Die Syphilis aus dem Wald – Borreliose – unterschätzt, weil unerkannt

von | 27. April 2014 | Publikationen

Die ÄrzteZeitung berichtet von dem Kongress der Deutschen Borreliose-Gesellschaft in Erfurt und unterstreicht die Aussagen der Experten, dass die laborchemischen Testverfahren als völlig unzureichend zu betrachten wären.
Es gibt verschiedene Borrelienspecies, die zum B. burgdorferi-senso-lato-Komplex gehören und die gelegentlich bei symptomatischen Patienten gefunden werden.
Dazu gehören etwa B. spielmanii bei frühen Hauterscheinungen, B. lonestari könnte für ein Lyme-Borreliose-ähnliches Krankheitsbild verantwortlich sein, B. lusitaniae ist bei Vaskulitis-Patienten gefunden worden.
Erst kürzlich entdeckt wurde B. miyamotoi, das für rezidivierende Fieberattacken oder Lyme-Borreliose-ähnliche Beschwerden in Asien, Europa und Nordamerika verantwortlich gemacht wird – um nur einige zu nennen.
Hinzu kommt, dass weitere beim Zeckenstich übertragene Bakterien, Viren oder Parasiten bedeutsam dafür sein könnten, ob und welche Beschwerden auftreten. So hat man in den USA bei zwei bis zwölf Prozent der Borreliose-Patienten eine humane granulozytäre Anaplasmose festgestellt, bei zwei bis 40 Prozent ein durch Babesien ausgelöstes Malaria-ähnliches Krankheitsbild.
Schaut man sich die Fähigkeiten des Erregers an, muss man feststellen, dass wir es mit einem äußerst trickreichen Gegner zu tun haben. Er zieht sich gern in bradytrophe Gewebe zurück und verändert seine Form so, dass er unterm Mikroskop oft gar nicht erkannt wird.
Die Borrelien bilden Zysten und können als solche lange Zeit überdauern und Antibiotika trotzen. Des Weiteren zeigen sie eine Art Schwarmverhalten. Mit dem hoch auflösenden Rasterkraftmikroskop hat Professor Eva Sapi aus New Haven in den USA "live" beobachtet, wie sich die Borrelien innerhalb weniger Tage zu symmetrischen Gebilden formieren und einen Biofilm bilden. die verschiedenen Formen bei 2 und bei 4;15 Minuten
Diesen beschreibt Sapi als "stadtähnliche" Struktur mit Versorgungs- und Entsorgungskanälen. In vitro waren diese Biofilme mit diversen Antibiotika-Kombinationen nicht zu knacken, allenfalls war die Bakterienlast einzudämmen.
Der ELISA sei als Suchtest schlicht ungeeignet. Peronne zitierte mehrere Studien, in denen die Sensitivität der kommerziell angebotenen Assays mal zwischen 37 und 70 Prozent, zwischen 20 und 98 Prozent und mal zwischen 34 und 59 Prozent angesiedelt wurde.
Welches Labor welchen Test anwendet, weiß der beauftragende Arzt sowieso nicht – es würde ihm auch kaum nützen. Schon heute wäre es möglich, die Assays zu verbessern, sagen Experten. Doch seitens der Hersteller scheine daran kein Interesse zu bestehen.
Und hinsichtlich der Antikörper-Nachweise im Westernblot gilt: Man kann nur sehen, was man kennt. Zwar hat der Westernblot eine etwas höhere Sensitivität als der ELISA. Doch selbst im Frühstadium einer Borreliose muss in etwa 20 Prozent der Fälle von Seronegativität ausgegangen werden, in der Spätphase sind bis zu 50 Prozent seronegativ!
In den USA ist man da weiter. Bei den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hieß es im August 2013, die Lyme-Borreliose sei ein "enormes öffentliches Gesundheitsproblem", weil die Zahl der jährlich tatsächlich neu Erkrankten offenbar zehnmal höher sei, als die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen.
Hier der ganze Artikel
Was ist in der Pipeline ?
Was kann man tun ?
Ich nutze die Kombinationen von Antibiotika, prooxidativen Therapien, die Kombination aus Nosode, intravenösem Laser und intravenöser Sauerstofftherapie. Ich schaue nach Therapieerfolgshindernissen und versuche diese zu beheben. Leider ist dieser Weg mit nicht unerheblichen Laborkosten von einigen hundert Euros verbunden.
 

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