Chronische Borreliose

von | 1. Juli 2013 | Publikationen

Bei der chronischen Borreliose geht man eigentlich von noch vorhandenen Borrelien aus. Bei einem Großteil der Patienten ist allerdings schon eine ausreichende Antibiose gealufen und die geschilderten Symptome werden nicht an dem Westernblot und den demnach zu identifizierenden Unterarten der Borrelien, wie affzelli, garini, spielmannii, burgdorferi etc. festgemacht, sondern an Lymphozytentransformationstest oder am Ergebnis des Borrelien-Elispot. Diese Tests messen aber nur die mögliche Immunantwort auf Borrelien und haben unter Umständen Kreuzreaktionen zu flagellentragende Bakterien, derer es über 4000 gibt.
Die LTT- oder Borrelien-Elispot-Tests funktionieren so, dass dem Blut des Patienten Borrelienantigene präsentiert werden und dann die Freisetzung von Interferon gamma gemessen wird. Hohe Anstiege sprechen für eine gute oder aber auch überschießende Immunantwort. Hohe Interferon gamma-Spiegel sind erwünscht bei der Abwehr von intrazellulär wachsenden Erregern wie Borrelien oder Chlamydien, aber auch bei Virus-, Pilz- und Tumorerkrankungen. Eine überschießende Antwort führt aber zu Muskel- und Gelenkbeschwerden. Bei Krebspatienten wäre das dann ein Kriterium, das Immunsystem nicht weiter zu stimulieren. Bei antibiotisch austherapierten Patienten oder Autoimmunerkrankungen, die durch die TH1-Antwort getriggert werden, wie Schuppenflechte (Psoriasis), Encephalitis dissiminata (MS) etc. ist es ebenfalls ein Ziel, das Immunsystem modulierend in die Balance zu bringen. Man sieht solche überschießende TH-1-Antworten auch bei sogenannten Workaholics oder burn-out-gefährdeten Patienten bzw. nächtlichen Zähneknirschern. Neben dem dadurch erhöhten Umsatz von Vitalstoffen, die es labordokumentiert auszugleichen gilt, sollte auch hier eine Modulation des Immunsystems in die Balance erfolgen. In diesem Fall wäre auch eine Veränderung der Stressbewältigung anzustreben.
Gute Erfahrungen mit der Immunmodulation habe ich mit der Kombination aus intravenöser Sauerstofftherapie und intravenösem Blutlaser unter oraler Zugabe der entsprechenden Nosode gemacht. Nosoden gibt es für die verschiedensten Krankheitsbilder.
Somit wieder eine Reihe von Beispielen für durchaus wissenschaftliche Grundlagen für einen ganzheitlichen und naturheilkundlichen Therapieansatz.


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Dr. Klinghardt
Phytodoc

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