Gesundheitsnewsletter vom 1.6.2012

von | 1. Juni 2012

 

Goßes wirft seine Schatten voraus, Gesundheitsmagazin Visite berichtet am Dienstag,den 05.06.12 um 20:15 auf dem 3. Programm, NDR, über die Zeckenstudie, Teile des Beitrags wurden in meiner Praxis gedreht. Bitte denken sie daran, sich bei einem frischen Zeckenstich zu melden !

Schon länger geplant, aber gut dazu passend, findet am Folgetag, Mittwoch den 06.06.12 um 18:30 mein Patientenvortrag zur Borreliose im Seminarraum der Praxis am Biopunkt statt. Da nicht ausgeschlossen ist, dass das Interesse an dem Vortrag Dienstagabend schlagartig steigt, wäre eine Voranmeldung nicht schlecht, damit wir uns mit der Bestuhlung darauf einstellen können. 0421-395015

Nun zu den medizinischen Neuigkeiten, die Sie vielleicht interessieren könnten:

Bluthochdruck kann dadurch entstehen, dass bei der Adipositas (zu dick) dieInsulinrezeptorresistenz dazu führt, dass man mehr Insuln produziert, um ihn in die Zellen zu bekommen. Dieses vermehrte Insulin führt aber auch zur Vermehrung von IGF (insulin growth factor). Das ist eine Substanz, die die Zellteilung anregt  und unter anderm auch zu einer Verdickung der Blutgefäßinnenwand führen kann und somit den Querschnitt des Gefäßes verjüngt. Somit passt dann weniger Blut pro Zeit durch das Blutgefäß.

Hält Metformin das Prostata-Ca in Schach ?

Diese Frage warf die Ärztezeitung am 02.04.12 auf seiner titelseite auf, als von einer Phase-II-Studie berichtete, in der auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) in Chicago das Ergebnis präsentiert wurde, dass Metformin offensichtlich das Wachstum des Tumors bremst. Es wurde vor einer Op, das Material wurde danach gegenüber der Placebogruppe vergleichend untersucht, über 41 Tage 3 x 500 mg Metformin/Tag und es entstanden keine wesentlichen (Grad II) Nebenwirkungen verabreicht. Die Erklärung: Metformin habe IGF-I (insulin growth factor), den Blutzucker ( freie Radikale durch AGe´s, advanced glycolysation endprodukts) und das Gewicht (body mass index BMI) gesenkt.

Wir wissen auch, dass Metformin den Schritt 1 der Atmungskette, die offensichtlich für die Proliferation (Zellteilung) codiert, einen bremsenden Effekt hat.

So greifen hier mindestens drei Faktoren, nämlich Insulinresistenz mit mehr IGF, Übergewicht mit mehr Entzündung (TNFa) und die direkte Hemmung von Schritt 1 der Atmungskette. am AMPK, AMP-activated proteinkinase, hier greift auch Acetylsalicylsäure an ud erklärt damit zum teil das verminderte Auftreten von Krebs in den Populationsgruppen mit niedriger ASS-Dauermedikation.

Dieser erhöhte Insulinspiegel  führt aber auch zur Erniedrigung des Spiegels desatrialen natriuretischen Peptids im Herzen, so dass der Blutdruck nicht gesenkt wird und das Herz gegen einen höheren Widerstand anarbeiten muss. Sozusagen "Fahren mit angezogener Handbremse".

Diese Zusammenhänge des bislang unbekannten molekularen Mechanismus wurden unter Führung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DHE) erforscht und im Journal of Clinical Endocrinology  Metabolism 2012: online am 14.März, veröffentlicht.

Ganz neu ist aber die Beobachtung, dass die Fettzellen als Hauptregulator der Blutzucker- und Insulinspiegel auch einen schützenden Effekt haben. Indem sie nämlich den Zucker in Fett umwandeln und ihn damit aus dem Verkehr ziehen. Verantwortlich dafür ist die Genversion "carbohydrate-responsive-element-binding protein-ß, das als Glukosesensor agiert.

Der Hausarzt8/12, s. 26 aus VSC/Nature 2012 online, frei wiedergegeben.

Das erklärt, warum es manchen "Dicken" auffällig gut geht.

 

Ist das Y-Chromosom schuld am Herzinfarkt ?

Anhand einer Auswertung der WOSCOPS-Datenkonnte nachgewisen werden, dass die vermehrte Gefährdung für den Herzinfarkt in keinem Zusammenhang mit bekannten KHK-Riskofaktoren wie Hypertriglyceridämie, Hochdruck, Diabetes und Übergewicht stand. Haplotyp !-Träger unterschieden sich in zahlreichen Stoffwechselwegen von anderen Y-Linien. Diesen gefährdeten Typ gibt es inSkandinavien, Deutschland und den Niederlanden in 15 – 40% der Fälle, in Südeuropa liegt die Prävalenz deutlich niedriger, was das Nard-Süd-Gefälle beim Herzinfarkt erklären könnte.

Also liegt es doch nicht an der Mittelmeerdiät ?

 British Heart Foundation Family Heart Study

West of Scotland Coranary Prevention Study

I.Fadi J. Charchar et al., Lancet 2012;379;915-922,2, Virginia M. Miller, a, a.aO.; 379:873-874

 

Phtalate stören scheint´s auch den Zuckerstoffwechsel

Mit Weichmachern in den Diabetes.

So titelt die Medica Tribune 47. Jahrgang, Nr. 19, 11.Mai.2012 auf S. 14 Der Link führt zu älteren aber nicht minder spannenden Artikeln zu diesem Thema.

 

Pfizer bietet eine Seite zu Fragen der hormonellen Verhütung und weiblichen Anatomiean. Außerdem gibt es in einem passwortgeschütztem Bereich die Erläterung zur Anwendung eines Monatsringes. Wenn man so einen hat, dann kann man sich mit dessen Zulassungsnummer einloggen und eine Broschüre für Sie und Ihn downloaden.

 

Begleiten Angehörige einen Pflegebedürftigen auf der Fahrt zur Praxis, so ist dieses beim Zeitaufwand für das Pflegegeld zu berücksichtigen. Am besten Sie führen darüber Buch und lassen sich die Zeiten in der Praxis mit Stempel und Unterschrift bestätigen. Diesen Anspruch hat das Bundessozialgericht bereits 1998 unter dem Az: B3 P 17/97 R entschieden.

 

Mikroorganismen entscheiden über die Entstehung von Rheuma.

Interleukin 1b, ein Botenstoff, der das Immunsystem anheizt und für die Abwehr von Viren, Pilzen, intrazellulären Erregern verantwortlich zeichnet,  ist auch verantwortlich für die Aktivität von Multipler Sklerose, RheumaSchuppenflechte (Psoriasis), Arthritis.

Nun konnten Forscher der Charité in Berlin und des Institute for Research in Biomedicine in Bellinzona, Schweiz, zeigen, dass bestimmte Pilze die Immunzellen, die an der Entstehung dieser Erkrankungen beteiligt sind, aktivieren, während andere Mikroorganismen, die natürlich auf der Haut siedeln, ihnen eine antientzündliche Funktion verleihen. So und auch weiter veröffentlicht die Ärztezeitung im Kapitel Medizin und Forschung in der Ausgabe 67, Freitag/Samstag 13/14  April 2012 auf Seite 11.

Diese Erkenntnis passt in die Volksweisheit, dass ein gesunder Bakterienstamm noch niemandem geschadet hat und dass man auch über die Darmsymbioselnkung und Karenz von immunologisch sensiblen Nahrungsmitteln einen Einfluss auf diese Erkrankungen nehmen kann, da dann weniger entzündungsfördernde Lipopolysaccharide freigesetzt werden und bei ausreichend hoherLactobacillenpopulation auch weniger Th17-Zellen mit dem Botenstoff IL-17 freigesetztwerden. IL-17 ist übrigens der Angrffsort von Cortison, wie Baschant U et al. (2011) Proc Natl Acad Sei, DOI: 10. W73/pnas.1W5857W8. in der Zeitschrift "DEr Allgemeinmediziner 5/2012,, S 8 zitiert wird. Für Interleukin 17 gibt es bereits synthetische Antikörper, wie es bei TNFa ja schon länger bekannt ist.

 

Professor Karin Kraft von der Universität Rostock wird bezüglich einer Multicenterstudie zur Wirkung einer Vitamin-C-Hochdosistherapie beipostherpetischer Neuralgie dahingehend zitiert, in einem Zeitfenster von 90 Tagen nur 6% der Patrienten mit Vitamin-C-Hochdosistherapie gegenüber 24 % der Patienten ohne diese Therapie dieses Schmerzsyndrom entwickelt haben und das derKrankheitsverlauf in Bezug auf die Bläschen auf der Haut, demKonzentrationsvermögen und der Müdigkeit in der Vitamin.C.Gruppe günstiger war, als in der Gruppe ohne Vitamin-C-Infusion.

Ärztezeitung im Kapitel Medizin und Forschung in der Ausgabe 67, Freitag/Samstag 13/14  April 2012 auf Seite 10.

 Wir bieten diese Therapie an und haben das Medikament vorrätig.

 

Bei einer Depression sollten auch immer die Eisen-, Zink-, Kupfer und B-Vitamin-Speicher überprüft werden. Aus meiner Sicht auch noch die Insulinrezeptorresistenz, die Darmflora, das Histamin im Stuhl und die Diaminooxidaseaktivität und die Nahrungsmittelunverträglcihkeit sowie die Schildddrüse. Bei einem Mangel kann man ursächlich therapieren und benötigt möglicherweise gar kein Psychopharmakon.

 

Versprengte Endometriumzellen sind als Schokoladenzysten bei der Frau bekannt und machen menstruelle Beschwerden an  Stellen, wo man sie nicht erwartet.

Der Kloß im Hals, klassisch denkt man dann an die Schilddrüse,  kann durchversprengte Magenschleimmhaut-Inseln erzeugt sein. Da liegt dann gar kein Reflux (Sodbrennen) vor, aber dennoch macht lokal die Magensäure Beschwerden. Sie sollten ihren HNO im Zweifel darauf hinweisen. Wenn man die Zellen findet, kann man sie einfach weglasern.

 

Grüner Tee kann vieles, er soll sogar die Bildung von Darmpolypen reduzieren. Unter dem Link finden Sie viele andere Indikationen, aber Vorsicht bei Thema Prostata-Krebs, in meinem letzten Newsletter habe ich darauf hingewiesen, dass er den Testosteronspiegel erhöht und dass kann bei Prostata-Krebs nicht gewollt sein.

 

Bei chronischer Darmentzündung drohen Mineralstoff- und Vitamindefizite.

Am häufigsten fehlen 25-OH-D3, Eisen. Zink, Vitamin B12. Die Medical Tribune 47. Jahrgang, Nr. 19, 11.05.12, S, 27 bechreibt den Zink- und Magnesiumverlust über Fisteln, den Eisenverlust über die Entzündung, fordert bei Vitamin B12 (Hydroxycobalamin) zu eher hohen Dosierungen auf und verweist auf Begleitsymptome wie Restless legs, depressive Verstimmungen und Einschränkungen der kognitiven Leistungen.

Da fällt mir dann auch gleich wieder die Insulinrezeptorresistenz und EHEC ein. Wo ist es denn dieses Jahr. Letztes jahr soll es ja von einem Hof ausgegangen sein, obwohl das angeschuldigte Saatgut in verschiedene Zuchtbetriebe gegangen ist. Schützen können wir uns nur durch eine starke gesunde Darmflora.

M. Crohn beim Kind: Liegt´s an Antibiotika ?

Kinder, die häufiger mit Antibiotika behandelt werden, entwickeln einer finnischen Registerstudie zufolge auch häufiger einen M.Crohn. Ein Zusammenhang mit einerColitis ulcerosa läßt sich dagegen nicht erkennen.
Die höchste Signifikanz ließ sich bei einer Anwendung mit Cephalosporinen vor dem elften Lebenshjahr ableiten.Wer mindestens siebenmal Antibiotia bekam, erkrankte doppelt so häufig die Kinder mit nul bis sechsmal Antibiose.

Offen bleibt allerdings, ob die Antibiotika selbst die Ursache sind oder ob für M.Crohn anfällige Kinder einfach häufiger erkranken Warum das dann für Colitis ulcerosa nicht gelten soll, wurde nicht diskutiert.

Aärztezeitung Ausgabe 85, Donnerstag 10.Mai 2012, S. 12

 

Kein Schmerzmittel-Rezept mehr bei Ischiassyndrom ausstellen ?

Bei Nervenwurzelschmerz gehen die Empfehlungen weg von den Schmerzmitteln, da die Wirkung beschränkt ist, die Nebenwirkungen aber auftreten und man empfiehlt nunmehr eher Cortison und schmerzbewertende Medikametne und auch physikalische Anwendungen.

Wir haben gute Erfahrungen mit der Mikrostromtherapie, der Akupunktur, der Wärme und Lagerung und Capsicainanwendungen als auch mit entzündunghemmenden Phytotherapeutika wie Weihrauch, Teufelskralle, Brennenssel. Lokal hilft auch Licht. Hier möchte ich an unseren Laser erinnern.

 

Beim Alport-Syndrom einer chronsichen nierenentzündung mit zunehmender Schwäche, helfen nach neuen Erkenntnissen die ACE-Hemmer, die Sie vielleicht als blutdrucksenker kennen. Sollten Sie also so eine Person mit dieser Erkrankung kenn, könne Sie auf diese neue Erkenntnis verweisen.

Deutsches Ärzteblatt Jg 106, Heft 18, 4. Mai 2012

 

Vitamin-B-Mangel im Alter hat viele Facetten titelt die Ärztezeitung Ausgabe 85, Donnerstag 10.05.12 auf S. 15. Online findet ich derArtikel nicht, aber einige andere interessante Zusammenhänge zu diesem Thema.

 

Etwa jedes sechste Paar in Deutschland ist zu beiden Teilen unfruchtbar.Mindestens sieben Prozent der Männer im fortpflanzungsfähigen Alter haben vorübergehende Probleme mit der Zeugungsfägigkeit.

Ursachen: Hodenhochstand, HormonstörungenInfektion der der Samenwege (Chlamydien), Krampfadern am Hoden, Nikotin, Drogen, Medikamente,Alkohol, Überwärmung z.B- durch zu enge Hosen, Laptop, Vitalstoffmangel und es entsteht eine Mitochondriendysfunktion.

Gaskins AJ et al. (2011) Fertility and Sterility 96(3);S8 berichtet, dass 188 junge Männer entsprechend Ihrer Ernährung nach der Spermienqualität untersucht wurden.

Die eine Gruppe aß viel rotes Fleisch, Wurst, Pizza, Weißmehl, Zucker ud Limonade,

die andere Gruppehingegen mehr Fisch, Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.

Die zweite Gruppe hatte signifikant bessere Werte. Die Autoren vermuten die Ursache in den Transfettsäuren.

 

Hirnabszess vom Heroin, Krampfanfall durch Ecytasy, jeder 10 Hirninfarkt bei jungen Menschen durch Kokainschnupfen, Parkinsonsyndrom durch Cat-Spritze, Bleivergiftung vom Kiffen durch mit Blei wegen des Gewichts gestreckter Ware, Halluzinationen durch Spice…..

 Lasst es sein!

 

Neuer Demenztest

Progranulin im Plasma. Liegt der Wert unter dem definierten Cutoff, liegt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine genetische Veranlagung für M. Alzheimer vor.

 

Meningeome nach häufigem Gebiss-Röntgen (Ärztezeitung Ausg. 81, Fr./Sa. 4./5. Mai 2012, S. 12)

Auf anfälligsten sind Kinder unter 10 Jahren. Da sich Menigeome sehr langsam entwickeln, enstehen Sie erst nach vielen Jahren.

Aber man sollte bei aller Diagnostik und therapie nicht vergessen, dass Strahlen Krebs erzeugen !

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