Diabetes mellitus Typ I mit Insulinproduktion noch nach 30 Jahren Krankheitsdauer

von | 18. Oktober 2013 | Publikationen

Schon im letzten Jahr erregte ein Tierversuch, der die Regeneration der insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse nachwies, Aufsehen. Hier wurde ein Zusammenhang zum Mikrobiom, also der Darmflora, hergestellt. Nun haben Forscher um Richard Oram von der Universität in Exeter bei 74 Patienten mit einer z. T. dreißigjährigen Krankheitsgeschichte mit Diabetes mellitus Typ I nachgewiesen, dass diese Patienten noch immer Insulin produzieren können. Messparameter war hier das C-Peptid, ein Baustein des Insulins. Es ermöglicht die Rückschau der Insulinproduktion von 2-3 Stunden.
Diabetes mellitus Typ I gliedert sich in mehrere Unterformen. Der Beginn eines vermehrten Insulinbedarfs, um den Zucker aus der vollen Speisekammer (Blutzucker) in die Zelle zu bekommen, ist die Insulinresistenz. Diesen Mehrbedarf an Insulin kann man über den HOMA-Index, der seine Bedeutung aber eher bei Unfruchtbarkeit hat und über die Bestimmung des C-Peptids erfassen. Das C-Peptid, als Baustein des Insulins spiegelt den Insulinverbrauch der letzten 2-3 Stunden wider und hat selbst eine biophysiologische Funktion, in dem es die Nierenfunktion und die diabetische Neuropathie bei Diabetes mellitus-Typ-I-erkrankten Tieren verbessert.
Beim Typ-I-Diabetes wird eigentlich kein Insulin mehr produziert, demnach dürfte auch kein C-Peptid mehr nachgewiesen werden.
In der erwähnten Studie von Forschern um Richard Oram von der Universität in Exeter wurde nun im Nüchternzustand und nach einer Standardmahlzeit mit Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten der Spiegel des C-Peptids im Serum der Versuchsteilnehmer bestimmt. Dafür benutzten sie ein außerordentlich empfindliches Messsystem, das Konzentrationen von C-Peptid ab 3,3 pmol/l erfasst. Nachweisbar war C-Peptid bei 66% der Probanden im Nüchternzustand und bei 73% eineinhalb Stunden nach der Mahlzeit. Allerdings überschritten die Konzentrationen nur bei 35% die 30-pmol/l-Schwelle. Und nur jeder fünfte Untersuchte erreichte mehr als 200 pmol/l – definitionsgemäß ein Wert, ab dem man von einer signifikanten endogenen Sekretion sprechen kann. Auf die Reizmahlzeit reagierten 80% der Probanden, bei denen nach der Stimulation C-Peptid gefunden wurde, mit einer Erhöhung der Spiegel. Die anderen zeigten konstante Konzentrationen, bei keinem Teilnehmer sank der Pegel. Für Typ-1-Diabetiker, deren messbare C-Peptid-Werte unter 30 pmol/l liegen, schlagen Oram und seine Kollegen die Bezeichnung „Mikrosekretoren“ vor. Dies stelle klar, dass diese raren Inselzellen funktionierten. Entweder seien sie der Immunattacke entgangen, oder aber sie befänden sich im Zustand der Regeneration. Quelle
Was kann man daraus noch folgern?
Wenn es eine Regenerationsmöglichkeit gibt, sollte man diese testen. Laborchemische Verbesserungen des C-Peptids und davon abhängiger Werte lassen sich z. B. durch die Einnahme nicht unerheblicher Dosierungen von Extrakten aus Ingwer, Cassia Zimt, Resveratrol und Curcumin erzielen. Der Ausgleich von labordokumentierten Mängeln an Vitalstoffen, die für die Mitochondrienfunktion und Insulinfunktion notwendig sind, ist für den Erfolg ebenfalls Voraussetzung. Zu nennen wären da die Elektrolyte, das lipidkorrigierte Coenzym Q10, Aminosäuren, wie z. B. das Cystein mit seiner Speicherform, dem Cystin.
Für weitere Informationen schauen sie doch einmal unter interessante Links mit der Untergruppe für die oben erwähnten Naturstoffe.
 

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