Die Zecken sind schon wieder aktiv – Zeckenschnelltest auf Borrelien in der Praxis

Jetzt im April wird es langsam auch wieder wärmer und ich hatte auch schon die ersten frischen Zeckenpatienten in der Praxis. Heute bei 24 C° sind die Zecken hellwach! Die Zecken werden ab 6 °C aktiv. Mit dem Schnelltest an der Zecke kann man sehen, ob eine aktuelle Infektion mit Borrelien möglich ist. Ich habe mich mit dem Test bevorratet! Nur in 50 % der Fälle kommt es nämlich zu einer Wanderröte. Eine frühe Antibiose kann dazu führen, dass eine sogenannte Serokoversion, also die Entwicklung von Antikörpern gegen Borrelien, ausbleibt. Forschungen an Mäusen und Rhesusaffen zeigen, dass dafür, also die fehlende Serokonversion, gar nicht unbedingt eine Antibiose notwendig ist. Bei den Affen bleiben die Antikörper trotz des Nachweises vermehrungsfähiger Borrelien in 20 % der Fälle aus, bei der chronischen Neuroborreliose, dem Bannwarth-Syndrom, sind es beim Menschen etwa 9%. Abweichend von der Lehrmeinung, dass nach einer drei-vierwöchigen Antibiose keine vermehrungsfähigen Borrelien mehr zu finden sein dürften, findet man diese vermehrungsfähigen Borrelien bei den Mäusen sogar noch nach einem Jahr der Dauerantibiose und bei den Rhesusaffen sowohl in der Gruppe mit als auch ohne Antibiose sowie in der Gruppe mit und ohne Antikörperbildung. Bei den Affen fand man sie im Herz, in der Harnblase, im zentralem und peripherem Nervensystem, den Sehnen, Gelenken und Muskeln! Mit den Zecken und Borrelien ist also nicht zu spaßen. Nehmen Sie die Sache ernst, entfernen Sie die Zecke unmittelbar und zerdrücken Sie die Zecke mit z.B. einem Glasrand in einem Papier und testen Sie die Zecke auf eine Infektion. Mit unserem vorrätigen Schnelltest können wir das in der Praxis für Sie machen.

Neuer Beweis, dass intakte Borrelien trotz Antibiose und negativem Antikörperstatus im Gewebe zu finden sind.

Ein neuer Beweis, dass intakte Borrelien trotz Antibiose und negativem Antikörperstatus im Gewebe zu finden sind, wurde an Rhesusaffen ermittelt. Trotz Antibiose fanden sich nach 7 -12 Monaten nach einer vierwöchigen Antibiotikatherapie noch intakte Borrelien in Gelneken, Hirn peripherem Nervensystem und Skelettmuskel. In 20% der Fällen waren keine Antikörper im Serum zu finden. Das entspricht den Erfahrungen mit Non-Respondern auf bestimmte Impfungen, was sich bei Borrelienkontakt als blinde Seronarbe wohl besonders oft zeigt.

Warum es mit den Borrelien anders ist!

Borrelien wird man nie ganz los. Antikörpertests können negativ sein, wenn in der Infektionsphase Antibiotika gegeben wurden oder Störfaktoren vorlagen, die die Borrelien in die Ruhephase zwangen. Wanderröte ist unter Antibiose möglich, wenn die Borrelien eine Resistenz entwickelt haben. So können sie ggf. über Effluxpumpen das Antibiotikum wieder aus dem Bakterien hinauspumpen. Der LTT-Borrelien beschreibt die aktuellen Aktivitätsstufen und hilft zu entscheiden, ob die Beschwerden den Borrelien zuzuordnen sind oder nicht.

Borrelien sind aktiv, Pilzsucher aufgepasst, Borrelienimpfung in Sichtweite

Die Temperaturen waren am Wochenende nahe 20 °C und da sind auch die Borrelien aktiv. Wer dann durch das Unterholz streift und nach Pilzen sucht, sollte sich danach gründlich nach Zecken absuchen. Noch ist die Zeckenimpfung für den Menschen ncht auf dem Markt, aber im nächsten Jahr soll es dazu wohl eine Phase-III-Studie geben. Interessenten, die über den Start der Studie informiert werden wollen, können sich auf meiner Homepage in eine Warteliste eintragen. Wer nun eine Zecke gefunden hat, könnte diese aufbewahren und im Labor mit einer Polymerasekettenreaktion auf Borrelienbefall untersuchen lassen. Ist das Ergebnis negativ, kann man sich entspannt zurücklegen, ansonsten besteht potentiell eine Infektionsgefahr, die sich aber nur in der Hälfte der Fälle mit einer Wanderröte bemerkbar macht. Da die Krankheit in drei Stadien verläuft, macht es Sinn, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. 26 % der Stiche führen zu einer Ü bertragung der Borrelien, also zu einer Infektion, wie „Der Allgemeinarzt 12/2013, S. 37“ veröffentlicht. In der Hälfte der Infektionsfälle entwickelt sich auch eine Erkrankung, diese aber zum Teil erst Jahre später.