Dogma-Wechsel bei den Immunreaktionen im Darm durch die Nahrungsmittel

von | 25. Mai 2019 | Publikationen

Bisher hieß es ja immer, dass die Ernährung nicht ursächlich für Erkrankungen sein kann, wenn es denn nicht eine IgE-Reaktion als Sofortallergie gibt. Dass Immunreaktionen auf die Lebensmittel zum täglich Brot gehören und eine Fehlfunktion des Absterbens dieser Immunzellen dann zur Krankheit führt, wurde nun an der Uni Marburg belegt. Es wurde auch gezeigt, dass der Dünndarm verkümmert, wenn zwar alle Nähr- und Mikronährstoffe vorhanden sind, aber die Proteine, also Eiweißlieferanten, fehlen.
Besonders wichtig ist die Immunreaktion, die die Nahrung im Dünndarm auslöst. Solange die damit beschäftigten Immunzellen dann auch absterben, ist alles in Ordnung. Geschieht dies aber nicht, so entstehen chronische Entzündungen wie Zoeliakie, M. Crohn wie Prof. Dr. Steinhoff und Dr. Alexander Visekruna als Erstautor an der Unin Marburg beschreiben. Der Schlüssel zur guten Funktion ist der Immunblocker PD1. Wird der ausreichend gebildet, dann können die durch die Nahrung aktivierten Immunzellen absterben und es stellt sich ein Fließgleichgewicht ein. Besondere Therapieformen, die diesen Immunblocker PD-1 ausschalten, wie man es bei der Melanomtherapie gerne macht, führen dann auch zu Nebenwirkungen in Form von Darmentzündungen. Immun-Checkpoint-Inhibitoren Nivolumab und Pembrolizumab binden an PD-1 und hemmen die PD-1-Aktivierung durch PD-L1
 Hier die Originalstudie im Full Free Access. DOI: 10.1172/JCI98929

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