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Das vegetative Nervensystem setzt sich aus dem Sympathikus
(Stressnerv) und dem Parasympathikus (Erholungsnerv) zusammen. Das
Zusammenspiel dieser Nerven bestimmt über die Fähigkeit des Körpers,
sich angemessen auf Situationen einzustellen. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um
ein Vorstellungsgespräch, einen Marathonlauf, die alltägliche Arbeit
oder Schlafenszeit handelt.

Ein chronischer Stresszustand, beispielsweise durch hohe
Anforderungen bei der Arbeit, eine übermäßig perfektionistische
Persönlichkeit, Sorgen oder ein negatives soziales Umfeld, können diese
Anpassungsfähigkeit einschränken und auf Dauer zu Symptomen wie
Muskelverspannung, Schmerzen, Magen-Darm-Problemen, Schlafstörung,
Erschöpfung und ständiger Müdigkeit führen. Selbst Krankheiten wie
Bluthochdruck, Diabetes, Depression, Burn-out, ungewollte
Kinderlosigkeit und sogar Krebs werden durch solch einen Zustand
wesentlich begünstigt.

In meiner Praxis nutze ich zur Diagnose eines solchen, meist
unterschwelligen Stresszustandes, die HRV-Analyse. Diese gibt Auskunft
über den aktuellen Status des vegetativen Nervensystems und die
Möglichkeit des Patienten, das Zusammenspiel von Sympathikus und
Parasympathikus durch Atemübungen zu beeinflussen sowie über die
generelle Anpassungsfähigkeit und Flexibilität des Systems. Ein
vierwöchiger Trainingsplan für diese Atemübungen oder auch andere
therapeutische Maßnahmen können die dynamische Anpassung des vegetativen
Nervensystems verbessern.

Die therapeutische Maßnahme eines dominierenden Sympathikus besteht
zum einen in dem regelmäßigen Training des Parasympathikus durch
gezielte Atemübungen, welche Sie mithilfe dieses Atemtrainers
beliebig oft durchführen können. Empfehlenswert ist hierbei eine
Gesamtübungsdauer von 30 Minuten pro Tag, mit einer Mindestdauer von
etwa 5 Minuten pro Sitzung. Eine weitere Therapieoption besteht in der
intravenösen Gabe von Cholincitrat, welches über die Bildung von
Acetylcholin die Organe auf parasympathischem Wege stimuliert und so
,,Am Kopf/Verstand vorbei“ zu einer Entspannung und Stabilisierung des
gesamten Systems führt. Der Effekt ist während der Infusion deutlich
spürbar und wirkt über meist mehrere Tage unterschwellig entspannend
nach.

Für die Behandlung begrenzender Glaubenssätze, die vom Verstand her
klar benannt werden können, aber auf der Gefühlsebene keine
Normalisierung erfahren und daher immer wieder zur vegetativen
Anspannnung führen, verweise ich an Fachkollegen.

1. Die Untersuchung des vegetativen Nervensystems in der Arbeitsmedizin
und verschiedenen Fachdisziplinen mit unterschiedlichen Fragestellungen.

2. Verschlüsse der Herzkranzgefäßarterien und Analyse der Herzratenvarianz.

3. Die Streuungsbreite der Herzratenvarianz (SDNN) klärt über das Risko
eines Herzinfarktes auf und ist dabei wenig anfällig für das Alter des
Patienten.

4. Die Beziehung der autonomen Ungleichgewicht, Herzfrequenzvariabilität und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren.

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