Stickmonoxid-NO-Messung

von | 22. Mai 2011 | Publikationen

NO ist ein körpereigenes Gas, das für die Blutdruckregulation, die Erektionsstärke, als Botenstoff im Gehirn und mitochondrial für die Steuerung der Immunantwort benötigt wird. Das exhalative NO-Gas (in der Ausatemluft gemessen) ist ein Maß für die Entzündung der Lungen. Eine optimale Therapieplanung und -überwachung von Lungenerkrankungen sollte diesen Wert beinhalten, "da anhand der Schwankungen der individuellen Messwerte die therapeutischen Maßnahmen genauer angepasst werden können. Wie ein prospektive Studie einer Heidelberger Arbeitsgruppe an 160 Patienten aus zehn Praxen zeigen konnte, hat diese Messmethode beim Allgemeinarzt den Stellenwert der bronchialen Provokation in der Aussagekraft. Die Autoren schlossen aus ihren Ergebnissen, dass ein Wert > 46 ppb für das fraktionierte exhalative NO /FENO) die Diagnose Asthma bestätigt." sinngemäß zitiert aus der Spezialausgabe 2011 der Medical Tribune, 46. Jahrgang, Nr 51/52, 23.12.11, Seite 2.In unserer Praxis sehen wir solche Werte zum Teil auch bei normalen Lungenfunktionswerten, wodurch dei Sensibiltität der Methode aus unserer Sicht noch einmal unterstrichen wird.
NO ist ein körpereigenes Gas, das für die Blutdruckregulation, die Erektionsstärke, als Botenstoff im Gehirn und mitochondrial für die Steuerung der Immunantwort (ob also vermehrt TH1-gesteuert gegen Viren, Pilze, intrazelluläre Erreger und Krebszellen oder TH2-gesteuert mit Hilfe von Antikörpern gegen extrazelluläre Krankheitserreger) benötigt wird. Wenn davon stets zuviel produziert wird, kann der Körper sich selbst über freie Radikale damit schädigen, sogar soweit, dass die Mitochondrien zum Selbstschutz ihre Aktivität drosseln und dann kann sich eineTh-2-gewichtete Steuerung fixieren, die sich dann als Allergie oder rezidivierende Virus- oder Pilzinfekte zeigt.
Die Geschichte der NO-Gas-Messung.
Voraussetzung für eine Untersuchung ist, dass der Patient nicht raucht, denn das Kohlenmonoxid in der Luft des Zigarettenraucheshemmt die No-Synthetase, es wird also weniger NO gebildet.
Die Messung sollte vor einer Lungenfunktionsprüfung oder vor einer bronchienerweiternden Medikation durhgeführt werden. Bei extrem verengten Bronchien sind die Werte auch erniedrigt. Hier ist die Vergleichsmessung wichtig. Bei hohen Werten ist von einer Entzündung auszugehen. Diese zeigt sich mitunter in den klassischen Entzündungswerten wie BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit) und CRP (C-reaktives Protein) nicht und unterstreicht damit den Wert dieser Messung. Bei erhöhten NO-Werten muss eine stärker antientzündliche Therapie gewählt werden und es muss nach allergieauslösenden Triggern geforscht werden. Wird das versäumt, erzeugt die Entzündung ständig Reparaturvorgänge, die dann das Funktionsgewebe in nicht für den Gasaustausch nutzbares Narbengewebe verwandeln. In diesem Zustand helfen dann auch keine bronchienerweiternden Medikamente mehr.
Die Ergebnisse werden in ppb (parts per billion) angegeben und sind bei Frauen und Kindern in der Regel niedriger als bei Männern und Erwachsenen.
Störfaktoren sind ansonsten noch Einwirkungen von Luftschadstoffen wie Ozon und nitrathaltige Nahrungsmittel wie Salat und Wurst/Schinken, vor allem luftgetrocknet oder geräuchert und mit Nitritpökelsalz konserviert.
So funktioniert die Untersuchung.
Der korrekte Einsatz dieser Diagnostik für die Therapie führt zu einer Kostenersparnis.
Diese Untersuchung wird von der Deutschen Atemwegsliga e.V. und der Deutschen Lungenstiftung e.V. empfohlen. Neben Kliniken und Lungenfachärzten können Sie diese Untersuchung auch bei uns im Rahmen einer ganzheitlichen Befunderhebung und Therapieplanung/-überwachung erhalten.
 Fachartikel zur Indikation in der Medical Tribune unten links.
Die Abrechnung erfogt nach der GOÄ-Ziffer 617.

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