Nahrungsmittelunverträglichkeit trotz negativem Allergietest, endlich eindeutiger Beweis

von | 8. Dezember 2012 | Publikationen

Unwohlsein, geblähter Bauch und damit einhergehende Schmerzen deuten auf eine Nahrungsmittelallergie, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, eine Fehlverdauung, eine Histaminintoleranz hin. Die Liste der Symptome ließe sich beliebig fortsetzen. Mit Hilfe der konfokalen Lasermikroskopie hat Prof. Annette Fritscher-Ravens von der Inneren Medizin der Universitätsklinik Kiel den Nachweis geführt, in dem sie die Allergene direkt im Zwölffingerdarm auf die Schleimhaut aufbrachte und die Reaktionen in der Schleimhaut dokumentierte. Die häufigsten Allergene unsererZeit sind Weizen, Milch, Soja, Hefe und Fruktose. Eigentlich gehören auch noch die Nüsse dazu.
Neu ist jetzt eine Veröffenlichung in der Ausgabe 530, November 2012  der Beilage Forschung&Praxis der ÄrzteZeitung zu einer Untersuchung mit der Mikrolaserendoskopie. Hier wurde sich dem Thema der Nahrungsmittelunverträglichkeit bei negativem IgE-Test, über IgG4 wurde nicht berichtet, mittels einer endoskopischen Untersuchung  zugewandt. Ausgangspunkt waren die unerklärlichen Beschwerden der Patienten über schmerzhaft geblähten Bauch und Unwohlsein. Es wurde das Endoskop eingeführt und die Schleimhaut betrachtet. Was die Mikrolaserendoskopie bildlich kann, siehe hier   oder hier. Danach wurden die häufigsten Allergene, nämlich Milch, Weizen, Hefe, Soja und Fruktose auf die Schleimhaut des Zwölffingerdarms aufgetragen und drei Minuten später mit dem konfokalen Mikrolaser-Endoskop betrachtet. Dabei wurde die Konzentration mononucleärer Zellen (nur ein Zellkern), die Räume zwischen den Epithelzellen, (Deckzellen, also die dem Darminhalt zugewandte Seite des Darms) und das Verhalten der Blutgefäße beobachtet. Sofern eine Schleimhautreaktion zu beobachten war, sollte der Patient das Allergen meiden. Die beobachtete Reaktion interpretierte Prof. Annette Fritscher-Ravens von der inneren Medizin der Uniklinik Kiel mit den Worten: " Das ging los wie ein Feuerwerk". So nahm die Zahl der mononukleären Zellen zu und die Zellzwischenräume weiteten sich, da Zellflüssigkeit in die Zellzwischenräume eingetreten war. Gesunde Kontrollpatienten hatten diese Reaktion nicht, so dass mechanische Reize als Ursache ausgeschlossen werden konnten. Eine Allergenkarenz führte zu deutlicher Symptomlinderung bis hin zum Verschwinden der Symptome. Bei der Fruktose trat das nicht so konsequent ein. Ich interpretiere das so, dass dabei nicht berücksichtigt wurde, dass auch Zucker aus Glukose und Fruktose besteht und dass auch Sorbit den Fruktoseabbau der Leber nutzt, so dass trotz guten Willens die erforderliche Karenz nicht eingehalten werden konnte.

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