Nase zu, auch ohne Pollenflug

von | 17. Februar 2013 | Publikationen

Die Überreaktion der Nasenschleimhaut gegenüber Umweltreizen wie Rauch, Gerüchen, chemischen Schadstoffen, Temperatur und Feuchtigkeitsänderungen wird als nasale Hyperreagibilität bezeichnet. Die Symptome können dann Niesreiz, verstopfte Nase ( Obstruktion) oder das Naselaufen (Rhinorhoe) sein. Bei Heuschnupfenpatienten ist es die allergische Rhinitis, bei den anderen, wo man es nicht genau weiß, spricht man von idiopathischer Rhinitis. Der Nachweis der Überreaktion wird mit Histaminprovokation erbracht. Belgische Forscher haben nun eine Art Präscreen dafür entwickelt, in dem Sie die Probanden nach Akklimatisation auf 20 °C für 15 Minuten Kaltluft von -10°C und unter 10% Luftfeuchtigkeit haben atmen lassen. Dieser Test ist schneller und risikoärmer als die Histaminprovokation und zeigt eine Sensitivität von 83,3 Prozent für die idiopathische Rhinitis und von 66,7 Prozent für die allergsche Rhinitis bei einer Spezifität von 100 Prozent.
Histamin ist eigentlich ein Leichengift, es wird bei dem Zerfall von Substanzen als Reifungs- oder Verwesungsstoff frei und soll uns davor schützen, uns zu vergiften. In kleinen Mengen hat es aber eine geschmacksverbessernde Wirkung.
Andererseits hat Histamin aber auch eine wichtige Botenstofffunktion in unserem Körper und Veränderungen seiner Dosis können zu erheblichen Befindlichkeitsstörungen führen. So beeinflusst es das Hungergefühl, den Blutdruck, die Regulation des Wärmehaushaltes, die Regulation des Zucker- und Fettstoffwechsels.
Im  Gehirn ist Histamin ein klassischer Neurotransmitter und Co-Transmitter für die Nervenzellkommunikation. So beeinflusst es die Ausprägung anderer Rezeptoren für Acetylcholin, Dopamin, Norephedrin und Serotonin.
Da fällt dem Laien bei Acethylcholin der M. Alzheimer, bei Dopamin der M. Parkinson und bei Serotonin die Depression ein.
Genauere Untersuchungen zeigen, dass es die physiologischen Aktivitäten des Gehirns mitbestimmt und so den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert; nicht unwichtig ist sein Einfluss auf die Lern- und Merkfähigkeit.
Die Wirkung am Hypothalamus steuert hormonelle Funktionen; über Oxytocin die Gebärmutteraktivität und den Milcheinschuss, aber auch unsere Kommunikationsfähigkeit, über Prolaktin das Wachstum der Brüste, der Aktivität des Milchdrüsengewebes, den Endometriumaufbau, ACTH steuert den Mineralhaushalt, die Entzündungshemmung, die Zuckerneubildung, Beta-Endorphin steuert die Schmerzwahrnehmung.
Für den interessierten Leser geht es hier weiter !

Verwandte Themen

Die Wechselwirkung zwischen Antibiotika und der mitochondrialen Funktion – Minocyclin und Gyrasehemmer.

Mitochondriale Dysfunktionen werden zunehmend erforscht. Bis Sie in den Leitlinien ankommen, wird es noch Jahre dauern. Dennoch lassen sich diese Erkenntnisse schon jetzt für die personalisierte Individualmedizin nutzen, um vorausschauend Schäden zu vermeiden oder zu versuchen die Schäden zu korrigieren.Der Schwerpunkt des Artikels liegt auf dem Antibiotikum Minocyclin und der Gruppe der Gyrasehemmer und Fluorchinolone, also den Antibiotika wie Ciprofloxacin, Moxifloxacin, Levofloxacin, Oxacillin, Norfloxacin, Enoxacin.Untersuchungen zur mitochondrialen Funktionalität können am Institut MMD, das der Otto von Guericke-Universität angeliedert ist, durchgeführt werden. Wissenschaftlich verantwortlich für diese Untersuchungen ist Frau Prof. Dr. B. König.

mehr lesen

Der Rantes-Wert CLL-5 und die Effektivität von CD-8-T-Lymphozyten auf Tumorzellen hängen eng miteinander zusammen.

Rantes-Wert, Regulated and normal T-Zell expressed and secreted CCL-5. Unter diesen Begriffen kann man zu dieser Thematik recherchieren. Kritiker führen an, dass Prof. Lechner und Dr. von Baehr die nahezu einzigen Autoren seien, die zum Rantes-Wert publizieren und dieses Wissen daher als nicht relevant einstufen. Diesen Kritikern muss man dann aber vorwerfen, dass Sie wohl nicht unter den Synonymen recherchiert haben und sich daher etwas zu weit aus dem Fenster hängen.RANTES = Regulated and normal T-Zell expressed and secreted CCL-5; ein Zytokin.Dieser Artikel erfordert etwas Konzentration, aber die Essentials sind sehr gut aufgearbeitet und jeder sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen, denn fast jeder ist auch davon betroffen! Eine Auflistung einer Literaturrecherche zu Rantes und anderen Erkrankungen finden Sie in dem verlinkten Artikel von Dres. Lechner und v. Baehr. Die Allergie zeigte in 2017 9500 Veröffentlichungen, die Beziehung zu Krebs-Reviews 9410 und zu Rheuma und Gelenkentzündung 7310 Veröffentlichungen. Also kein unwichtiges Thema!

mehr lesen

Antientzündliche Mittel sollten mit Antdepressiva kombiniert werden – Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien.

Die konventionellen Antidepressiva nehmen sich die Neurotransmitter als Angriffspunkt vor und wollen erreichen, dass diese länger an der Nervenverbindung, der Synpse, verbleiben und wirken. Eine anhaltende Remission der schweren Depression wird keineswegs regelmäßig erreicht. In China ging man der Frage sinnvoller Therapieansätze mit einer Metaanalyse randomiserter kontrollierter Studien nach.

mehr lesen