Antientzündliche Mittel sollten mit Antdepressiva kombiniert werden – Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien.

von | 15. Dezember 2019 | Publikationen

Die konventionellen Antidepressiva nehmen sich die Neurotransmitter als Angriffspunkt vor und wollen erreichen, dass diese länger an der Nervenverbindung, der Synpse, verbleiben und wirken. Eine anhaltende Remission der schweren Depression wird keineswegs regelmäßig erreicht. In China ging man der Frage sinnvoller Therapieansätze mit einer Metaanalyse randomiserter kontrollierter Studien nach.
Die konventionellen Antidepressiva nehmen sich die Neurotransmitter als Angriffspunkt vor und wollen erreichen, dass diese länger an der Nervenverbindung, der Synpse, verbleiben und wirken. Eine anhaltende Remission der schweren Depression wird keineswegs regelmäßig erreicht. In China ging man der Frage sinnvoller Therapieansätze mit einer Metaanalyse randomiserter kontrollierter Studien nach. 1610 Patienten mit einer schweren Depression (Major Depression) bekamen entzündungshemmende Substanzen als Mono- oder als zusätzliche (Add-on-Therapy) Therapie bzw. wurden mit Placebo behandelt. Als antientzündliche Wirkstoffe kamen NSAR, Omega-3-Fettsäuren, das Antibiotikum Minocyclin, die Cholesterinsenker-Statine, Kortikosteroide, Zytokininhibitoren, die Aminosäure N-Acetyl-Cystein, das Antidiabetikum Pioglitazon und ein Stimulans bei Narkolepsie, das Modafinil, zum Einsatz.
Das Ergebnis:
Antientzündliche Substanzen sind besser als Placebos und zwar kommt es mit einer 52% höheren Wahrscheinlichkeit zu einem Therapieansprechen.
Wurden antientzündliche Substanzen zu einer Antidepressivatherapie eingenommen, war die Wahrscheinlichkeit, dass die Depression eine Remission erfährt, um 79% höher.
Somit zeigte sich dieser Effekt sowohl in der Einzel- wie auch in der Kombinationstherapie zu Antidepressiva.
Besonders starke antidepressive Effekte sah man bei Omega-3-Fettsäuren, NSAR, Statinen und dem Antibiotikum Minocyclin, von dem man ja auch schon bei MS und Neuroborreliose gute Effekte kennt. (Es ist allerdings ein Problem für die Mitochondrienfunktion.)
Die unerwünschten Nebenwirkungen waren gastrointestinal zu verbuchen, wobei diese bei den Omega-3-FS und hier geht es um EPA und DHA, nur bei Fettverdauungsproblemen zu erwarten sind. Ich ergänze, dass diese mehrfach ungesättigten FS unbedingt mit Antioxidantien versorgt sein müssen.
Quelle: dx.doi.org/10.1136/jnnp-2019-320912
Setzt man diese Erkenntnis in Beziehung zu meinen Diagnostiken mit der IDO- und KMO-Aktivität, der oxidativen Stressbelastung, den Mitochondrienprofilen und den ess. Fettsäuren, dem Aminosäureprofil nebst ADMA, Co Q10, Carnitin sowie der individuellen Verträglichkeit der antioxidativen Substanzen mittels BDT und TNFa-Hemmtest, dann ist da noch Luft nach oben.

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