Gesundheitsnewsletter und Praxisurlaub – wertvolle Topps zur Ernährung und Zusammenhänge zu Entzündlichkeiten und Therapieempfehlungen – Metformin und Gluc-6-P-Mangel.

von | 8. Dezember 2025

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Dr. Wiechert Gesundheitsnewsletter vom 08.12.2025

 
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Praxis für individuelle Diagnostik und Therapie

In meiner Info-Videothek können Sie sich zu verschiedenen

Themen informieren, stöbern Sie ruhig weiter, denn

Sie wissen ja, dass die Quellen meines Wissens stets

benannt werden!

 
Praxisurlaub vom 20.12.2025 bis zum 04.01.2026.
Wer noch Rezepte benötigt, sollte diese zeitgerecht bestellen!
 
Die Themen:
 

 
 
Gesättigte Fettsäuren in der Nahrung fördern die Aktivierung des Inflammasoms in myeloiden Zellen der Lunge und die IL-1β-vermittelte Entzündung bei Mäusen und Menschen - DOI: 10.1126/scitranslmed.adp5653
DOI: 10.1126/scitranslmed.adp5653

Zusammenfassung
Residente Gewebsmakrophagen und Monozyten (RTMs) integrieren lokale und systemische Signale, um die Funktion von Immunzellen in der Homöostase und als Reaktion auf entzündliche Reize zu koordinieren.

Adipositas-assoziierte metabolische Dysfunktion treibt die Entwicklung von RTM-Populationen voran, die zu Krankheitszuständen in verschiedenen Geweben beitragen.

Der Beitrag spezifischer Nahrungsbestandteile zur Aktivierung und Funktion angeborener Immunzellen, im Gegensatz zu den direkten Auswirkungen von Adipositas, ist jedoch weitgehend unbekannt.

Hier untersuchten wir die Mechanismen, durch die fettreiche (HF) Diäten den Phänotyp und die Funktion von Lungen-RTMs im Steady State prägen und die Reaktionen auf entzündliche Reize beeinflussen.

Wir fanden heraus, dass Lungen-RTMs während der HF-Diät gesättigte langkettige Fettsäuren, insbesondere Stearinsäure (SA), akkumulieren und Merkmale der NLRP3-Inflammasom-Priming und -Aktivierung aufweisen

In vivo reichte eine erhöhte Zufuhr von Salicylsäure (SA) über die Nahrung aus, um im Steady State eine neutrophilen-dominierte Lungenentzündung hervorzurufen und ein Modell der angeborenen Atemwegsentzündung zu verschlimmern.

Im Gegensatz dazu reduzierte eine erhöhte Zufuhr von Ölsäure, dem einfach ungesättigten Gegenstück der SA, die Inflammasom-Aktivierung im Steady State und schwächte die Atemwegsentzündung ab.

Die Reduktion von Interleukin-1β (IL-1β) oder die pharmakologische Hemmung der Endonuklease Inositol-requiring Enzyme 1α (IRE1α) schützte vor einer durch SA induzierten Verschlimmerung der Lungenentzündung.

Schließlich identifizierten wir eine Population von Lungenmonozyten mit Merkmalen einer durch fettreiche Ernährung induzierten Aktivierung der renalen tubulären Membran (RTM), die in Proben von adipösen Asthmatikern nachweisbar waren.

Zusammenfassend identifizieren diese Ergebnisse eine Klasse von Nahrungsfetten, die den Phänotyp und die Funktion der RTM in der Lunge im Steady State regulieren und den Schweregrad der Lungenentzündung modulieren.

Mein Fazit:
Gesättigte Fettsäuren, wie die Stearinsäure, wirken proentzündlich. Das wirkt sich nicht nur auf die neutrophilen Granulozyten und die Ausprägung des dadurch induzierten Asthmas, sondern auch auf die Arteriosklerose aus. Daher messe ich den Fettsäurestatus im Vollblut und gleiche das auch mit den LDL-Subklassen, der LP-PLA2, dem Apolipoprotein B/A1 ab. Therapeutisch geht es dann um Ernährungsanpassung und ggf. auch Ergänzungen und regulative Therapieansätze. Dazu kann auch eine Infusion mit Phosphatidylcholin gehören, die ich im Vorfeld bzgl. der individuellen Antientzündlichkeit teste. Als es noch ALCAT Europe gab, konnte man auch weitere Nahrungseinflüsse auf diese neutrophilen Granulozyten individuell erfassen.
Der Einsatz von mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Gleichgewicht von EPA und DHA zu den Omega-6-Fettsäuren reduziert diese Proentzündlichkeit nachhaltig. Produkte, die präformierte Pro Resolving Mediatoren enthalten potenzieren diese positive Eigenschaft noch einmaldoi: 10.1007/978-3-662-58140-7_6
Die intravenöse Sauerstofftherapie nach Rr. Regelsberger reduziert ebenfalls nachweislich die IL-1ß-Freisetzung! link.springer.com/article/10.1186/s41231-021-00107-z

 
 
Entzündliche Darmerkrankungen und neuropsychiatrische Störungen: Mechanismen und aufkommende Therapeutika, die auf die Mikrobiota-Bauch-Hirn-Achse abzielen - Review
Diese Review-Studie zeigt sehr schön, wie die Verflechtung der Darmbakterien und deren Stoffwechselprodukte sich auch auf an deren Organe, also auch auf das Vegetativum und das Hirn, also die Neuroinflammation auswirken. doi.org/10.1016/j.pharmthera.2025.108831

Die Ernährung, die Faserstoffe, die Diversität des Mikrobioms beeinflussen sich gegenseitig und proentzündliche Botenstoffe beschädigen die Darmschleimhaut, die innere Blutgefäßwand, konkurrieren mit Insulin um den Rezeptor, schränken die mitochondriale Funktion ein, können die Bluthirnschranke beschädigen und überwinden, können die IDO-Aktivität oder Neurofilamente steigern, können über Fehlfunktionen der Gallensäuren die Verfügbarkeit fettlöslicher Vitamine oder essentiellen Fettäsuren beeinträchtigen und und und..
Ich habe die Review-Studie in der maschinenübersetzten Form verlinkt, sodass der interessierte Leser in die Tiefen abtauchen kann.

Daher biete ich neben der Stuhlanalyse inklusive des Metaboloms auch ausgwählte Prä- und Porbiotika an, die sich an dem Stoffwechselprodukt des Microbioms, dem metabolom orientieren. Mikronährstoffmängel müssen erfasst und ausgeglichen werden. Klassische Kombipräparate erfülllen hier selten den Zweck. Bekommt man von dem, von dem man genug hat, noch mehr, verschieben sich die Dysbalancen nur noch stärker.

Auch in diesem Feld sind Atemübungen gemäß der HRV-Analyse, Magnesiuminfusionen, Phosphatidylcholininfusionen, die intravenöse Sauerstofftherapie nach Dr. Regelsberger, die Ohrakupunktur ggf. auch Mikrostromanwendungen sinnvoll und können in einem individuellen Gesamtkonzept zusammengestellt werden.

 

 
 
Metformin-induzierte hämolytische Anämie bei einem Patienten mit Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
Gluc-6-P-Dehydrogenase-Mangel ist im mediterranen Raum eine genetische Häufigkeit und kommt im Rahmen der Migrationen acuh nach Deutschland. Vor einer Vitamin-C-Infusion sollte ein  Glucose-6-P-Dehydrogenase-Mangel daher in dieser Patientengruppe ausgeschlossen sein. Retikulozyten präsentieren besonders viel davon. Eine hohe Retikulozytenanzahl mit normalen Erytrozyten, kann daher scheinbar gesunde Werte präsentieren.

In dem hier vorgestellten Fall geht es nun um das Diabetesmedikament Metformin, zu dem es bisher keine solchen Warnhinweise gab.

Daher besser einmal zu viel als zu wenig diesen Mangel ausschließen!

 
 
Kardiometabolische Erkrankungen bei Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung: Eine evidenzbasierte Überprüfung   Dutt K, Vasudevan A, Hodge A, Nguyen TL, Srinivasan AR. Kardiometabolische Erkrankungen bei Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung: Eine evidenzbasierte Überprüfung. World J Gastroenterol 2025; 31(24): 107661 [PMID: 40599191 DOI: 10.3748/wjg.v31.i24.107661]
Trotz weitgehend günstiger Lipidprofile wurden Patienten mit IBD dokumentiert, dass sie ein höheres Risiko für Cardio haben Gefäßkomplikationen[73]. Dieses Paradoxon, das als „Lipid-Paradoxon“ bezeichnet wird, deutet darauf hin, dass kardiovaskuläre Komplikationen bei Patienten mit IBD von nicht-traditionellen atherosklerotischen Signalwegen angetrieben werden können. Die jüngste Auswertung der metabolomischen Profile von Patienten mit IBD ergab, dass kleinere LDL-Partikel, wie LDL-6, mit einem erhöhten Risiko für instabile atherosklerotische Plaques assoziiert sein können75[74,75]. Dies deutet darauf hin, dass höhere Konzentrationen kleinerer LDL-Moleküle, die noch nicht über traditionelle Assays von LDL gemessen werden, für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei Patienten mit IBD verantwortlich sind.

Dutt K, Vasudevan A, Hodge A, Nguyen TL, Srinivasan AR. Kardiometabolische Erkrankungen bei Patienten mit entzündlicher Darmerkrankung: Eine evidenzbasierte Überprüfung. World J Gastroenterol 2025; 31(24): 107661 [PMID: 40599191 DOI: 10.3748/wjg.v31.i24.107661]

Daher schaue ich gerne nach den LDL-Subklassen, die diesen blinden Fleck dann offenlegen und präventive Gegenmaßnahmen erlauben.

Die Lecithine und Phosphatidylcholine haben hier neben der Ernährung und den essentiellen Fettsäuren einen wichtigen natürlcihe Einfluss. Dennoch kommt amn selten um einen Cholesterinsenker herum. Der hemmt dann die CoQ10-Produktion und daher setze ich dann ausgleichend ein Geranylgeraniolprodukt ein.

Geranylgeraniol ist eine organische Verbindung, die als wichtiger Vorläufer für die Synthese vieler wichtiger Substanzen wie Diterpene, Carotinoide und Vitamin K2 dient.

Es ist ein Zwischenprodukt im Mevalonatweg und eine Schlüsselkomponente bei der Bildung von Coenzym Q10 und Häm A, die für die Energiegewinnung in den Zellen unerlässlich sind.  www.i-med.ac.at/mypoint/news/692106.html

Geranylgeraniol wird auch als Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Knochen- und Herzgesundheit sowie der Energieproduktion vermarktet, wobei einige Präparate auch Vitamin E enthalten. 

Stoffwechselrolle: Geranylgeraniol ist ein zentraler Vorläufer für die Biosynthese von Diterpenen und Carotinoiden und eine Seitenkette in vielen Verbindungen wie Vitamin K2.

Zelluläre Funktionen: Es ist essentiell für die Synthese von Coenzym Q10 und Häm A, beides wichtige Bestandteile der Atmungskette in mehrzelligen Lebewesen.

Weitere Anwendungen:
Es ist an der posttranslationalen Modifikation von Proteinen beteiligt.
Es kann die Knochenresorption hemmen und die Bildung von Osteoklasten (knochenabbauenden Zellen) verhindern.
In der Forschung zeigt sein Derivat Geranylgeranylpyrophosphat eine Wirkung gegen Mycobacterium tuberculosis.

Es wird als Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln zur Unterstützung von Herz-Kreislauf-Gesundheit, Energieproduktion und Muskel-/Knochenfunktion angeboten. “

 
 
Metformin und seine Wirkung an den Mitochondrien hat Vor- und Nachteile.
Metformin ist nicht nur ein Diabetesmedikament, es kann das Tumorwachstum bremsen, es lindert sogar arthrotische Kniegelenksbeschwerden.
Ansonsten lohnt es sich auch einmal den Wirkmechanismus durchzulesen.
 
 
Frage Reduziert Metformin im Vergleich zu Placebo Knieschmerzen bei Patienten mit symptomatischer Kniearthrose und Übergewicht oder Fettleibigkeit?  Ergebnisse In dieser randomisierten klinischen Studie, die 107 Teilnehmer im Vergleich zu Placebo, Metformin, 2000 mg/d, reduzierte Knieschmerzen auf einer visuellen Analogskala von 0 bis 100 mm (Punktzahl von 100 = am schlechtesten) umfasste: −31,3 mm in der Metformin-Gruppe und −18,9 mm in der Placebogruppe (Zwischen-Gruppenunterschied, −11,4 mm; P = .01)
Frage:
Reduziert Metformin im Vergleich zu Placebo Knieschmerzen bei Patienten mit symptomatischer Kniearthrose und Übergewicht oder Fettleibigkeit?

Ergebnisse:
In dieser randomisierten klinischen Studie, die 107 Teilnehmer im Vergleich zu Placebo, Metformin, 2000 mg/d, reduzierte Knieschmerzen auf einer visuellen Analogskala von 0 bis 100 mm (Punktzahl von 100 = am schlechtesten) umfasste: −31,3 mm in der Metformin-Gruppe und −18,9 mm in der Placebogruppe (Zwischen-Gruppenunterschied, −11,4 mm; P = .01)
jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2833338

 
Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesem Newsletter wieder interessante Informationen zusammengestellt. Bei Fragen, Unklarheiten, Anregungen oder Themenwünschen nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Dirk Wiechert
Facharzt für Allgemeinmedizin

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Dr. med. Dirk Wiechert

Facharzt für Allgemeinmedizin

 

Praxis Ritterhude

Lesumstoteler Str. 65 • 27721 Ritterhude • Tel. 04292 – 2921 • Anfahrt

 

Praxis Bremen

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