMDD + „perimenstruelle Beschwerden“) – was ist der gemeinsame biochemische Nenner? Der Begriff wird oft unscharf genutzt. Zwei Mechaniken sind besonders wichtig:
A) Perimenstruelle Schmerzkomponente (Krämpfe/Dysmenorrhoe, Endometriose-Flare) In der späten Lutealphase und während der Blutung spielen Prostaglandine eine große Rolle (Krampf/Schmerz). Das ist der Teil, der schnell auf COX/Prostaglandin-Mechanismen reagiert. link.springer.com/chapter/10.1007/978-4-431-54421-0_9?utm_source=chatgpt.com#citeas Hier setzt auch die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger an. Omega-3-Konzepte wirken hier vor allem über Substratkonkurrenz (weniger AA-Derivate, mehr EPA/DHA-Derivate) und pro-resolving Signale; zur Dysmenorrhoe gibt es Übersichten, die Omega-3 als möglichen Ansatz diskutieren. link.springer.com/article/10.1007/s00228-021-03263-1
B) „PMS/PMDD“-Kernsymptome (Stimmung, Reizbarkeit, Schlaf, Heißhunger) Diese sind weniger „nur Entzündung“, sondern stark neurobiologisch/hormon-sensitiv (Serotonin-/GABA-Achsen, Stresssysteme) – hier sind Soforteffekte durch Fette viel weniger verlässlich. Daher denke ich hier an die Metabolomanalyse des Stuhls, über die möglicherweise ein therapeutisch regulativer Ansatz möglich ist. Evidenzlage Omega-3 bei PMS: Es gibt RCTs und Meta-Analysen; insgesamt wird es als potenziell hilfreich diskutiert, aber nicht als „sicherer Gamechanger“ für alle. Wenn jemand binnen 24 h „PMS komplett weg“ berichtet, ist das häufig eher die Schmerz-/Krämpfe-Komponente oder ein stark schwankender Verlauf als der typische PMS-Stimmungsblock.
Ich bekomme von Patientinnen die Rückmeldung, dass die Nutzung des niederenergetischen pulsierenden MAgnetfeldsystems mit Circadianrhythmik und Biofeedbacksteuerung zu verbessertem Schlaf und weniger Menstruationsbeschwerden führt. Ich habe Chat GPt dazu befragt und folgende Antwort erhalten:
Wenn du das für Patienten/Anwender logisch erklären willst, ohne zu viel zu versprechen: PMS/Regelschmerz geht oft mit mehr Stress-/Sympathikusaktivität, Schlafproblemen und veränderter Schmerzverarbeitung einher. Das System setzt sanfte, niederfrequente Magnetfeld-Impulse, die möglicherweise Entzündungs- und NO-abhängige Prozesse beeinflussen und dadurch Schmerzen dämpfen können. Die Biofeedback-Funktion passt die Pulsabstände an den aktuellen Zustand an – mit dem Ziel, das vegetative Nervensystem eher in Richtung „mehr Vagus/mehr Regulation“ zu schieben (HRV-ähnliche Logik). Eine „Circadian“-Komponente kann zusätzlich bedeuten: Regelmäßige Anwendung + bessere Schlaf-/Tagesrhythmik → weniger Schmerzverstärkung durch circadiane Peaks und Schlafmangel. 6) Kritischer Punkt: Evidenzlage Es gibt plausible Mechanismen und einige klinische Daten für PEMF bei bestimmten Schmerzarten, aber die direkte, hochwertige Evidenz speziell für PMS/perimenstruellen Schmerz und für die spezielle Kombination (MRS + HRV-artige Pulsabstände + circadiane Programme) ist nach dem, was öffentlich gut auffindbar ist, nicht robust belegt. Deshalb sollte man das als komplementären Ansatz sehen, nicht als Ersatz für evidenzbasierte Diagnostik/Therapie (z. B. Abklärung Endometriose, Myome; NSAR, Wärmetherapie, ggf. hormonelle Optionen, Lifestyle/Schlaf).
Fazit. Man muss es ausprobieren, um zu erfassen, ob man davon profitiert. |
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| Es gibt Strümpfe oder Spikes für über die Schuhe und die Reifen am Rollator sollten auch breiter und vom Gummi weicher sein, wie bei den Winterreifen des Autos. |
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| Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Dirk Wiechert Facharzt für Allgemeinmedizin |
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Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin
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Praxis Ritterhude
Lesumstoteler Str. 65 • 27721 Ritterhude • Tel. 04292 – 2921 • Anfahrt
Praxis Bremen
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