Zeckengefahr auch in Niedersachsen und in Bremen

von | 4. April 2012 | Publikationen

Bei Temperaturen über 7 °C gehen die Zecken auf die Jagd, so dass man im Moment etwas beruhigter sein kann. Seiten, speziell für Zeckenwetter geben hier für Ihre Region Auskunft.Ein anderes Wort für Zecke ist im volksmund "der gemeine Holzbock"
Aber die Zecken nutzen ja auch rege den Nahverkehr und können schon in den letzten Tagen mit der Kleidung oder den Haustieren in die warme Stube gekommen sein und können auch dort jetzt ihr Unwesen treiben.
Welche Zeckenart für die Übertragung welcher Borrelien und für die vornehmliche Auslösung welcher Symptome bei der Borreliose verantwortlich ist, schreibt Prof. Dr. Roland Friedrich, Professor i.R. für Virologie und molekulare Onkologie am Universitätsklinikum Gießen in einem Aufsatz über die beim Hund mögliche Impfung gegen Borreliose.
"So seien die Tiere weit widerstandsfähiger als bisher angenommen. Werden Zecken auf der Kleidung oder auf Rucksäcken mit nach Hause gebracht, können sie bis zu 14 Tage in der Wohnung überleben,"sagte der Berliner Biologe Hans Dautel im letzten Jahr gegenüber der Kreiszeitung.
"In einer weiteren Untersuchung hätten die meisten Zecken sogar einen Vollwaschgang bei 40 Grad Celsius inklusive Schleudergang überstanden. „Der entscheidende Faktor ist die Temperatur“, erklärte Dautel. Einen Waschgang bei 60 Grad überlebe keine Zecke, ebensowenig das Trocknen in einem Wäschetrockner bei noch höheren Temperaturen."
 Gegen die Frühsommermeningoencephalitis FSME kann man sich auch jetzt noch impfen lassen, vermerkte heute auch die BZ
In Bremen und Niedersachsen sind aber im Wesentlichen die Borrelien in den Zecken die Gefahr. Eine Sammlung relevanter Informationen finden Sie hier.
Das NDR-Magazin Visite widmete dem Zecken-Thema am letzten Dienstag ein Feature, zu dem der Link Sie führt. Hier lernen Sie auch herrn Dautel kennen. Er beschreibt hier iin analogie zu Prof. Friedrich, dass bestimmte Borrelienarten sich bestimmte Zeckenarten aussuchen und hat zusätzlich beobachtet, dass die infizierten Zecken überlebensfähiger sind, als die nichtinfizierten.
Dieser Selektionsvorteil wirkt sich besonders jetzt im Frühjahr auch auf das Infektionsrisiko des Menschen aus.

"In Niedersachsen tragen etwa 20 bis 30 Prozent der Zecken diese Bakterien in sich. Mit Antibiotika seien die Borrelien sehr zuverlässig zu bekämpfen, erklärte Volker Fingerle, Borreliose-Experte im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Da es gegen Borreliose keine Impfung gibt, ist die Vermeidung von Stichen der beste Schutz, " so die Aussage im letzten Jahr, die auch für dieses Jahr Gültigkeit behalten dürfte.
Wenn Sie wissen wollen, ob in Ihrer Zecke Borrelien sind, finden Sie hier die Information zu dem "Wie"
Was aber, wenn Sie doch gebissen wurden und die Zecken längere Zeit saugen konnte ?
Leitet Herunterladen der Datei ein Moderne Forschungsergebnisse,
die in der  Ärzte Zeitung, 03.12.2011 veröffentlicht wurden, belegen, dass die Borrelien noch einige Zeit an der Bissstelle verweilen, bevor sie sich auf die Wanderschaft durch den Körper begeben. Diese Erkenntnis ermöglicht eine Phase III-Studie für die Anwendung eines lokalen Antibiotikums.
In der Praxis am Biopunkt in Bremen können sie sich bei dem Facharzt für Allgemeinmedizin und Prüfarzt Dr. Dirk Wiechert zu diesem Thema erkundigen und gegebenenfalls auch an dieser Studie teilnehmen. 0421-3967818
Die Studienteilnahme ist kostenlos, Ihre Zecke wird dort auch untersucht, ob sie überhaupt infiziert ist und neben der klassischen Untersuchung und Blut-Laboruntersuchung, haben Sie die Chance ein Studienmedikament auf die Bissstelle aufzutragen. Da die Studie aber doppelt verblindet abläuft, wissen weder Sie noch ich um die Ergebnisse. Diese würden nur im dramatischen Krankheitsfall für uns entblindet. In der Summe ist es aber die Chance auf eine präventive Mehrtherapie.
Auch in diesem Jahr hat die Kreiszeitung wiederzusammen mit dem Gesundheitsamt Hannover zum Thema Borreliose- und FSME-Gefahr berichtet.
Auch Radio Bremen hat in einem Beitrag von Mirjam Steger zu den Zecken, der Borreliose und der Frühsommermeningoenchephalitis ein Statement abgegeben. Hierzu gibt es dort einen Hörbeitrag. Dr. Beier, ebenfalls Prüfarzt, kommt hier mit einem Satz zu Wort.
 

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