Pulswellendiagnostik bei der Bestimmung des Knöchel-Arm-Index

von | 25. Dezember 2012 | Publikationen

Die Pulswellendiagnostik gewinnt immer mehr Bedeutung, wird aber bisher nur von wenigen Praxen und Kliniken gezielt untersucht und als Therapiekriterium verwandt. Die Hochdruckliga hatte zu diesem Thema am 06.12.12 eine Fortbildung in Berlin. In Österreich ist man zur Zeit bemüht in einer abgespeckten Version die Pulswellendiagnostik in die ganz normale Blutdruckmessung an einer Extremität einzubinden und in den Praxen zu verbreiten. Die Nachhaltigkeit der Aussagekraft liegt hierbei in der Vielzahl der Messergebnisse bei Langzeitblutdruckmessungen.
In meiner Praxis arbeiten wir mit dem Vascassist. Eine Broschüre zur Therapie mit Auswertungsbeispielen erlaubt hier einen ersten Einblick in die Diagnostik. Auf Taramax wird die Arteriosklerosediagnostik beschrieben. Dieses Gerät ermittelt tatsächlich, die in den Leitlinien geforderten Messparameter. Ein Beispiel für die Diagnosemöglichkeiten wie Blutdruck, Knöchel-Arm-Index, Pulswellengeschwindigkeit, Pulsdruckkurven, Rhythmusstörungen und der Blutdruck im Seitenvergleich, arterielle Gefäßversteifung, verschiedene Schweregrade der pAVK, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und auch deren Kompensation, der A. subclavia-Stenose (Verengung), der Mediasklerose (mittlere Schicht der Blutgefäßwände),  von Aneurysmen (Blutgefäßaussackungen)und von Stenosen (Einengungen) der Beinarterien, liefert obiger Link.
Ein Film, der die Problematik der manuellen Messung zeigt, klärt aber gut über die Gefäßverengungen an.
Ein weiterer Film zur manuellen Messung, wie ich sie bisher durchgeführt habe.
Studien zum Bluthochdruck und er dazugehörigen  Pulswellengeschwindigkeit zeigen die Bedeutung dieser Untersuchung für den Therapieverlauf auf.
Die Mediasklerose hat einen eigenen Krankheitswert. Klassische Risikofaktoren dafür sind Diabetes mellitus und die Nierenschwäche. Aus dem Verhältnis von Knöcheldruck/Armdruck lassen sich bei Werten unter 0,9 oder über 1,4 größere Risiken frühzeitig an Gefäßkomplikationen zu versterben, ablesen. Allerdings lässt sich auch der Therapieverlauf für eine Risikonormalisierung darstellen.
Das gefährlichste aller Aneurysmen ist jenes in der Bauchaorta im Bereich des Abgangs der Nierenarterien, gefolgt von dem des Aortenbogens. Dr. Classen und Dr. Michel vom Klinikum Hanau haben den Vasassist als sehr sensible Methode zur Erkennung bsher unbekannter Aneurysmen beschrieben.
Was die Schulmedizin so alles über die Entstehung der Gefäßverkalkung weiß, kann man sich mit viel Fleißarbeit aus einer Zusammenfassung der neuen SCORE-Deutschland-Tabellen für die Primärprävention und Abschätzung des Risikos für einen Herzinfarkt erarbeiten. Interessant sind die dabei aufgeführten speziellen Messparameter, die ich gerne bestimmen lasse, die aber kaum ein Patient in seinen Befunden vorweisen kann, weil ????
Unser Gesundheitsminister Rössler fordert "für bessere Gesundheitsvorsorge “braucht es kein neues Präventionsgesetz, wohl aber eine schlüssige Präventionsstrategie”. Die Pulswellendiagnostik liefert nun ein neues Präventionszkozept für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
 Dr. med. Klaus-Peter Herzberg hat eine hervorragende Zusammenstellung zu den Stichpunkten:
1.    Geschichte der Pulswellendiagnostik
2.    Parameter der arteriellen Gefäßsteifigkeit
3.    Pathophysiologische Grundlagen/ Gefäßalter
4.    Prädiktion kardiovaskulärer Ereignisse
5.    Praktisches Vorgehen
6.    Therapeutische Konsequenz
7.    Fazit
geschrieben, so dass ich mit dem Link seine Arbeit nicht durch eine Kopie schmälern möchte.
Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ gemäß der Ziffern
637 Pulswellenlaufzeitbestimmung und
643 Periphere Arteriendruck-Strömungsmessung.
Als Einzelleistung schließt sich noch eine Beratung (GOÄ 1 oder 3), an und bei auffälligen Befunden noch die symptombezogene Untersuchung ( 5 oder 7) oder auch eine Ultraschalluntersuchung (410 und ggf. 420) oder ein EKG (651) sowei eine Langzeitblutdruckmessung (654) an. Die Indikation zu verschiedenen Laborwerten ist auch nicht unwahrscheinlich.
 

Verwandte Themen

Intrazellulär und intramitochondrial erhöhtes Phenylalanin bei myalgischer Enzephalomyelitis (ME)/chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS)-Patienten – gibt es einen therapeutischen Ansatz?

Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), auch myalgische Enzephalomyelitis (ME) genannt, ist eine schwächende Erkrankung, die durch körperliche und geistige Erschöpfung gekennzeichnet ist. Mitochondriale und energetische Dysfunktion wurde bei CFS-Patienten aufgrund einer charakteristischen Beziehung zu Müdigkeit untersucht; es wurde jedoch noch keine konsistente Schlussfolgerung erzielt. Einzelzell-Raman-Spektren (SCRS) sind markierungsfreie biochemische Profile, die auf phänotypische Fingerabdrücke einzelner Zellen hinweisen. […]

mehr lesen

Die Wechselwirkung zwischen Antibiotika und der mitochondrialen Funktion – Minocyclin und Gyrasehemmer.

Mitochondriale Dysfunktionen werden zunehmend erforscht. Bis Sie in den Leitlinien ankommen, wird es noch Jahre dauern. Dennoch lassen sich diese Erkenntnisse schon jetzt für die personalisierte Individualmedizin nutzen, um vorausschauend Schäden zu vermeiden oder zu versuchen die Schäden zu korrigieren.Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf dem Antibiotikum Minocyclin und der Gruppe der Gyrasehemmer und Fluorchinolone, also den Antibiotika wie Ciprofloxacin, Moxifloxacin, Levofloxacin, Oxacillin, Norfloxacin, Enoxacin.Untersuchungen zur mitochondrialen Funktionalität können am Institut MMD, das der Otto von Guericke-Universität angeliedert ist, durchgeführt werden. Wissenschaftlich verantwortlich für diese Untersuchungen ist Frau Prof. Dr. B. König.

mehr lesen