Gesundheitsnewsletter vom 29.02.2020

von | 29. Februar 2020

Dr. Wiechert Gesundheitsnewsletter vom 29.02.2020
Die Wissenschaft der Gewichtskorrektur erweitert sich ständig – wer sich über das Thema im Internet informieren möchte, wird häufig von zahllosen, verschiedenen Meinungen, Diäten und anderen Methoden erschlagen.
Es gilt also, einen Experten mit reichlich Erfahrung zu befragen – und genau diese Gelegenheit habe ich am 08.02.2020 in Hamburg auf dem Kongress von Insumed für Sie genutzt, auf dem ich als Referent für mitochondriale Funktionsdiagnostik sprechen durfte.

Niels Schulz-Ruhtenberg ist Facharzt für Allgemeinmedizin, begeisterter Experte für Ernährungsmedizin und Sportmedizin, bekannt als häufiger Gast im Gesundheitsmagazin „Visite“, gibt Ihnen Auskunft über den aktuellen Wissensstand sowie nützliche Informationen für alle, die an einer Gewichtskorrektur und einem gesünderen Lebensstil interessiert sind.

 
Die Themen:
 
 
Kann man ohne Kuhmilch leben, ohne Osteoporose zu bekommen?

Ja, null bis 2 Portionen reichen völlig aus, denn man kann auch aus anderen Quellen Calcium, Kalium, Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D bekommen, wobei es in den meisten Fällen in unseren Breiten nicht ohne die Vitamin-D-Ergänzung geht. Siehe dazu auch die Verlinkung Schulz-Ruhtenberg und Gesundheitsmagazin Visite, weiter oben.
Milk and Health. N Engl J Med 2020;382:644-654
Milch ist auch nur ein geringer Eisenlieferant. Milch und Milchprodukte enthalten aber Wachstumsfaktoren, damit kleine Kinder schnell groß und stark werden. Diese Faktoren sind bei Diabetes mellitus, Krebserkrankungen und Übergewicht nicht unbedingt förderlich.

Osteoporose ist auch abhängig von Magnesium, Calcium, Vitamin D, Parathormon, Calcitonin, Bewegung, Kraftsport, Vitamin C, Aminosäuren etc.
Die aktuelle Knochen- und Knorpel- Umsatzrate kann man mit den Crosslinks
aus dem 2. Morgenurin erfassen. Somit kommen Sie der Knochendichtemessung voraus und können in kurzen Abständen überprüfen, ob Ihre Gegenmaßnahmen zur Osteoprorose oder Osteopenie wirksam sind.

 
 
Haarausfall, rezidivierende Infekte, Allergien, rauhe Haut, Pickel, Neurodermitis, Leaky-Gut-Syndrom und 293 weitere Faktoren hängen mit Zinkmangel zusammen.

Ob Sie vermutlich gefährdet sind, einen Zinkmangel zu haben, können Sie mit dem verlinkten Fragebogen erfassen. Wenn Sie sich intensiv mit dem Thema beschäftigen wollen, dann nutzen Sie die Artikel zum Thema Zink auf meiner Hompeage. Ich vergleiche es immer mit Ferritin und Kupfer. Bei Kupfer und Zink schaue ich mir die Werte auch immer im Serum und im Vollblut vergleichend an, da wir hier oft völlig gegensätzliche Ergebnisse sehen.
Leaky-Gut-Syndrom
Neurodermitis

Haarausfall
Allergien

 
 
Tumorzellen erzeugen die Energie weniger mitochondrial, sondern bevorzugen die anaerobe Glykolyse, bei der dann die Milchsäure anfällt. Das läßt sich nun im MRT eindrücklich darstellen.

Radioaktiv markierter Sauerstoff reichert sich in der Funktionsdiagnostik entsprechend der oxidativen Phosporylierung, also der Verbrennung der Brennstoffe Zucker, Fettsäuren und Aminosäuren unter Verwendung von Sauerstoff, in den Mitochondrien der  Zellen an, die eine mitochondriale Atmung haben. Das machen Tumorzellen nicht so, man sieht hier den sogenannten Warburgeffekt und den Verlust des Pasteureffektes. In der Bildgebung der Hirnzellen im MRT sehen die gesunden Zellen dann hell und die Tumorzellen dann dunkel aus. Es wurden hier Gliablastomzellen untersucht.
doi.org/10.1148/radiol.2020191711

Da auch andere neurodegenerative Erkrankungen, wie MS. M.Alzheimer oder M. Parkinson etc. veränderte Mitochondrienfunktionen haben, eignet sich diese Methode auch für solche Diagnostiken.

 
 
T-Zellen wissen, was der Tumor macht – personalisierte Immun-Tumortherapie ist die Zukunft und teilweise auch schon die Gegenwart – fragen Sie danach!

Eine Fehlfunktion der T-Zellen löst chronische Krankheiten wie MS oder Krebs aus. Eine personalisierte und wirklich individuelle Krebstherapie kann über den diagnostisch-therapeutischen Weg dieser T-Zellanalyse gelingen, denn heute liegt die Erfolgsrate klinischer onkologischer Studien zu metastasierten Krebsfällen leider nur bei 5%.

Lesen Sie den Bericht zum Ergebnis des  Helmholtz-Zentrums in München.

Lauschen Sie diesem ca. 2:18-Minuten langen Video aus 2015.

Einiges ist möglich, aber es wird Ihnen in den klassischen Kliniken noch nicht  angeboten. Wenn Sie fragen, bekommmen Sie aber vielleicht die richtige Hilfestellung.

 
 
Jede 13. Krebserkrankung geht auf Viren zurück – mitochondriale Funktionseinschränkungen sind belegt – das sollte bei der Therapie berücksichtigt werden.

Ob eine chronische Auseinandersetzung mit Viren stattfindet, kann man mit einer Polymeraselkettenreaktion aus dem Blut bestimmen. Das geht auch mit Bakterien. Dieses ist wichtig, da es nicht immer zu Antikörperbildungen kommt und die Serologie (Antikörperbestimmung) dann unauffällig ist. Andererseits kann ein hoher Antikörpertiter dennoch nicht ausreichend sein, um einen Infekt abschließend zu beenden. Mitunter sieht man in modernsten Datenanalysen zwischen EBV und CFS, MS, SLE, dass dadurch wichtige mitochondrale Schlüsselenzyme, doi.org/10.1371/journal.pone.0179124 wie z.B. die Phophofructokinase oder beeinträchtigt werden, was sich für Immunzellen negativ auswirkt, siehe den Zusammenhang der EBV-Infektion und der Leukämie, aber auch bei MS, LSE, Sjögren-Syndrom, rheumatoider Arthritis. doi: 10.1371/journal.pone.0179124

Ausser im Plasma, halten sich die Viren in den Lymphozyten und weiteren Zielzellen auf. Für die Analyse der Zielzellen reicht eine Blutuntersuchung natürlich nicht aus.
In den Monozyten kann man nach Bakterien suchen. Die Suche nach Bakterien, wie z.B. den Borrelien ist hilfreich, weil die Serokonversion, also Bildung von Antikörpern auf Borrelien, bei einer frühen Antibiotikagabe unterbleibt. Da es aber, abweichend zur Lehrmeinung, dennoch Resistenzen der Borrelien gegen Antibiotika gibt, hilft dieser Test bei differentialdiagnostischen Fragestellungen. Dieses läßt sich mittlerweile bei MMD in Auftrag geben.

Monozyten werden auch als Tojanische Pferde für Krebszellen gesehen. Dazu läuft gerade ein Forschungsförderprojekt.

38 Krebsarten mit 2600 Tumorproben wurden auf den Befall mit Viren hin untersucht und wurde in 13% der Fälle fündig. (Quelle: DKFZ) Die WHO geht davon aus, dass sogar 15 % aller Krebsarten eine infektiöse Ursache haben. In der Untersuchung wurden 23 verschiedene Virusarten gefunden.
Der Spitzenreiter war das EBV, das am häufigsten in Magen- und Nasenrachenraumtumoren, aber vor allem in Lymphomen gefunden wird.

Das Hepatitis-B-Virus findet sich in gut 20% aller Leberkrebsfälle.
Das HPV fand man in 19 von 20 Gebärmutterhalskrebsfällen und in 18 von 57 Fällen der Mund-Rachentumoren, also in Folge oraler Sexualpraktiken.
Beim Nierenkrebs finden sich mitunter Retroviren und das CMV kann auch zu Magenkrebs führen.
Als besonders unünstig gilt es, wenn das Virus sich im menschlichen Erbgut in den Bereich des Telomerase-Promotor einbaut und somit die Kontrolle über das Unsterblichkeitsenzym übernimmt.
Natürlich versucht der Körper auch selbst, sich mit der Aktivierung der sogenannten APOBEC-Proteine der Viruslast zu entledigen. Das Retrovirus aber auch das HPV ändern dann gerne ihre Sequenz, um dem zu entkommen, andererseits ist dieser Kampf so marzialisch, dass dabei Schäden am zelleigenen Erbgut entstehen, die dann den Krebs erzeugen.
Nature Genetics 2020, DOI: 10.1038/s41588-019-0558-9
 

 
 
Aktuell läuft an der Uni-Hamburg eine Borreliose-Studie
bei Prof. Dr. Erich Kasten und Dipl. Psych. Stefanie Forst.

In dieser Studie geht es um eine Befragung von Patienten, die durchgehend länger als ein Jahr an einer Borreliose erkrankt sind, um den damit zusammenhängenden Symptomenkomplex zu erfassen.
Kontakt über 0176-64955016 oder f.huendersen@student,medicalschool-hamburg.de
Online über: ww2.unipark.de/uc/fh-19110601/aba9/

Die weltweite ICD.11, die am 27.05.2019 verabschiedet wurde und bis zum 01.01. 2022 umgesetzt werden soll, beinhaltet 15 Unterziffern zur Borreliose, die in der ICD-10 nur mit 3 Punkten repräsentiert ist.
Siehe dazu die beiden Anhänge.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin
 
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